Sozialkredit-System (VR China)

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Das chinesische Sozialkredit-System (engl. Social Credits) ist ein auf verschiedene Datenbanken zugreifendes Online-Rating- bzw. Scoring-System (social scoring bzw. citizen score[1]), bei dem in der Volksrepublik China beispielsweise die Kreditwürdigkeit, das Strafregister und das soziale und politische Verhalten von Unternehmen, Personen und weiteren Organisationen, wie z. B. Nichtregierungsorganisationen, zur Ermittlung ihrer Reputation verwendet werden.[2]

Das Ziel besteht darin, die chinesische Gesellschaft durch die bessere Überwachung zu mehr „Aufrichtigkeit“ im sozialen Verhalten zu erziehen, wobei dies positive Wirkungen in unterschiedlichen Bereichen zeigen soll.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Aufbau des System wurde 2014 von der chinesischen Regierung beschlossen, bis 2020 soll es als Basisversion auf nationaler Ebene in Betrieb sein. 2017 sind bereits in mehreren chinesischen Städten derartige Systeme aktiv, beispielsweise in der ost-chinesischen Stadt Rongcheng[4].

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Integrierte Datenbanken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Integriert werden staatliche und private Datenbanken auf nationaler und sub-nationaler Ebene. Es fließen zur Berechnung Daten ein zur finanziellen Bonität, zum Strafregister und zu weiteren als relevant erfassten Verhaltensweisen.

Konkrete Ausgestaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Pilotprojekt in der Stadt Rongcheng gilt für Personen, dass ausgehend von 1000 Punkte weitere Punkte hinzuaddiert oder abgezogen werden.[4]

Folgen eines schlechten Ratings[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karrieren bei staatlichen und staatsnahen Organisationen können behindert werden. Möglich sind Reisebeschränkungen (keine Zug- oder Flugzeugtickets mehr), der Ausschluss von öffentlichen Ausschreibungen und höhere zu zahlende Steuern.[5]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jay Stanley: China’s Nightmarish Citizen Scores Are a Warning For Americans. In: American Civil Liberties Union. 5. Oktober 2015 (aclu.org [abgerufen am 2. Dezember 2017]).
  2. heise online: 34C3: China - Die maschinenlesbare Bevölkerung. 28. Dezember 2017; abgerufen am 11. Januar 2018 (deutsch).
  3. State Council Guiding Opinions concerning Establishing and Perfecting Incentives for Promise-keeping and Joint Punishment Systems for Trust-Breaking, and Accelerating the Construction of Social Sincerity, vom 18. Oktober 2016, abgerufen im September 2017
  4. a b Axel Dorloff: Chinas Sozialkredit-System: Auf dem Weg in die IT-Diktatur. In: Deutschlandfunk Kultur (Hrsg.): Weltzeit. 5. September 2017 (deutschlandfunkkultur.de [abgerufen am 2. Dezember 2017]).
  5. Mercator Institute for China Studies (merics.org), Mirjam Meissner: Chinas gesellschaftliches Bonitätssystem, Webseite und PDF-Datei, in MERICS China Monitor Nr. 39, vom August 2017.