Royal Antwerpen

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Royal Antwerpen
Logo Royal Antwerp
Basisdaten
Name Royal Antwerp Football Club v.z.w.
Sitz Antwerpen, Belgien
Gründung 1. September 1880
Farben rot-weiß
Präsident Paul Gheysens
Website royalantwerpfc.be
Erste Fußballmannschaft
Cheftrainer Mark van Bommel
Spielstätte Bosuilstadion
Plätze ca. 16.000
Liga Division 1A
2021/22 4. Platz – (Hauptrunde + Play-off)
Heim
Auswärts
Ausweich

Der Royal Antwerp Football Club v.z.w., im deutschsprachigen Raum bekannt als Royal Antwerpen, seltener auch FC Antwerpen, ist ein Fußballverein aus der belgischen Stadt Antwerpen (englisch Antwerp).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein wurde am 1. September 1880 gegründet und ist somit der älteste Fußballverein Belgiens, was ihm den Spitznamen „The Great Old“ einbrachte. 1993 erreichte Royal Antwerpen das Endspiel um den Europapokal der Pokalsieger. Das im Londoner Wembley-Stadion gespielte Finale verloren die Antwerpener allerdings gegen den italienischen Vertreter AC Parma mit 1:3. Damit ist Royal Antwerpen der letzte belgische Verein, der ein Finale um einen europäischen Wettbewerb erreichte.

Seit 1998 kooperiert Royal Antwerpen mit Manchester United, sodass junge, meist nicht-europäische Talente zunächst Spielpraxis bei Royal Antwerpen sammeln.[1]

Royal Antwerpen spielt seit 1923 im Bosuilstadion mit momentan ca. 16.000 Plätzen, welches anstelle des Stadion Broodstraat errichtet wurde, wo der Verein seit 1908 seine Partien austrug.[2]

2004 stieg der viermalige belgische Meister in die zweiten Liga ab, seit 2017 spielt der RAFC wieder in der erstklassigen Division 1A. Dafür wurde als neuer Trainer László Bölöni für zwei Jahre verpflichtet.[3] Am Ende der regulären Spielzeit belegte Antwerpen den 8. Platz. In der folgenden Play-off-Runde konnte man sich nicht für einen europäischen Wettbewerb qualifizieren.

Aufgrund dieser Platzierung wurde der Vertrag mit Bölöni bis Sommer 2020 verlängert.[4] In der folgenden Saison belegte Antwerpen am Ende der regulären Spielzeit den 6. Platz, konnte sich innerhalb des Meister-Play-offs aber noch auf Platz 4 verbessern. Somit spielte der Verein im Europa-League-Play-off-Finale gegen den Sieger der Play-off-2B Sporting Charleroi.

Nach einem 3:2-Sieg war Antwerpen sportlich für die 2. Qualifikationsrunde zur Europa League qualifiziert. Am 17. Juli 2019 bestrafte das belgische Schiedsgericht für den Sport als Berufungsinstanz den KV Mechelen, wegen Manipulation des Spiels gegen Waasland-Beveren am 11. März 2018, unter anderem mit dem Ausschluss aus der Europa League. Alle belgischen Vereine rückten in der Folge um einen Qualifikationsplatz auf, wodurch Antwerpen einen Startplatz in der 3. Qualifikationsrunde der Europa League erreichte.[5]

Mitte Mai 2020 beschloss der Verein, den Vertrag mit Bölöni nicht zu verlängern.[6] Wenige Tage später wurde Ivan Leko als Trainer bis zum Ende der Saison 2021/22 verpflichtet.[7] In seinem ersten Pflichtspiel gewann er das infolge der COVID-19-Pandemie erst am 1. August 2020 ausgetragene Pokalfinale der Saison 2019/20 gegen den FC Brügge. Damit qualifizierte Antwerpen sich für die Gruppenphase der Europa League 2020/21.

Nach dem letzten Ligaspiel des Jahres kündigte Leko Ende Dezember 2020 seinen Vertrag, weil er zu Shanghai SIPG wechselt.[8] Anfang Januar 2021 wurde Franky Vercauteren als neuer Trainer für den Rest der Saison verpflichtet.[9]

Vercauteren erreichte mit Antwerpen Platz 2 in der Hauptrunde, wenn auch mit 16 Punkten Rückstand auf den FC Brügge. In der Meister-Play-off-Runde konnte der Verein nach 3 Niederlagen und zwei Remis nicht mit Brügge und dem KRC Genk mithalten und erreichte Platz 3 in der Play-off-Runde. Da Genk als Vizemeister zugleich Pokalsieger war, stand diesem der höhere Qualifikationsplatz in der Champions League zu, so dass Antwerpen den Platz von Genk in den Play-offs zur Europa League einnahm. Es verblieb dabei, dass Vercauteren nur befristet als Trainer eingestellt war, und Ende Mai 2021 wurde der Däne Brian Priske als neuer Trainer mit einer Vertragslaufzeit von zwei Jahren verpflichtet.[10]

In der Play-off-Runde zur Europa League 2021/22 setzte sich Antwerpen schließlich im Elfmeterschießen gegen Omonia Nikosia durch und erreichte so die Gruppenphase. Gruppengegner waren Eintracht Frankfurt Olympiakos Piräus und Fenerbahçe Istanbul. Nach einem Sieg, zwei Remis und drei Niederlagen schied der Verein als Vierter aus der Europa League aus. Im belgischen Pokal scheiterte man bereits im Achtelfinale an Zweitdivisionär KVC Westerlo. In der Saison 2021/22 der Division 1A erreichte Antwerpen mit einem Punkt Vorsprung den 4. Platz der Hauptrunde und zog so in die Meister-Play-off ein. Dort konnte Antwerpen sich nicht verbessern. Bereits am vorletzten Spieltag der Play-off-Runde stand fest, dass Antwerpen dort ebenfalls nur den 4. Platz belegte. Da zeitgleich aber auch feststand, dass der KAA Gent als Pokalsieger die Europa-League-Play-off gewinnen würde, war damit ohne Entscheidungsspiel bereits die Teilnahme an der 2. Qualifikationsrunde zur Conference League gesichert.

Nach Ablauf der Play-off-Runde entschied der Verein, sich von Priske als Trainer zu trennen.[11] Einige Tage später wurde der Niederländer Mark van Bommel als neuer Trainer mit einem Zweijahresvertrag verpflichtet.[12]

Kader der Saison 2022/23[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Stand: 20. Januar 2023)[13]

Nr. Position Name
1 FrankreichFrankreich TW Jean Butez
2 Belgien AB Ritchie De Laet
3 Belgien AB Björn Engels
4 Belgien MF Radja Nainggolan
7 Danemark ST Viktor Fischer
8 Nigeria MF Alhassan Yusuf
10 Belgien ST Michel-Ange Balikwisha
11 Kosovo ST Arbnor Muja
14 NiederlandeNiederlande TW Calvin Stengs
16 Belgien MF Pieter Gerkens
18 NiederlandeNiederlande ST Vincent Janssen
19 JapanJapan MF Kōji Miyoshi
21 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten AB Sam Vines
22 Argentinien AB Gastón Ávila
23 Belgien AB Toby Alderweireld
24 NiederlandeNiederlande MF Jurgen Ekkelenkamp
Nr. Position Name
26 Belgien TW Ortwin De Wolf
32 Deutschland MF Christopher Scott
33 Belgien AB Zeno Van Den Bosch
34 Belgien AB Jelle Bataille
38 Belgien MF Faris Haroun
48 Belgien MF Arthur Vermeeren
50 Kosovo AB Laurit Krasniqi
51 Ecuador AB William Pacho
55 Ecuador ST Anthony Valencia
87 Belgien TW Davino Verhulst
Kongo Demokratische Republik AB Moustafa Luete Ava Dongo
Belgien AB Dragan Lausberg
Belgien MF Visar Shala
FrankreichFrankreich AB Yassine Ben Hamed
Belgien MF Bruny Nsimba

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Europapokalbilanz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Wettbewerb Runde Gegner Gesamt Hin Rück
1957/58 Europapokal der Landesmeister 1. Runde Spanien Real Madrid 1:8 1:2 (H) 0:6 (A)
1964/65 Messestädte-Pokal 1. Runde Deutschland Hertha BSC 3:2 1:2 (A) 2:0 (H)
2. Runde Spanien Athletic Bilbao 0:3 0:2 (A) 0:1 (H)
1965/66 Messestädte-Pokal 1. Runde Nordirland Glentoran FC 4:3 1:0 (H) 3:3 (A)
2. Runde Spanien CF Barcelona 2:3 2:1 (H) 0:2 (A)
1966/67 Messestädte-Pokal 1. Runde Luxemburg Union Luxemburg 2:0 1:0 (A) 1:0 (H)
2. Runde Schottland FC Kilmarnock 2:8 0:1 (H) 2:7 (A)
1967/68 Messestädte-Pokal 1. Runde Turkei Göztepe Izmir 1:2 1:2 (H) 0:0 (A)
1974/75 UEFA-Pokal 1. Runde Osterreich SK Sturm Graz (a)2:2(a) 1:2 (A) 1:0 (H)
2. Runde Niederlande Ajax Amsterdam (a)2:2(a) 0:1 (A) 1:2 (H)
1975/76 UEFA-Pokal 1. Runde England Aston Villa 5:1 4:1 (H) 1:0 (A)
2. Runde Polen Śląsk Wrocław 2:3 1:1 (A) 1:2 (H)
1983/84 UEFA-Pokal 1. Runde Schweiz FC Zürich 8:3 4:1 (A) 4:2 (H)
2. Runde Frankreich RC Lens 4:5 2:2 (A) 2:3 (H)
1988/89 UEFA-Pokal 1. Runde Deutschland 1. FC Köln 3:6 2:4 (H) 1:2 (A)
1989/90 UEFA-Pokal 1. Runde Bulgarien Lewski Sofia 4:3 0:0 (A) 4:3 (H)
2. Runde Schottland Dundee United 6:3 4:0 (H) 2:3 (A)
3. Runde Deutschland VfB Stuttgart 2:1 1:0 (H) 1:1 (A)
Viertelfinale Deutschland 1. FC Köln 0:2 0:2 (A) 0:0 (H)
1990/91 UEFA-Pokal 1. Runde Ungarn Ferencváros Budapest 1:3 0:0 (H) 1:3 n. V. (A)
1992/93 Europapokal der Pokalsieger 1. Runde Nordirland Glenavon FC 1:1
(3:1 i. E.)
1:1 (A) 1:1 n. V. (H)
2. Runde Osterreich FC Admira/Wacker 7:6 4:2 (A) 3:4 n. V. (H)
Viertelfinale Rumänien Steaua Bukarest (a)1:1(a) 0:0 (H) 1:1 (A)
Halbfinale Russland Spartak Moskau 3:2 0:1 (A) 3:1 (H)
Finale Italien AC Parma 0:1 0:1 in London
1993/94 UEFA-Pokal 1. Runde Portugal Marítimo Funchal 4:2 2:0 (H) 2:2 (A)
2. Runde Osterreich SV Austria Salzburg 0:2 0:1 (A) 0:1 (H)
1994/95 UEFA-Pokal 1. Runde England Newcastle United 2:10 0:5 (H) 2:5 (A)
2019/20 UEFA Europa League 3. Qualifikationsrunde Tschechien Viktoria Pilsen (a)2:2(a) 1:0 (H) 1:2 n. V. (A)
Play-offs Niederlande AZ Alkmaar 2:5 1:1(A) 1:4 n. V. (H)
2020/21 UEFA Europa League Gruppenphase Bulgarien Ludogorez Rasgrad 5:2 2:1 (A) 3:1 (H)
England Tottenham Hotspur 1:2 1:0 (H) 0:2 (A)
Osterreich LASK 2:1 0:1 (A) 2:0 (H)
Sechzehntelfinale Schottland Glasgow Rangers 5:9 3:4 (H) 2:5 (A)
2021/22 UEFA Europa League Play-offs Zypern Republik Omonia Nikosia 4:4
(3:2 i. E.)
2:4 (A) 2:0 n.  V.(H)
Gruppenphase Griechenland Olympiakos Piräus 2:2 1:2 (A) 1:0 (H)
Deutschland Eintracht Frankfurt 2:3 0:1 (H) 2:2 (A)
Turkei Fenerbahçe Istanbul 2:5 2:2 (A) 0:3 (H)
2022/23 UEFA Europa Conference League 2. Qualifikationsrunde Kosovo KF Drita 2:0 0:0 (H) 2:0 (A)
3. Qualifikationsrunde Norwegen Lillestrøm SK 5:2 3:1 (A) 2:0 (H)
Play-offs Turkei Istanbul Başakşehir FK 2:4 1:1 (A) 1:3 (H)
Legende: (H) – Heimspiel, (A) – Auswärtsspiel, (N) – neutraler Platz, (a) – Auswärtstorregel, (i. E.) – im Elfmeterschießen, (n. V.) – nach Verlängerung

Gesamtbilanz: 80 Spiele, 26 Siege, 18 Unentschieden, 36 Niederlagen, 106:127 Tore (Tordifferenz −21)

Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine chronologische Übersicht der Trainer des Vereins seit 1973:

Amtszeit Nat. Trainer
1973–1976 Belgien Guy Thys
1984–1985 NiederlandeNiederlande Arie Haan
1995–1996 Ungarn László Fazekas
1996–1998 Deutschland Georg Keßler
2004 Belgien Marc Grosjean
2013–2014 NiederlandeNiederlande Jimmy Floyd Hasselbaink
Juli 2014 – Juni 2015 NiederlandeNiederlande Richard Stricker
Juli 2015 – Juni 2016 Belgien David Gevaert
Juli 2016 – November 2016 Belgien Fred Vanderbiest
Oktober 2016 – November 2016 Belgien David Gevaert
November 2016 – Juni 2017 Belgien Win de Decker [14]
Juli 2017 – Juni 2020 Rumänien László Bölöni
Juli 2020 – Dezember 2020 Kroatien Ivan Leko
Januar 2021 – Mai 2021 Belgien Franky Vercauteren
Juni 2021 – Mai 2022 Danemark Brian Priske
seit Mai 2022 NiederlandeNiederlande Mark van Bommel

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Royal Antwerpen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. soccerlens.com: Manchester United’s Royal Antwerp Success Story
  2. In Beeld. Dak wordt geplaatst op nieuwe tribune Bosuilstadion. In: gva.be. 14. September 2020, abgerufen am 16. September 2020 (niederländisch).
  3. Laszlo Boloni nieuw aan het roer als hoofdtrainer. Royal Antwerp, 16. Juni 2017, abgerufen am 26. Mai 2019 (niederländisch).
  4. contractverlenging voor coach Boloni. Royal Antwerp, 31. August 2018, abgerufen am 26. Mai 2019 (niederländisch).
  5. Patrice Sintzen: Officiel: La Gantoise sur la scène européenne. In: sport.be. Jupiler League, 18. Juli 2019, abgerufen am 22. Juli 2019 (französisch).
  6. Laszlo Boloni verlaat na 3 seizoenen the great old. Royal Antwerpen, 14. Mai 2020, abgerufen am 15. Mai 2020 (niederländisch).
  7. Ivan Leko komende 2 seizoenen hoofdtrainer van RAFC. (Nicht mehr online verfügbar.) Royal Antwerpen, 20. Mai 2020, archiviert vom Original am 8. Juni 2020; abgerufen am 23. Januar 2023 (niederländisch).
  8. Ivan Leko verlaat R. Antwerp FC. Royal Antwerpen, 29. Dezember 2020, abgerufen am 30. Dezember 2020 (niederländisch).
  9. Frank Vercauteren nieuwe trainer R. Antwerp FC. Royal Antwerpen, 4. Januar 2021, abgerufen am 6. Januar 2021 (niederländisch).
  10. Brian Priske nieuwe T1 RAFC. Royal Antwerpen, 29. Mai 2021, abgerufen am 21. Juli 2021 (niederländisch).
  11. Brian Priske niet langer T1 van RAFC. Royal Antwerpen, 23. Mai 2022, abgerufen am 27. Mai 2022 (niederländisch).
  12. Mark van Bommel nieuwe T1 RAFC. Royal Antwerpen, 26. Mai 2022, abgerufen am 27. Mai 2022 (niederländisch).
  13. Kader der ersten Mannschaft. Royal Antwerpen, abgerufen am 16. Juli 2022 (niederländisch).
  14. L'Antwerp confirme Wim De Decker comme T1. RTBF, 21. November 2016, abgerufen am 14. Oktober 2019 (französisch).