Weißensee (Kärnten)

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Weißensee
Wappen Österreichkarte
Wappen von Weißensee
Weißensee (Kärnten) (Österreich)
Weißensee (Kärnten)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Spittal an der Drau
Kfz-Kennzeichen: SP
Hauptort: Techendorf
Fläche: 78,11 km²
Koordinaten: 46° 43′ N, 13° 18′ OKoordinaten: 46° 43′ 0″ N, 13° 18′ 0″ O
Höhe: 930 m ü. A.
Einwohner: 771 (1. Jän. 2021)
Postleitzahl: 9762
Vorwahl: 04713
Gemeindekennziffer: 2 06 39
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Techendorf 90
9762 Weißensee
Website: www.gemeinde-weissensee.at
Politik
Bürgermeisterin: Karoline Turnschek (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2021)
(11 Mitglieder)
6
2
1
2
Insgesamt 11 Sitze
  • ÖVP: 6
  • Bürgerliste Weißensee: 2
  • FPÖ: 1
  • SPÖ: 2
Lage von Weißensee im Bezirk Spittal an der Drau
Bad KleinkirchheimBaldramsdorfBerg im DrautalDellach im DrautalFlattachGmünd in KärntenGreifenburgGroßkirchheimHeiligenblut am GroßglocknerIrschenKleblach-LindKrems in KärntenLendorfLurnfeldMallnitzMaltaMillstatt am SeeMörtschachMühldorfOberdrauburgObervellachRadentheinRangersdorfReißeckRennweg am KatschbergSachsenburgSeeboden am Millstätter SeeSpittal an der DrauStallSteinfeld (Kärnten)TrebesingWeißenseeWinklernKärntenLage der Gemeinde Weißensee (Kärnten) im Bezirk Spittal an der Drau (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Weißensee/Techendorf, 2019
Weißensee/Techendorf, 2019
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Weißensee ist eine Gemeinde im Bezirk Spittal an der Drau in Kärnten, in Österreich mit 771 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2021). Die 1850 gegründete Gemeinde hieß bis 1968 Techendorf und liegt am Ufer des Weißensee am Fuß der Gailtaler Alpen. Der Ort verfügt über 192 Beherbergungsbetriebe[1] bildet eine Station auf dem Europäischen Fernwanderweg E10 sowie auf dem Rupertiweg und gehört zur 2006 gegründeten touristischen Kooperation Alpine Pearls.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt am 11,6 km langen Weißensee am Fuß der Gailtaler Alpen. Bis auf ein kleines Stück des Ostufers (Gemeinde Stockenboi) liegt der gesamte See im Gemeindegebiet, das sich in Richtung Osten bis zum Staff und Villacher Egel, im Westen bis zum Kreuzberg erstreckt. Der namensgebende See ist mit einer Fläche von 6,5 km² der viertgrößte Kärntens und liegt auf einer Seehöhe von 930 m ü. A.

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde hat mit Techendorf nur eine Katastralgemeinde.

Das Gemeindegebiet umfasst folgende sieben Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2021[2]):

  • Gatschach (132)
  • Kreuzberg (12)
  • Naggl (48)
  • Neusach (199)
  • Oberdorf (202)
  • Techendorf (173)
  • Tröbelsberg (5)

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steinfeld Kleblach-Lind
Greifenburg Nachbargemeinden Stockenboi (VL)
Gitschtal (HE) Hermagor-Pressegger See (HE) Paternion (VL)

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Weißensee
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 1,0 3,8 7,8 11,5 16,6 20,1 22,7 22,4 18,7 13,2 6,2 1,8 Ø 12,2
Min. Temperatur (°C) −8,9 −8,2 −3,9 0,7 5,8 9,2 11,4 11,4 8,3 3,8 −1,6 −6,2 Ø 1,9
Temperatur (°C) −4,8 −3,3 0,8 5,2 10,6 14,1 16,3 15,9 12,3 7,3 1,3 −3,0 Ø 6,1
Niederschlag (mm) 47,9 42,7 70,6 99,3 113,3 137,8 139,8 118,0 123,3 125,2 108,8 65,1 Σ 1.191,8
Sonnenstunden (h/d) 3,7 5,2 5,3 5,1 5,3 5,6 6,7 6,3 5,7 4,8 3,7 3,0 Ø 5
Regentage (d) 6 5 7 9 11 13 11 11 9 8 7 6 Σ 103
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
1,0
−8,9
3,8
−8,2
7,8
−3,9
11,5
0,7
16,6
5,8
20,1
9,2
22,7
11,4
22,4
11,4
18,7
8,3
13,2
3,8
6,2
−1,6
1,8
−6,2
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
47,9
42,7
70,6
99,3
113,3
137,8
139,8
118,0
123,3
125,2
108,8
65,1
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: [3]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut Volkszählung 2001 hatte Weißensee 788 Einwohner, davon besaßen 97,2 % die österreichische Staatsbürgerschaft. 73,6 % der Bevölkerung bekannten sich zur evangelischen und 22,0 % zur römisch-katholischen Kirche und 1,0 % waren islamischen Glaubens, 3,4 % ohne religiöses Bekenntnis.[4]

Die Gemeinde hat eine sehr konstante Bevölkerungsanzahl. Von rund 600 Einwohnern im Jahr 1869 wurden 1951 erstmals mehr als 700 Einwohner gezählt. Diese Zahl blieb auch in den letzten Jahrzehnten bei knapp über 750 Personen.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weißensee um 1900

Frühzeit bis zum Spätmittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ältesten Besiedelungsspuren stammen aus dem Jahr 400 vor Christus von Tauriskern, Kelten und Norikern.[6] Ein wohl vor 1980 in Weissensee gefundener Einbaum wurde mittels Radiokohlenstoffdatierung in die erste Hälfte des 7. Jahrhunderts datiert.[7] Die erste urkundliche Erwähnung des Weißensees stammt aus dem Zeitraum 1075–1090. Die Edle Judith von Stein schenkte dem Bischof Altwin von Brixen piscatorem unum apud Wizinse „einen Fischer am Weißensee“. Dabei handelt sich wohl weniger um einen physischen Fischer als um ein Fischereigebiet oder Fischereirecht am Weißensee. Die ältesten Überreste einer Holzbrücke über den See, die beim Neubau der Brücke 1967 gefunden wurden, verweisen ebenfalls in die Zeit um 1050. Der gesamte Westteil des Weißensees und sogar ein kleiner Teil des Ostufers (Mößel) gehörten zur Herrschaft Greifenburg. Kirchlich gehörte der Weißensee bis 1751 zur Erzdiözese Aquiliaea aber auch das Stift Millstatt hatte Besitzungen am Weißensee. 1485 schickt der Patriarch Marco Barbo den Bischof von Caorle, Pietro Carlo, zur Visitation der Pfarren südlich der Drau nach Kärnten. Der Bischof wird begleitet von seinem Sekretär Paolo Santonino. In seinem Itinerarium (Reisetagebuch) schreibt Santonino:

„Am 3. November stiegen wir bergan auf Bitten und Anliegen des edlen Herrn Johann Wolkensteiner, des Burghauptmannes von Grünburg, und kamen zum albus lacus d. i. Weißensee, unsere Begleiter waren der Herr Burghauptmann selbst und der Herr Burghauptmann Georg von Priesenegg. Dieser Ort ist zehn Meilen oder etwas weniger von S. Hermagor entfernt. Der Weg führte uns über schneebedeckte Berge, und wir sind abgestiegen im Hause des Nikolaus Janko, der die Einweihung des Altares, die am nächsten Tage stattfand, aus eigenen Mitteln besorgen ließ, da es sein Vater so im Testamente festgelegt hatte. Wir hatten ein recht zufriedenstellendes Mahl, ganz entsprechend den Verhältnissen des Gastgebers und des Ortes; wir vermissten nicht die vorzüglichen Forellen, die gebratenen und gesottenen, auch nicht fettes und zartes Schweinefleisch. Der Weißensee liegt im Norddistrikt und in Oberkärnten und hat mehr Fische als die übrigen 42 Seen, die es in dieser Provinz gibt. Sein Grund bzw. sein Bett ist an mehreren Stellen so tief, dass ein hundert Schritt langes Seil ihn nicht erreicht. Am 4. des Monats weihte der ehrwürdige Herr Bischof in der Martinskirche des genannten Ortes frühmorgens den neuen Altar zu Ehren der hl. Nikolaus, Christophorus und Sebastian. Nach dem Mahle, bei dem es gute Forellen gab, zogen wir nach Westen ab und stiegen zum zweitenmal nieder ins Drautal.“

Paolo Santonino[8]

Der im Reisebericht erwähnte Nikolaus Jank stammte wahrscheinlich aus Gatschach, der Vulgarname Jank (umgangssprachlich: Jongg) ist in Gatschach 2 noch erhalten.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etwa in der Mitte des 16. Jahrhunderts breitete sich in weiten Teilen Kärntens der Protestantismus aus. Wann genau er am Weißensee Fuß fassen konnte, ist unklar. In Villach ist bereits für das Jahr 1526 ein evangelischer Prediger bezeugt.[9] Für 1555 ist der evangelische Prediger Conrad Rues in Paternion belegt.[10] 1621 wurde in Tscherniheim eine Glashütte errichtet, in der Arbeiter aus den unterschiedlichsten Regionen des Heiligen Römischen Reiches angestellt waren. Es ist anzunehmen, dass sie die neue Konfession aus dem Gebiet des heutigen Deutschlands mitbrachten. Ab 1600 wurden die Protestanten im Habsburgerreich verfolgt. Bis zum Toleranzpatent (1781) gab es den Geheimprotestantismus auch am Weißensee. Das bedeutete aber nicht den kompletten Rückzug ins Private. So gab es in jeder Ortschaft Gemeinderichter, die kleinere Nachbarschaftsstreitigkeiten schlichteten. In der zweiten Hälfte des 18. Jh. übernahm für Techendorf diese Aufgabe Christoph Winkler vlg. Moserwirt (1738–1790) und für Gatschach Jakob Winkler vlg. Pletz (1740–1800). Jakob Winkler war dann auch der erste Kurator der 1782 neugegründeten evangelischen Gemeinde Weißbriach/Weißensee. Er machte sich gemeinsam mit Johann Hasslacher aus Weißbriach auf den Weg nach Modra in der heutigen Slowakei, um einen Pastor für die neue Gemeinde anzuwerben. Sie fanden Johann Gottfried Gotthardt, der somit der erste Pfarrer der Gemeinde Weißbriach/Weißensee war. Nach dem Toleranzpatent (1781) bekannte sich am Weißensee etwa 95 % der Bevölkerung zum evangelischen Glauben.[11] 1783 wurde das evangelische Bethaus geweiht; es diente bis 1986 als Gemeindeamt und Schule.

Um 1800 besaßen die meisten Ortschaften jeweils um die 15 Hausnummern:

Hausnummern mit Vulgarnamen um 1800
Oberdorf Gatschach Techendorf Neusach Naggl Mößel
01 Peintner
02 Binder/Stanitzer
03 Burgger
04 Pfeifer
05 Sulzer
06 Kolbitsch
07 Foitmann
08 Weber
09 Stefele
10 Plattner
11 Jangga
12 Schluder
13 Kranner
14 Haub
15 Herta
16 Garz
17 Roth
01 Rohr
02 Jank
03 Pletz
04 Kalt
05 Schneider
06 Schuster
07 Wurian
08 Wurian
09 Unger
10 Genöß
11 Binter
12 Tuschnig
13 Pfarrhof (?)
14 Meßner/ Brunner
15 Paschitzer
01 Zöhrer
02 Lipeter
03 Nemast
04 Hammer
05 Feidl
06 Zimmermann
07 Weber
08 Ritschart
09 Baurecht
10 Schuler
11 Konrad
12 Glautsch
13 Kogler
14 Aschner
15 Lenz
16 Möd
17 Moserwirt
01 Rupitsch
02 Hoffmann
03 Lotz
04 Öler
05 Obergasser
06 Untergasser
07 Kral
08 Stampfer
09 Moser
10 Draxl
11 Perl
12 Jakober
13 Binter
14 Schmied
01 Rader
02 Naggler
03 Keuschler
04 Liendl
1 Urbele

2 Mößlacher

(die anderen Häuser gehörten zur Herrschaft Paternion bzw. zur Pfarre Stockenboi)

Als Relikt aus den Napoleonischen Kriegen gelten Einschusslöcher im Getreidekasten beim Moserwirt (Hotel Moser) in Techendorf.[12] Im Jahr 1827 wurde der Weißensee vermessen und die Daten in den Franziszeischen Kataster aufgenommen – dem Vorläufer des heutigen Grundbuchs. Als sich 1850 die Katastralgemeinde Techendorf als eigene Ortsgemeinde konstituierte, war ihr Umfang bereits ähnlich groß und hat sich durch die Grenzkorrekturen im 20. Jahrhundert nur noch unwesentlich verändert. Die Fertigstellung der Eisenbahnlinie durch das obere Drautal 1871 mit der Haltestelle in Greifenburg ermöglichte den Beginn des Tourismus am Weißensee. Das erste erhaltene Gästebuch stammt aus dem Jahr 1885.

Das 20. und 21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten größeren Beherbergungsbetriebe wurden Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut: 1911 Villa Regitnig in Techendorf, 1926 Hotel Enzian in Neusach, 1928 Nagglerhof in Naggl. Zu den ältesten Gasthöfen zählen der 1618 erbaute Pletzwirt in Gatschach 3 (heute: Gasthof Weißensee) und der Moserwirt in Techendorf 17.

Nach dem 2. Weltkrieg konnten sich der Gauleiter Friedrich Rainer, Odilo Globocnik und einige SS-Männer, darunter Ernst Lerch, Hermann Höfle und Georg Michalsen, noch bis 31. Mai 1945 auf der Mößlacher Alm am Weißensee verstecken, bis sie von einem englischen Kommando verhaftet wurden.[13][14]

Seit 1969 verhindert eine Ringkanalisation die Einleitung von Hausabwässern in den See. Im Jahr 1970 wurde der Weißensee mit seinem gesamten Umland zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Die Region wurde 1995 mit dem „Europäischen Preis für Tourismus und Umwelt“ ausgezeichnet und zum Naturpark erklärt.

Vom 10. bis 12. Mai 1999 fand das 8. Naturforum in Weissensee statt.

In den Jahren 2006, 2007 und 2008 fanden Kardiovaskuläre Forschungstage in Weißensee statt. 2014 versucht die Goldmedaillen-Gewinnerin Anni Friesinger vier kenianische Weltklasseläufer für die deutsche Fernsehsendung Real Cool Running – Von Kenia auf’s Eis für einen 100-Kilometer-Eislaufmarathon auf dem Weißensee in Österreich vorzubereiten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Übersicht Weißensee, Kärnten

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Weißensee
  • Die Evangelische Kirche Techendorf ist ein 1900 bis 1903 im neugotischen Stil errichteter, der Kirche in Weißbriach nachempfundener Bau.
  • Die katholische Filialkirche St. Martin in Gatschach, urkundlich im Jahr 1485 erstmals genannt, ist ein niedriger, ursprünglich spätgotischer, im 17. Jahrhundert barockisierter Bau.
  • Vom Naggl/Paterzipf (Schiffstation/Parkplatz) ist das einstige Glasbläserdorf Tscherniheim zu Fuß in ca. 75 Minuten erreichbar. Das Bodental ist auch mit Mountainbikes befahrbar. Entlang der Strecke gibt es sechs Infotafeln zum Themenweg „Dem Waldglas auf der Spur“.
  • 1986 wurden die Eislaufszenen vom Bond-Film „Ein Hauch des Todes“ am Weißensee gedreht.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eislaufen Weißensee
Freiluftgalerie „Bilder am Eis“

Die Höhenlage des Sees bewirkt recht zuverlässiges ausreichend festes Zufrieren im Winter und die Länge des Sees begünstigt Strecken-Eislaufen. Seit 1989 findet in der zweiten Jännerhälfte das weltgrößte Eisschnelllauf-Spektakel am Natureis des Sees statt. Die alternative holländische 11-Städte-Tour hat typisch über 3000 Teilnehmer. Die längste Distanz beträgt 200 km und wurde als Weltrekord hier in 5 Stunden und 11 Minuten gelaufen.[15]

Der Eismeister schneidet gegen Ende der Saison täglich eine etwa 5–10 cm breite Fuge in das Eis des Sees, um Spielraum für die zu erwartende Ausdehnung während des Tages zu schaffen und zu vermeiden, dass sich das Eis aufwirft.[16]

Am 24. Februar 2007 fanden die ÖTRV Staatsmeisterschaft Wintertriathlon in Weißensee statt.

Im Jahr 2015 war Weißensee eine Station des Mountainbike-Etappenrennens Bike Four Peaks.

Im Jahr 2018 gewann Anne Tauber die Alternative Elfstedentocht am Weißensee, im Jahr 2020 wurde sie Zweite bei der Open Dutch Championship Natural Ice auf dem Weißensee.

Skigebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Weissensee Bergbahn GmbH betreibt nach eigenen Angaben fünf Lifte mit einer Gesamtlänge von 2480 m und einer Beförderungskapazität von 3980 Personen/h, sowie 6060 m Piste. Das Skigebiet erstreckt sich von 930 m bis auf 1324 m ü. A.[17]

Evangelische Kirchengemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Gemeinde Weißensee ist Teil der Evangelischen Superintendentur A. B. Kärnten und Osttirol der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich.

Pfarrer seit dem Toleranzpatent[18]
  • 1782–1784: Johann Gottfried Gotthardt
  • 1784–1787: Johann Georg Overbeck
  • 1787–1789: Johann Samuel Kaltenstein
  • 1790–1797: Michael Strompf
  • 1798–1813: Johann Gottfried Hechtel
  • 1813–1833: Paul Prugger
  • 1833–1867: Christian Wieser
  • 1867–1871: Christian Adolf Wieser
  • 1872–1915: Karl Steltzer
  • 1916–1929: Wunibald Maier
  • 1929–1936: Fritz Rumpold
  • 1936–1947: Fritz Zerbst
  • 1947–1957: Willibald Sauer
  • 1957–1958: Wolfgang Schmidt
  • 1958–1967: Heinz Krobath
  • 1970–2009: Wilhelm Moshammer
  • seit 2011: Mariusz Bryl

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wirtschaft der Gemeinde ist geprägt vom Tourismus im Sommer und Winter. Die abgelegene Lage des fjordartigen Alpensees und der Naturpark locken viele Urlauber an. Im Jahr 2019 verzeichnete die Gemeinde 450.000 Übernachtungen, den Großteil davon in den Sommermonaten Juli und August.[19] Bereist 1975 zählte Weißensee 400.000 Nächtigungen.[1]

Energie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weißensee in Kärnten gehört zu den 24 Gemeinden in Österreich (Stand März 2019), die mit der höchsten Auszeichnung des e5-Gemeinden Energieprojekts ausgezeichnet wurden. Das e5-Gemeinde-Projekt soll die Umsetzung einer modernen Energie- und Klimapolitik auf Gemeindeebene fördern.[20]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Rand des Gemeindegebietes führt die Weißensee Straße B 87 vorbei.

Weißensee ist Mitglied der Alpine Pearls, die sich für umweltfreundliche Mobilität im Alpenraum einsetzen.[21]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindeamt in Techendorf, 2014

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat von Weißensee hat insgesamt 11 Mitglieder.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1964–1997: Alfred Knaller (ÖVP) [1]
  • 1997–2003: Alfred Winkler (ÖVP)
  • 2003–2015: Johann Weichsler (SPÖ)
  • 2015–2021: Gerhard Koch (FPÖ)[23]
  • seit 2021: Karoline Turnschek (ÖVP)[24]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Weißensee seit 1992

Wappenbeschreibung: Der blaue Grund im Wappen von Weißensee spielt auf den See an, der silberne Bord auf die durch Seekreide bedingten weißen Sandbänke, denen der See vermutlich seinen Namen verdankt. Die Brücke ist das Wahrzeichen von Techendorf, sie wurde 1348 erstmals urkundlich genannt und seither immer wieder erneuert und zuletzt 1967 durch die heutige Stahlbetonkonstruktion mit vier Pfeilern ersetzt. Das silberne W steht für den Ortsnamen und wurde schon vor der Verleihung des Wappens als Bestandteil eines Fremdenverkehrslogos verwendet.[25]

Wappen und Fahne wurden der Gemeinde am 26. März 1992 verliehen, die Fahne ist Blau-Weiß mit eingearbeitetem Wappen.

Medien, Literatur und Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der beeindruckenden Naturlandschaft bietet sich Weißensee als Hintergrund für verschiedene Film- und Fernsehprojekte an. Die folgende Liste zeigt eine Auswahl von teilweise in Weißensee gedrehten Filmen:[26]

Weißensee wird auch als Handlungsort in Romanen verwendet:

  • Alexandra Bleyer, Dorothea Böhme: Mörderisches Kärnten. 11 Krimis und 125 Freizeittipps. GMEINER-Verlag 2021. ISBN 978-3-8392-2894-4

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1965: Friedrich Drachsel, Edler von Drachenhorst, (1895–1983), k.u.k. Feldmarschalleutnant, Fremdenverkehrsreferent der Gemeinde Weißensee (ab 1946), Verfasser "Der Weißensee und seine Umgebung".
  • 2009: Alfred Knaller (1931–2019), Alt-Bürgermeister von Weißensee, Mitglied des Bundesrates 1984–1989[28]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Traar (1899–1980), evangelisch-lutherischer Theologe, Jugendpfarrer, Superintendent, Publizist und Ökumene-Aktivist
  • Hans Georg Knapp (1938–1999), Mathematiker, Sozialwissenschaftler in Graz[29]
  • Harald Rindler (* 1948), Mathematikprofessor an der Universität Wien

Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Panoramen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Panoramablick über Weissensee in Richtung Osten nach Techendorf, Brücke und Laka, 2021

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Panoramablick über Weissensee in Richtung Westen nach Techendorf und Brücke, 2021

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Panoramablick über Weissensee in Richtung Westen nach Techendorf und Brücke, 2021

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Literatur und Karten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ingo Findenegg: Der Weissensee in Kärnten: eine seenkundliche Darstellung (Carinthia 4). Klagenfurt: Kleinmayr 1936 (pdf, 29,8 MB).
  • Alfred Leitner: Kärnten: zwischen Hohen Tauern und Karawanken, Wörther See, Ossiacher See, Millstätter See, Weißensee, Klagenfurt, Villach, Spittal u.v.a. Hamburg: HB-Verlag- und Vertriebs-Geselschaft 1982.
  • Martin Krake: Maremonto Reise- und Wanderführer: Kärnten - die Seenregion : Wörthersee, Ossiacher See, Millstätter See und Weißensee mit Ausf lügen in die Karawanken und die Hohen Tauern (Maremonto Reise- und Wanderführer 9). Wien: Maremonto Reiseverlag 2020. ISBN 978-3-903306-01-1
  • Wolfgang Honsig-Erlenburg, Volker Steiner, Thomas Friedl, Nikolaus Schotzko: Die Seeforelle des Weißensees (Kärnten, Österreich). Mögliche Ursachen ihres Aussterbens. In: Verhandlungen der Gesellschaft für Ichthyologie Band 1 (1998), S. 75–85.
  • Michael Schönhuber, Georg Santner, Julia Prochinig, Roswitha Fresner: Erhebung des Ist-Zustands der Uferverbauung und Seeeinbauten & Bewertung der Uferfunktionalität anhand des Shorezone Functionality Index (SFI) am Weißensee. Klagenfurt 2013.

Karten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Grissinger, Bernhard Perthes, Justus Perthes: Tiefenkarte des Weissensee in Kärnthen. - In: Petermann's Mitteilungen 38 (1892) [Karte].

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Weißensee (Kärnten) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Simone Brunner: Tourismus am Weißensee: Alles verschlafen, in: Die Zeit vom 26. Juli 2021, eingesehen am 31. August 2021.
  2. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2021 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2021), (xlsx)
  3. Klimadaten von Österreich 1971 - 2000
  4. Statistik Austria, Volkszählung, Demografische Daten. 15. Mai 2001, abgerufen am 3. März 2019.
  5. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Weißensee, Bevölkerungsentwicklung. Abgerufen am 3. März 2019.
  6. H. P. Sorger: Die Chronik des Weissensee. Abgerufen am 26. Januar 2020.
  7. Camilla Kleinsasser: Seebodener Holzprobe zur Analyse in US-Labor. In. Die Kleine Zeitung vom 17. September 2009, eingesehen am 3. September 2021.
  8. Paolo Santonino: Santonino in Kärnten. Aus seinen Reisetagebüchern 1485–1486. Herausgeber Rudolf Egger. Verlag Kleinmayr, Klagenfurt 1947, ISBN 3-901758-02-X, S. 68–69.
  9. Geschichte der Evangelischen in Kärnten
  10. Simone Madeleine Lassnig: Denkmäler der Reformationszeit und des Geheimprotestantismus im Raum Paternion. Diplomarbeit, Universität Wien. 2010, S. 12–13.
  11. Martin Wastian: Geschichte. Abgerufen am 20. Juni 2018.
  12. Karoline Turnschek: Chronik | Hotel Moser am Weissensee. Abgerufen am 20. Juni 2018.
  13. Vgl. Siegfried J. Pucher: «... in der Bewegung führend tätig». Odilo Globocnik. Kämpfer für den «Anschluss». Vollstrecker des Holocaust, Klagenfurt 1997.
  14. 8. Mai: Kärnten zu Kriegsende 1945, auf orf.at vom 8. Mai 2015, eingesehen am 31. August 2021.
  15. Eisschnelllaufen weissensee.com, abgerufen am 3. Oktober 2016.
  16. Kristina Pfoser, Ernst Weber: Ambiente – von der Kunst des Reisens : Erkundungen auf dem zugefrorenen Weißensee. orf.at, Ö1-Radio, 4. März 2018, 10.05–10.20 Uhr, (hier: 10.18) 7 Tage nachhörbar oe1.orf.at
  17. Panoramakarte. Weissensee Bergbahn GmbH, abgerufen am 14. Dezember 2012.
  18. Martin Wastian: Pfarrer unserer Gemeinden. Abgerufen am 30. Oktober 2018.
  19. Ein Blick auf die Gemeinde Weißensee, Übernachtungen. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 27. Dezember 2020.
  20. e5-Gemeinden in Österreich Stand März 2019
  21. Urlaub in Weissensee mit der Mobilitätsgarantie der Alpine Pearls. Abgerufen am 24. März 2017.
  22. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2021 in Weißensee. Amt der Kärntner Landesregierung, 28. Februar 2021, abgerufen am 2. März 2021.
  23. Wahlergebnis Bürgermeisterstichwahl 2015 in Weißensee. Amt der Kärntner Landesregierung, 1. März 2015, abgerufen am 25. März 2021.
  24. Wahlergebnis Bürgermeisterstichwahl 2021 in Weißensee. Amt der Kärntner Landesregierung, 14. März 2021, abgerufen am 25. März 2021.
  25. Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 292
  26. Filmtitel in der IMDb
  27. Schattenblick.de, eingesehen am 1. September 2021.
  28. Altbürgermeister Alfred Knaller verstorben, in: Gailtal-Journal vom 7. April 2019, abgerufen am 19. April 2019.
  29. Hans Georg Knapp. Abgerufen am 18. März 2021.