Schwiederstorf

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Koordinaten: 53° 25′ 19″ N, 9° 47′ 51″ O

Schwiederstorf
Einheitsgemeinde Neu Wulmstorf
Wappen von Schwiederstorf
Höhe: 46–67 m
Einwohner: 922 (1. Dez. 2016)[1]
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 21629
Vorwahl: 04168
Rübke (Neu Wulmstorf) Neu Wulmstorf Rade (Neu Wulmstorf) Schwiederstorf ElstorfKarte
Über dieses Bild
Lage von Schwiederstorf in Neu Wulmstorf
Ortsübergang von Elstorf nach Schwiederstorf am Schwarzenberg
Ortsübergang von Elstorf nach Schwiederstorf am Schwarzenberg

Audio-Datei / Hörbeispiel Schwiederstorf?/i (niederdeutsch: Swiersdörp[2]) ist Teil der Einheitsgemeinde Neu Wulmstorf im Landkreis Harburg im nordöstlichen Niedersachsen in der Metropolregion Hamburg. Die Einwohnerzahl Schwiederstorfs beläuft sich auf ca. 922 Personen.

Die kleine eigentlich namenlose „Schwiederstorf-Siedlung“ befindet sich etwa 0,5 km. abseits des Dorfes im Harburger Forst (Harburger Berge). Obwohl die Entfernung vernachlässigbar ist, hat man den Eindruck es handle sich um zwei Ortsteile, wie z. B. Neu-Wulmstorf-Tempelberg. Etwas weiter südöstlich liegt das Naturdenkmal Karlstein in den Harburger Bergen.

Zusammen mit Elstorf bildet Schwiederstorf in etwa die geographische Mitte der Gemeinde Neu Wulmstorf. Die landwirtschaftliche Prägung Schwiederstorfs hat in den letzten Jahrzehnten stark abgenommen und bietet somit heute auch vielen Neubürgern ein neues Zuhause in grüner und landschaftlich interessanter Lage mit günstiger Verkehrsanbindung.

Schwiederstorf (Neu Wulmstorf)
Schwiederstorf
Schwiederstorf

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Süden grenzt Schwiederstorf an Bachheide und Eversen-Heide, im Norden an Daerstorf, im Osten an die Harburger Berge und im Westen an Elstorf. Naturräumlich liegt Schwiederstorf am Westrand der Schwarzen Berge.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwiederstorf sowie die anderen südlichen Dörfer der Gemeinde sind mehrere hundert Jahre alt. Die erste urkundliche Erwähnung Schwiederstorfs fand im Jahre 1355 statt.

Gemälde des Großsteingrabes Elstorf von Jacob Gensler, 1839

Spuren der jungsteinzeitlichen Trichterbecherkultur, wie zum Beispiel das 2 km östlich liegende Großsteingrab Elstorf oder das Großsteingrab Daerstorf belegen eine frühere Besiedlung der Umgebung.

Während der Franzosenzeit zählte Schwiederstorf 124 Einwohner und gehörte zum Département des Bouches de l’Elbe.[3] Am 1. Dezember 1910 zählte Schwiederstorf 163 Einwohner.[4]

Elstorf und Schwiederstorf wurden erst kurz vor Kriegsende am 20. April 1945 durch die „A-Companie“ der Infanterieeinheit „1st Rifle Brigade“ und die „8th King’s Royal Irish Hussars“ der englische Truppen eingenommen.[5]

Eingemeindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurden die früher selbstständigen Gemeinden Schwiederstorf, Elstorf, Rade und Rübke eingemeindet[6][7], nachdem sich Daerstorf bereits zuvor Neu Wulmstorf angeschlossen hatte.

Soodhof Schwiederstorf

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen zeigt den Karlstein und die Reichskrone. In einer Sage wird Karl der Große im Rahmen einer Schlacht gegen die Sachsen mit dem Karstein und der Umgebung in Verbindung gebracht.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1812 1910 1925 1933 1939 (?) 2016
Einwohnerzahl 124[3] 163[4] 171[8] 174[8] 248[8] 850 922[1]

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwiederstorf liegt direkter Nachbarschaft zu folgenden Naturschutzgebieten und Landschaftsschutzgebieten:

Brauchtum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits seit dem 17. Jahrhundert wird in Schwiederstorf das „Faslam“ gefeiert, welches die norddeutsche Form des Karnevals darstellt, allerdings seinen Ursprung in den Feierlichkeiten der auf den Höfen angestellten Knechte hat.

Das Faslam, welches jedes Jahr im Februar über drei Tage hinweg gefeiert wird, endet am Sonntag mit einem traditionellen Eierschnorren, wobei meist verkleidete Faslamsbrüder und -schwestern mit lauter Musik durch den Ort ziehen und an den Haustüren Eier und Geld sammeln.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die verkehrstechnische Anbindung wird durch die Bahnstrecke Hamburg-Harburg-Cuxhaven gewährleistet, die seit 2008 bis Stade als Hamburger S-Bahn betrieben wird. Für den Straßenverkehr besteht im Süden der Gemeinde über die Anschlussstelle Rade eine Anbindung an die A 1. Mit der geplanten A 26 von Stade nach Hamburg wird die Gemeinde weiter erschlossen. Weitere Fernverkehrsstraßen sind die Bundesstraße 73 und die Bundesstraße 3. Durch die Busunternehmen HVV und KVG kommt man innerhalb der Gemeinde in jeden Ort.

Kommunikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwiederstorf ist über DSL mit maximal 16 Mbit/s erschlossen. Glasfaser oder Kabelfernsehen ist im gesamten Ort nicht verfügbar. Offenes WLAN ist nur sehr begrenzt verfügbar.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schwiederstorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b „Wissenswertes über die Gemeinde Neu Wulmstorf“, Stand der Einwohnerzahlen: Dezember 2016, Faltblatt der Gemeinde Neu Wulmstorf, Januar 2017
  2. Reinhard Dzingel: Begründung für die Schreibweise der niederdeutschen Ortsnamen der Gemeinde Neu Wulmstorf, Kreis Harburg, Schwiederstorf, 31. Oktober 2010, S. 3, (PDF; 82 kB)
  3. a b Albrecht Friedrich Ludolph Lasius: Der Französische Kayser-Staat unter der Regierung des Kaysers Napoleon des Großen im Jahre 1812. Kißling, Osnabrück 1813, S. 57 f. (Digitalisat).
  4. a b Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900, Königreich Preußen, Provinz Hannover, Regierungsbezirk Lüneburg, Landkreis Harburg
  5. Ein Bericht zusammengestellt aus deutschen Quellen und Zeitzeugenberichten und militärischen Aufzeichnungen der Engländer. In: nicolai-kirche-elstorf.de. Abgerufen am 8. April 2016. (PDF; 1,7 MB)
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. Mai 1970 bis 31. Dezember 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 229.
  7. NI GVBl., 23. Juni 1972, Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden im Raum Harburg, Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt 1972, (Nr. 30, S. 320–322)
  8. a b c Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte. Abgerufen am 9. März 2015.