Schönberger Musiksommer

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Der Schönberger Musiksommer ist eine Konzertreihe, die seit 1987 von Juni bis September in Schönberg im Landkreis Nordwestmecklenburg stattfindet. Schirmherren sind Georg Christoph Biller, Thomaskantor zu Leipzig, und für die Kinder- und Jugendkonzerte die Ministerin für Arbeit Gleichstellung und Soziales des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Birgit Hesse.

Konzept[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die St.-Laurentius-Kirche in Schönberg

Jährlich mehr als 30 Konzerte, Ausstellungen und Sonderveranstaltungen ziehen tausende Besucher in die Schönberger St.-Laurentius-Kirche, die sich durch ihre Akustik als Raum für Konzerte anbietet. Die regulären Konzerte finden dienstags um 20 Uhr statt, außerdem gibt es Sonderveranstaltungen. Das Programm spannt einen Bogen von der traditionellen Kirchenmusik bis in die Grenzbereiche des Jazz und experimentelle Musik. Ebenso weit reicht das Spektrum der Besetzungen von Flöte solo oder Harfe bis zu sinfonischen Klangkörpern und Chören. Uraufführungen oder europäische Erstaufführungen bestimmen ebenso den Spielplan wie populäre Musik.

Der Schönberger Musiksommer versteht sich auch als Podium für junge Künstler und als Forum zum Experimentieren. Damit wird auch eine Öffentlichkeit angesprochen, die nicht mit Klassikkonzerten zu erreichen ist. Die familiäre Atmosphäre und eine familienfreundliche Eintrittspreisgestaltung kennzeichnen den Schönberger Musiksommer.

Zu den bedeutenden Künstlern, die beim Schönberger Musiksommer solistisch gewirkt haben, gehören Charlie Mariano, Nora Chastain, Matthias Eisenberg, Zoryana Kushpler, Hans-Günther Wauer, Miriam Sharoni, Gotthold Schwarz, Claus Bantzer, David Geringas, Efim Jourist, Markus Köhler, Siegfried Pank, Georg Christoph Biller und der Thomanerchor, Thilo von Westernhagen, Anna Vinnitskaya, Lauren Newton, Melanie Hirsch und Silke Aichhorn.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Schönberger Musiksommer ist das Ergebnis einer langen kirchenmusikalischen Tradition. Angefangen hat sie 1847 mit der Errichtung der Orgel von St. Laurentius (Schönberg). Es ist die größte heute noch erhaltene Orgel des Wismarer Orgelbaumeisters Friedrich Wilhelm Winzer (1811 bis 1886). Konzertprogramme sind seit 1847 erhalten. 1987 begann die Renovierung der Kirche. Der damalige Kantor Martin Fehlandt begann, die seit Jahren im Sommer stattfindenden Konzerte von Sommeranfang bis Sommerende 14-täglich zu organisieren. Dieser Konzertreihe gab er den Namen Schönberger Musiksommer.

Christoph D. Minke (KMD), seit November 1990 Kantor in Schönberg, hat mit dem 5. Musiksommer den Dienstagsrhythmus eingeführt. Mit dem St.-Laurentius-Chor führte Minke 1991 anlässlich der abgeschlossenen Renovierung die Krönungsmesse von Wolfgang Amadeus Mozart auf. Seitdem steht in jedem Jahr mit dem St.-Laurentius-Chor, Solisten und Orchester ein großes Werk als Eröffnungs- oder Abschlusskonzert auf dem Spielplan.

2016 fand die 30. Spielsaison des Schönberger Musiksommers mit einer besonders langen Spielzeit vom 11. Juni bis 1. Oktober 2016 statt.

Veranstalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchenchor St.-Laurentius Schönberg

Veranstalterin des Schönberger Musiksommers ist die Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Schönberg/Mecklenburg. Getragen wird die Konzertreihe durch ehrenamtliches Engagement und die hauptamtlichen Mitarbeiter der Kirchgemeinde. Paten und Fürsprecher des Musiksommers sind/waren Altbundespräsident Dr. Richard von Weizsäcker, Prof. Toon Fret, Conservatoire Royal de Musique Lüttich, Rüdiger Bloch, Intendant i. R. Theater Vorpommern und Dr. Dorotheus Graf Rothkirch, sowie der Honorarkonsul der Republik Island, Norbert Deiters.[1]

Schirmherrin der Kinder- und Jugendkonzerte ist Birgit Hesse, Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

Die Finanzierung setzt sich zusammen aus öffentlichen und privaten Mitteln, zu den Förderern gehören unter anderem das Land Mecklenburg-Vorpommern, die Hermann Reemtsma Stiftung Hamburg und die Robert Bosch GmbH. Der Norddeutsche Rundfunk ist Medienpartner.

Stiftungsinitiative[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stiftungsinitiative „Schönberger Musiksommer“ ist ein Projekt kunst- und musikinteressierter Menschen aus dem Umfeld des Schönberger Musiksommers. Die Stiftung, die sich derzeit im Aufbau befindet, soll nachhaltig die musikalische Arbeit der Kirchgemeinde Schönberg und des Musiksommers sichern.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1994 Kulturpreis des Landkreises Grevesmühlen für den Kirchenchor St. Laurentius Schönberg
  • 1997 Kulturpreis des Landkreises Nordwestmecklenburg für Kirchenmusiker Christoph D. Minke
  • 2007 Ehrung der Stadt Schönberg für besonderes Engagement an Kirchenmusiker Christoph D. Minke und Konzertmanager Karsten Lessing
  • 2007 Auszeichnung des Schönberger Musiksommers durch die Initiative Deutschland - Land der Ideen als ausgewählter Ort
  • 2007 Ehrung durch den Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes MV zum 1. Tag der Talente und Ideen in Mecklenburg-Vorpommern
  • 2016 Kulturförderpreis des Ministerpräsidenten von Mecklenburg-Vorpommern
  • 2017 Großer Preis der Wirtschaft des Unternehmerverbandes Norddeutschland/Mecklenburg-Schwerin e.V. für Christoph D. Minke (Künstlerischer Leiter) und Karsten Lessing (Organisation)[2]

Künstlerische Leistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1991 Krönungsmesse (Mozart), Crucifixion (Stainer),
  • 1992 Via Crucis (Liszt), Messe Es-Dur (Schubert),
  • 1993 Magnificat (Bach),
  • 1994 Te Deum (Stockmeier) und 42. Psalm (Mendelssohn),
  • 1995 Christus der ist mein Leben, Kreuzstabkantate (Bach) und Requiem (Mozart), Magnificat (Bach),
  • 1996 42. Psalm (Mendelssohn) und Messe Es-Dur (Schubert),
  • 1997 2 Sätze Uraufführung Sonnengesang (Thilo v. Westernhagen) und Krönungsmesse (Liszt),
  • 1998 Psalm 115 (Mendelssohn), Die letzten Dinge (Spohr),
  • 1999 Uraufführung Labyrinth (Thilo v. Westernhagen) und Requiem (Mozart),
  • 2000 Psalm 115, 96 und 42 (Mendelssohn),
  • 2001 Musicalische Exequien (Schütz), Gesamt-Uraufführung Sonnengesang (Westernhagen),
  • 2002 Matthäuspassion (Bach),
  • 2003 Sonnengesang (Westernhagen), Lobgesang (Mendelssohn),
  • 2004 h-Moll-Messe (Bach)
  • 2005 Der Cornet (Frank Martin), Ein deutsches Requiem (Brahms)
  • 2006 h-Moll-Messe (Bach)
  • 2007 Uraufführung Paul-Gerhardt-Oratorium (Thilo v. Westernhagen)
  • 2008 Te Deum (Mendelssohn), Drei Cantica (Schlenker), Lobgesang (Mendelssohn)
  • 2009 h-Moll-Messe (Bach), Musikalisches Opfer (BWV 1079), Motette "Jesu meine Freude" (Bach)
  • 2010 Der Messias (Händel)
  • 2011 Krönungsmesse (Franz Liszt)
  • 2012 „Komm, Jesu, komm“ und „Fürchte dich nicht“ (Motetten), Brandenburgisches Konzert nr. VI B-Dur BWV 1051 (J.S.Bach), Kammermusik von Dietrich Buxtehude und C.Ph.E. Bach
  • 2013 „Christ lag in Todesbanden“ (Kantate 4, J.S. Bach), Requiem (W. A. Mozart)
  • 2014 „Die letzten Dinge“ Oratorium für Soli, Chor und Orchester (Louis Spohr)
  • 2015 Sacred Service – Jüdische liturgische Musik (David Schiff), europäische Erstaufführung
  • 2016 Epitaph für Stephanus (Manfred Schlenker), Aufführung in Anwesenheit des Komponisten

Musikland Mecklenburg-Vorpommern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Schönberger Musiksommer ist Gründungsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Musikland Mecklenburg-Vorpommern. Partner sind:

Medienpartner im Musikland M-V ist der NDR.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.schoenberger-musiksommer.de/partner.html
  2. mica: Schönberger Musiksommer: Unternehmerpreis für Festivalleiter | svz.de. In: svz. (svz.de [abgerufen am 6. September 2017]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]