Schloss Bruchhausen

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Schloss Bruchhausen
Schloss Bruchhausen, Seitenansicht
Blick auf Schloss Bruchhausen, im Hintergrund der Istenberg

Schloss Bruchhausen ist ein Adelssitz im südöstlichen Stadtgebiet von Olsberg im Sauerland, Nordrhein-Westfalen (Deutschland).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schloss Bruchhausen steht in Bruchhausen (südöstlicher Stadtteil von Olsberg) im Tal des Medebachs, eines Quellbachs des Gierskoppbachs. Es wurde am Westhang des Istenbergs (721 m ü. NN) bzw. westlich unterhalb der Bruchhauser Steine auf etwa 450 m Höhe errichtet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Älteste bekannte Ansicht, nach einem Kupferstich von 1791

Ursprünglich war die Anlage im Besitz der Herren von Bruchhausen. Nach deren Aussterben ging der Besitz im 15. Jahrhundert in die Familie Gaugreben über. Um 1550 wurde eine Burganlage an den aus dem 14. Jahrhundert stammenden Wohnturm angebaut und in den folgenden Jahrhunderten erweitert. Der dreigeschossige Bau befindet sich innerhalb einer kleinen Parkanlage. Umschlossen wird die Anlage von einer Gräfte. Über diese führen zwei Brücken zum Schloss. Das meterdicke Mauerwerk und die teilweise 10 m breite Gräfte lassen auf eine ursprünglich burgartige Anlage schließen. Eine Zugbrücke machte erst 1898 einer Steinbrücke Platz. Im Bereich der ehemaligen Vorburg befinden sich die Wirtschaftsgebäude. Darunter ist auch die 1788 erbaute Rentei. Eine Mauer umschließt die Vorburg. Früher befand sich daran angebaut eine Kapelle, die aber im 19. Jahrhundert abgerissen wurde.

Zu Beginn der Revolution von 1848/49 zogen zahlreiche Bewohner des Dorfs Bruchhausen unter Absingen von Freiheitsliedern zum Schloss, riefen nach Freiheit und Gerechtigkeit und forderten „freies Holz und freie Weide“. Das Renteigebäude wurde gestürmt, Akten und Rechnungsbücher verbrannt, Fenster und Mobiliar zerschlagen. Einige Tage später wurden die Unruhen durch preußisches Militär beendet.

Das Schloss blieb bis 1937 im Familienbesitz derer von Gaugreben. Nach dem Tod der letzten Inhaberin kam es im Erbwege in den Besitz des Freiherren Ferdinand von Lüninck. Dieser wurde im Zusammenhang mit dem Attentat vom 20. Juli 1944 hingerichtet. Über die Tochter kam das Schloss in den Besitz der Freiherren von Fürstenberg.

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Herrenhaus ist ein kompakter Putzbau auf einem hohen Sockel. Der Umriss ist unregelmäßig. Der kurze Nordflügel mit einem Fachwerkgiebel und einem etwas nordwestlich zurückgezogenem Eckbau ist durch ein Zeltdach turmartig überhöht. Die Anlage wurde durch zahlreiche Umbauten im 19. und 20. Jahrhundert innen und außen stark überformt. Über dem Portal und am Turmsockel ist jeweils ein Wappen der Familie Gaugreben angebracht.

Rentei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rentei ist ein gaubenbesetztes Fachwerkhaus mit Mansardwalmdach. Die massive Rückseite ist mit 1788 bezeichnet. Der linksseitige Anbau stammt aus späterer Zeit. Die Eckständer sind mit geschnitzten Spiralsäulen verziert, der Türrahmen ist beschnitzt.

Meierei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die sogenannte Meierei ist ein langgestrecktes Wirtschaftsgebäude aus Fachwerk. Ihm ist ein Krüppelwalmdach aufgesetzt. Der rückwärtige Anbau ist vom 19. Jahrhundert.[1]

Heutzutage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Anwesen im Besitz des Freiherrn von Fürstenberg-Gaugreben gehören heute Schloss mit Wassergraben, Rentei, Meierei und insbesondere ein Kutschenmuseum. Im Archiv der Rentei werden Urkunden verwahrt, die bis in das 13. Jahrhundert zurückreichen. In der Meierei befinden sich eine Hofbrauerei und ein Gutscafé mit Rosengarten. Gebraut wird das Bornsteiner Landbier in heller und dunkler Variante und andere Sorten. Vom Schloss selbst ist nur eine Außenbesichtigung möglich. Vom Anwesen aus werden 700 ha Wald betreut, zu den Produkten zählen Holz, Weihnachtsbäume und Wildfleisch.

Verschiedenes

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ursula Quednau (Bearb.): Dehio-Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Nordrhein-Westfalen, Band II: Westfalen. Deutscher Kunstverlag, Berlin / München 2011, ISBN 978-3-422-03114-2, S. 831 f.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schloss Bruchhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 51° 19′ 12″ N, 8° 31′ 50″ O