Sylvie Goulard

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Sylvie Goulard bei der Veranstaltung zum Wahlkampfstart der Europawahl des Mouvement démocrate (MoDem) am 8. Februar 2009 in Paris

Sylvie Goulard (* 6. Dezember 1964 in Marseille) ist eine französische Politologin, Politikerin (MoDem) und Essayistin. Von Mai bis Juni 2017 war sie Verteidigungsministerin im Kabinett Philippe I.

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sylvie Goulard (2013)

Goulard arbeitet am Centre d'Etudes et de Recherches Internationales (CERI) und lehrt am Europa-Kolleg in Brügge. Sie ist Absolventin der Elite-Hochschulen Sciences Po und École nationale d’administration (ENA), ehemalige Beraterin Romano Prodis in der Europäischen Kommission, Mitglied der französischen Partei Mouvement démocrate (MoDem) und seit Juni 2009 Mitglied des europäischen Parlaments in der Fraktion ALDE.[1] Von 2006 bis 2010 war Goulard Präsidentin des Mouvement Européen-France.[2]

Im EU-Parlament ist Goulard seit 2009 Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Währung sowie in der Delegation für die Beziehungen zu Japan. Als Stellvertreterin ist sie im Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung.[3]

Im Mai 2017 trat sie als Beraterin des designierten französischen Präsidenten Emmanuel Macron in Erscheinung. Vom 17. Mai bis 20. Juni 2017 war sie französische Verteidigungsministerin. Sie trat wegen Scheinbeschäftigungsvorwürfen gegen ihre Partei MoDem zurück.[4] Einen Tag später trat aus dem gleichen Grund auch MoDem-Parteipräsident François Bayrou, stellvertretender französischer Premierminister und Justizminister, zurück.[5]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sylvie Goulard begann ihr Berufsleben 1989 in der Rechtsabteilung des französischen Außenministeriums und nahm im französischen Team an den Verhandlungen des Zwei-plus-Vier-Vertrages teil. Von 1993 bis 1996 arbeitete sie für den Conseil d’État.

Zwischen 1996 und 1999 leitete sie verschiedene Projekte bei dem Centre d'analyse et de prévention (CAP, Planungsstab vom französischen Außenministerium) und arbeitete eng mit dem deutschen Planungsstab (Auswärtiges Amt) zusammen. Von 2001 bis 2004 war sie politische Beraterin von Romano Prodi und verfolgte unter anderem die Arbeit des Europäischen Konvents (eine Verfassung für Europa).

In ihren Tätigkeiten betont Sylvie Goulard die Notwendigkeit einer größeren europäischen Integration aber gleichzeitig einer verstärkten öffentlichen Diskussion über die Herausforderungen Europas. Die Europäische Union solle in der Zukunft mehr die Europäer einbeziehen und diese besser vorbereiten, in dem sie besser informiert und selbst aktiv werden sollen. Zu diesem Zweck sollte die Europäische Union Austauschprogramme und Fremdsprachenunterricht besser fördern.

Ende 2006 wurde sie zur Präsidentin der Europäischen Bewegung Frankreich (Mouvement Européen-France, MEF) gewählt. MEF ist ein Verein, der in Frankreich für eine größere europäische Integration wirbt. Im September 2010 war Goulard an der Gründung der Spinelli-Gruppe beteiligt, die sich im Europäischen Parlament für den europäischen Föderalismus einsetzt.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • De la démocratie en Europe mit Mario Monti, 2012
  • Il faut cultiver notre jardin européen, Seuil, 2008
  • Le Coq et la perle, Seuil, 2007
  • L'Europe pour les nuls (Europa für Dummies), First, 2007
  • EU–Türkei. Eine Zwangsheirat? (Originaltitel: Le grand Turc et la République de Venise), Berliner Wissenschaftsverlag (BWV), Berlin 2006. ISBN 3-8305-1116-7
  • Carlo Altomonte, Pierre Defraige, Lucas Delatre, Karl-Theodor zu Guttenberg, Sylvie Goulard, Rudolf Scharping: Le Partenariat privilégié, alternative à l'adhésion. Fondation Robert Schuman, 2006, ISSN 1761-2233.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sylvie Goulard – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eintrag zu Sylvie Goulard in der Abgeordneten-Datenbank des Europäischen Parlaments
  2. Les Présidents du Mouvement Européen-France. Mouvement Européen–France; abgerufen am 5. April 2013.
  3. Website des Europäischen Parlaments
  4. Verteidigungsministerin Goulard tritt zurück. Spiegel Online, 20. Juni 2017.
  5. Scheinbeschäftigungsaffäre – Frankreichs Justizminister Bayrou tritt zurück. Spiegel Online, 21. Juni 2017