Stiftung Brandenburger Tor

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Stiftung Brandenburger Tor
SBT Logo Firmierung.jpg
Rechtsform: Stiftung des bürgerlichen Rechts
Zweck: Förderung von Kunst und Kultur
Vorsitz: Kai Uwe Peter, Bianca Richardt und Peter-Klaus Schuster
Bestehen: seit 17. Dezember 1997
Stifter: Bankgesellschaft Berlin
Sitz: Berlin
Website: www.stiftungbrandenburgertor.de
Sitz der Stiftung im Max Liebermann Haus in Berlin

Die Stiftung Brandenburger Tor ist die Kulturstiftung der Berliner Sparkasse und hat ihren Sitz im wieder aufgebauten Haus von Max Liebermann am Pariser Platz neben dem Brandenburger Tor in Berlin.

Tätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 1997 ursprünglich von der Bankgesellschaft Berlin gegründete Stiftung Brandenburger Tor hat seit dem Jahr 2000 ihren Sitz im Max Liebermann Haus am Brandenburger Tor. Als Kulturstiftung der Berliner Sparkasse widmet sie sich der ästhetischen Bildung, veranstaltet Ausstellungen im eigenen Haus und initiiert Kulturdebatten sowie Konferenzen, Projekte und Bildungsprogramme. Die Programmschwerpunkte der Stiftung sind

  • Ausstellungen und Literatur
  • Ästhetische Bildung
  • Kulturdebatten der Stadt Berlin und Deutschlands
  • Kunstmarkt und Kulturpolitik

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Organe der Stiftung sind das Kuratorium und der Vorstand. Dieser wird bei der Erfüllung seiner operativen Arbeit in den Förderbereichen durch einen Beirat unterstützt. Dem Vorstand, bestehend aus Kai Uwe Peter, Bianca Richardt, beide von der Berliner Sparkasse, und Peter-Klaus Schuster, obliegt die Geschäftsführung und Vertretung nach außen. Er ist für die Erfüllung der Satzungszwecke durch operative Arbeit und Förderung verantwortlich. Das Kuratorium überwacht die Geschäftsführung durch den Vorstand und die Vermögensverwaltung. Kuratoriumsvorsitzender ist seit 2015 Jürgen Mlynek, ehem. Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e.V. Bei der Auswahl und Ausgestaltung der Projekte wird der Vorstand durch einen Beirat beraten.

Die Bildungs- und Diskursprogramme der Stiftung werden durch drei Bereichsleiter umgesetzt.

Ehemalige Sprecherin des Vorstandes war von 1997 bis Ende 2013 Monika Grütters, zusammen mit Pascal Decker als einfachem Vorstandsmitglied. Pascal Decker war daraufhin von 2014 bis zu seinem Rücktritt am 31. Mai 2018 geschäftsführender Vorstand der Stiftung.[1] Der frühere Bundespräsident Roman Herzog war von 1999 bis 2015 Kuratoriumsvorsitzender.

Max-Liebermann-Haus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1844 wurde das Haus vom Schinkel-Schüler August Stüler erbaut. Mit seiner sachlichen Architektur wirkte das dreigeschossige Haus klar und nüchtern. Auf Wunsch des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. wurde dafür gesorgt, dass das Haus das Brandenburger Tor nicht überragte. Aus Gründen der Symmetrie erhielt das Brandenburger Tor vom selben Architekten auf der anderen Seite ein architektonisches Pendant.

1857 erwarb Max Liebermanns Vater das Haus am Pariser Platz Nr. 7 oder wie Max Liebermann es selbst gern auszudrücken pflegte: Jleich wenn Se [zu Berlin] rin komm’, links!. 1892 zog dieser mit seiner Frau Martha und Tochter Käthe in den 2. Stock des Hauses ein. Zu seinen Nachbarn gehörten preußische Großgrundbesitzer, alter und neuer Adel, Industrielle sowie die Französische Botschaft. Der deutsch-jüdische Maler und bedeutendste Vertreter des deutschen Impressionismus lebte nicht nur im Haus am Pariser Platz, sondern arbeitete dort auch, auf dem Dach hatte er sich sein legendäres Atelier, von dem Architekten Hans Grisebach, nach einem langen Prozess gegen den Kaiser Wilhelm II, errichten lassen. 1933, nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten, wurde Max Liebermann Arbeitsverbot erteilt, woraufhin er aus der Preußischen Akademie der Künste, deren Präsident er bis dahin war, austrat. 1935 starb er in seinem Haus am Brandenburger Tor. Martha Liebermann wurde 1936 aus ihrem Haus vertrieben, nachdem die Nazis den Judenbann über sie verhängt hatten.

Im Winter 1942/1943 erlitt sie einen Schlaganfall. Nachdem sie am 5. März 1943 die Aufforderung zur Deportation nach Theresienstadt erhalten hatte, nahm sie eine Überdosis Schlaftabletten und starb am 10. März 1943. An sie erinnert ein Stolperstein[2] des Künstlers Gunter Demnig vor dem Hauseingang des Hauses am Pariser Platz.

1943 fiel das Haus einem Bombenangriff zum Opfer. Das heutige Max-Liebermann-Haus wurde nach dem Fall der Mauer und der wiedergewonnenen Einheit Deutschlands im Sinne einer „kritischen Rekonstruktion“ durch Josef Paul Kleihues in Anlehnung an das historische Vorbild wieder aufgebaut. Für die Innenraumgestaltung war die Innenarchitektin Margit Flaitz verantwortlich.

Heute gehört das Haus der Familie Harald Quandt aus Bad Homburg.[3]

Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktuelle Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Torschreiber am Pariser Platz
  • Kunsthandel in Berlin
  • Kultursalon
  • Max – Artists in Residence an Grundschulen (Das Programm Max – Artists in Residence an Grundschulen hat am 10. Juli 2018 den 1. Preis beim Wettbewerb Kinder zum Olymp, eine Bildungsinitiative der Kulturstiftung der Länder, gewonnen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den Preis verliehen.)[4]
  • Kinder kuratieren_Takeover. Ein Projekt der Stiftung Brandenburger Tor und des Gropius Bau[5]
  • Anrainer des Pariser Platzes[6]
  • Kunst und Spiele
  • Arnheim Lecture
  • Ästhetische Bildung
  • Berliner Stiftungswoche[7]
  • Welttag der Poesie
  • im Atelier Liebermann

Vergangene Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Literarisches Tandem
  • Brücken im Kiez
  • Schulen übernehmen Verantwortung
  • StattSchule – im Leben lernen
  • Jugend übernimmt Verantwortung
  • ART. TALKING BUSINESS.[8]
  • Hauptstadtkulturgespräch

Kooperationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktuelle Kooperationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vergangene Kooperationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nicola Kuhn: Stiftung Brandenburger Tor: Vorstand Pascal Decker verlässt die Stiftung Brandenburger Tor. In: tagesspiegel.de. 31. Mai 2018, abgerufen am 14. Juni 2018.
  2. Stolpersteine in Berlin | Orte & Biografien der Stolpersteine in Berlin. Abgerufen am 17. Juli 2017.
  3. Rüdiger Jungbluth: Die Quandts: ihr leiser Aufstieg zur mächtigsten Wirtschaftsdynastie Deutschlands. Campus, Frankfurt/Main; New York 2002, ISBN 978-3-593-36940-2, S. 391.
  4. Zukunftspreis "Olymp" für Stiftung und Gesamtschule. Archiviert vom Original am 10. Juli 2018; abgerufen am 23. September 2018.
  5. Kinder kuratieren_Takeover. In: Stiftung Brandenburger Tor. Abgerufen am 7. Februar 2020 (deutsch).
  6. Gemeinschaft der Anrainer des Pariser Platzes. Abgerufen am 24. Oktober 2017.
  7. Was uns zusammenhält | berlinerstiftungswoche.eu. Abgerufen am 17. Juli 2017.
  8. Forum | Art. Talking Business. Abgerufen am 17. Juli 2017 (englisch).
  9. Rudolf-Arnheim-Gastprofessur - Institut für Kunst- und Bildgeschichte - HU Berlin. Abgerufen am 7. Februar 2020.