Stadt.Wand.Kunst

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Stadt.Wand.Kunst ist ein vom Kulturzentrum Alte Feuerwache in Mannheim ins Leben gerufenes Projekt zur Bemalung von Häusern in der Stadt mit großflächigen Wandgemälden (sog. Murals) durch nationale und internationale Künstler aus der Streetart-Szene. Dieses wurde im Jahr 2013 begonnen und soll letztlich in eine Art öffentliche Galerie im urbanen Raum münden.

Idee und Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadt.Wand.Kunst basiert auf einer Kooperation der Alten Feuerwache Mannheim mit der städtischen GBG – Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft, dem Kulturamt der Stadt Mannheim und dem Heidelberger Sprühfarbenhersteller Montana-Cans, gefördert durch den Innovationsfonds des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg. Die Idee besteht darin, jährlich im Sommer nationale und internationale Streetart-Künstler einzuladen, die großflächige freie Hausfassaden in zentralen Stadtteilen Mannheims gestalten. Somit entsteht für die breite Öffentlichkeit bei freiem Eintritt an prominenten Örtlichkeiten zeitgenössische Kunst, deren Entstehen ebenfalls frei mitverfolgt werden kann. Daneben sollen auch regionale Nachwuchskünstler die Chance bekommen, Erfahrungen mit Großformaten zunächst an Wänden von Abrisshäusern zu sammeln.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 2013 und 2020 sind insgesamt 33 Wandbilder entstanden, die zum Nachdenken anregen und Geschichten erzählen sowie Kunstwerke, die teilweise knallbunt gegen das Grau der Stadt ankämpfen. Fast alle Hauswände dafür stellt bislang die GBG. Fünf der Murals existieren bereits nicht mehr, da die betreffenden Gebäude mittlerweile planmäßig abgerissen wurden. Vergänglichkeit ist auch ein Teil von Streetart. So sind aktuell 28 Wandbilder erhalten. Das Projekt soll fortgesetzt werden.

2013, 2014[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

My Superhero Power is Forgiveness – Herakut (2013)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste Werk im Rahmen des Projekts befindet sich über sechs Etagen auf der Hauswand eines Wohnblocks in F 6, 1–5 Welt-Icon in Mannheim-Innenstadt. Das Mural mit der als „Lily“ bezeichneten Mädchenfigur des Künstlerduos Herakut, Hera (Jasmin Siddiqui, Frankfurt) und Akut (Falk Lehmann, Schmalkalden), bildet eine Seite für deren Buchprojekt „Giant Storybook Project“, dessen Einzelteile auf Häuserfassaden in der ganzen Welt zu finden sind. Sie haben als Herakut schon in Großstädten wie Los Angeles, Toronto, Kathmandu, San Francisco, Melbourne gearbeitet. Das Wandbild ist durch ein textliches Motiv dreisprachig (deutsch, türkisch, englisch) ergänzt: „Meine Super-Heldenkraft ist das Verzeihen“, „Benim süper kahraman gücüm affedebilmemdir“, „My Superhero Power is Forgiveness“.

The Modern Thinker – Aske (2014)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das aus einzelnen, farbintensiven Flächen zusammensetzte Werk des international als Graffiti-Künstler, Grafiker und Illustrator für comicartige Motive bekannten Künstlers Dmitri Aske aus Moskau befindet sich an der Stirnseite eines Wohnblocks, in F 6, 8 Welt-Icon, Mannheim-Innenstadt. Die Figur des orientiert sich an der PlastikDer Denker“ des französischen Bildhauers Auguste Rodin (1840–1917).

2015[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rhythm – Stohead[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Berliner Künstler Christoph Hässler alias STOHEAD verarbeitet Schlagworte und Textpassagen mittels abstrahierter kalligraphischer Schriftzeichen in sich wiederholende Buchstabenmuster. Das Wandbild in S 5, 12-17 Welt-Icon, Mannheim-Innenstadt, wurde über fünf Etagen in Acryl und Sprühfarben auf Fassade realisiert.

Motion – Sobekcis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste Werk des Projekts außerhalb der Quadrate der Mannheimer Innenstadt wurde in der Zeppelinstraße 20–24 Welt-Icon, Mannheim-Neckarstadt, mit „Motion“ des aus Belgrad stammenden Künstlerduos Sobekcis realisiert. Mit Acryl und Sprühfarben auf Fassade wurde ein buntes, abstraktes Wirrwar aus grafischen, geometrischen Körpern und Mustern sowie in leuchtenden Farben gefüllter umrandeter Flächen auf mehreren Ebenen geschaffen.

Insomnia – Satone[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wandbild „Insomnia“ in der Kleestraße 6 Welt-Icon, Mannheim-Neckarstadt, stammt von dem in Venezuela geborenen und in München aufgewachsene Künstler Rafael Gerlach alias SatOne. Der gelernte Grafikdesigner verwendet geometrische Abstraktionen und futuristisch anmutende Formen mit kräftigen Farben.

2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baseball Sketch – Sainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Künstler Sainer schuf in der Waldhofstraße 59 Welt-Icon, Mannheim-Neckarstadt, eine comic-ähnliche, unbunte und skizzenhafte Darstellung einer Baseballszene, die auch an die Vergangenheit Mannheims mit zahlreichen US-amerikanischen Einwohnern erinnert. Sainer ist mit Bezt (siehe unten) als Künstlerduo unter dem Pseudonym ETAM CRU in der polnischen und internationalen Graffiti- und Kunstszene bekannt.

Europe – Bezt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der polnische Künstler Bezt schuf in E 7, 22 Welt-Icon, Mannheim-Innenstadt, ein mystisch, fast trist anmutendes Bild in Blaugrau und weiteren dunklen Farbtönen, das den Betrachter nachdenklich stimmt. Üblicherweise arbeitet er mit Sainer (siehe oben) zusammen als Künstlerduo unter dem Pseudonym ETAM CRU.

Véra – Hendrik ECB Beikirch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das bislang größte Bild für Stadt.Wand.Kunst belegt die komplette, zur B 38 zeigende Frontfassade des Wohnblocks mit 13 Stockwerken in der Brandenburger Straße 44 Welt-Icon in Mannheim-Vogelstang. Das von Hendrik ECB Beikirch (Koblenz) geschaffene Véra-Porträt erstreckt sich mit 43 Metern Höhe und 37 Metern Breite über rund 1300 Quadratmeter. Das Porträt dieser Frau aus Sibirien ist Teil der „Sibirien“-Serie von Hendrik Beikirch.

2017[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Untitled – Alexey Luka[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alexey Luka aus Moskau gilt als einer der talentiertesten, jungen Künstler der russischen, zeitgenössischen Kunstszene. Sein Beitrag zu Stadt.Wand.Kunst schmückt die Klinkerfassade des Jugendkulturzentrums FORUM an der Neckarpromenade 46 Welt-Icon in Mannheim-Neckarstadt, wo seine abstrakten, flächigen Farbelemente mit der umgebenden Architektur harmonieren.

The inevitability of leaving things behind – Yazan Halwani[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Werk des Künstlers Yazan Halwani (Beirut) in F 6, 12 Welt-Icon, Mannheim-Innenstadt, über sechs Stockwerke beruht auf einer Mischung aus klassischem Graffiti-Writing, arabischer Kalligrafie und figürlicher Malerei, wobei das Motiv mit der Schrift verschwimmt. Das Bild passt zur dortigen Wohnumgebung mit multikultureller Bevölkerung aus unterschiedlichen Ländern. Ein Mann, der einen Koffer packt, thematisiert das Wegziehen und die damit verbundene Unvermeidbarkeit, Dinge zurückzulassen.

Propagating machine – Nevercrew[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schweizer Streetart-Künstler Pablo Togni (Bellinzona) und Christian Rebecchi (Lugano), Absolventen der Brera’s Art Academy in Mailand, gestalteten als Duo „Nevercrew“ das über 100 Quadratmeter große Wandbild am Wohnblock Ulmenweg 40 Welt-Icon, Mannheim-Neckarstadt. Das Bild zeigt im unteren Bereich schablonenhaft zweidimensionale Pinguine, von einer Maschine produziert. Darüber schwebt ein heller Kristall, in dem sich die Pinguine teilweise spiegeln, der aber einen Schatten auf die Pinguine wirft. Die Künstler wollen damit den Einfluss von Natur und Zivilisation auf unsere globale Welt sowie deren gegenseitige Beeinflussung symbolisieren.

New Wave – Low Bros[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wandbild „New Wave“ am Wohnblock F 5, 12 Welt-Icon, Mannheim-Innenstadt, ist ein Werk des Künstlerduos „Low Bros“, der Brüder Christoph und Florin Schmidt aus Berlin. Das Hintergrundraster aus Rauten auf der Hauswand mit vertikalem Farbverlauf soll sich auf die Quadratestadt beziehen und an die Vergangenheit mit strukturiertem Lebensstil erinnern. Das darauf schwebende digitale Fenster soll zu einem bunten Stadtbild der Gegenwart ergänzen.

2018[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ohne Titel – 1010[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der in Hamburg wohnende und international aktive Künstler 1010 (TenTen) schuf über die komplette Fassade des vierstöckigen Wohnhauses in der Mittelstraße 9 Welt-Icon, Mannheim-Neckarstadt, ein modernes Bild mit abstrakten Löchern aus abgestuften bunten Farben und Schattierungen, die einen dreidimensionalen Eindruck erwecken.

Jump through time – Waone Interesni Kazki[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Itzsteinstraße 1–3 Welt-Icon, Mannheim-Neckarstadt, erstreckt sich das Wandbild des Künstlers WAONE Interesni Kazki, mit bürgerlichem Namen Vladimir Manzhos, aus Kiew (Ukraine), mit surrealistischen Ansätzen auf acht Metern Höhe und 12 Metern Breite über die drei Etagen der Rückseite eines Wohnblocks. Laut Künstler ist das Motiv eine Metapher einer Zeitreise. Die Bäume der Umgebung wurden erst kurzfristig vor Ort in das Bild mit einbezogen.

900 dogs by a chocolate factory – The London Police[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„The London Police“, Chaz Barrisson und Bob Gibson, Engländer mit Wahlheimat Amsterdam, gestalteten in K 6, 1 Welt-Icon in Mannheim-Innenstadt eine Wand der Turnhalle der benachbarten Johannes-Kepler-Schule mit einer comicartigen Illustration aus drei Hunden vor einem Stadthorizont. Als Pioniere der globalen Street-Art-Bewegung haben sie weltweit bereits in über 35 Ländern figurative Arbeiten geschaffen. Mit dem Titel des Wandbilds spielen sie auf eine nahe Schokoladenfabrik im Stadtteil Jungbusch an, deren Geruch zeitweise am Ort des Kunstwerks wahrnehmbar ist.

Abschied und Neubeginn – Sourati[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem das Gebäude mit dem Mural „Freiheitstesterin“ (2016) abgerissen war (siehe unten), erhielt das Duo SOURATI (Mehrdad Zaeri und Christina Laube) aus Mannheim in H 5, 3 Welt-Icon, Mannheim-Innenstadt, die Gelegenheit für ein neues Wandbild „Abschied und Neubeginn“: Eine Frau in Stiefeln und Mantel mit Tasche in der Hand und Katze auf dem Kopf trägt einen Rucksack, aus dem ein Baum ragt, dessen Blütenblätter herabfallen. Es thematisiert Verlassen und Ankommen allgemein, wie auch autobiografische Aspekte der Künstler.

Aeskulap – Frau Isa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wandbild „Aeskulap“ der Künstlerin und Illustratorin Isa Toman, alias Frau Isa, aus Wien (Österreich) erstreckt sich über etwa fünf Etagen des BGB-Wohnblocks in der Cheliusstraße 1–3, Welt-Icon Mannheim-Neckarstadt (Wohlgelegen-Ost) in unmittelbarer Nähe des Universitätsklinikums Mannheim. So ergibt sich auch die Verbindung zum medizinischen Thema des Wandbilds.

2019[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ohne Namen – PEETA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Künstler Manuel Di Rita, alias PEETA, aus Venedig, schuf mit Pinseln und Rollen ein überraschendes Wandbild auf der Fassade eines Privathauses in der Zehntstr. 1, Mannheim-Neckarstadt. Welt-Icon Es erscheint als Trompe-l’œil in optischer Täuschung dreidimensional als überdimensionale Skulptur. Teile scheinen sich surreal zu wölben und aus der Wand herauszubrechen, andere erscheinen wie herausgeschnitten.

Multicultural Balance – ZOONCHEZ[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Spanier Ruben Sanchez alias ZOONCHEZ nimmt mit seinem Wandbild „Intercultural Balance“ Bezug auf die Stadt Mannheim und deren Bewohner. Das Bild auf der Fassade eines Mehrfamilienhauses in der Heustraße 13-17, Mannheim-Neckarstadt,Welt-Icon besteht aus abstrakten Formen, die bei genauerer Betrachtung ein Fahrrad sowie drei Personen mit Blumenvase bzw. Gitarre und Trompete darstellen.

Unterwegs - Jens Richter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf 26 Metern der Wand zur Unterführung des Hauptbahnhofs Mannheim bei Gleis 1 Welt-Icon malte der Mannheimer Künstler Jens Richter einen Hecht, ruhig im Wasser zwischen Stämmen von Bäumen stehend, deren Rinde an Birken erinnert. Das Tier erscheint comichaft, seitlich in grünen Tönen gefleckt, mit in Blau gehaltenem Rücken und grauem Bauch. Dazu kommen orange und weinrote Flossen. Der Titel „Unterwegs“ assoziiert mit dem Bahnhof, bedeutet aber auch, nicht zuhause zu sein, seine Komfortzone zu verlassen.

PIED PIPER - CASE MA’CLAIM[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der in Frankfurt lebende Künstler Andreas von Chrzanowski, alias CASE, erstellte in fotorealistischer Malerei ein Wandbild auf der zur Friedrich-Ebert-Straße, Mannheim-Neckarstadt, zeigenden Wand der Turnhalle des Ludwig-Frank-Gymnasiums. Welt-Icon Es thematisiert Bewegungen, Richtungen, Vorangehen und Nachlaufen.

SQUARE - QUINTESSENZ[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei Ölgemälde dienten dem Künstlerduo QUINTESSENZ als Vorlage für zwei Wandgemälde an den Stirnseiten von zwei Wohnblocks, George-Washington-Str. 247 bzw. 249, 68309 Mannheim, Welt-Icon im neu entstehenden Mannheimer Wohnquartier Franklin auf dem Areal der ehemaligen US-amerikanischen Benjamin-Franklin-Village. Die Bilder wurden digital farblich von rot nach blau verändert, in Quadrate und Rechtecke zerteilt und als Collagen neu zusammengesetzt. Dabei wurden Sprühdose, Roller und Pinsel verwendet, um Besonderheiten der Ölmalerei nahe zu kommen.

Girl's love - OKUDA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Mural des spanischen Künstlers an einem Wohnblock der Herzogenried-Bebauung in der Hochuferstr. 33, 68167 Mannheim (Herzogenried) Welt-Icon zeigt in bunter Farbenpracht und unterschiedlichen Stilelementen zwei Frauen, die sich in einer Umgebung aus bunten Pflanzen und Vögeln aneinander schmiegen.

Fenster zum Hof – CZOLK[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wandbild des Mannheimer Künstlers CZOLK am Gebäude in der Schanzenstraße 11-1, Mannheim-Jungbusch, an der Wand zur Seilerstraße, Welt-Icon orientiert sich in pastellartigen Farbtönen an Gebäuden der Umgebung, u. a. der Liebfrauenkirche und der Yavuz-Sultan-Selim-Moschee. Dargestellt ist eine Mutter, die an einem Sommerabend ihre Kinder zum Essen ins Haus ruft. Der Titel „Fenster zum Hof“ ist angelehnt an ein Album des Hip-Hop-Duos Stieber Twins aus Heidelberg.

2020[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Silence – SOURATI[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wandbild „Silence“ des Künstlerduos Christina Laube und Mehrdad Zaeri alias SOURATI zeigt an einer Fassade in der Mannheimer Innenstadt in O 4, 2, Welt-Icon ab dem zweiten Obergeschoss sehr reduziert eine weibliche Figur. Diese neigt sich in dunklem Kleid seitlich am Verlauf von Hauswand und Dach entlang und hält in ihrer linken Hand eine Schnur, an der senkrecht nach unten ein Glöckchen hängt. Der Titel „Silence“ bezieht sich auf die Zeit des Entwurfs während des Shutdown anlässlich der COVID-19-Pandemie. Inspiriert ist die Darstellung vom Bild einer Tänzerin der britischen Künstlerin Cathy Cullis.

Stairway To Heaven – BOND TRULUV[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit „Stairway To Heaven“ gestaltete BOND TRULUV (Jonas Ihlenfeldt) aus Leipzig die Stirnseite eines Wohnblocks in Mannheim, Zeppelinstraße 32-34a. Welt-Icon In dem dreidimensional erscheinenden Wandbild steigt eine Treppe gewinkelt frei stehend über mehrere Etagen nach oben. Zwei griechische Säulen, eine Anzahl von Glaskugel-Obejkte und abstrakte Formen ergänzen das Bild. Der Künstler ist aktuell einer der innovativsten Urban Contemporary Artists.

Gegen das Vergessen – AKUT[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Basierend auf überlebensgroßen Porträts von Holocaust-Überlebenden des Mannheimer Fotografen und Filmemachers Luigi Toscano schuf der Spray-Künstler AKUT alias Falk Lehmann in F 6, 5–8,Welt-Icon, Mannheim-Innenstadt, das Wandbild „Gegen das Vergessen“. Das 14 Meter hohe und zehn Meter breite Kunstwerk zeigt Porträts von Horst aus Gelsenkirchen und Bella aus Kaunas/Litauen, zwei lebenden Opfern des Nationalsozialismus, mit Zitaten von ihnen. Darunter ist schemenhaft in grau gehalten eine Anzahl von Menschen zu sehen mit der Aufschrift „Gegen das Vergessen“. Das Bild befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite des Wohnblocks, an dem AKUT (mit Partnerin als Duo Herakut) im Jahr 2013 das erste Werk des Projekts Stadt.Wand.Kunst, „My Superhero Power Is Forgiveness“, schuf.[1]

Load - HOMBRE[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der etwa 18 Meter hohen, türkis eingefärbten Hauswand in Mannheim, J 7, 23,Welt-Icon entstand das Mural „Load“ des Mannheimer Künstlers Pablo Fontagnier alias HOMBRE SUK. Mit dem Rücken zum Betrachter sieht ein Junge, lässig gekleidet, mit Baseballcap ein heranrasendes leuchtend gelbes Auto ohne Fahrer. Dieses ist reichlich überladen und gestapelt bepackt mit zahlreichen Gegenständen und Utensilien. Der Künstler bezieht das Bild auf seinen Sohn und sieht es als Aufruf an dessen Generation, sich weniger Ballast aufzubürden, um ohne diesen leichter durchs Leben gehen zu können.

Nicht mehr erhalten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Farbe für Franklin (2015)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drei Werke unter dem Titel „Farbe für Franklin“ der Künstler Hombre & Boogie, Meiner und Sweetuno existieren nicht mehr. Sie waren auf den Giebelseiten von drei Wohnblocks nebeneinander im ehemaligen US-amerikanischen Wohngebiet „Benjamin Franklin Village“ dargestellt. Diese Gebäude wurden – wie geplant – 2016 im Rahmen der Umbaumaßnahmen auf der Konversionsfläche abgerissen.

Freiheitstesterin – Mehrdad Zaeri und Christina Laube (2016)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der in Isfahan im Iran geborene Buchillustrator und Performancekünstler Mehrdad Zaeri-Esfahani präsentierte mit dem unbunten Wandbild in B 6, 4}, Mannheim-Innenstadt, zusammen mit seiner Frau Christina Laube seine erste großformatige Arbeit. Eine Frau steht auf einem Podest umgeben von Vögeln und beugt sich nach vorn, um die Freiheit zu testen. Das Bild wurde mit dem Abriss des Gebäudes Ende Juli 2018 zerstört.

Old new world order – EGS (2018)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als letztes Objekt des Projekts im Jahr 2018 gestaltete der finnische Künstler EGS aus Helsinki, der weltweites Ansehen genießt und schon in der Kunsthalle Helsinki (Taidehalli) ausstellte sowie für die finnische Post Briefmarken mit Graffiti-Motiven gestaltete, die vier Wände des Einraumhauses am Alten Messplatz. Auf schwarzem Untergrund waren Kontinente, Länder und Inseln stilisiert in unterschiedlichen Flächenmustern mit etwas abgedunkelten Farben dargestellt, teilweise deutlich abweichend von Positionen und Proportionen auf dem Globus. Damit wurde Bezug auf Veränderungen auf der Welt genommen mit unterschiedlichen Interpretationsmöglichkeiten durch die Betrachter. Das Wandbild entstand in Zusammenarbeit mit dem Finnland-Institut in Deutschland als Teil eines Kulturfestivals im November 2018. Die Wand ist seit Anfang 2019 wieder übermalt.

Ausblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Projekt wird fortgesetzt. Ziel ist es, aus ehemals grauen Mauern eine öffentliche Galerie zu formen und mit einer „Open Urban Art Gallery Mannheim“ das erste frei zugängliche Museum für Fassadenkunst in Baden-Württemberg zu errichten.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Stadt.Wand.Kunst – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Weitere Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mannheimer Morgen, 19. August 2016, Seite 22, Galerie unter freiem Himmel
  • Mannheimer Morgen, 26. August 2017, Seite 13, Wenn Hausfassaden Geschichten erzählen
  • Mannheimer Morgen, 13. Juli 2018, Seite 13, Farbe zieht in die Neckarstadt-West

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mannheimer Morgen vom 10. Juli 2020, Seite 27, Eine Fassade des Erinnerns.