Alex Ferguson

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Dieser Artikel befasst sich mit dem schottischen Fußballtrainer. Für weitere Bedeutungen siehe Alex Fergusson.
Sir Alex Ferguson

Dezember 2006 im Old Trafford

Spielerinformationen
Voller Name Alexander Chapman Ferguson
Geburtstag 31. Dezember 1941
Geburtsort GlasgowSchottland
Position Angriff
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1957–1960
1960–1964
1964–1967
1967–1969
1969–1973
1973–1974
FC Queen’s Park
FC St. Johnstone
Dunfermline Athletic
Glasgow Rangers
FC Falkirk
Ayr United
32 (11)
37 (19)
88 (66)
41 (25)
106 (37)
24 0(9)
Nationalmannschaft
1967 Schottland 7 0(9)
Stationen als Trainer
1974
1974–1978
1978–1986
1984–1985
1985–1986
1986–2013
FC East Stirlingshire
FC St. Mirren
FC Aberdeen
Schottland (Co-Trainer)
Schottland
Manchester United
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Sir Alexander Chapman „Alex“ Ferguson, CBE (* 31. Dezember 1941 in Govan, Glasgow) ist ein ehemaliger schottischer Fußballspieler und -trainer, der von 1986 bis 2013 Manchester United trainierte. In knapp 27 Jahren und 1500 Pflichtspielen gewann Ferguson mit United 38 Titel, unter anderem 13-mal die englische Meisterschaft, fünfmal den FA Cup, zweimal die Champions League und einmal den Europapokal der Pokalsieger.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ferguson wuchs im Glasgower Werftarbeiterviertel Govan gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Martin auf und lernte den Beruf des Werkzeugmachers.[1] Er ist Protestant[2] und war als Kind Fan der Glasgow Rangers.

Spielerkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ferguson verbrachte seine gesamte Spielerkarriere in Schottland, wo er als Angreifer bei zahlreichen Traditionsvereinen aktiv war. Er begann seine Laufbahn beim Glasgower Klub FC Queen’s Park, dem ältesten Verein Schottlands, bei dem er 1957 im Alter von 16 Jahren debütierte. Da er sich trotz guter Leistungen keinen Stammplatz bei Queen’s Park erspielen konnte, wechselte er 1960 zum FC St. Johnstone aus Perth in Zentralschottland. Allerdings spielte er auch bei seinem neuen Verein kaum eine Rolle und wurde nach einer monatelangen Verletzungspause nur in der Reservemannschaft des Klubs eingesetzt. Aufgrund dieser frustrierenden Situation zog er sogar in Erwägung, nach Kanada zu emigrieren, bis er in einem Spiel gegen die Glasgow Rangers eingesetzt wurde und einen Hattrick erzielte, was seinen Durchbruch darstellte.[3]

Daraufhin wurde er von Dunfermline Athletic unter Vertrag genommen und vom Amateurspieler zum Fußballprofi. 1964/65, in seiner ersten Saison mit Dunfermline, konnte das Finale des schottischen Pokalwettbewerbs erreicht werden, in welchem Ferguson allerdings nicht eingesetzt wurde und das gegen Celtic Glasgow 2:3 verloren ging. In der Saison 1965/66, die Dunfermline Athletic auf dem vierten Tabellenplatz beendete, erzielte er in der Scottish Division One 31 Tore und wurde gemeinsam mit dem Celtic-Spieler Joe McBride Torschützenkönig der Liga. Auch in der folgenden Saison konnte Ferguson durch gute Leistungen überzeugen und machte die Glasgow Rangers auf sich aufmerksam, die ihn daraufhin 1967 für eine damalige Rekordablöse im schottischen Vereinsfußball unter Vertrag nahmen.

Die erste Saison mit den Rangers beendete Ferguson mit zwei Punkten Rückstand auf den Erzrivalen Celtic auf dem zweiten Tabellenplatz in der Liga. Im Pokal schied man im Viertelfinale gegen den späteren Finalisten Heart of Midlothian aus, nach einem 1:1 im regulären Spiel ging das Wiederholungsspiel 0:1 verloren. Die Ligasaison 1968/69 endete für die Rangers ähnlich wie die vorherige: Wieder wurde man hinter Celtic Glasgow Vizemeister. Im Pokal unterlagen die Rangers im Finale im Old Firm Celtic Glasgow mit 0:4. Alex Ferguson wurde anschließend für das frühe Führungstor Celtics in der dritten Minute durch Kapitän Billy McNeill verantwortlich gemacht, da er für dessen Deckung zuständig gewesen war. Daraufhin absolvierte er kein Spiel mehr für die erste Mannschaft der Rangers und wurde nur noch in der Reserve eingesetzt.

1969 wechselte er zum FC Falkirk, wo er als Spielertrainer aktiv sein sollte. Als John Prentice Trainer von Falkirk wurde, weigerte er sich jedoch, Ferguson als gleichberechtigten Trainer neben sich zu akzeptieren, weshalb Ferguson den Verein verließ und sich Ayr United anschloss, wo er seine Karriere beendete.

Trainerkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Trainerkarriere begann Ferguson 1974 in Schottland beim Fußballverein FC East Stirlingshire und wechselte bald zum FC St. Mirren, bevor er eine sehr erfolgreiche Trainerzeit im schottischen Aberdeen erlebte. Er gewann mit dem Verein die schottische Meisterschaft 1980 und weitere Meistertitel in den Jahren 1984 und 1985. Er wurde mit Aberdeen von 1982 bis 1984 dreimal nacheinander schottischer Pokalsieger. Sein größter Erfolg in Aberdeen war 1983 der Gewinn des Europapokals der Pokalsieger nach einem Finalsieg gegen Real Madrid. Anschließend war er parallel zum Amt als Vereinstrainer eine kurze Zeit Co-Trainer und nach dem Tod seines Chef-Trainers Jock Stein von 1985 bis 1986 Nationaltrainer der schottischen Fußballnationalmannschaft.

Danach wurde er am 6. November 1986 Trainer bei Manchester United und in der Folge zum erfolgreichsten der Vereinsgeschichte. 1999 gewann er mit der Mannschaft das Triple, also die Landesmeisterschaft, den FA Cup und die Champions League, woraufhin ihn Queen Elisabeth II. am 20. Juli 1999 zum Ritter schlug.

2008 folgte der zweite Gewinn der Champions League. Am 2. September 2012 absolvierte Ferguson seine 1000. Premier League-Partie als Trainer von Manchester United.[4][5]

Am 8. Mai 2013 kündigte er seinen Rücktritt als Trainer nach der Saison 2012/13 an.[6][7] Am 19. Mai 2013 saß Ferguson zum letzten Mal auf der Trainerbank von Manchester United bei einem 5:5 auswärts gegen West Bromwich Albion. Es war zugleich sein 1500. Pflichtspiel als Trainer des Vereins.[8]

Im September 2015 erklärte Ferguson in einem Zeitungsinterview, dass ihn der Tod seiner Schwägerin zu dem Entschluss gebracht hatte, seine Laufbahn als Trainer zu beenden. Er sagte, dass er erkannt habe, dass er dies seiner Frau, mit der er seit 1966 verheiratet ist, schuldig gewesen sei und dass er anderenfalls weiterhin als Trainer tätig geblieben wäre.[9]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sir Alex Ferguson Statue vor dem Stadion Old Trafford.

Seit November 2011 ist die Nordtribüne, die größte Tribüne des Stadions von Manchester United, Old Trafford, nach Ferguson benannt. Diese Ehrung zu seinem 25. Jahr bei Manchester United von Seiten des Vorstands, der Spieler und der Fans symbolisiert ihren Dank für diese erfolgreiche Zeit. Bis zur Umbenennung der Südtribüne im April 2016 war sie die einzige Tribüne im Old Trafford, die nach einem Menschen benannt ist. Im November 2012 wurde zu seinen Ehren eine Bronzestatue vor dem Stadion enthüllt.[10] Im Oktober 2016 wurde ihm der Walther-Bensemann-Preis für sein Lebenswerk verliehen.[11]

Erfolge als Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

International

Schottland

England

Auszeichnungen als Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ferguson wird häufig von Medien und Fans „Fergie“ genannt, z. B. in der Bezeichnung Fergie’s Fledglings, einer Hommage an die Busby Babes.[13]
  • Als Fergie Time (engl. Fergusonzeit) werden auffällig längere Nachspielzeiten bezeichnet, wenn Spitzenmannschaften zurückliegen.
  • Ferguson war bekannt dafür, Schiedsrichter unter Druck zu setzen, was ihn allerdings auch erhebliche Geldstrafen und Sperren kostete.[14]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ferguson ist Miteigentümer eines international bekannten Rennpferds namens „Rock of Gibraltar“. Dieses Rennpferd hat alleine 2002 über 17 Mio. Euro eingebracht. Der Hengst, der sieben Rennen der Kategorie 1 in Serie gewonnen hatte und Zweiter beim berühmten Breeders’ Cup in den USA geworden war, hatte laut Ferguson jeweils zur Hälfte ihm und einem irischen Multimillionär gehört.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Alex Ferguson – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans Böller, Sensibler Bastard, geliebter Choleriker. Sir Alex Ferguson, Manchester Uniteds Vierteljahrhunderttrainer, wird 70 Jahre alt. In: Nürnberger Nachrichten
  2. Alex Ferguson’s Religion and Political Views, hollowverse.com
  3. Sir Alex Ferguson reveals earlier Canada emigration plans, espnfc.com
  4. http://www.dailymail.co.uk/sport/football/article-2196927/Sir-Alex-Fergusons-1-000th-just-game-I-want-win.html?ito=feeds-newsxml
  5. http://www.kicker.de/news/fussball/intligen/startseite/574159/artikel_podolski-trifft-und-feiert---van-persie-rettet-fergusons-jubilaeum.html
  6. [1]
  7. Sir Alex Ferguson retires as Manchester United manager, Artikel des Guardian vom 8. Mai 2013
  8. Manchester United share 10 goals with West Brom in Alex Ferguson's finale, Artikel des Guardian vom 19. Mai 2013
  9. Sir Alex Ferguson reveals the real reason for his retirement as Manchester United manager in: The Daily Telegraph, 18. September 2015, abgerufen am 19. September 2015
  10. Manchester United setzt Ferguson ein Denkmal In: Kicknews.de
  11. Walther-Bensemann-Preis 2016 an Sir Alex Ferguson. kicker.de, 13. Oktober 2016, abgerufen am 21. Oktober 2016 (deutsch).
  12. fifa.com: „Nominierungen für die Auszeichnungen des FIFA Ballon d’Or 2013“
  13. Fergie’s fledglings illuminate England, Artikel auf FIFA.com vom 26. August 2011
  14. Chris Wheeler: I did pressure officials into giving me 'Fergie Time' admits retiring legend Ferguson. Englisch. Daily Mail Online vom 16. Mai 2013.