Stadtsparkasse Düsseldorf

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Stadtsparkasse Düsseldorf
Hauptstelle an der Berliner Allee
Staat Deutschland
Sitz Berliner Allee 33
40212 Düsseldorf
Rechtsform Anstalt des öffentlichen Rechts
Bankleitzahl 300 501 10[1]
BIC DUSS DEDD XXX[1]
Gründung 1825
Verband Rheinischer Sparkassen- und Giroverband
Geschäftsdaten 2013[2]
Bilanzsumme 11,815 Mrd. Euro
Einlagen 8,138 Mrd. Euro
Kundenkredite 8,03 Mrd. Euro
Mitarbeiter 2.329
Geschäftsstellen 68
Leitung
Verwaltungsrat Dirk Elbers (Vorsitzender)
Vorstand Arndt M. Hallmann (Vorsitzender)
Martin van Gemmeren
Karin-Brigitte Göbel
Michael Meyer
Liste der Sparkassen in Deutschland

Die Stadtsparkasse Düsseldorf ist eine öffentlich-rechtliche Sparkasse mit Sitz in Düsseldorf in Nordrhein-Westfalen. Ihr Geschäftsgebiet sind die Städte Düsseldorf und Monheim am Rhein.

Organisationsstruktur[Bearbeiten]

Die Stadtsparkasse Düsseldorf ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts. Rechtsgrundlagen sind das Sparkassengesetz für Nordrhein-Westfalen und die durch den Verwaltungsrat der Sparkasse erlassene Satzung. Organe der Sparkasse sind der Vorstand und der Verwaltungsrat.

Geschäftsausrichtung[Bearbeiten]

Die Stadtsparkasse Düsseldorf betreibt als Sparkasse das Universalbankgeschäft. Sie ist Marktführer in ihrem Geschäftsgebiet. Die Stadtsparkasse Düsseldorf wies im Geschäftsjahr 2013 eine Bilanzsumme von 11,815 Mrd. Euro aus und verfügte über Kundeneinlagen von 8,138 Mrd. Euro. Gemäß der Sparkassenrangliste 2013 liegt sie nach Bilanzsumme auf Rang 8. Sie unterhält 68 Filialen/SB-Standorte und beschäftigt 2.329 Mitarbeiter.[3]

Sparkassen-Finanzgruppe[Bearbeiten]

Die Stadtsparkasse Düsseldorf ist Teil der Sparkassen-Finanzgruppe und gehört damit auch ihrem Haftungsverbund an. Er sichert den Bestand der Institute und sorgt dafür, dass sie stets alle Verbindlichkeiten erfüllen können. Die Sparkasse vermittelt Bausparverträge der regionalen Landesbausparkasse, offene Investmentfonds der Deka und Versicherungen der Provinzial und anderer Partner. Im Bereich des Leasing arbeitet die Stadtsparkasse Düsseldorf mit der Deutschen Leasing zusammen.

Die Stadtsparkasse betreibt für verschiedene Finanzmärkte mehrere Tochterunternehmen. Hierzu zählen:

  • S-Kapitalbeteiligungsgesellschaft Düsseldorf mbH
  • S-Immobilien-Beteiligungsgesellschaft Düsseldorf mbH
  • Equity Partners GmbH
  • Equity Partners Unternehmensbeteiligungs GmbH
  • S-online-Service Düsseldorf GmbH
  • S-Finanz-Services Düsseldorf GmbH

Außerdem besteht seit 2001 eine Beteiligung an dem Immobilienunternehmen Corpus Sireo; sie beträgt 25 % (Stand Januar 2013).[4]

Neben ihrer Funktion als Geldinstitut engagiert sie sich auch für gesellschaftliche und wohltätige Zwecke und versteht sich als Partner für die Region Düsseldorf und als führende Mittelstandsbank.

Die Hauptgeschäftsfelder der Stadtsparkasse Düsseldorf sind die Privat- und Firmenkunden. Der Schwerpunkt in beiden Segmenten liegt auf einer ganzheitlichen und individuell ausgerichteten Beratung. Für den Bereich Privatkunden wurde die Stadtsparkasse 2013 zum vierten Mal in Folge vom Magazin "Focus Money" als "Beste Bank in Düsseldorf" ausgezeichnet.[5]

Zentrale und Hauptstelle 2012

Im Firmenkundengeschäft hat sich die Stadtsparkasse Düsseldorf seit vielen Jahren auf den Mittelstand aus der Region fokussiert. Vor allem die guten Kenntnisse in und um Düsseldorf verhelfen ihr zu einer langfristigen Kundenbindung. Außerdem bietet die Stadtsparkasse Düsseldorf verschiedene Netzwerkforen, wie den Mittelstandstag, für regionale Unternehmer an.

Im Privatkundengeschäft vertrauen mehr als die Hälfte der Einwohner Düsseldorfs auf die Beratung der Stadtsparkasse Düsseldorf. 71 Geschäftsstellen und 153 Geldautomaten bieten den Kunden ein dichtes Servicenetz.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Düsseldorfer Rathaus: 1848 zieht die Sparkasse ins Erdgeschoss des rechten Flügels neben dem Rathausturm

Bereits aus dem Oktober 1806 stammt eine erste Akte über die Planung einer Leihanstalt in Düsseldorf. Im Sommer 1825 war es dann soweit: Das Oberbürgermeisteramt gab bekannt, dass "Leih-Haus und die Spar-Kasse" eröffnen werden. Im Jahr 1848 erfolgt die Trennung von Leih-Haus und Spar-Kasse. Damals wurde eine rein soziale Ausrichtung festgelegt. Schon im Jahr 1872 erreicht die Bilanzsumme der Sparkasse die Millionengrenze. 1877 wird die Sparkasse dann ein kommunales Kreditinstitut und es entfällt der Grundsatz der rein sozialen Ausrichtung.

Der Zweite Weltkrieg erschüttert auch die Sparkasse in Düsseldorf. Nach dem im Krieg ist fast die Hälfte aller Wohnbauten und ein Drittel aller Industrieanlagen zerstört, das Filialnetz liegt am Boden und wird erst langsam wieder aufgebaut.

1956 kauft die Sparkasse Düsseldorf das fast 5.000 Quadratmeter große Grundstück an der Berliner Allee und errichtet dort ihre Hauptstelle. Noch heute beheimatet das im Jahr 2000 komplett renovierte Hochhaus die Hauptstelle der Stadtsparkasse Düsseldorf.

Am 22. November 1969 wurde die Sparkassenuhr mit einem Spezialkran auf das Dach des Sparkassenhochhauses gehievt.

1956 wird auch das Sparkassengesetz verabschiedet, was die Sparkasse als eine Anstalt des öffentlichen Rechts definiert. Damit ist es ihre Hauptaufgabe den örtlichen Sparsinn und die örtliche Kreditversorgung zu fördern.

Ende des Jahres 1969 wird dem Sparkassenhochhaus die Sparkassenuhr aufgesetzt. Mit einem Durchmesser von neun Metern, einem Gewicht von 28 Tonnen, einer Fläche von 64 Quadratmetern und einer Höhe von insgesamt 14 Metern wird sie Düsseldorfs größte Uhr und bis 1998 zum markanten Orientierungspunkt der Innenstadt.

Gesellschaftliches Engagement[Bearbeiten]

Als öffentlich-rechtliches Institut arbeitet die Stadtsparkasse Düsseldorf gemeinwohlorientiert. Sie unterstützt die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Düsseldorf im sozialen Bereich, fördert das Brauchtum, die Bildung und den Sport sowie das kulturelle Leben in Düsseldorf. Für dieses Engagement hat die Stadtsparkasse Düsseldorf im Jahr 2011 eine Summe von 5,5 Millionen Euro aufgebracht.

Die Stadtsparkasse unterhält mehrere Stiftungen.

Die Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf wurde im Jahr 2000, anlässlich ihres 175-jährigen Jubiläums gegründet. Bis 2012 hat die Kunst- und Kulturstiftung mit einer Summe von 1,9 Millionen Euro 193 Förderprojekte unterstützt.

Die Stiftung Monheim wurde im Jahr 2002 gegründet und widmet sich gemeinnützigen Zwecken wie der Jugend- und Altenhilfe, als auch der Sport- und Kulturförderung.

Die Düsseldorfer Eissporthalle ist ebenfalls eine Stiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf. Sie wurde 1975 gegründet, anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der Stadtsparkasse.

Neben den verschiedenen Stiftungen fördert die Stadtsparkasse Düsseldorf gemeinnützige Vereine durch Sponsoring, Spenden und den PS-Zweckertrag.

Zentrale und Hauptstelle 1991

Im Vordergrund des Sponsorings steht die Nachwuchsförderung, die mit 2,5 Millionen Euro im Jahr 2011 unterstützt wurde. Das Spendenbudget von 1,8 Millionen Euro kam gemeinnützigen Vereinen zugute.

Der PS-Zweckertrag beruht auf der Sparkassenlotterie „PS-Sparen und Gewinnen“. Die Kunden der Stadtsparkasse Düsseldorf kaufen Lose von denen jeweils 25 Cent in die Ausschüttung für den guten Zweck fließen. Im Jahr 2011 konnten dadurch 288 Projekte mit einer Summe von insgesamt einer Million Euro unterstützt werden.

Skandal um Maxfield-Pleite bzw. Pooth-Affäre[Bearbeiten]

Bundesweites Aufsehen erregte die fristlose Kündigung zweier Vorstandsmitglieder der Sparkasse Düsseldorf im März 2008. Deren Vorstandsvorsitzender Heinz-Martin Humme sowie das Vorstandsmitglied Karl-Heinz Stiegemann hatten dem Unternehmer Franjo Pooth, Ehemann der bekannten Entertainerin Verona Pooth, trotz Warnungen aus Verwaltungsratskreisen einen Kredit in Höhe von 9,3 Millionen Euro gewährt, obwohl sein Unternehmen Maxfield in hohem Maße verschuldet war. Das Unternehmen ist inzwischen insolvent.[6]

Franjo Pooth hat gestanden, die beiden Vorstände unter anderem mit hochwertigen Fernsehern der Luxusmarke Bang & Olufsen im Wert von über 9.000 Euro bestochen zu haben; jedoch beschuldigt er mindestens ein Vorstandsmitglied, ihn dazu genötigt zu haben.[7] Nachdem Wirtschaftsprüfer belastende Belege über die Vorstandsmitglieder gefunden hatten, beschloss der Verwaltungsrat einstimmig deren fristlose Kündigung.[8] Stiegemann reichte trotz des mutmaßlich verlorenen Millionenkredits Klage auf Auszahlung von Erfolgsprämien in Höhe von 105.000 Euro gegen die Sparkasse ein.[9] Verona Pooth behauptete in einem RTL-Interview, ihr Mann habe das Talent, „Bankleute um den Finger zu wickeln“.[10] Ein Mitglied des Sparkassen-Verwaltungsrats äußerte öffentlich den Verdacht, dass der Kredit aufgrund des „Verona-Faktors“ zu leichtfertig gewährt worden sei.[11]

Im Rahmen der juristischen Abarbeitung der Pooth-Affäre wurde der frühere Düsseldorfer Stadtsparkassen-Vorstand Karl-Heinz Stiegemann im Juli 2011 vom Düsseldorfer Landgericht zur Zahlung von 454.000 Euro an seinen früheren Arbeitgeber verurteilt.[12]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Stammdaten des Kreditinstitutes bei der Deutschen Bundesbank
  2. Sparkassenrangliste 2013
  3. Sparkassenrangliste 2013
  4. Corpus Sireo: Gesellschafter Zugriff am 23. Januar 2013
  5. Focus Money Online, Stand: 3. Mai 2013, Liste der besten Regional-Banken.
  6. Pooth-Affäre: Sparkassen-Chef Humme fristlos gefeuert, Die Zeit online, 1. April 2008
  7. Maxfield-Pleite: Franjo Pooth räumt Bestechung ein, Spiegel Online, 6. April 2008
  8. Pooth-Pleite: Düsseldorfer Sparkassenchef muss Posten räumen, Spiegel Online, 31. März 2008
  9. Pooth-Affäre: Stiegemann will Erfolgsprämie, Rheinische Post, 12. Juni 2008
  10. Verdacht der Untreue: Bankchef muss wegen „Pooth-Affäre“ gehen, Die Welt, 22. Februar 2008
  11. Bestechungsvorwurf gegen Veronas Ehemann: Sparkasse – da werden Sie geholfen, Rheinische Post, 21. Februar 2008
  12. Ex-Sparkassen-Vorstand muss 454 000 Euro zahlen in: Rheinische Post vom 28. Juli 2011. Abgerufen am 3. August 2011.

51.2224516.781905Koordinaten: 51° 13′ 21″ N, 6° 46′ 55″ O