Seewald

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Ort Seewald in Baden-Württemberg. Für weitere Bedeutungen siehe Seewald (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Seewald
Seewald
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Seewald hervorgehoben
Koordinaten: 48° 35′ N, 8° 27′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Freudenstadt
Höhe: 800 m ü. NHN
Fläche: 58,5 km²
Einwohner: 2142 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 37 Einwohner je km²
Postleitzahl: 72297
Vorwahlen: 07447 und 07448Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: FDS, HOR
Gemeindeschlüssel: 08 2 37 073
Gemeindegliederung: 7 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Wildbader Straße 1
72297 Seewald
Webpräsenz: www.seewald.eu
Bürgermeister: Gerhard Müller
Lage der Gemeinde Seewald im Landkreis Freudenstadt
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Über dieses Bild

Seewald ist eine Gemeinde im nördlichen Schwarzwald in Baden-Württemberg und gehört zum Landkreis Freudenstadt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsteil Erzgrube liegt an der Nagoldtalsperre auf rund 550 m ü. NN. Der höchste Ortsteil, Besenfeld, liegt auf 800 m ü. NN. Über 90 % der Gemarkung sind von Waldflächen bedeckt. Die Schwarzwaldberge auf dem Gemeindegebiet von Seewald erheben sich bis auf 900 m ü. NN.

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsteil Urnagold entspringt die Nagold, in den Wäldern oberhalb von Besenfeld entspringen die Bäche Kalten, Laub und Poppel, welche sich auf der Gemarkung Enzklösterle zur Enz vereinen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Seewald besteht aus den sieben Ortsteilen Besenfeld (1115 Einwohner) mit Urnagold (21 Einwohner) und Schorrental (westlich der Nagold, 24 Einwohner), Göttelfingen (445 Einwohner) mit Schorrental (östlich der Nagold), Omersbach (nördlich des Kropfbaches) und Morgental, Hochdorf (154 Einwohner) und Omersbach (südlich des Kropfbaches), Erzgrube (166 Einwohner), Allmandle (53 Einwohner), Eisenbach (94 Einwohner) und Schernbach (124 Einwohner) mit insgesamt 16 Dörfern, Weilern, Zinken, Höfen und Häusern. (Stand 31. Dez. 2015)[2] Seewald ist damit eindeutig als Flächengemeinde zu bezeichnen, mit einer großen Gemarkungsfläche.

Die räumlichen Grenzen der Ortsteile sind die der ehemaligen Gemeinden, bzw. im Falle von Allmandle und Eisenbach die bebaute Ortslage dieser Orte. In Seewald ist die Unechte Teilortswahl eingeführt, d. h. das Wahlgebiet bei Gemeinderatswahlen gliedert sich in sechs Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung, die identisch sind mit den Ortsteilen mit der Ausnahme, dass die Ortsteile Allmandle und Eisenbach zu einem Wohnbezirk zusammengefasst werden.

Abgegangene, heute nicht mehr bestehende Ortschaften sind Seehaus im Ortsteil Besenfeld sowie Glasehusen und Kropfmühle im Ortsteil Göttelfingen.[3][4]

Blick vom Süden über Seewald, links der Ortsteil Besenfeld

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Dezember 1971 vereinigten sich Erzgrube, Göttelfingen und Hochdorf zur neuen Gemeinde Seewald, Besenfeld kam am 1. Januar 1975 dazu.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Reformation ist Seewald evangelisch geprägt. Heute besteht je eine evangelische Gemeinde in Besenfeld und Göttelfingen. In Besenfeld gibt es außerdem noch eine evangelisch-methodistische und eine neuapostolische Gemeinde, während in Göttelfingen das örtliche Missionshaus der evangelisch-landeskirchlichen Liebenzeller Gemeinschaft ansässig ist. In Besenfeld betreibt die freikirchliche Brüderbewegung ein Freizeitheim. Die nächstgelegene römisch-katholische Kirche befindet sich in Baiersbronn.

Überregional bekannt wurde der Teilort Göttelfingen, nachdem der örtliche evangelische Pfarrer am 25. Juli 2012 ankündigte, zur Römisch-Katholischen Kirche konvertieren zu wollen und er deswegen am 6. August 2012 von seinem pastoralen Dienst von der Evangelischen Landeskirche in Württemberg suspendiert wurde. Ungefähr zur selben Zeit erschien von ihm ein Buch mit dem Titel: „Warum werden wir nicht katholisch? - Denkanstöße eines evangelisch-lutherischen Pfarrers.“

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seewald ist eine Hochburg der Partei Bibeltreuer Christen (PBC), die bei der Bundestagswahl 2005 dort 5,0 % der Zweitstimmen (Bundesdurchschnitt: 0,2 %) erhielt.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 13. Juni 2004 ergab folgende Sitzverteilung:

FWG 83,6 % -16,4 13 Sitze ±0
Frauenliste 16,4 % +16,4 2 Sitze +2

Bei der folgenden Wahl am 7. Juni 2009 konnte die Frauenliste ihren Stimmenanteil steigern. Die Sitz- und Stimmenverteilung aufgrund der Wahl:

Vereinigter Seewald 71,7 % -11,9 10 Sitze -3
Frauenliste 28,3 % +11,9 4 Sitze +2

Und bei der letzten Wahl am 25. Mai 2014 steigerte die Frauenliste ihren Stimmenanteil erneut. Die aktuelle Sitz- und Stimmenverteilung:

Vereinigter Seewald 63,9 % -7,8 10 Sitze +/-0
Frauenliste 36,1 % +7,8 5 Sitze +1

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seewald ist durch die Bundesstraße 294 (BrettenFreiburg im Breisgau) an das überregionale Straßennetz angeschlossen.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seewald verfügt über eine eigene Grundschule im Ortsteil Besenfeld. Der Besuch weiterführender Schulen erfolgt in Freudenstadt. In Besenfeld gibt es auch einen kommunalen Kindergarten, während sich in Göttelfingen ein evangelischer Kindergarten befindet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsteil Besenfeld liegt am Mittelweg, einer Fernwanderstrecke, die an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt. Die gesamte Gemeinde verfügt über ein großes Netz an Rad- und Wanderwegen. Im Winter werden zahlreiche Loipenkilometer gespurt. Besenfeld ist per Skifernwanderweg an Kaltenbronn und Freudenstadt angeschlossen. Auch sind mehrere Schneeschuhtrails ausgeschildert, welche im Sommer als Nordic-Walking-Strecke genutzt werden können.

Seewald Erzgrube

Zudem befindet sich im Ortsteil Erzgrube der Nagoldtalstausee, der vor allem in den Sommermonaten tausende von Besuchern anlockt und damit zu einer der größten Attraktionen im Nördlichen Schwarzwald zählt. Der See staut den im Ortsteil Urnagold entspringenden Fluss Nagold auf einer Länge von etwa drei Kilometern an. Seit Mai 2008 betreibt die Gemeinde einen Ruhehain, einen Waldfriedhof für alternative Bestattungsformen unter Bäumen und auf Waldwiesen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ruth Braun (1919–2012), ehrenamtlich tätige Frau (Bahnhofsmission, Landessynode), wurde in Besenfeld geboren

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. „Seewald – Einwohnerstatistik“
  3. Quellen für den Abschnitt Gemeindegliederung:
    Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 631–633
  4. Hauptsatzung der Gemeinde Seewald vom 6. Oktober 2003 (abgerufen am 27. Januar 2014)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Seewald – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien