Stockenboi

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Stockenboi
Wappen Österreichkarte
Wappen von Stockenboi
Stockenboi (Österreich)
Stockenboi
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Villach-Land
Kfz-Kennzeichen: VL
Fläche: 100,07 km²
Koordinaten: 46° 44′ N, 13° 35′ OKoordinaten: 46° 43′ 45″ N, 13° 34′ 50″ O
Höhe: 795 m ü. A.
Einwohner: 1.605 (1. Jän. 2019)
Bevölkerungsdichte: 16 Einw. pro km²
Postleitzahl: 9714
Vorwahl: 0 47 61
Gemeindekennziffer: 2 07 23
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Zlan Nr. 2
9713 Zlan
Website: www.stockenboi.at
Politik
Bürgermeister: Hans-Jörg Kerschbaumer (FPÖ)
Gemeinderat: (2015)
(15 Mitglieder)
6
5
4
Insgesamt 15 Sitze
Lage von Stockenboi im Bezirk Villach-Land
ArnoldsteinArriachBad BleibergFeistritz an der GailFeld am SeeFerndorfFinkenstein am Faaker SeeFresachHohenthurnNötsch im GailtalPaternionRoseggSankt Jakob im RosentalStockenboiTreffen am Ossiacher SeeVelden am Wörther SeeWeißensteinWernberg (Kärnten)Afritz am SeeVillachKärntenLage der Gemeinde Stockenboi im Bezirk Villach-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Unteralm mit Blick nach Stockenboi, Villach Land, Kärnten.jpg
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Die Bichlkapelle mit der ehemaligen Missionsstation in Stockenboi
Ostufer des Weißensees Gemeinde Stockenboi
Evangelische Kirche in Zlan

Stockenboi ist eine österreichische Gemeinde mit 1605 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2019) im Bezirk Villach-Land in Kärnten.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in Oberkärnten in einem Seitental des Unteren Drautals zwischen Drau und Weißensee. Hauptsiedlungsgebiet ist das Tal des Weißenbachs, des Abflusses des Weißensees. Der Großteil des Gemeindegebietes liegt in den Gailtaler Alpen und der Latschurgruppe. Rund 70 % der Gemeindefläche sind mit Wald bedeckt, 13 % sind landwirtschaftliche Nutzfläche.

Nachbargemeinden sind, von Norden beginnend im Uhrzeigersinn: Baldramsdorf, Spittal an der Drau, Ferndorf, Paternion, Weißensee und Kleblach-Lind.

Gemeindegliederung:

Die Gemeinde ist in die vier Katastralgemeinden Stockenboi, Tragail, Wiederschwing und Ziebl gegliedert. Das Gemeindegebiet umfasst folgende 21 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2019[1]):

  • Aichach (78)
  • Alberden (58)
  • Drußnitz (13)
  • Gassen (152)
  • Hammergraben (25)
  • Hochegg (68)
  • Hollernach (14)
  • Liesing (6)
  • Mauthbrücken (55)
  • Mösel (20)
  • Ried (60)
  • Rosental (0)
  • Scharnitzen (35)
  • Seetal am Goldeck (0)
  • Stockenboi (246)
  • Tragail (155)
  • Unteralm (44)
  • Weißenbach (8)
  • Wiederschwing (48)
  • Ziebl (120)
  • Zlan (400)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet wurde um 600 n. Chr. von Keltoromanen besiedelt, die vor den vordringenden Slawen zurückwichen.

Im 12. und 13. Jahrhundert gehörte Stockenboi zur Grafschaft Ortenburg. Unter Kaiser Ferdinand II. entstand am Fuß der Alpe Golz 1621 die Glashütte Tscherniheim, die bis 1879 bestand. Die Energie des Weißenbaches wurde für Sägewerke, Mühlen und Eisenhämmer genutzt, auch diese Industrie verfiel im 19. Jahrhundert. Die Gemeindegebiete von Stockenboi und Paternion sind nahezu deckungsgleich mit dem Territorium der früheren Herrschaft Paternion.

Aus einem Amt der Herrschaft Paternion sind unter Kaiser Joseph II. die heutigen Katastralgemeinden entstanden, aus denen sich 1850 zunächst auch drei Ortsgemeinden Stockenboi, Wiederschwing und Ziebl konstituierten, die jedoch schon 1865 zur Gemeinde Stockenboi zusammengeschlossen wurden. Die Gemeindegrenzen blieben bis 1973 unverändert, als das Ostufer des Weißensees von der gleichnamigen Gemeinde an Stockenboi kam.

Anfang der 1930er Jahre war der Stockenboi Graben das Urlaubsziel des Malers Max Liebermann, dessen Bilder heute schon verfallene Höfe zeigen.[2] Ebenfalls ein Stockenboi-Urlauber war der Schriftsteller Walter von Molo, der in seinem Roman „Die Scheidung“ Verhältnisse und skurrile Gestalten des Stockenboier Grabens skizzierte.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Stockenboi hat 1.743 Einwohner (2001), davon besitzen 97,3 % die österreichische Staatsbürgerschaft. 66,7 % der Bevölkerung bekennen sich zur evangelischen und 28,2 % zur römisch-katholischen Kirche, 1,0 % zum Islam. 2,5 % sind ohne religiöses Bekenntnis.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Stockenboi

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • woodstockenboi: Das Musik- und Kulturfestival woodstockenboi wird seit 2004 (mit einer dreijährigen Unterbrechung von 2011 bis 2013) vom Kulturverein pastART in der Naturarena von Friedbert Kerschbaumer veranstaltet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut Volkszählung 2001 gibt es 55 Arbeitsstätten mit 128 Beschäftigten in der Gemeinde und 549 Auspendler (2001). Es gibt 158 land- und forstwirtschaftliche Betriebe (davon 56 im Haupterwerb), die zusammen 6.086 ha bewirtschaften (1999). Von Bedeutung ist der Fremdenverkehr am Weißensee sowie das Skigebiet Goldeck.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kindergarten
  • Volksschule

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verkehrserschließung erfolgt über die Stockenboier Landesstraße (L32) und die Zlaner Landesstraße (L31). Am nordöstlichen Gemeinderand im Drautal berührt die Tauernautobahn (A 10) das Gemeindegebiet.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat von Stockenboi hat 15 Mitglieder und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2015 wie folgt zusammen:

Direkt gewählter Bürgermeister ist Hans-Jörg Kerschbaumer (FPÖ).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen von Stockenboi zeigt „in Grün eine ins Schildhaupt reichende silberne Spitze, darin ein rotes Wasserrad schwebend, im Schildfuß ein grüner Wellenbalken.“ Der grüne Schildgrund steht für den Waldreichtum des Gemeindegebiets, der Wellenbalken für den zur Drau hin verlaufenden Weißenbach als wichtige Energiequelle und das rote Wasserrad für die für Sägen, Mühlen und Hammerwerke genutzte Wasserkraft. Die silberne Spitze repräsentiert den Hausberg der Gemeinde, den Staff (2217 m).

Wappen und Fahne wurden der Gemeinde am 22. April 1987 verliehen, die Fahne ist Grün-Weiß mit eingearbeitetem Wappen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Ausserwinkler (1919–1989), österreichischer Politiker (SPÖ), Bürgermeister von Klagenfurt, Landesrat
  • Heinz Kuttin (* 1971), österreichischer Schispringer
  • Reinhart Rohr (* 1959), österreichischer Politiker (SPÖ)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2019 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2019), (CSV)
  2. Helmut Prasch: Waldglas aus Oberkärnten 1621–1879 – Glashütte Tscherniheim. Selbstverlag des Bezirksheimatmuseums Spittal-Drau 1971. In Auszügen (27 Seiten mit Abbildungen) abgedruckt in Pressglas-Korrespondenz, Nr. 2008-4 unter pressglas-korrespondenz.de Abgerufen am 20. Juli 2012 (PDF-Datei; 10,8 MB)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stockenboi – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien