Schloss Wolfsbrunnen

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Koordinaten: 51° 12′ 13,7″ N, 10° 6′ 24,8″ O

Karte: Deutschland
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Schloss Wolfsbrunnen
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Deutschland
Schloss Wolfsbrunnen

Das Schloss Wolfsbrunnen ist ein neuzeitliches, Anfang des 20. Jahrhunderts im Stil der Neurenaissance errichtetes Schloss. Es liegt etwa 800 m nordnordöstlich von Schwebda im Waldgebiet von Meinhard am Fuße des Dachsberges auf Schwebdaer Gemarkung im Werra-Meißner-Kreis und wird heute als Hotel genutzt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der königlich-preußische Kammerherr und Landrat des Kreises Eschwege, Alexander von Keudell (1861–1939), ließ das Schloss zwischen 1904 und 1907 errichten. Es war u. a. auch ein Geschenk des Kasseler Großindustriellen Oscar Henschel (1837–1894), dessen Tochter Louise er geheiratet hatte.

Der Grund, auf dem das Schloss errichtet wurde, war eine schon seit etwa 1780 von der Adelsfamilie von Keudell geschaffene Parkanlage um die dortige Wolfsbornquelle, die dem Schloss den Namen gab und die der Kasseler Architekt Anton Karst (Büro Karst & Fanghänel) im Schlosshof in umbauter Form als Brunnen bewahrte. Das Schloss wurde am 27. Juni 1907 von den Eheleuten Luise und Alexander von Keudell bezogen. Nach dem Tode ihres Mannes am 24. Juni 1939 lebte seine Witwe mit ihrer Familie weiterhin in einem Teil des Schlosses.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Schloss von 1943 bis 1945 als Hilfslazarett für das Eschweger Hauptlazarett der Wehrmacht genutzt. Die amerikanische Besatzungsmacht hielt sich nur kurz bis Oktober 1945 im Schloss auf. Das Gerücht, dass die 3. US-Infanteriedivision, aus ihrem Wappen heraus auch die "Blauweißen" genannt, bei der Architektur des Schlosses an die Grenze ihres Könnens gelangt sei, wird durch die Tatsache bestätigt, dass sie alle anderen von ihnen besetzten Häuser in und um Eschwege binnen kürzester Zeit mit diesen Farben verschandelt hatten, wobei die Decken blau, die Wände weiß und Treppenstufen, Geländer und Gartenzäune entsprechend abwechselnd eingefärbt wurden, das Schloss jedoch unberührt blieb.

Von Oktober 1945 bis 1947 diente das Schloss der United Nations Relief and Rehabilitation Administration (UNRRA) als Außenstelle des Eschweger Lagers für Displaced Persons, um etwa elternlose jüdische Kinder aufzunehmen.

Das Hilfswerk der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck pachtete das Schloss von August 1947 bis September 1956, um die ihm übertragene Aufgaben durchführen zu können, dabei wurden u.a. Russlandheimkehrer im Schloss betreut. Von 1951 bis 1953 stand das Schloss als Erholungsheim für Bergwerkslehrlinge aus dem Ruhrgebiet zur Verfügung.

Der Bundesgrenzschutz pachtete das Schloss nach längerem Leerstand von 1958 bis 1961. Mit dadurch leichter verfügbaren öffentlichen Geldern wurde das Schloss renoviert und den Erfordernissen der Polizeitruppe angepasst.

Danach stand das Schloss wiederum lange Zeit leer, hatte allerdings 1965 bis 1966 die Arbeiter der Firma Preussag zu Gast, die im Kreis Eschwege Gasfernleitungen verlegten.

Am 1. April 1969 erwarb die Firma Soblick aus Hamburg das Schloss, um es als Hotel zu betreiben. Dieser Plan ließ sich jedoch nicht realisieren und die Firma verkaufte den Besitz deshalb im Jahre 1981 für drei Millionen DM an einen unbekannt gebliebenen Investor, der das Schloss 1982 an die Sannyasins des indischen Gurus Bhagwan als Ashram weitergab. Etwa 80 Sannyasin sollen bis 1985 in dem Schloss gewohnt und gearbeitet haben. Sie fanden im nördlichen Hessenland jedoch keine Heimat und verkauften 1985 ihren Besitz an die Unternehmensgruppe Familienheim GmbH aus München. Wirtschaftliche Schwierigkeiten des neuen Eigentümers erforderten die Weitergabe an die Firma Karl Heckel Immobilien GmbH in München. Diese führte eine Grundsanierung durch und teilte das Schloss in Hotelappartements auf. Die neuen Wohnungseigentümer investierten unter der Führung der Stadler GmbH ca. 12 Millionen DM in weitere Verbesserungen und kauften das Schloss dann für 2 Millionen DM. Ende 1989 eröffnete das Hotel Schloss Wolfsbrunnen. Auch dieser Versuch war nicht erfolgreich, und das Schloss erlebte in der Folge erneut mehrere Leerstände und neue Besitzer.

Heutige Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2009 erfolgte der bisher letzte Besitzerwechsel mit der Maßgabe, das inzwischen in desolatem Zustand befindliche Gebäude mit seinen 86 Zimmern zu sanieren und als Hotel wieder zu eröffnen. Als erste Maßnahme wurden die gesamte Dachkonstruktion und der Schlossturm saniert und mit einer neuen Eindeckung in Schiefer versehen. Danach erfolgte die Sanierung sämtlicher Fassaden und die Restaurierung der Außenterrasse und -treppen mit deren Balustraden im historischen Zustand. 2011 wurde mit der Instandsetzung im Inneren begonnen, und am 1. September 2011 wurde der erste Teilbereich des Hotels neu eröffnet – mit Spiegelsaal, Restaurant, Bibliothek, VIP-Saal und Zimmern in der ehemaligen Wohnetage im 1. Obergeschoss.

Parallel zum laufenden Hotelbetrieb erfolgt seit Oktober 2011 die schrittweise, aber zügige Sanierung und Modernisierung der gesamten Anlage, die im Jahre 2015 abgeschlossen werden sollen. Heute (2014) verfügt das Schloss Hotel Wolfsbrunnen über 58 Gästezimmer, fünf Veranstaltungsräume, Fitness-, Wellness- und Beauty-Bereich. Das Hotel wurde im Oktober 2013 durch die DEHOGA mit 4 Sternen klassifiziert. Wegen des eigenen Standesamts mit der Möglichkeit für Innen- und Außentrauungen sind in den Monaten April bis Oktober zahlreiche Hochzeitspaare und deren Gäste im Schloss anzutreffen. Auch viele Veranstaltungen wie Lesungen, klassische Konzerte, Themenabende usw. werden im Schloss durchgeführt. Viele Gäste nutzen das Hotel für einen Wochenendausflug oder Urlaub.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schlösser, Burgen, alte Mauern. Herausgegeben vom Hessendienst der Staatskanzlei, Wiesbaden 1990 ISBN 3-89214-017-0, S. 248.
  • Peer Zietz: Kulturdenkmäler in Hessen. Werra-Meißner-Kreis I: Altkreis Eschwege, (in Zusammenarbeit mit Thomas Wiegand / Textbeiträge von Theodor Leyhe und Karl Heinz Rostalski), Reihe Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, 1991, S. 231–233

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schloss Wolfsbrunnen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien