Velden am Wörther See

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Marktgemeinde
Velden am Wörther See
Wappen Österreichkarte
Wappen von Velden am Wörther See
Velden am Wörther See (Österreich)
Velden am Wörther See
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Villach-Land
Kfz-Kennzeichen: VL
Fläche: 52,98 km²
Koordinaten: 46° 37′ N, 14° 3′ OKoordinaten: 46° 36′ 45″ N, 14° 2′ 31″ O
Höhe: 460 m ü. A.
Einwohner: 9.105 (1. Jän. 2021)
Postleitzahl: 9220
Vorwahl: 04274
Gemeindekennziffer: 2 07 25
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Seecorso 2
9220 Velden am Wörther See
Website: www.velden.gv.at
Politik
Bürgermeister: Ferdinand Vouk (SPÖ)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2021)
(27 Mitglieder)
16
7
3
1
16 
Insgesamt 27 Sitze
Lage von Velden am Wörther See im Bezirk Villach-Land
ArnoldsteinArriachBad BleibergFeistritz an der GailFeld am SeeFerndorfFinkenstein am Faaker SeeFresachHohenthurnNötsch im GailtalPaternionRoseggSankt Jakob im RosentalStockenboiTreffen am Ossiacher SeeVelden am Wörther SeeWeißensteinWernberg (Kärnten)Afritz am SeeVillachKärntenLage der Gemeinde Velden am Wörther See im Bezirk Villach-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Blick vom Pyramidenkogel auf die Bucht von Velden
Blick vom Pyramidenkogel auf die Bucht von Velden
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Velden am Wörther See [ˈfelden] (slowenisch Vrba na Koroškem) ist eine Marktgemeinde mit 9105 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2021) im Bezirk Villach-Land im österreichischen Bundesland Kärnten. Außerdem ist Velden am Wörthersee ein gesetzlich anerkannter Luftkurort[1] sowie einer der bekanntesten und beliebtesten Fremdenverkehrsorte Österreichs.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Velden nimmt die Westbucht des Wörthersees ein.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Marktgemeinde Velden ist in acht Katastralgemeinden (Augsdorf, Duel, Kerschdorf ob Velden, Köstenberg, Latschach an der Drau, Lind ob Velden, St. Egyden, Velden am Wörther See) gegliedert und umfasst 30 Ortschaften (Einwohnerzahlen Stand 1. Jänner 2021[2]):

  • Aich (Dob) (140)
  • Augsdorf (Loga Vas) (485)
  • Bach (Potok) (117)
  • Dieschitz (Deščice) (107)
  • Dröschitz (Trešiče) (227)
  • Duel (Dole) (155)
  • Fahrendorf (Borovniče) (126)
  • Göriach (Gorje) (310)
  • Kantnig (Konatiče) (2)
  • Kerschdorf (Črešnje) (297)
  • Köstenberg (Kostanje) (141)
  • Kranzlhofen (Dvor) (196)
  • Latschach (Loče) (107)
  • Lind ob Velden (Lipa ob Vrbi) (989)
  • Oberdorf (Zgornja vas) (305)
  • Oberjeserz (Zgornje Jezerce) (183)
  • Oberwinklern (Vogliče) (175)
  • Pulpitsch (Polpače) (61)
  • Rajach (Sreje) (226)
  • Saisserach (Zajzare) (12)
  • St. Egyden (Šentilj) (344)
  • Selpritsch (Žoprače) (813)
  • Sonnental (395)
  • Sternberg (Šentjurij na Strmcu) (77)
  • Treffen (Trebinja) (73)
  • Unterjeserz (Spodnje Jezerce) (178)
  • Unterwinklern (Spodnje Vogliče) (45)
  • Velden am Wörther See (Vrba) (2392)
  • Weinzierl (Vinare) (136)
  • Wurzen (Koren) (291)

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ossiach Feldkirchen in Kärnten
Wernberg Nachbargemeinden Techelsberg
Schiefling am See
Rosegg Sankt Jakob im Rosental Ludmannsdorf
Villa Carinthia in der Bahnhofstraße 26
Wörthersee-Architektur: Hotel Kointsch, Franz Baumgartner 1909
Seepromenade mit Schiffanlegestelle
Pfarrkirche Unsere Liebe Frau
Schloss Velden
Villa Maire in Unterwinklern
Casino Velden

Geschichte des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die älteste urkundliche Erwähnung Veldens stammt aus dem Jahr 1150. Der Name leitet sich von Velben (Weide) ab.

Seit dem 12. Jahrhundert gehörte das Gebiet des heutigen Velden zur Herrschaft der Burg Hohenwart, die im Lauf der Jahrhunderte im Besitz der Grafen von Ortenburg und Cilli, des Millstätter St. Georgsritterordens und schließlich der Habsburger war. Im Jahr 1545 erwarb die Familie Khevenhüller die Herrschaft über Landskron und damit auch über Velden. Die ab dem Jahr 1603 selbstständige Herrschaft Velden ging im Zuge der Gegenreformation im Jahr 1629 in den Besitz der Grafen von Dietrichstein über.

Bei der Auflösung der Herrschaft durch das Gemeindegesetz vom 17. März 1849 umfasste das Gemeindeterritorium die Katastralgemeinden Velden, Augsdorf, Duel, Lind Emmersdorf, Kerschdorf, Köstenberg und Sand. Am 1. Jänner 1850 wurde aus diesen Gemeinden die selbstständige Großgemeinde Velden, die im 19. und 20. Jahrhundert mehrmals ihre Größe änderte. Bei der Neuordnung der Gemeindestruktur in Kärnten 1972/73 wurde das Gemeindegebiet etwa auf die Größe des Jahres 1850 zurückgeführt.

Im Jahr 1853 nahm die Linienschifffahrt am Wörthersee mit dem Raddampfer „Maria-Wörth“ ihren Betrieb auf. Elf Jahre später wurde die Region Wörthersee durch einen Ausbau der Drautalbahn, heute Südbahn genannt, an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Im selben Jahr, 1864, begann mit der Eröffnung der ersten Badeanstalt in Velden, der bald weitere folgen sollten, die Entwicklung Veldens zum Kurort.

Am 13. März 1881 ereignete sich ein Großbrand, der das alte bäuerliche Velden vernichtete und dazu beitrug, dass Velden noch vor Beginn der Badesaison zu einem "Villen-Kurort" ausgebaut wurde.

Den Namenszusatz „am Wörther See“ führt die Gemeinde seit dem Jahr 1893, Marktgemeinde ist Velden seit dem 2. Mai 1947.

Am 18. März 2017 beschloss der Gemeinderat Veldens einstimmig ein Bauverbot für bestimmte geografische Abschnitte des Gemeindegebietes für die Dauer von zwei Jahren, um den weiteren Bau von „Klötzen“ in der Nähe oder sogar direkt am Wörthersee zu limitieren. Ziel dieser Maßnahme war es, den freien Seezugang für Gemeindebürger sowie auch für Touristen sicherzustellen und das historische Ortsbild Veldens zu erhalten.[3]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut Volkszählung im Jahr 2001 hatte die Marktgemeinde Velden eine Wohnbevölkerung von 8.545, davon besaßen 93,1 % die österreichische, 3,6 % die deutsche und 1,8 % die bosnische Staatsbürgerschaft. Der Anteil der Kärntner Slowenen an der Gesamtbevölkerung betrug 2,8 %.

78,7 % der Veldener bekannten sich zur römisch-katholischen Kirche, 7,2 % zur evangelischen und 1,2 % zum Islam, 8,6 % der Bevölkerung war ohne religiöses Bekenntnis.

Bevölkerungsentwicklung


Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Logo von Velden
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Velden am Wörther See

Velden ist aufgrund seiner günstigen geografischen Lage am Ufer des Wörthersees ein beliebter Kur- und Wohnort. Daher gibt es in Velden, ähnlich wie in anderen Orten rund um den Wörthersee, eine Vielzahl von architektonisch bedeutenden Bauwerken, insbesondere Villen:

  • Pfarrkirche Augsdorf
  • Die Pfarrkirche hl. Johannes der Täufer in Kranzlhofen wurde zwischen den Jahren 1175 und 1181 erstmals urkundlich erwähnt.
  • Die Pfarrkirche Unsere Liebe Frau am Westrand der Ortschaft Velden wurde im Jahr 1937 erbaut, war zunächst Filiale von Kranzlhofen und ist seit dem Jahr 1949 eigenständige Pfarre.
  • Schloss Velden
  • Das Casino Velden wurde im Jahr 1922 eröffnet und im Jahr 1934 durch die staatliche Österreichische Casino AG (heute Casinos Austria) übernommen. Ein im Jahr 1987 begonnener Neubau wurde im Jahr 1989 seiner Bestimmung übergeben.
  • Villa Helene (ehemals Villa Schick), Ende 19. Jahrhundert als Landhaus errichtet
  • Wohn- und Geschäftshaus Kuzmany, Georg Wünschmann, 1897/98
  • Mösslacherhaus, früher Bau von Franz Baumgartner
  • Hotel Kointsch, Franz Baumgartner, 1909
  • Hotel Mösslacher, Franz Baumgartner, 1912
  • Hotel Carinthia, Franz Baumgartner, 1924/26
  • Villa Stelzer, Franz Baumgartner, 1925
  • Feuerwehrhaus, Franz Baumgartner, 1925
  • Haus Klützke, Franz Baumgartner, 1925/30
  • Haus Hilde Gessenharter, Franz Baumgartner, 1930
  • Haus Seeblick, Franz Baumgartner, 1933
  • Villa Carinthia, erbaut Ende des 19. Jahrhunderts
  • Zur Erinnerung an das 60. Regierungsjubiläum von Kaiser Franz Joseph I. (1848–1916) wurde der Kaiserbrunnen unweit des Veldener Bahnhofes errichtet. Er spendet Hochquellen-Trinkwasser. Renoviert wurde der Brunnen, der vom Wasserwerk Velden-Schiefling versorgt wird, im Jahr 1969.

Erholungsgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem Ort Velden selbst und dem Wörthersee gibt es in Velden noch einige weitere Örtlichkeiten, die den Bürgern und den Kurgästen Veldens als Erholungsgebiete dienen. In diesem Kontext hervorzuheben sind vor allem, der Jeserzer See, der sich zur Gänze im Ortsgebiet Veldens befindet, der sogenannte Bäckerteich sowie der Forstsee, der sich jedoch im Gebiet der Gemeinde Techelsberg am Wörther See befindet.

Regelmäßig stattfindende Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Internationale Sportwagenwochen und Sportwagenfestival Velden, jährlich im Juni, Veranstalter: Heribert Kasper
  • Internationales Humorfestival Velden, seit dem Jahr 2009 jährlich im September, Leitung: Christian Hölbling
  • Flaniermeile Velden, jährlich im Juli und August, täglich am Abend – Straßenkunst am Seecorso
  • Velden-Village, jährlich im September – Velden feiert mit den Fans der European Bike Week
  • Veldener Advent, jährlich an den Adventwochenenden[4]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Velden ist traditionell eine Gemeinde, die in wirtschaftlicher Hinsicht vor allem durch den Fremdenverkehr geprägt ist. Von den über 2500 Arbeitsplätzen im Ort entfallen 100 auf die Landwirtschaft und knapp 400 auf die Wirtschaftszweige Produktion und Gewerbe. Über 2000 Menschen sind derzeit im Dienstleistungssektor beschäftigt. Hier sind vor allem die sozialen, öffentlichen Dienste mit 600 Arbeitnehmern und der Bereich Beherbergung und Gastronomie mit 500 Arbeitnehmern zu nennen. Außerdem ist der Handel mit 400 Beschäftigten ein wichtiger Arbeitgeber im Ort (Stand 2011).[5] Von den jährlich ca. 500.000 Übernachtungen in Velden entfallen jeweils über 100.000 auf die Monate Juli und August.[6] Ungefähr die Hälfte der Gäste sind Österreicher (Stand 2019).[7]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eisenbahn: Velden liegt an der Südbahn mit Zug- und S-Bahn-Verbindungen nach Villach und nach Klagenfurt. Es gibt im Ortsgebiet eine Haltestelle (Lind/Rosegg) und den historischen Bahnhof von Velden, der sich in der Nähe des Ortskerns befindet.
  • Straßen: Im Norden des Gemeindegebiets verläuft die Süd Autobahn A2. Velden ist mit zwei Zubringern (Velden Ost und Velden West) an diese angeschlossen. Außerdem liegt Velden an der Kärntner Bundesstraße B 83.

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gebiet der Gemeinde Velden am Wörthersee befinden sich derzeit 3 öffentlichen Volksschulen und eine öffentliche Mittelschule. Außerdem ist Velden Standort einer sogenannten internationalen Schule, und zwar der ISC Carinthia.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus 27 Mitgliedern und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2021 aus Mandaten der folgenden Parteien zusammen:[8]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Ferdinand Vouk stellt derzeit die SPÖ in Velden am Wörthersee den Bürgermeister.[9]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen at velden-am-woerther-see.svg

Seit etwa dem Jahr 1900 wurde von der Gemeinde ein Wappen mit dem Schlossportal auf einem mit Seerosen belegten Wellenschildfuß verwendet. Die heutige Form des Ortswappens geht auf einen Entwurf des lokalen Grafikers, ehemaligen Bürgermeisters und Ehrenbürgers Veldens Heinrich Ebner (1911–1998) zurück.

Wellenschildfuß und Seerose charakterisieren die Lage des Ortes am Wörthersee. Das manieristische Schlossportal von 1603 erinnert an die Familie Khevenhüller und deren Lustschloss in Velden. Das Wappen wurde der Marktgemeinde am 4. September 1965 offiziell verliehen.

Die amtliche Blasonierung lautet:

„Ein von Rot und Blau im silbernen Wellenschnitt im Verhältnis 3 zu 2 geteilter Schild, dessen unteres Feld von sechs zum Schnitt parallelen silbernen Wellenlinien geteilt ist. Im Schildfuß eine goldene, schwarz gefasste Seerose mit drei grünen, schwarz gefassten Blättern, die von einem bis zu oberene Schildrand reichenden silbernen, schwarz gefugten Rustikaportal (Form des Veldener Schlossportals) überhöht wird.“[10]

Die Fahne ist Rot-Weiß mit eingearbeitetem Wappen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anton Kreuzer: Augsdorf am Wörther See – Eine Urlaubsgemeinde stellt sich vor. Velden 1971, Herausgeber, Verleger und Eigentümer: Touristen-Informationsamt der Gemeinde Augsdorf am Wörther See, A-9220 Velden am Wörther See, Kärnten.
  • Raimund Kiennast: Sommerfrische – am Fluss oder am See? Ein Vergleich der Sommerfrische-Orte Gars am Kamp und Velden am Wörther See um 1900. (Gars am Kamp) 2020. ISBN 978-3-85028-933-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Velden am Wörthersee – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gesetzlich anerkannte Luftkurorte in Österreich (Memento vom 23. Mai 2015 im Internet Archive), auf oehkv.at, abgerufen am 7. Juni 2015.
  2. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2021 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2021), (xlsx)
  3. Baustopp: Velden will keine „Klötze“ mehr orf.at, 20. März 2017, abgerufen 20. März 2017.
  4. www.veldener-advent.at
  5. Ein Blick auf die Gemeinde Velden am Wörther See, Erwerbstätige. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 29. November 2020.
  6. Ein Blick auf die Gemeinde Velden am Wörther See, Übernachtungen. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 29. November 2020.
  7. Ein Blick auf die Gemeinde Velden am Wörther See, Herkunft der Gäste. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 29. November 2020.
  8. Gemeinderatswahl 1.März 2015. Land Kärnten, abgerufen am 29. November 2020.
  9. Bürgermeisterwahl 2015. Land Kärnten, abgerufen am 29. November 2020.
  10. Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 86.
  11. Partnergemeinde der Marktgemeinde Velden am Wörther See