Schauspiel Leipzig

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Das Schauspiel Leipzig ist eine Schauspielbühne in Leipzig. Seit der Spielzeit 2013/14 wirkt Enrico Lübbe als Intendant des Schauspiel Leipzig.[1] Die Hauptspielstätte ist das Schauspiel Leipzig. Davon zu unterscheiden ist das 1943 zerstörte Privattheater Leipziger Schauspielhaus.

Haupteingang des Centraltheaters in der Bosestraße
Das Centraltheater 1902
„Matthäuspassion“: Szenenfoto aus der Eröffnungspremiere 2008 (R.Arnold/CT)

Spielstätten[Bearbeiten]

Bis zum Zweiten Weltkrieg war die Hauptspielstätte des städtischen Schauspiels das 1766 erbaute „Alte Theater“ auf dem heutigen Richard-Wagner-Platz am Brühl. Es wurde 1943 völlig zerstört. Opern wurden im ebenfalls 1943 zerstörten Neuen Theater an der Stelle des heutigen Opernhauses am Augustusplatz gegeben.

Schauspiel Leipzig[Bearbeiten]

Das ehemalige Operettentheater Centraltheater zwischen Bosestraße und Gottschedstraße, das 1901 von August Hermann Schmidt und Arthur Johlige erbaut wurde und im Krieg ebenfalls stark beschädigt worden war, war eine der ersten festen Behelfsspielstätten des Leipziger Schauspiels nach 1945.

Es wurde zwischen 1954 und 1956 von Karl Souradny, Rolf Brummer und Franz Herbst zum heutigen Erscheinungsbild des Schauspielhauses auf- bzw. umgebaut. Die Bühne wurde vergrößert und modernisiert als Kombination aus Dreh- und Wagenschiebebühne. Das Schauspielhaus wurde am 1. März 1957 mit einer Aufführung von Schillers Wallenstein eingeweiht. Ab April 2002 wurde der Zuschauerraum des Schauspielhauses saniert und am 2. November des gleichen Jahres fand mit Wolfgang Engels Inszenierung von Alan Ayckbourns Haus & Garten die erste Vorstellung nach dem Umbau statt. In den Jahren 2003–2006 wurde das Äußere des Theaters renoviert. Es verfügt über 666 Sitzplätze.

Intendant seit der Spielzeit 2013/14: Enrico Lübbe / Verwaltungsdirektor: N.N. / Technischer Direktor: Andreas Presch(kommissarisch)

Skala[Bearbeiten]

Die zweite Spielstätte Skala in der Gottschedstraße versteht sich als Werkstatt, deren Programm sowohl reguläre Inszenierungen (zuletzt Juli – eine deutschsprachige Erstaufführung, Maschinenwinter oder Die Höhle vor der Stadt in einem Land mit Nazis und Bäumen) als auch Performances und Film beinhaltet. Die Skala will spontan auf politische oder gesellschaftliche Ereignisse reagieren können. Sie bietet 99 Sitzplätze.

Die Spielstätte gehört zu jenen Bühnen des Leipziger Schauspiels, die bereits kurz nach 1945 wieder bespielt werden konnten. 1983 wurde sie modernisiert und schließlich am 21. Januar 1984 unter der Bezeichnung Neue Szene (vormals: Kammerspiele) mit der DDR-Erstaufführung von Volker Brauns Guevara oder Der Sonnenstaat wiedereröffnet. Der Betrieb der Spielstätte wurde wegen Baumängeln zur Spielzeit 2013/14 eingestellt und durch die neue Spielstätte "Diskothek" ersetzt.

Weitere Spielstätten[Bearbeiten]

Die Hinterbühne Theater hinterm Eisernen (kurz: ThE) befindet sich direkt auf der Bühne des Schauspiel Leipzig hinter dem eisernen Vorhang - der Feuerschutzwand, die Bühne und Zuschauerraum im Notfall voneinander trennt.

Weitere Spielstätten sind die Baustelle und die Diskothek im Schauspiel Leipzig sowie die Residenz in der ehemaligen Leipziger Baumwollspinnerei. Im Sommer finden Freiluftinszenierungen statt.

Zuvor spielte das Schauspiel Leipzig auch auf den Kleinbühnen Horch und Guck in der Gottschedstraße, Floßplatz 3, im Kellertheater der Oper Leipzig und im Sommertheater im Gohliser Schlösschen.

Die Intendanten[Bearbeiten]

  • Johannes Arpe, 1954-1958 Generalintendant des Leipziger Theater-Kombinats
  • Karl Kayser, 1958-1989 Generalintendant des Leipziger Theaters
  • Wolfgang Hauswald, November 1989 bis Oktober 1993
  • Horst Ruprecht und Gerhard Nodurft, Interimsintendanz, Oktober 1993 bis Dezember 1993
  • Gerhard Nodurft, Interimsintendanz, Januar 1994 bis August 1995
  • Wolfgang Engel, 1995-2008
  • Sebastian Hartmann, 2008-2013
  • Enrico Lübbe, seit 2013

Bekannte Schauspieler (Auswahl)[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Wolfgang Engel und Erika Stephan (Herausgeber): Theater in der Übergangsgesellschaft: Schauspiel Leipzig 1957-2007. Theater der Zeit, Berlin 2007, ISBN 978-3-934344-84-6.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Enrico Lübbe wird Intendant in Leipzig. Mehrheitlich angenommen. Meldung von nachtkritik.de am 20. Juni 2012, online abgerufen am 24. Januar 2013

51.34061944444412.36975Koordinaten: 51° 20′ 26,2″ N, 12° 22′ 11,1″ O