Stewart Granger

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Stewart Granger (1970)

Stewart Granger (* 6. Mai 1913 als James Lablache Stewart in Epsom, Surrey, England; † 16. August 1993 in Santa Monica, Kalifornien) war ein britischer Schauspieler. Eine seiner bekanntesten Rollen ist die des Old Surehand in verschiedenen Winnetou-Filmen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abstammung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er wurde als James Lablache Stewart in der Old Brompton Road, Kensington, West London, geboren und war der einzige Sohn von Major James Stewart, OBE und seiner Frau Frederica Eliza (geb. Lablache). Granger wurde am Epsom College und der Webber Douglas Academy of Dramatic Art ausgebildet. Er war der Ururenkel der Opernsängerin Luigi Lablache und der Enkel des Schauspielers Luigi Lablache.

Ehepartner und Kinder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er war dreimal verheiratet:

1. Elspeth March (1938-1948); zwei Kinder, Jamie und Lindsay

2. Jean Simmons (1950-1960), (mit der er in Adam and Evelyne, Young Bess und Footsteps in the Fog gespielt hatte ); eine Tochter, Tracy

3. Caroline LeCerf (1964-1969); eine Tochter, Samantha. Alle Ehen wurden geschieden.

Granger behauptete in seiner Autobiographie, dass Deborah Kerr ihn romantisch auf dem Rücksitz seines Autos mit Chauffeur angesprochen hatte, als er Caesar und Kleopatra machte. Obwohl er zu dieser Zeit mit Elspeth March verheiratet war, stellte er fest, dass er und Kerr eine Affäre hatten. Als er nach dieser Offenbarung gefragt wurde, antwortete Kerr: "Was für ein tapferer Mann er ist."

Anfänge als Schauspieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

James Lablache Stewart begann seine Filmkarriere während des Medizinstudiums 1933 als Statist. Ihm wurde geraten, seinen Namen zu ändern, um nicht mit dem amerikanischen Schauspieler James Stewart verwechselt zu werden. Granger war der Mädchenname seiner schottischen Großmutter. Offscreen Freunde und Kollegen nannten ihn Jimmy für den Rest seines Lebens, aber für die Öffentlichkeit wurde er Stewart Granger.

Nach einigen Erfolgen auf der Bühne und im Tourneetheater stieg er 1943 an der Seite von James Mason, Margaret Lockwood und Phyllis Calvert dank des überwältigenden finanziellen Erfolgs von The Man in Grey zu einem der beliebtesten romantischen Helden der Dekade auf. The Man in Grey zeigte James Mason als verkommenen Adligen, der seine Geliebte (Margaret Lockwood) mit einer Reitpeitsche zu Tode schlägt, nachdem er sie verführt und moralisch verdorben hatte. Granger drehte danach an der Seite von Phyllis Calvert etliche erfolgreiche Kostümdramen, so Fanny By Gaslight von 1944 und Madonna of the Seven Moons von 1945, den bis dahin größten finanziellen Erfolg aller britischen Filme. Granger wurde auch gelegentlich in Biographien eingesetzt, so als Paganini in The Magic Bow und als adliger Abenteurer Köngismarck in dem verklärenden Liebesdrama Saraband for Dead Lovers.

Hollywood[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1949 ging er mit seiner zweiten Ehefrau Jean Simmons mit einem Vertrag bei MGM nach Hollywood, wo er rasch zu einem beliebten Darsteller in Abenteuer- und sogenannten Mantel-und-Degen-Filmen aufstieg, so 1951 in Begegnung in Tunis mit George Sanders und der jungen Pier Angeli, an der Seite von Deborah Kerr in dem Film König Salomons Diamanten, in Scaramouche, der galante Marquis, Im Schatten der Krone, Die Thronfolgerin und in Beau Brummel, der ihn neben Elizabeth Taylor zeigte. Unter der Regie von Fritz Lang war er 1955 in dem prächtig ausgestatteten Abenteuerfilm Das Schloß im Schatten (Originaltitel: Moonfleet) erneut, wie schon in Scaramouche, allerdings in einem ganz anders gestalteten Sujet des 18. Jahrhunderts zu sehen. Zu weiteren bekannten Werken gehört der Western Die letzte Jagd (1956), der ihn an der Seite von Robert Taylor als Bisonjäger zeigt, und die beschwingte Westernkomödie Land der tausend Abenteuer (1960, mit John Wayne).

Comeback[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Granger versuchte – wie viele ehemalige Altstars nach ihm – ab Anfang der 1960er Jahre ein Comeback im Filmgeschäft in Europa. Eine Steigerung seines Bekanntheitsgrades erlangte er in Deutschland durch Hauptrollen in Filmen der Winnetoureihe, in denen er den Old Surehand in Unter Geiern, Der Ölprinz und Old Surehand spielte. Außerdem spielte er den Superintendent Cooper-Smith in dem Edgar-Wallace-Film Das Geheimnis der weißen Nonne.

Zwischen 1970 und 1989 war Granger überwiegend in Fernsehserien beschäftigt, so 1970/71 in der Serie Die Leute von der Shiloh Ranch. Kurz nach dem Kinofilm Die Wildgänse kommen, der noch einmal eine große Zahl an mitwirkenden Stars aufbot, darunter Richard Burton, Hardy Krüger und Roger Moore, beendete er seine Kinolaufbahn.

Wie zwei Auszeichnungen mit dem Bambi zeigen, war Granger in Deutschland allerdings bereits seit Beginn der 1950er Jahre als populärer „Star“ fest etabliert. Granger galt unter seinen Schauspielkollegen als schwieriger Charakter, er wurde oftmals als schwer umgänglicher Mensch beschrieben.

Seinen letzten Auftritt im deutschen Fernsehen hatte er 1987 in der ZDF-Serie Das Erbe der Guldenburgs.

Im Jahr 1956 wurde Granger Staatsbürger der Vereinigten Staaten.

Tod[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stewart Granger starb am 16. August 1993 in Santa Monica, Kalifornien, im Alter von 80 Jahren an Prostatakrebs.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Granger war im Besitz einer Amateurfunklizenz, sein Rufzeichen war N6KGB.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1949: Ehrung mit dem Bambi
  • 1950: Ehrung mit dem Bambi
  • 1956: Ehrung mit dem David di Donatello für Zwischen Haß und Liebe

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kinofilme

Fernsehen

  • 1969: Gleich ist es soweit (Any Second Now, Fernsehfilm)
  • 1970–1971: Die Leute von der Shiloh Ranch (The Virginian, Fernsehserie)
  • 1971: Die 2 (The Persuaders!, Fernsehserie)
  • 1972: Der Hund von Baskerville (The Hound of the Baskervilles, Fernsehfilm)
  • 1973: V.I.P.-Schaukel (Fernsehserie)
  • 1975: Am laufenden Band (Fernsehshow)
  • 1982: Die Romanze von Charles und Diana (The Royal Romance of Charles and Diana, Fernsehfilm)
  • 1983: Ein Colt für alle Fälle (The Fall Guy, Fernsehserie)
  • 1983–1987 Hotel (Hotel, Fernsehserie)
  • 1985: Mord ist ihr Hobby (Murder, She Wrote, Fernsehserie)
  • 1985: Love Boat (The Love Boat, Fernsehserie)
  • 1986: Im Feuer der Gefühle (Crossings, Fernsehmehrteiler)
  • 1987: Das Erbe der Guldenburgs (Fernsehserie)
  • 1987: Wagnis der Liebe (A Hazard of Hearts, Fernsehfilm)
  • 1989: Verschwörung in L.A. (Chameleons, Fernsehfilm)
  • 1991: Profis contra Ganoven (Pros and Cons, Fernsehserie)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stewart Granger: Sparks fly upward. Wm Collins & Sons & Co, London 1981, ISBN 0-24-611403-7 (Autobiographie 1. Teil, bis 1960; mehr nicht erschienen).
  • Christos Tses: Jimmy: Stewart Granger, ein Leben im Breitwandformat. s. l., Gramlex, 1997, ISBN 3-00-001580-9.
  • Don Shiach: Stewart Granger: the last of the swashbucklers. Aurum Press 2005, ISBN 1-84513-044-8.
  • Don Shiach: Stewart Granger – Ein Schauspielerleben. Reinhard Weber Verlag, Landshut 2007, ISBN 978-3980298780.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stewart Granger – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien