Audi Dome

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Rudi-Sedlmayer-Halle)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Audi Dome
Der Audi Dome im August 2012
Der Audi Dome im August 2012
Frühere Namen

Olympische Basketballhalle (1972−1974)
Rudi-Sedlmayer-Halle (1974−2011)

Daten
Ort Grasweg 74
DeutschlandDeutschland 81373 München, Bayern
Koordinaten 48° 7′ 33,9″ N, 11° 31′ 31,3″ OKoordinaten: 48° 7′ 33,9″ N, 11° 31′ 31,3″ O
Eigentümer Stadt München
Betreiber FC Bayern München
Baubeginn 1970
Eröffnung 1972
Renovierungen 2011
Oberfläche Parkett
PVC-Bodenbelag
Architekt Georg Flinkenbusch
Kapazität 6.700 Plätze (Basketball)
7.200 Plätze (maximal)
Verein(e)
Veranstaltungen

Der Audi Dome (von 1974 bis 2011 Rudi-Sedlmayer-Halle, zuvor Olympische Basketballhalle) ist eine Mehrzweckhalle im Münchner Stadtbezirk Sendling-Westpark. Er liegt auf dem Gelände der Bezirkssportanlage Siegenburger Straße, zwischen dem Westpark und der Garmischer Straße, einem Abschnitt des Mittleren Rings.

Ursprünglich erbaut wurde die Rundsporthalle für die Olympischen Sommerspiele 1972 in München zur Austragung der Basketball-Wettkämpfe. Der spätere Namensgeber Rudi Sedlmayer war von 1955 bis 1973 Präsident des Bayerischen Landessportverbandes und gehörte dem Organisationskomitee der Olympischen Spiele von München an.

Seit 2011 ist die Halle die Spielstätte der Basketballabteilung des FC Bayern München.

Architektur und Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Halle wurde vom Architekten Georg Flinkerbusch als Rundbau mit Aluminium-Außenfassade entworfen, an den ein rechteckiger Flachbau auf beiden Seiten anschließt, der das Hauptgebäude zu durchdringen scheint. Die kreisrunde Grundfläche des Hauptgebäudes verjüngt sich nach oben hin bis zur freitragenden, zur Mitte hin sich senkenden Deckenkonstruktion.

  • Grundfläche: 2.516 m²
  • Durchmesser des Hauptgebäudes: 56,60 m

Die Halle bietet bei Sportveranstaltungen Platz für bis zu 7.200 Besucher. Zum Baukomplex gehören u. a. ein Restaurant und eine Aufwärmhalle.

Nutzung der Halle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im August und September 1972 wurde die Halle zunächst bestimmungsgemäß für die Austragung der Basketball-Wettkämpfe im Rahmen der Spiele der XX. Olympiade genutzt. Danach diente die Halle neben Konzerten (z. B. Frank Zappa, Queen, Bruce Springsteen, Kiss) über viele Jahre hinweg Ausstellungen und Messen sowie vor allem Boxveranstaltungen (z. B. Vitali und Wladimir Klitschko). Daneben war die Halle Austragungsort für Handball-Spiele (MTSV Schwabing, TSV Milbertshofen) und wurde auch für internationale Volleyballspiele des TSV 1860 München genutzt.

Es gab auch besondere, einmalige Nutzungen der Halle, so der Dreh der Arena-Szenen zum Science-Fiction-Film Rollerball. Am 23. April 1983 fand in der Halle der 28. Eurovision Song Contest statt. Im Mai 1994 wurde der atomrechtliche Erörterungstermin von über 50.000 Einwendern im Genehmigungsverfahren um den Forschungsreaktor München II in der Halle durchgeführt.

Am 1. Februar 2003 wurde die Halle aufgrund maroder Brandschutz- und Sicherheitseinrichtungen geschlossen. Ab Dezember 2007 versuchte ein Eventunternehmen die Wiederbelegung der Halle. Die Zukunft der Halle sollte auch in der Wiederbelebung des Basketballsports in München liegen. Sowohl München Basket als auch die Basketballabteilung des FC Bayern München bekundeten Interesse. Es gelang aber nicht, die Finanzierung der Umbaumaßnahmen für Sportveranstaltungen zusätzlich zu den anderen Veranstaltungen zu sichern, so dass die Betreiberfirma im Januar 2009 Insolvenz anmeldete.[1]

Ab 2010 begannen direkte Verhandlungen zwischen dem FC Bayern München und der Stadt München, die im April 2011 zur Zustimmung des Stadtrats für eine zukünftige Nutzung durch die Basketballmannschaft des FC Bayern München führten. Nachdem die vom FC Bayern München zu tragende Renovierung bzw. Instandsetzung der Halle nach aktuellen Brandschutzbestimmungen geklärt werden konnte, unterzeichnete der Verein am 20. Mai desselben Jahres den entsprechenden Mietvertrag.[2] In diesem Zusammenhang wurde auch eine Namensänderung in Audi Dome vorgenommen.[3] Die modernisierte Halle wurde am 29. September 2011 mit einem Freundschaftsspiel gegen Fenerbahçe Ülker eingeweiht. Das erste Bundesligaspiel fand eine Woche später am 8. Oktober gegen die New Yorker Phantoms Braunschweig statt.

Für die Zukunft ist geplant, im Olympiapark anstelle des alten Radstadions eine neue Mehrzweckarena für Eishockey und Basketball zu errichten. Sie sollte die neue Spielstätte der Eishockeymannschaft EHC Red Bull München (DEL) und der Basketballmannschaft des FC Bayern werden. Ursprünglich sollte die von der Red Bull GmbH finanzierte Halle mit 10.000 Plätzen bis 2018 fertiggestellt werden. Dann wäre auch der Mietvertrag des FC Bayern mit dem Audi Dome ausgelaufen.[4] Nach den im Februar 2016 bekanntgewordenen Informationen hatte sich die Eröffnung der neuen Halle bereits von 2018 auf 2021 verschoben.[5]

Am 25. Februar 2016 gab der FC Bayern München den Ausstieg aus dem Hallenprojekt bekannt. Als Gründe dafür nannte Präsident Karl Hopfner das finanzielle Risiko für den Verein und die langfristige Bindung durch das von Red Bull vorgelegte Konzept. Zudem wären Terminüberschneidungen durch den FC Bayern und dem EHC unvermeidbar, daher müsste der FCB den Audi Dome als Ausweichspielort weiter betreiben. Die Basketballmannschaft des FCB wird im Audi Dome bleiben. Der Verein plant die ehemalige Rudi-Sedlmayer-Halle für die Zukunft auszubauen und zu verbessern, um die Halle zur langfristigen Heimat der Basketballmannschaft zu machen.[6][7][8]

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Winfried Nerdinger (Hrsg.): Architekturführer München, 2007 (3. Aufl.), ISBN 3496013591

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Audi Dome – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Münchner Merkur: Betreiber der Sedlmayer-Halle pleite.
  2. Die Zeit: Mietvertrag für Sedlmayer-Halle unterzeichnet.
  3. Münchner Merkur: FC-Bayern-Basketballer spielen jetzt im Audi Dome.
  4. muenchen.tv: Olympiapark – Multifunktionshalle für Basketball und Eishockey fix Artikel vom 17. Dezember 2014
  5. Süddeutsche Zeitung, Druckausgabe 23. Februar 2016: "Hängepartie unterm Basketball-Korb"
  6. idowa.de: Langfristige Heimat Audi Dome: Bayern-Basketballer steigen aus Hallen-Projekt in München aus Artikel vom 25. Februar 2016
  7. merkur-online.de, 25. Februar 2016: "Keine Einigung mit Red Bull: Bayern-Basketballer steigen aus Hallenprojekt aus"
  8. sueddeutsche.de, 25. Februar 2016: "Hallenprojekt: FC Bayern-Basketballer geben Red Bull einen Korb"