Stadtbibliothek (Lübeck)

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Bibliothek der Hansestadt Lübeck
Logo Stadtbibliothek Lübeck.gif
Gründung 1619
Bestand 1.021.000
Bibliothekstyp Stadtbibliothek
Ort Lübeck
Bibliothekssigel Bibliothek der Hansestadt LübeckVorlage:Infobox Bibliothek/Wartung/Sigel
ISIL DE-48
Website http://stadtbibliothek.luebeck.de/
Supralibros der Bibliothek: Schwert und Rad (Attribut der Heiligen Katharina), auf einem Band, der sich heute in der Bibliothek der University of Pennsylvania befindet
Vordergebäude von 1926 (Foto: 2006)

Die Stadtbibliothek in Lübeck (offizieller Name: Bibliothek der Hansestadt Lübeck) ist eine öffentliche und wissenschaftliche Bibliothek, als letztere auch Schwerpunktbibliothek für Musik des Landes Schleswig-Holstein. Sie ist nach eigenen Angaben die reichste Altbestandsbibliothek Schleswig-Holsteins.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gründung geht auf eine Anregung des Reformators Johannes Bugenhagen in seiner Kirchenordnung von 1531 zurück, die allerdings erst ab 1616 durch den Bürgermeister Alexander Lüneburg und den Ratsherrn Jürgen Pavels gemeinsam mit dem Superintendenten Georg Stampelius und dem Rektor des Katharineums Johann Kirchmann aufgegriffen wurde.[2] Die in der Stadt verstreuten Bestände, etwa der Ratsbibliothek und der Bibliotheken der Kirchen und ehemaligen Klöster (mit Ausnahme des Doms), wurden in Räumen des ehemaligen Katharinenklosters zusammengefasst, die durch die Katharinenkirche zugänglich waren, und ab 1619 der allgemeinen Öffentlichkeit im dazu mit einer eichenen Regalanlage versehenen Dormitorium des ehemaligen Klosters zugänglich gemacht. Die 61 geschnitzten Wappen und Namensinschriften aus Rat, Geistlichkeit und Schule zeigen, dass die Bibliothek eine gemeinsame Sache der weltlichen und geistlichen Stadt-Obrigkeit war.

Die 1616 übernommenen Bestände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allein die Geschichte der von der Stadtbibliothek übernommenen Bestände der Ratsbibliothek reicht zurück in die Zeit des Spätmittelalters. Sie besteht zur Hälfte aus der umfangreichen Bibliothek des Lübecker Ratssyndikus Simon Batz (1420–1464), die der Lübecker Rat bei dessen Tod gegen Zahlung eines Betrages von 300 Rheinischen Gulden übernahm.[3]

Die Erweiterung der Bestände nach Gründung der Bibliothek[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1624 erhielt die Bibliothek zwei große Globen des niederländischen Kartographen Willem Blaeu und 1668 zwei darauf bezogene programmatische Gemälde Der alte Gelehrte und Der junge Gelehrte der Brüder Johann Zacharias und Gottfried Kniller (heute im St. Annen-Museum).

Die Bibliothek erfreute sich von Anfang an einer Vielzahl von Zustiftungen von privater Hand und zählte 1754 bereits über 9.000 Bände.

Besonders große Erweiterungen erfuhr sie 1648 durch die vom Rat angekaufte Nachlass-Bibliothek des Universalgelehrten Joachim Morsius und 1692 durch das Dornesche Legat des Ratsherrn Konrad von Dorne. 1756 erhielt die Bibliothek das Pflichtexemplar-Recht für alle in Lübeck veröffentlichten Werke.

Durch das Vermächtnis des Predigers an St. Aegidien Heinrich Scharbau erhielt die Stadtbibliothek 1759 neben einem Stiftungskapital von 16.000 Mark auch 6.000 weitere Bände seiner Privatbibliothek. Diese wurden in einem eigenen Raum (dem ehemaligen Sitzungssaal des Konsistoriums) neben dem Bibliotheksgründungssaal, der Scharbau zu Ehren den Namen Scharbausaal erhielt, aufgestellt.

Die Stadtbibliothek im 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Säkularisation des Domkapitels wurde 1804 auch die Dom-Bibliothek (130 Handschriften und 500 Drucke) in die Stadtbibliothek eingegliedert. Zwei Jahre später wurde die an das Waisenhaus übergegangene Bibliothek des Michaeliskonvents der Schwestern vom Gemeinsamen Leben (Beginen) in die Stadtbibliothek eingegliedert, die damit einen einzigartigen Schatz an mittelniederdeutschen Handschriften aus dem 15. Jahrhundert erhielt. 1817 wurden die Bestände durch die Stiftung von weiteren 6.000 Bänden der Privatbibliothek des Dompropstes Johann Carl Heinrich Dreyer (1723–1802) ergänzt. Seither dürfte die Schwerpunktbildung für Deutsche und Lübecker Geschichte sowie die Deutsche Rechtsgeschichte anerkannt sein. 1821 umfasste der Bibliotheksbestand bereits etwa 35.000 Bände. Um 1830 erstellte Ernst Deecke den ersten Inkunabel-Katalog der Bibliothek und bereitete so den Weg für die Mittelalterforschung in den Beständen.

Bis 1903 oblag die Aufsicht über die Bibliothek nebenamtlich einem Lehrer des Katharineums. In diesem Jahr wurde Carl Curtius (1841–1922), der die Bibliothek seit 1879 in Personalunion mit der „dritten Professur“ am Katharineum geleitet hatte, von seinen Lehrverpflichtungen an der Schule freigestellt. Curtius hob die im Scharbau-Testament von 1759 begründete Trennung der Bestände in Scharbauische Bibliothek (Bibliotheca Scharbovia) und Stadtbibliothek (Bibliotheca Publica) auf. Dies machte erstmals eine umfangreiche Neuaufstellung und Katalogisierung möglich, die am Ende des 19. Jahrhunderts erfolgte.

1879 entstand neben der sich zur Archivbibliothek entwickelnden Stadtbibliothek eine Volksbibliothek, zunächst als Verein innerhalb der Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit, dann als eigenständige Öffentliche Bücherei mit mehreren Zweigstellen in den Stadtteilen.

Zeitgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1923 wurde die Öffentliche Bücherei und Lesehalle in staatliche Verwaltung überführt und zu einer Abteilung der Stadtbibliothek.

Einen Rückschlag erlitt die Lübecker Bibliothek, die schon überregionale Bedeutung vergleichbar einer Staatsbibliothek besaß, als die Nationalsozialisten an die Macht kamen. Der Direktor Willy Pieth wurde am 1. Juli 1933 entlassen, ebenso sein Stellvertreter Heinrich Schneider sowie Meta Corssen als Leiterin der Öffentlichen Bücherei. Neuer Direktor wurde im November der NS-Parteigenosse Gustav Struck, und das Interesse der Nazis bestand auf der Aussonderung „gefährdender“ Schriften und Autoren. Nach dem Luftangriff der Engländer 1942 auf die Lübecker Altstadt wurden die wichtigsten Bestände (28.000 Bände) in das Salzbergwerk Gröna bei Bernburg (Saale)[4] und in den Stollen Plömnitz (Gemeinde Preußlitz, Salzlandkreis) in Sachsen-Anhalt ausgelagert,[5] von wo aus sie später als Beutekunst in die Sowjetunion gelangten und auf Teilrepubliken verteilt wurden. Bis heute sind davon, vor allem aus Armenien und Georgien, 7.718 Bände zurückgekehrt, während bei anderen die Rückgabe offen ist.[6] Etliche Inkunabeln, darunter mindestens ein Werk aus dem früheren Besitz von Heinrich III. Bockholt, befinden sich heute in der Universitätsbibliothek Tomsk und wurden hier digitalisiert.[7]

Nach dem Krieg hatte die Bibliothek einige Schwierigkeiten, ihre dezimierten Bestände wiederaufzubauen. Nach intensiver Diskussion wurde 1971 die Zusammenlegung von wissenschaftlicher Stadtbibliothek und Öffentlicher Bücherei zu einer Institution nach dem Vorbild der englischen Public Library beschlossen. Gleichzeitig löste Freihandaufstellung nach einer von der Stadtbibliothek Hannover übernommenen Systematik die bisherige Numerus Currens-Magazinierung ab.[8] 1979 wurde ein weiterer Neubau fertiggestellt, und die Bibliothek stand allen offen. Teilkontingente der Auslagerungsbestände aus den GUS-Staaten kehrten zurück und die Musikabteilung (teilweise in Zusammenarbeit mit der Musikhochschule Lübeck) entwickelte ein umfangreiches Programm zur Veröffentlichung und Aufführung von Musik aus ihrem reichhaltigen Bestand.

2007 übernahm Bernd Hatscher die Leitung der Stadtbibliothek von Jörg Fligge.

Heutiger Schwerpunkt ist die Ausrichtung auf den Bildungsauftrag beispielsweise durch die Einführung eines Spiralcurriculums (stufenweise Lernangebote für Vorschule und Schule) oder Angebot von schulorientierten Unterrichtsmöglichkeiten. Dabei sind auch Medienpräsentation und Aufenthaltsqualität in den nächsten Jahren allmählich zu verbessern.

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mantelssaal

Die Stadtbibliothek ist in einem in Deutschland einzigartigen Ensemble untergebracht, das Gebäudeteile aus sieben Jahrhunderten vereinigt. Die mittelalterlichen Gebäudeteile des alten Katharinenklosters werden gemeinsam mit dem Katharineum genutzt. Ebenso gehört der südliche Oberchor der Katharinenkirche zur Bibliothek. Von 1994 bis 2002 wurden diese Räume grundlegend restauriert. Dabei wurden im Konsistorialsaal, der ab 1760 zur Unterbringung der Scharbau’schen Bibliothek diente, mehrere Ausmalungsschichten freigelegt.

Erst 1877 wurde auf Anregung des damaligen Bibliotheksleiters, des Historikers Friedrich Wilhelm Mantels, in die gotischen Klosterräume ein neugotischer erster Neubau eingefügt, der sowohl der Schule als auch der Bibliothek Erweiterungsfläche bot. Der Saal im Obergeschoss dieses Baus, heute Mantelssaal, wurde zwischen 1992 und 1994 restauriert und als Galeriebibliothek eingerichtet.

Vom Eingang in der Hundestraße sind diese Raumteile nicht sichtbar, da hier 1926 nach einem Entwurf von Friedrich Wilhelm Virck ein Erweiterungsbau zur Straße hin im Stil des norddeutschen Klinkerexpressionismus mit dem Magazin, das eine damals hochmoderne, freitragende Magazinanlage (Lipman-Regale, System Wolf Netter & Jacobi) erhielt, und einem Lesesaal angelegt wurde. Die dabei von Erwin Bossanyi geschaffenen Fresken des Lesesaals wurden 1937 als „Entartete Kunst“ übermalt und erst 1960 wieder freigelegt, wobei auf ausdrücklichen Wunsch des Künstlers keine Restaurierung erfolgte, sondern die Fresken in ihrem beschädigten Zustand konserviert wurden. 1992 wurde der Lesesaal grundlegend restauriert.

Fresko von Erwin Bossanyi im Lesesaal

Im Zuge der Zusammenlegung von Stadtbibliothek und Öffentlicher Bücherei und der dafür benötigten Flächenerweiterung wurde der Komplex 1979 durch einen weiteren Neubau im Stil der Zeit sowie durch den Ausbau der benachbarten Bürgerhäuser Hundestr. 15 und 17 ergänzt.

Bestände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute hat die Bibliothek ein reiches Medienangebot, eine umfassende Kinder- und Jugendbibliothek, ein steigendes Angebot von E-Books, CDs, CD-ROMs, DVDs, Zeitschriften, Zeitungen (u. a. alle Ausgaben der Lübecker Nachrichten seit dem Ende des 18. Jahrhunderts).

Der Gesamtmedienbestand betrug im Jahr 2016 1.021.049 mit 1.062.681 Ausleihen.[9]

Über den Altbestand liest man im Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland:

„Bei einem Gesamtumfang von ca. 1,16 Millionen Bdn zählt der historische Bestand heute 81.536 Titel (1900 bereits 120.000 Titel). Davon sind 40 Inkunabeln (nicht eingerechnet die 45 Inkunabelfragmente),[10] 5.552 Titel entfallen auf das 16. Jh., 10.879 auf das 17. Jh., 15.223 auf das 18. Jh. und 49.842 auf das 19. Jh. Die umfangreichste Gruppe ist die Theologie mit 15 Prozent des gesamten Altbestandes, gefolgt von der Geschichte mit 13 Prozent und Jura sowie der Altphilologie mit jeweils 12 Prozent. Diese Gruppen vereinigen 52 Prozent des alten Schrifttums auf sich gegenüber nur 7 Prozent, die auf die Naturwissenschaften (ohne Medizin) und Technik entfallen.“[11]

Spezielle Sammelgebiete sind die Geschichte und Landeskunde Lübecks und der Hanse.

Schulprogrammschriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die enge Verzahnung mit dem Katharineum, für das die Stadtbibliothek bis ins 20. Jahrhundert auch als Schulbibliothek diente, besitzt sie eine umfangreiche Sammlung an Schulprogrammschriften. Die fast 40.000 Exemplare sind seit 2000 mit Hilfe der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) durch einen eigenen Katalog erschlossen und in der Zeitschriftendatenbank verzeichnet.

Musikabteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von überregionaler Bedeutung ist die Musikabteilung mit einem reichen Altbestand an Musikalien, der durch liturgische Handschriften bis ins 12. Jahrhundert zurückreicht. Die Stadtbibliothek besitzt einen Kantatenband von Dietrich Buxtehude sowie mehrere Abendmusiken in autographen Partituren von Adolf Karl Kunzen. Sie verwahrt das Hugo Distler-Archiv[12] sowie (Teil)nachlässe der Kirchenmusiker Johann Georg Witthauer, Walter Kraft, Erwin Zillinger und Jan Bender, aber auch von dem in Lübeck geborenen Opernkomponisten Karl Grammann.

Stammbücher und Autographen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den in der Stadtbibliothek verwahrten Stammbüchern (vor der Auslagerung: 48; heute noch oder wieder vorhanden: 11)[13] ist besonders das vom Oldenburger Schreibmeister Johannes Kirchring (der Ältere) kalligraphisch gestaltete Stammbuch des David von Mandelsloh hervorzuheben.[14] Einem Stammbuch ähnlich ist die Autographensammlung des Joachim Morsius mit 779 Einträgen und 113 Bildnissen. Jacob von Melle hatte sie von seinem Schwiegervater Samuel Pomarius erhalten und übergab sie der Lübecker Stadtbibliothek; er fügte seinerseits ein dreifaches Register bei.[15] Das Album Morsianum gilt als eine der wichtigsten Quellen für die pansophische Bewegung der Zeit.[16]

Nachlässe und Sammlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadtbibliothek bewahrt auch die Nachlässe von Friedrich Overbeck[17] und Emanuel Geibel sowie Sammlungen, die von Karl von Schlözer und von Carl Julius Milde gestiftet wurden. Der Apotheker Eduard Geffcken schenkte 1861 seine umfangreiche fachbezogene Privatbibliothek gemeinsam mit seiner Porträtsammlung. 1897 schenkte Albert Kollmann der Bibliothek 168 Werke in 181 Bänden[18] aus der Nachlass-Bibliothek seines 1896 in Lübeck verstorbenen Bruders, des Pastors Friedrich Ludwig Kollmann (1828–1896).

Kunst- und Gemäldebesitz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der umfassende Kunstbesitz dieser alten Bibliothek erschließt sich nicht auf den ersten Blick. Eine Darstellung des damaligen Bibliotheksdirektors Peter Karstedt 1957[19] griff diese Thematik als Aufgabenstellung auf. Karstedt verstand unter dem „musealen“ Tätigkeitsfeld die „Verpflichtung der Landes- und Stadtbibliotheken, das regional, historisch und persönlich Einschlägige als Illustration ihres kulturellen Raumes an sich zu ziehen.“[20] Im Falle der Lübecker Stadtbibliothek gehören dazu neben den wertvollen Altbeständen in historischer Umgebung von Fresken und antiken Einrichtungsgegenständen auch ihr Besitz an Kunstgegenständen. Dazu gehören eine Vielzahl von ganzfigurigen Porträts der Personen, die für die Entstehung und Entwicklung der Bibliothek von Bedeutung waren: Rektoren und Professoren des Katharineums, Angehörige des Rates der Stadt, Stadtphysici, Superintendenten ihrer Kirche, später Mitglieder des Geistlichen Ministeriums sowie der Bibliothek verbundene Gelehrte.

Einen erheblichen Teil dieser Sammlungen hat die Stadtbibliothek seit dem Ende des 19. Jahrhunderts an andere Einrichtungen der Hansestadt Lübeck abgegeben. So ging die reichhaltige Sammlung von Werken Friedrich Overbecks und Carl Julius Mildes Selbstbildnis mit Julius Oldach und Erwin Speckter an das Behnhaus. Der junge Gelehrte und Der alte Gelehrte, das Porträt Jürgen Wullenwebers und das Porträt des Grafen Egmont von Chasôt von Stefano Torelli kamen in das Museum am Dom (Lübeck) und sind heute St.-Annen-Museum. Die ägyptische Mumie, die 1811 aus der Ratsapotheke in die Stadtbibliothek überwiesen worden war, kam 1879 ebenfalls in das Dommuseum und ist seit 1893 Teil der Völkerkundesammlung der Hansestadt Lübeck.[21] Zwölf der Porträts, Ratsherren und Bürgermeister, kamen um 1890 in das Lübecker Rathaus, um die dortige Bürgermeistergalerie zu vervollständigen.[22] Die städtische Münzsammlung kam 1922 in die Obhut des Archivs der Hansestadt Lübeck.[23]

Der immer noch reiche Restbestand bezieht sich konkreter auf die Geschichte der Bibliothek selbst. Dazu gehören beispielsweise

  • das Porträt des Reformators Johannes Bugenhagen
  • das Porträt des Rektors des Katharineums Johannes Kirchmann postmortem 1648 von Zacharias Kniller
  • die Porträts der Superintendenten Hunnius, Stampelius und Pomarius
  • das Porträt Scharbau
  • Porträts von Johannes und Emanuel Geibel[24]

Von den Porträts der Stadtphysici sind noch zwei, Johann Fitzmann und Johannes Nolto, in der Bibliothek vorhanden.

Personen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jacob Kockert, Porträt von Michael Conrad Hirt, 1644
Johann Daniel Overbeck
Friedrich Herrmann

Das Amt des Leiters der Stadtbibliothek war nach dem Tod des Rektors Kirchmann bis 1903 mit einer Professorenstelle am Katharineum verbunden. Bis zur Schulreform 1800/1801 war der Subrector, danach der 3. Professor für die Bibliothek zuständig.[25]

  • Georg Fink, kommissarisch 13. März bis Oktober 1933
  • Gustav Struck 1934–1940
  • Franz Weber 1940–1945, kommissarische Leitung als stellvertretender Leiter
  • Peter Karstedt 1945–1971
  • Ewald Niemann 1945–1974, Leitung Öffentliche Bücherei (Selbstständigkeit 1945–1973, erneute Fusion 1973)
  • Klaus Bock 1971–1989, 1971–1973 Berater
  • Jörg Fligge 1990–2005
  • Bernd Hatscher 2007–

An der Bibliothek tätig:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Christian Zietz: Ansichten der Freien Hansestadt Lübeck und ihrer Umgebungen, Frankfurt a.M, 1822, S. 350 ff.
  • Johannes Baltzer, Friedrich Bruns, Hugo Rahtgens: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Hansestadt Lübeck. Band IV: Die Klöster. Die kleineren Gotteshäuser der Stadt. Die Kirchen und Kapellen in den Außengebieten. Denk - und wegekreuze und der Leidenweg Christi. Lübeck: Nöhring 1928, Faksimile-Nachdruck 2001 ISBN 3-89557-168-7, S. 146–165
  • Isak Collijn: Lübecker Frühdrucke in der Stadtbibliothek zu Lübeck. In: Zeitschrift des Vereins für Lübeckische Geschichte und Altertumskunde 9 (1907), 285–333
  • Willy Pieth (Hg.): Bücherei und Gemeinsinn. Das öffentliche Bibliothekswesen der Freien und Hansestadt Lübeck. Lübeck: Otto Quitzow 1926
  • Paul Brockhaus: Verborgene Schätze. In: Der Wagen 1958, S. 75–103. (Überblick über den damaligen Kunst- und Gemäldebesitz der Stadtbibliothek mit Abbildungen.)
  • Robert Schweitzer: Die alten und wertvollen Bestände der Stadtbibliothek. Entstehung der Sammlung, Geschichte der Auslagerung, Bedeutung der Rückführung. In: Der Wagen 1992, S. 73–105 mit Anhang S. 269–278 (Digitalisat)
  • Bibliothek der Hansestadt Lübeck: Bibliotheksführer zum 375-jährigen Jubiläum. Lübeck 1997.
  • Jörg Fligge/Robert Schweitzer, Aus Georgien zurück. In: Bibliotheksdienst 31 (1997) (PDF-Datei; 440 KB (Memento vom 9. Juni 2007 im Internet Archive))
  • Jörg Fligge: Die Lübecker Stadtbibliothek 1990 bis 2005. Ein Bericht. In: Der Wagen 2006, S. 73–109 ISBN 978-3-87302-110-5
  • Jörg Fligge: Lübecker Schulen im "Dritten Reich": eine Studie zum Bildungswesen in der NS-Zeit im Kontext der Entwicklung im Reichsgebiet, Schmidt-Römhild, Lübeck 2014, S. 364 ff.

Kataloge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Carl Stiehl: Katalog der Musik-Sammlung auf der Stadtbibliothek zu Lübeck. In: Einladung zu den auf den ... angeordneten öffentlichen Prüfungen und Redeübungen der Schüler des Katharineums in Lübeck. Borchers, Lübeck 1893, S. [1]–[60] (Digitalisat)
  • Paul Hagen: Die deutschen theologischen Handschriften der Lübeckischen Stadtbibliothek. Lübeck: Schmidt-Römhild 1922 (Veröffentlichungen der Stadtbibliothek der freien und Hansestadt Lübeck 1,2)
Digitalisat im Internet Archive
  • Paul Hagen: Friedrich Overbecks handschriftlicher Nachlaß in der Lübeckischen Stadtbibliothek. Lübeck: Schmidt-Römhild 1926 (Veröffentlichungen der Stadtbibliothek der Freien und Hansestadt Lübeck 2)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bibliothek der Hansestadt Lübeck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Historische Bestände, Abgerufen am 1. Juli 2013
  2. Manfred Eickhölter: Quellen zur Entstehungsgeschichte der Lübecker Stadtbibliothek, erste Bibliotheksförderer und frühe Buchgeschenke, in: Jörg Fligge und Peter Borchardt (Hrsg.): Die wissenschaftliche Stadtbibliothek und die Entwicklung kommunaler Bibliotheksstrukturen in Europa seit 1945. Wiesbaden 2000, S. 259–289.
  3. Robert Schweitzer / Ulrich Simon: Boeke, gude unde böse - Die Bibliothek des Lübecker Syndikus Simon Batz von Homburg: Rekonstruktionsversuch anhand seines Testaments und der Nachweise aus dem ehemaligen Bestand der Ratsbibliothek in der Stadtbibliothek Lübeck. In: Das Gedächtnis der Hansestadt Lübeck: Festschrift für Antjekathrin Graßmann zum 65. Geburtstag. In Verbindung mit dem Verein für Lübeckische Geschichte und Altertumskunde und dem Hansischen Geschichtsverein hrsg. von Rolf Hammel-Kiesow und Michael Hundt. Lübeck, Schmidt-Römhild, 2005. ISBN 3-7950-5555-5 S. 127ff
  4. Auslagerungsort Gröna bei lostart
  5. Auslagerungsort Plömnitz bei lostart
  6. Anm.: Ein entsprechendes Schicksal erlitten ein Drittel der Bestände der Butendach-Bibliothek der Reformierten Gemeinde
  7. Inkunabeln der UB Tomsk in Sibirien, Blogeintrag auf Archivalia vom 16. Juni 2017, abgerufen am 16. Juni 2017
  8. Klaus Bock: Die Lübecker Bibliotheken. In: Der Wagen 1976, S. 123–131
  9. Bibliotheksdaten 2016 in Kürze, abgerufen am 20. Februar 2017
  10. Der Gesamtkatalog der Wiegendrucke verzeichnete 2015 263 Inkunabeldrucke; insgesamt bezifferte sich der Inkunabelbestand nach den handschriftlichen Katalogen der Lübecker Stadtbibliothek vor dem Zweiten Weltkrieg auf 1046 Drucke siehe Fabian Handbuch der Historischen Buchbestände, 2.62
  11. Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland, S. 119. (online)
  12. Ein Teil des Archivs wurde nach Rückgabe an die Erben von diesen im August 2010 der Bayerischen Staatsbibliothek geschenkt: Information der Bayerischen Staatsbibliothek vom, Hugo-Distler-Nachlass.
  13. Nach: Aus Armenien zurück. Schätze aus Lübecke Gründungsjahren. Broschüre zur Ausstellung vom 1. Juni bis 9. Juli 1999, Stadtbibliothek 1999 (Veröffentlichungen der Stadtbibliothek Lübeck. Dritte Reihe, Band 3), 32
  14. Willibald Leo von Lütgendorff-Leinburg (Hrg.): Das Stammbuch Davids v. Mandelsloh. Ein Beitrag zur Adelsgeschichte des 17. Jahrhunderts. Verlagsanstalt und Druckerei A.-G. (vorm. J. F. Richter), Hamburg 1893. Digitalisat; heutige Signatur: Ms. hist. 8° 24
  15. Ms. hist. 8° 25, 1-5 (frühere Signatur Ms. 4o 61 a—e), siehe Rudolf Kayser: Joachim Morsius. In: Geisteskultur. 6 (1897), S. 307–319 (Digitalisat), hier S. 310, und Max Seiffert: Das Album Morsianum, in Zeitschrift der Internationalen Musikgesellschaft 1 (1899), S. 28f (Digitalisat).
  16. Will-Erich Peuckert: Das Rosencreutz. Berlin: E. Schmidt 1973, ISBN 3-503-00573-0, S. 212
  17. Beispielsweise den Brief Karl Ludwig Roecks an Overbeck, als Volltext im Wikisource-Projekt, siehe s:de:Karl Ludwig Roeck an Friedrich Overbeck, 1810.
  18. Verwaltungsbericht 1897, S. 2
  19. Das museale Moment in der Stadtbibliothek von Lübeck. in Festnummer der Lübeckischen Blätter zum 47. Deutschen Bibliothekartag im Juni 1957 in Lübeck.
  20. Zitiert nach Paul Brockhaus: Verborgene Schätze, S. 75 (76. ff.).
  21. Ursula Buske, "Betrachtungswerthe alte Ägytische Mumie", in: Zeitschrift des Vereins für lübeckische Geschichte und Altertumskunde (ZVLGA) 74 (1994), S. 95–101
  22. Johannes Baltzer, Friedrich Bruns, Hugo Rahtgens: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Hansestadt Lübeck. Band IV: Die Klöster. Die kleineren Gotteshäuser der Stadt. Die Kirchen und Kapellen in den Außengebieten. Denk - und wegekreuze und der Leidensweg Christi. Lübeck: Nöhring 1928, Faksimile-Nachdruck 2001 ISBN 3-89557-168-7, S. 161
  23. Dieter Dummler: Die Münzsammlung der Reichs- und Hansestadt Lübeck. (= Handel, Geld und Politik. Heft 12). Lübeck 2012, ISBN 978-3-7950-4511-1
  24. Weitere Nachweise mit Abbildungen bei Paul Brockhaus, Verborgene Schätze.
  25. Namen und Daten im Wesentlichen nach Pieth: Bücherei und Gemeinsinn, S. 170

Koordinaten: 53° 52′ 7″ N, 10° 41′ 22″ O