Milbertshofen-Am Hart

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Koordinaten: 48° 11′ 54″ N, 11° 34′ 35″ O

Milbertshofen-Am Hart
Landeshauptstadt München
Fläche: 13,42 km²
Einwohner: 75.488 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 5.627 Einwohner/km²
Postleitzahlen: 80807, 80809, 80937, 80939
Vorwahl: 089
Karte

Lage des Stadtbezirks 11 in München

Milbertshofen-Am Hart ist der Stadtbezirk 11 der bayerischen Landeshauptstadt München.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtbezirk 11 erstreckt sich als schmaler Streifen zwischen Ingolstädter und Schleißheimer Straße von der Stadtgrenze im Norden bis zum Petuelring im Süden. Zwischen Heidemannstraße und Euro-Industriepark gehört auch eine kleine Fläche östlich der Ingolstädter Straße zu diesem Stadtbezirk. Im Südwesten (im Bereich Am Riesenfeld) umfasst Milbertshofen-Am Hart auch den größten Teil des Olympiageländes bis hin zur Landshuter Allee im Westen, dem Münchner Nordring bis zur Wilhelmine-Reichard-Straße im Norden und dem Willi-Gebhard-Ufer/Ackermannstraße im Süden. Er besteht aus den drei Teilbezirken: Milbertshofen, Am Riesenfeld und Am Hart.

Nachbarbezirke sind Schwabing-Freimann im Osten, Schwabing-West im Süden, Neuhausen-Nymphenburg im Südwesten sowie Moosach und Feldmoching-Hasenbergl im Westen. Im Norden grenzt die Gemeinde Oberschleißheim an.

Stadtbezirksteile
Olympiapark mit See und Turm
Panzerwiese mit Blick auf die Allianz Arena

Südostteil – Milbertshofen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der südöstliche Teil des Stadtbezirks, Milbertshofen, umfasst das Gebiet der 1913 nach München eingemeindeten namensgebenden Stadt Milbertshofen. Da dort die Industrialisierung relativ früh einsetzte, entstand eine Mischung von Industrie, Gewerbe und Wohnen mit einem hohen Anteil an Sozialbauten. An der Ingolstädter Straße liegt der Euro-Industriepark. Durch Sanierung vieler Wohnanlagen und Neubau moderner Wohnungen verwischen sich in jüngerer Zeit die Unterschiede zum benachbarten nördlichen Schwabing. Seit der Verkehr auf dem stark befahrenen Petuelring durch die Eröffnung des Petueltunnels unterirdisch geführt wird, sind Schwabing und Milbertshofen durch den Grünzug Petuelpark verbunden. 2005 wurde das Kulturhaus Milbertshofen eröffnet, 2007 der anliegende Platz Curt-Mezger-Platz benannt. Dort findet jeden Freitag von 13:00 bis 18:00 Uhr ein Wochenmarkt statt.[2]

Südwestteil – Am Riesenfeld[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Riesenfeld ist der westlichste der drei Teilbezirke des Münchner Stadtbezirks Milbertshofen-Am Hart. In ihm liegt der Olympiapark mit dem ehemaligen Olympischen Dorf, dem Studentenviertel Oberwiesenfeld, dem Sportzentrum der ZHS und der Technischen Universität und dem Olympiaberg. Die verdichtete Bebauung im Olympiadorf ermöglicht ein ruhiges, kindgerechtes Wohnen, da der Autoverkehr innerhalb des Wohngebiets im überbauten Tiefgeschoss unterhalb der Fußgängerebene verläuft. Bevor das Gelände 1966 bis 1972 anlässlich der Spiele der XX. Olympiade 1972 vollständig neu konzipiert wurde, wurde es Oberwiesenfeld genannt und beherbergte ein großes Flugfeld, auf dem bis 1945 die im benachbarten Werk von BMW gefertigten Flugmotoren getestet wurden. Nördlich des Olympiaparks liegt das Viertel Am Oberwiesenfeld. Am Riesenfeld liegen die Museen BMW Group Classic, BMW Welt sowie das BMW Museum.

Nordteil – Am Hart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der nördliche Bezirksteil Am Hart (nördlich des Münchner Nordrings) gehörte früher überwiegend zur Gemeinde Feldmoching; nur Kaltherberge und angrenzende Gebiete an der heutigen Ingolstädter Straße waren Teile der Gemeinde Milbertshofen. Auf dem südwestlichen Teil der dort noch vorhandenen Freifläche, der Panzerwiese, entsteht seit den 1990er Jahren die Siedlung Nordheide für mehrere tausend Bewohner. Im Norden schließt sich das Waldgebiet Hartelholz an. Weiterhin prägend ist eine Reihe ehemaliger Arbeitersiedlungen aus der Zwischenkriegszeit, wie die Siedlung Harthof, Am Hart (landschaftlich Hart, bewaldete Anhöhe), Kaltherberge und Neuherberge. Gegenüber dem Forschungs- und Innovationszentrum (FIZ) an der Ecke Knorrstraße/Troppauer Straße erinnert eine Skulptur an die sogenannte Judensiedlung Milbertshofen. Im Süden des Bezirksteils liegt der Euro-Industriepark. 2009 wurde das Mira-Einkaufsszentrum und 2012 das Kulturzentrum 2411 eröffnet. 2016 entstand das Gymnasium München Nord, eine Eliteschule des Sports.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Milbertshofen hat von Münchens Stadtbezirken die höchste Zahl an Arbeitsplätzen im produzierenden Gewerbe aufzuweisen. Maßgeblichen Anteil daran hat das Stammwerk von BMW und das zugehörige Forschungs- und Innovationszentrum (FIZ). Die Mittelschicht – darunter viele Beamte und Akademiker – ist im Olympiadorf mehrheitlich vertreten. Der Stadtbezirk verzeichnet mit 39,2 Prozent den höchsten Ausländeranteil Münchens.[3] Der Dienstleistungssektor, vor allem im westlichen Teil des Euro-Industrieparks, und der öffentliche Bereich mit dem neuen Polizeipräsidium Oberbayern und dem Bayerischem Landesamt für Verfassungsschutz sind inzwischen auch stärker vertreten. Das früher starke Gefälle in der Sozialstruktur zwischen den einzelnen Bezirksteilen hat sich in den vergangenen drei Jahrzehnten ausgeglichen. Nach wie vor hat der Stadtbezirk einen hohen Anteil von Familien mit Kindern. Rund 28 Prozent der Fläche sind Grünanlagen, dazu trägt wesentlich der Olympiapark und die Panzerwiese bei.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum ersten Mal erwähnt wurde Milbertshofen im Jahre 1149 beziehungsweise 1152 als „Ilmungeshoven“. Das Wort ging wohl aus bewusst undeutlicher Aussprache von Illungshof hervor. Illungshof war die Bezeichnung für einen Einsiedlerhof, auf den man zwangsweise ausgesiedelt wurde – wegen Krankheit oder als Strafe; verständlich, dass die Bewohner dies nicht unbedingt kundtun wollten. Weitere Deutung: Hof des Ilbunch/Ilbung/Ilmung oder Höfe der Ilbunge. Die erste Erwähnung dieses Namens geschah in einer Urkunde, mit der um das Jahr 1140 Graf Konrad I. von Valley seinen ganzen Besitz zu Ilmungeshofen zu seinem und seiner Eltern Seelenheil dem Kloster Schäftlarn übergab. Weil die Fläche dieser Schenkung nur als Weideland benutzt werden konnte, machte das Kloster daraus einen Viehhof, also eine Schwaige, die nach dem heiligen Georg St. Georgenschwaige genannt wurde.[5]

Zur St. Georgenschwaige gehörten auch abgabenpflichtige Bauern, deren Reichnisse an Getreide in den Speichern des von einem Meister und Laienbrüdem verwalteten Fronhofes bis zum Ausmahlen in nahe gelegenen Mühlen gelagert wurden. Als Mahllohn erhielt er einen Teil des gebrachten Getreides, der Mühlmazze genannt wurde. So hieß er bald Mühlmazzhof, woraus der Ortsname Mühlmatzhofen – Milbertshofen – entstand. Spätere Benennungen waren: 1310 Mülingshoven, 1325 Mülbenhoven, 1336 Mulmantzhoven sowie 1468 Milberzhofen.[6]

Am 10. Januar 1668 erhob Kurfürst Ferdinand Maria die "St. Georgenschwaige zu Milbertshofen" in den Rang einer Hofmark.[7]

Nachdem Milbertshofen jahrhundertelang lediglich eine Schwaige gewesen war, begann die Expansion des späteren Stadtteils Münchens erst ab dem Jahr 1800, als Kurfürst Max IV. Joseph das Gut an vier Waldsassener Bauern übergab. Eine zur Schwaige gehörende Kirche wurde 1360 erstmals erwähnt. Reste der im frühen 16. Jahrhundert erbauten alten Georgskirche sind die einzigen verbliebenen Zeugen der Keimzelle Milbertshofens. Das Zentrum des frühen Milbertshofen liegt in der heutigen Motorstraße. Um 1800 hatte Milbertshofen nur 432 Einwohner.[8]

1905 wurde der TSV Milbertshofen gegründet. Im Jahre 1910 erhielt Milbertshofen den Status einer Stadt. Bereits drei Jahre später, am 1. April 1913, wurde die Stadt Milbertshofen nach München eingemeindet.[9] Ein Jahr zuvor war die Neue St.-Georgs-Kirche am Milbertshofener Platz eingeweiht worden. Während der Nazi-Diktatur befand sich ab 1941 in Milbertshofen ein Barackenlager für jüdische Mitbürger, die von dort aus in die verschiedensten Konzentrationslager deportiert wurden. Vom März bis August 1941 errichtet, diente es ab September 1941 bis August 1942 als Wohnghetto für die zwischenzeitlich „entmieteten“ jüdischen Münchner und schließlich als Sammellager für die Deportationen. Die ersten beiden großen Deportationen aus München am 20. November 1941 nach Kaunas (Litauen) sowie am 4. April 1942 nach Piaski (Polen) erfolgten vom nahe gelegenen Bahnhof Milbertshofen.

In den 1980er Jahren traf sich im Hinterhof der Nietzschestraße 7b die Münchner Punkszene. Dort spielte auch die Punkband Freizeit 81.[10]

Am 11. Juni 2008 beschloss der Bezirksausschuss des Stadtbezirks die Umbenennung in Milbertshofen-Am Hart-Olympiadorf, was jedoch in einer späteren Sitzung auf Antrag der Stadtverwaltung auf unbestimmte Zeit verschoben wurde. Man wollte damit verhindern, dass es bei einem etwaigen Zuschlag für die Bewerbung Münchens für die Olympischen Winterspiele 2018 und dem dann nötigen Bau eines neuen Olympiadorfes zu Verwechslungen käme.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bezirksausschusswahl 2014
(Stimmen in Prozent)[11]
 %
50
40
30
20
10
0
40,3 %
33,3 %
14,6 %
8,6 %
3,2 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008[11]
 %p
 16
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-7,9 %p
+3,2 %p
+14,6 %p
+8,6 %p
-4,0 %p
Anmerkungen:
d Freie Wähler einschließlich ÖDP
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer

Der Bezirksausschuss von Milbertshofen-Am Hart wurde zuletzt am 16. März 2014 gewählt. Die Sitzverteilung lautet wie folgt: SPD 13, CSU 11, Grüne 5, FW 3 und FDP 1.[11] Von den 48.789 stimmberechtigten Einwohnern in Milbertshofen-Am Hart haben 15.489 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, womit die Wahlbeteiligung bei 31,7 Prozent lag.

Kultur & Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Sehenswürdigkeiten
Institutionen
  • Kulturhaus Milbertshofen, Curt-Mezger-Platz 1 (Keferloher/Ecke Schleißheimer Straße)
  • Kulturzentrum 2411
  • Spiel- und Begegnungszentrum am Hart, Arnauer Str. 5
  • Münchner Stadtbibliothek Milbertshofen, Schleißheimer Straße 340
  • Stadtbereichszentrum Nord, Troppauer Straße 10 der Münchner Volkshochschule
Schulen
Kirchen

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grünflächen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rund 28 Prozent der Fläche in Milbertshofen-Am Hart sind Grünanlagen, hierzu zählen:

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Stand jeweils am 31. Dezember, Einwohner mit Hauptwohnsitz)

Jahr Einwohner davon Ausländer Fläche
in km²
Einwohner
je km²
Quelle mit weiteren Daten[12]
2000 60.265 20.094 (33,3 %) 13,3733 4.506 Statistisches Taschenbuch München 2001 (PDF)
2001 61.034 20.372 (33,4 %) 13,3733 4.564 Statistisches Taschenbuch München 2002 (PDF)
2002 61.655 20.800 (33,7 %) 13,3733 4.610 Statistisches Taschenbuch München 2003 (PDF)
2003 61.886 21.154 (34,2 %) 13,3734 4.628 Statistisches Taschenbuch München 2004 (PDF)
2004 63.076 21.773 (34,5 %) 13,3734 4.717 Statistisches Taschenbuch München 2005 (PDF)
2005 64.612 22.896 (35,4 %) 13,3734 4.831 Statistisches Taschenbuch München 2006 (PDF)
2006 66.992 23.355 (34,9 %) 13,3734 5.009 Statistisches Taschenbuch München 2007 (PDF)
2007 67.864 23.903 (35,2 %) 13,3711 5.075 Statistisches Taschenbuch München 2008 (PDF)
2008 68.198 24.105 (35,3 %) 13,3831 5.096 Statistisches Taschenbuch München 2009 (PDF)
2009 68.023 23.683 (34,8 %) 13,4164 5.070 Statistisches Taschenbuch München 2010 (PDF)
2010 68.970 24.373 (35,3 %) 13,4164 5.141 Statistisches Taschenbuch München 2011 (PDF)
2011 70.470 25.517 (36,2 %) 13,4164 5.253 Statistisches Taschenbuch München 2012 (PDF)
2012 72.506 27.197 (37,5 %) 13,4164 5.404 Statistisches Taschenbuch München 2013 (PDF)
2013 73.617 28.243 (38,4 %) 13,4164 5.487 Statistisches Taschenbuch München 2014 (PDF)
2014 74.667 29.253 (39,2 %) 13,4164 5.565 Statistisches Taschenbuch München 2015 (PDF)

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Stadtbezirks
Im Stadtbezirk gewirkt

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Beate Freytag, Alexander Franc Storz: Milbertshofen – Die Geschichte des Stadtteils von der Schwaige zur Vorstadt Münchens. Buchendorfer Verlag München, München 2004, ISBN 3-934036-80-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Milbertshofen-Am Hart – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Bevölkerung in den Stadtbezirken nach der Einwohnerdichte am 31.12.2015 (PDF; 424 kB). Statistisches Amt der Landeshauptstadt München. Abgerufen am 21. Januar 2016.
  2. http://www.muenchen.de/dienstleistungsfinder/muenchen/1078240
  3. Die Bevölkerung in den Stadtbezirken nach dem Migrationshintergrund am 31.12.2014 (PDF; 425 kB). Statistisches Amt der Landeshauptstadt München. Abgerufen am 11. November 2015.
  4. http://neubau-muenchen.com/2014/08/08/munchner-stadtteile-im-portrait-milbertshofen
  5. http://www.total-lokal.de/pdf/80331_89_01_10_02.pdf
  6. http://www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Direktorium/Stadtarchiv/Publikationen/Von-Allach-bis-Zamilapark/Einleitung-Geschichte/Bezirk11.html
  7. http://www.total-lokal.de/pdf/80331_89_01_10_02.pdf
  8. http://www.sueddeutsche.de/geld/stadtteile-milbertshofen-am-hart-1.556023
  9. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 601
  10. http://www.sueddeutsche.de/muenchen/milbertshofen-ein-ganzes-viertel-in-der-hosentasche-1.2949354
  11. a b c Wahl des Bezirksausschusses – Stadtbezirk 11 – Milbertshofen-Am Hart. Landeshauptstadt München. Abgerufen am 13. Juni 2014.
  12. Archiv Stadtteilinformationen. Landeshauptstadt München. Abgerufen am 19. Juni 2014.
  13. http://www.kirchenundkapellen.de/kirchenpz/vierkirchen-zwilhelmpflueger.htm