Schlacht bei Malsch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Schlacht von Ettlingen)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Schlacht bei Malsch
Datum 9. Juli 1796
Ort Malsch
Ausgang unentschiedener Ausgang
Konfliktparteien

Frankreich 1804Erste Französische Republik Frankreich

Flag of the Habsburg Monarchy.svg Österreich

Befehlshaber

Jean Victor Moreau

Erzherzog Karl

Baillet von Latour

Truppenstärke
45 Bataillone und 55 Schwadronen mit etwa

36.000 Mann[1]

43 Bataillone und 85 Schwadronen mit etwa

45.000 Mann[2]

Verluste

2531 tot, verwundet, oder vermisst[3]

Die Schlacht bei Malsch am 9. Juli 1796 war Teil des Ersten Koalitionskrieges an der Front am Oberrhein. Sie fand zwischen österreichischen und sächsischen Truppen unter Befehl von Erzherzog Karl von Österreich sowie französischen Truppen unter General Moreau statt. Im Pariser Triumphbogen wird die Schlacht nach französischer Tradition auch als „Bataille d’Etlingen“ benannt.

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Februar 1796 war die rechtsrheinische Markgrafschaft Baden von befreundeten österreichischen Truppen besetzt, während die linksrheinischen Gebiete von französischen Truppen besetzt waren. Im Juni 1796 setzten die französischen Truppen unter General Moreau bei Kehl über den Rhein und eroberten am 7. Juli die Stadt Rastatt. Nach dem Verlust von Gernsbach gingen die österreichischen Truppen zwischen Mühlburg und Ettlingen hinter die Alb zurück und bezogen mit etwa 13.000 Mann unter Feldzeugmeister Latour nördlich und östlich der Stadt Stellung.

Die Schlacht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

De französischen Truppen standen am Beginn der Schlacht am 9. Juli auf der Linie BietigheimMuggensturm–Waldprechtsweier. Moreau wollte den linken Flügel der Österreicher bei Herrenalb umgehen, um dann die Straße nach Pforzheim öffnen.

Die französische Avantgarde drängte zwischen Ottenau und Eberstein auf Kuppenheim vor und drängte die Vorposten der österreichischen Division Sztáray auf das rechte Ufer der Murg zurück. Die österreichischen Truppen unter Latour standen auf der Hardt zwischen Malsch und Waldprechtsweier und der linke Flügel etablierte sich weiter östlich davon bei Rotensol. Das sächsische Kontingent unter Generalmajor Lindt von Pforzheim kommend, marschierte durch das Enztal um sich zwischen Urnagold und Besenfeld zu etablieren. Mittags griff die Mitte der Franzosen unter Saint-Cyr zwischen Losenau und Herrenalb an und traf dann am Alb-Abschnitt zwischen Dobel und Frauenalb auf hartnäckigen Widerstand der österreichischen Division unter FML Kaim. Saint-Cyr erlangte Kenntnis vom Anmarsch der Sachsen, er selbst griff mit 12 Bataillonen und seiner Reiterei zwischen Frauenalb und Rotensol an, während er General Taponier mit 6 Bataillonen und 150 Reitern durch das Enztal den Sachsen nach Wildbad entgegen sandte.

Der Hauptkampf der Schlacht entbrannte um den Besitz der Ortschaft Malsch, hier ergab sich für die Österreicher eine Übermacht von 16 zu 12 Bataillonen. Der Ort wurde mehrmals im blutigen Nahkampf von den gegenseitigen Truppenverbänden gestürmt, verloren und wieder genommen. Als Erzherzog Karl und zusätzliche Kavallerie eintraf, wichen die Franzosen der Übermacht. Der französische linke Flügel unter General Desaix musste sich in den Wald von Ober- und Niederweier zurückziehen, die Österreicher nahmen Bietigheim und Ötigheim und verfolgten den Gegner bis Rastatt. Zwar waren Österreicher mit dem Zentrum und dem rechten Flügel vorgerückt, trotzdem gab Erzherzog Karl den Befehl zum Rückzug, nachdem die Nachricht einlangte, das währenddessen im östlichen Gebirge der linke Flügel unter General Kaim bei Rotensol geschlagen worden war. Die Österreicher zogen sich am 10. Juli über Ettlingen und Mühlberg nach Pforzheim zurück, um die bedrohten Nachschublager bei Heilbronn zu sichern. Die Franzosen unter Saint-Cyr verfolgten durchs Enztal nach Neuenbürg.

Folgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kugeln aus der Schlacht bei Malsch

Die genaue Anzahl der Gefallenen ist nicht bekannt, jedoch wurden auf der Gemarkung der Gemeinde Malsch noch drei Tage später die Leichen gefallener Soldaten gesammelt. Der Erfolg der österreichischen Truppen war jedoch nur von kurzer Dauer; bald darauf kontrollierten die französischen Truppen die Rheinebene, und die kaiserlichen Truppen mussten sich in den Schwarzwald zurückziehen.

In der Folge musste Markgraf Karl Friedrich von Baden am 22. August 1796 einen Sonderfrieden mit Frankreich abschließen, wodurch die Franzosen ein Durchmarschrecht durch Baden sowie hohe Kriegssteuern erlangten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Georg Kausler: Atlas der merkwürdigsten Schlachten, Treffen und Belagerungen der alten, mittleren und neuern Zeit. Karlsruhe/ Freiburg 1831 ff. Karte Nr. 70 (Schlacht bey Malsch).
  • Lore Ernst: Die Geschichte des Dorfes Malsch. Malsch 1954.
  • Martin Burkart: Durmersheim. Die Geschichte des Dorfes und seiner Bewohner. Durmersheim 2002.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Österreichs Kriege seit 1495. Chronologische Zusammenstellung der Schlachten, Gefechte, Belagerungen etc. an welchen Kaiserliche Truppen auf den verschiedenen Kriegsschauplätzen allein oder mit ihren Alliirten theilgenommen haben. Von der Zeit Maximimilian´s I. 1495 bis auf die neueste Zeit. Zusammengestellt aus den Mittheilungen des K. K. Kriegs-Archivs Jahrgang 1876, 1877 und 1878. Wien 1878, S. 79.
  2. Österreichs Kriege seit 1495. Chronologische Zusammenstellung der Schlachten, Gefechte, Belagerungen etc. an welchen Kaiserliche Truppen auf den verschiedenen Kriegsschauplätzen allein oder mit ihren Alliirten theilgenommen haben. Von der Zeit Maximimilian´s I. 1495 bis auf die neueste Zeit. Zusammengestellt aus den Mittheilungen des K. K. Kriegs-Archivs Jahrgang 1876, 1877 und 1878. Wien 1878, S. 79.
  3. Moritz Edlen von Angeli: Erzherzog Carl von Österreich als Feldherr und Heeresorganisator. Wien/ Leipzig 1896, S. 205.