Steven Defour

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Steven Defour
Dinamo-Anderleht (4).jpg
Steven Defour (2015)
Personalia
Geburtstag 15. April 1988
Geburtsort MechelenBelgien
Größe 174 cm
Position Mittelfeldspieler
Junioren
Jahre Station
1992–2002 KV Mechelen
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
2004–2006 KRC Genk 30 0(1)
2006–2011 Standard Lüttich 115 (13)
2011–2014 FC Porto 65 0(3)
2014–2016 RSC Anderlecht 63 0(9)
2016–2019 FC Burnley 51 0(2)
2019– Royal Antwerpen 0 0(0)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)2
2003 Belgien U-15 5 0(1)
2003–2004 Belgien U-16 11 0(1)
2004–2005 Belgien U-17 11 0(1)
2005 Belgien U-18 1 0(0)
2006– Belgien 52 0(2)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.
Stand: 2019-31-08

2 Stand: 14. November 2017

Steven Defour (* 15. April 1988 in Mechelen) ist ein belgischer Fußballspieler. Seit September 2019 steht er bei Royal Antwerpen unter Vertrag. Er ist Rechtsfuß und im Mittelfeld universell einsetzbar.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Defour war als Nachwuchsspieler bei Hombeek und beim KV Mechelen. Im Jahr 2002 wechselte er in die Nachwuchsabteilung des KRC Genk. 2004 folgte als damals sechzehnjähriger dann der erste Einsatz im Profibereich. Zur Folgesaison sollte Defour der Durchbruch gelingen. Nach einem dritten und einem vierten Platz mit Genk entschied sich der Mittelfeldspieler zu einem Wechsel. Zuvor gab es jedoch Problem mit seinem aktuellen Arbeitgeber, der Defour nicht ziehen lassen wollte. Mit Hilfe eines Gesetzes von 1978 konnte der Allrounder seinen Vertrag mit Genk lösen.[1] Im Sommer 2006 unterschrieb er bei Ligakonkurrent Standard Lüttich einen Fünfjahresvertrag[2] und wurde für die Saison 2007/08, im Alter von 19, zum Captain bestimmt. Damit löste er Sérgio Conceição ab. Nach guten Leistungen während dieser Spielzeit wurde Defour am Ende der Saison der Goldene Schuh verliehen und löste damit Mbark Boussoufa ab. Zudem führte er sein Team zum ersten Titelgewinn seit 1983. Im Folgejahr konnte man diesen Erfolg verteidigen. Ende des Jahres 2009 brach sich der Mittelfeldallrounder den rechten Fuß und fiel auf unbestimmte Zeit aus. Manchester United-Trainer Alex Ferguson ließ ihm darauf hin ein Genesungsschreibung zukommen.[3] Zum neuen Jahr meldete er sich wieder gesund. Kurz darauf, im März, verlängerte Defour seinen Vertrag um zwei Jahre bis 2015.[4]

Im August 2011 wechselte er zum portugiesischen Erstligisten FC Porto.[5] Nach drei Jahren wechselt er von dort zurück nach Belgien zum RSC Anderlecht für eine Ablöse von 6 Millionen Euro.[6]

Damit war er über den Umweg über Porto aus Sicht der Ultra-Fans von Standard Lüttich zum Rivalen Anderlecht gewechselt. Als Folge zeigten sie beim nächsten Heimspiel gegen den RSC Anderlecht ein eingeschmuggeltes Banner, das einen enthaupteten Defour zeigte.[7] Wegen dieses Vorfalls verhängte der belgische Fußballverband gegen Standard nur eine Strafandrohung eines Spieles unter Ausschluss der Öffentlichkeit und 5.000 Euro Geldstrafe, falls es innerhalb eines Jahres zu einem neuem Vorfall käme.[8]

Nach zwei Jahren beim RSC Anderlecht wechselte Defour für eine Ablöse von 8,6 Millionen Euro zum FC Burnley, der in der Premier League, der höchsten englischen Liga, spielt.[9]

Infolge Verletzung fiel er dort von Januar bis September 2018 aus. Anschließend stand er bei sechs Spielen wieder auf dem Platz, zuletzt am 1. Dezember 2018. Seitdem spielte er noch in zwei Spielen des FA Cups und gehörte bei zwei Ligaspielen zum Kader, ohne eingesetzt zu sein. Ende August 2019 bat Defour den Verein um Auflösung des Vertrages aus persönlichen Gründen.[10]

Defour kehrte dann nach Belgien zurück und unterschrieb einen Einjahresvertrag beim Erstdivisionär Royal Antwerpen.[11]

Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mai 2006 gab Defour im Alter von achtzehn Jahren sein Nationalmannschaftsdebüt. Im Freundschaftsspiel am 11. Mai 2006 gegen Saudi-Arabien wurde er von Trainer René Vandereycken in der Startaufstellung aufgeboten und erst in der 89. Minute für Nicolas Lombaerts ausgewechselt. Die Partie wurde mit 2:1 gewonnen.[12] Fortan wurde er regelmäßig in den Kader der Roten Teufel berufen.

Am 3. September 2010, im EM Qualifikationsspiel gegen Deutschland, wurde er mit zwei verschiedenen Nummern auf seinem Trikot eingewechselt. Auf der Brust war die (richtige) 15 zu sehen, auf dem Rücken aber die 14.[13]

Bei der Weltmeisterschaft 2014 stand er im 3. Gruppenspiel gegen Südkorea erstmals auf dem Platz und erhielt dort in der 45. Minute die rote Karte. Für das Achtelfinale war deshalb gesperrt. Im Viertelfinale gegen Argentinien, in dem die belgische Nationalmannschaft ausschied, wurde er nicht berücksichtigt.

Infolge Verletzung gehörte er bei der Europameisterschaft 2016 nicht zum Kader. Sein bisher letztes Länderspiel war ein Sechsminuteneinsatz am 14. November 2017 im Freundschaftsspiel gegen Japan.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Individuell[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Defour löst Vertrag vom 17. Juni 2007 auf transfermarkt.de
  2. Neuer Club für Defour vom 11. Juli 2006 auf transfermarkt.de
  3. Defour ready to make next step vom 26. Oktober 2010 auf soccernet.espn.go.com (englisch)
  4. Neuer Vertrag für Defour vom 30. März 2010 auf transfermarkt.de
  5. standard.sudpresse.be: „Transferts“: Defour zum FC Porto@1@2Vorlage:Toter Link/standard.sudpresse.be (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven) (französisch) abgerufen am 17. August 2011.
  6. FC Porto vendeu o passe de Steven Defour ao Anderlecht por 6 M€. Sic Noticias, 13. August 2014, abgerufen am 6. September 2019 (portugiesisch).
  7. Jannik Sorgatz: Ultras täuschen Standard Lüttich mit „Kopf-ab-Choreo“. Rheinische Post, 26. Januar 2015, abgerufen am 6. September 2019.
  8. Standard geht nicht in Berufung – Geisterspiel akzeptiert. Belgischer Rundfunk, 13. Februar 2015, abgerufen am 6. September 2019.
  9. FC Burnley verpflichtet Steven Defour für Vereins-Rekordablöse. In: Sportal. 16. August 2016, abgerufen am 6. September 2019.
  10. Steven Defour: Ex-Burnley midfielder joins Royal Antwerp. BBC, 3. September 2019, abgerufen am 6. September 2019 (englisch).
  11. ontdek onze nieuwe reds. Royal Antwerpen, 2. September 2019, abgerufen am 6. September 2019 (niederländisch).
  12. Spielbericht: Belgien - Saudi-Arabien 2:1 (1:1) auf weltfussball.de
  13. Kuriosität: Steven Defour mit 2 Trikotnummern vom 3. September 2010.
VorgängerAmtNachfolger
Mbark BoussoufaBelgiens Fußballer des Jahres
2007
Axel Witsel