TEDi

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Tedi GmbH & Co. KG
Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 2004[1]
Sitz Dortmund, Deutschland
Leitung Geschäftsführer:
  • Silvan Wohlfarth (Vors.)[2]
  • Sascha Barenkau
  • Thorsten Beckers
  • Markus Meier
Mitarbeiter 13.500 (2017)[1]
Umsatz 512 Mio. € (2013/2014)[3]
Website www.tedi.com

http://www.tedi-shop.com/

Tedi (Eigenschreibweise TEDi, vormals T€Di,[4]) ist ein deutscher Nonfood-Händler mit rund 1700 Filialen[1] in Deutschland, Österreich, Slowenien, Slowakei, Spanien und Kroatien. Im Sortiment sind Ge- und Verbrauchsartikel des täglichen Bedarfs zu finden. Es umfasst neben Haushalts-, Party-, Heimwerker- und Elektroartikeln auch Schreib- und Spielwaren sowie Drogerie- und Kosmetikprodukte. Dazu kommen saisonale Artikel. In den Filialen werden je nach Lage und Größe bis zu 11.000 verschiedene Produkte angeboten. Sowohl beim Dauersortiment als auch unter den Trendartikeln findet man vermehrt Markenware.[1]

Tedi wurde von der Tengelmann-Gruppe mit der Idee ins Leben gerufen, das Konzept der Ein-Dollar-Läden auch in Deutschland anzubieten. Das Unternehmen wurde als Ableger der Tengelmann-Textiltochter KiK gegründet. Tengelmann hält als Minderheitsbeteiligter 30 Prozent der Anteile.[5]

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verkaufsraum einer TEDi-Filiale
TEDi-Filiale nach dem neuen Filialkonzept

Tedi eröffnete im August 2003 die erste Filiale in Hagen. Am 25. September 2004 wurde die TEDi GmbH & Co. KG ins Handelsregister eingetragen. Das Unternehmen war in der Folge bemüht, möglichst schnell möglichst viele Filialen zu eröffnen.[6]

Drei Jahre später, im Mai 2007, wurde bereits die 500. Filiale eröffnet. Im Mai 2010 eröffnete die 1000. TEDi-Filiale im ostfriesischen Moordorf.[7] Ursprünglich sollten jährlich über 200 Filialen eröffnet werden, mittlerweile gibt die Firma jedoch an, europaweit 300 Neueröffnungen im Jahr zu realisieren und damit 2000 Filialen anzustreben.[8] Die Zahl der Niederlassungen liegt aktuell bei etwa 1.700 (Stand: November 2017).[1] Damit ist das Unternehmen nach eigenen Angaben Marktführer im Bereich der Nonfood-Discounter.[9]

Am 2. Mai 2011 expandierte das Unternehmen mit einer Filiale in Graz nach Österreich.[10] Weitere folgten. Am 6. Juni 2012 expandierte Tedi mit einer Filiale in Murska Sobota nach Slowenien und versprach dort etwa 12-15 neue Filialen im Jahr.[11] Mit der Slowakei (2013), Spanien (2015) und Kroatien (2017) setzt das Unternehmen seine Expansion in Europa fort. Weitere Auslandsmärkte sollen nach eigenen Angaben in Italien, Polen und Portugal eröffnet werden.[12]

Tedi-Niederlassungen werden bevorzugt in Nachbarschaft zu anderen Geschäften der Tengelmann-Gruppe sowie großer Einzelhandelsketten gegründet. Eine wichtige Zielgruppe ist die Laufkundschaft, die „zufällig“ vorbeikommt und durch vorgelagerte Stände „aufgehalten“ wird. Daher befinden sich viele Filialen in Einkaufszentren und Kleinstadtzentren.

Seit 2013 wird ein neues Filialkonzept verfolgt, mit dem das Filialnetz flächendeckend modernisiert wird. Die Filialen bekommen unter anderem einen Fußbodenbelag in Holzoptik, eine LED-Deckenbeleuchtung und übersichtlichere Regalelemente. Mehr als die Hälfte aller Märkte wurde bis zur Jahresmitte 2017 bereits nach dem neuen Konzept umgerüstet.[8] Das Logo wurde dahingehend verändert, dass das Euro-Symbol € durch ein einfaches E ersetzt wurde.[13]

Seit 2013 hat TEDi auch einen Onlineshop. Der Onlineshop ist unter http://www.tedi-shop.com/ zu erreichen.

2016 platzierte Tedi mit der Billig-Kette Black.de unter dem Motto "Schwarzhandel für alle" rund 50 Filialen auf dem deutschen Discounter-Markt. Geplant waren bundesweit 1.000 Filialen. Ein Jahr später verkündete das Mutterunternehmen das Ende von Black.de, die Filiale sollen geschlossen und "umgeflaggt" werden.[14]

Am 27. Dezember 2017 verkündete TEDi die Übernahme der 63 Filialen der niederländischen Einzelhandelskette Xenos in Deutschland. Am 27. Januar 2018 trat diese in Kraft. Damit erhöhte TEDi die Zahl seiner Filialen auf etwa 1.800. Die Umstellung der Filialen in TEDi-Filialen wird innerhalb von neun Monaten sukzessive erfolgen, die Transaktion beinhaltete alle bestehenden Arbeitsverträge.[15][16]

Im Filialfinder verzeichnete Filialen: (Stand: 12. Februar 2018)[17]

Land Anzahl
Deutschland 1436
Österreich 125
Slowenien 37
Slowakei 31
Spanien 134
Kroatien 2

Nachhaltigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehr als die Hälfte des Papiersortiments von Tedi ist mit einem "FSC"- oder "Der Blaue Engel"-Gütesiegel versehen. Bei der Stromversorgung setzt TEDi auf regenerative Energien. 98 Prozent der Filialen werden mit zertifiziertem Ökostrom aus erneuerbaren Energiequellen beliefert. Seit 2011 beziehen auch die Firmenzentrale sowie die Logistik in Dortmund "grünen" Strom, der CO2-neutral produziert wird.[18]

2013 hat Tedi zudem eine Photovoltaik-Eigenverbrauchsanlage errichtet. Die etwa zwei Fußballfelder große Photovoltaikanlage befindet sich auf zwei Dächern der Firmenzentrale in Dortmund und produziert jährlich rund 870.000 Kilowattstunden. Mit der selbst produzierten Energie betreibt der Einzelhändler auch seine zwei Elektro-LKW. Die umweltfreundlichen und geräuscharmen 12 Tonnen schweren Lastwagen beliefern TEDi-Märkte in Nordrhein-Westfalen.[19]

Im März 2016 hat Tedi Plastiktüten aus dem Sortiment entfernt und durch Taschen aus Stoff bzw. Recyclingmaterial ersetzt.[20]

Darüber hinaus unterstützt Tedi seit 2007 unter anderem die gemeinnützige Stiftung help and hope, die soziale Projekte initiiert, um Kindern in Not zu helfen.[21]

Sponsoring[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Beginn der Fußballsaison 2017/2018 wurde Tedi neuer Ärmelsponsor beim Erstligisten Hertha BSC.[22] Für das Unternehmen ist es das bislang größte Engagement im Fußball-Sponsoring.[23] TEDi sponsert zudem den VfL Osnabrück und den BVB Dortmund.[24] Mit dem Sponsoring soll die bundesweite Bekanntheit des Unternehmens gesteigert werden. Diesem Zweck dient auch TV-Werbung, die das Unternehmen im Oktober 2017 zum ersten Mal geschaltet hat.[25]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ver.di bemängelte im Oktober 2011 den niedrigen Lohn der Angestellten. So soll selbst geschultes Personal mit IHK-Abschluss lediglich einen Brutto-Lohn von 7 Euro pro Stunde erhalten haben.[26]

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Qualität der zumeist aus China importierten Artikel. Häufige Beanstandung seitens des Rapid Exchange of Information System (RAPEX) der EU bezüglich schädlicher Inhaltsstoffe (z. B. Phthalate), vor allem in Spielwaren, sind das Ergebnis, beispielsweise im März 2009 zu einem 3er-Set Puppenfiguren aus Kunststoff.[27]

Auch die Tedi-Preise stehen immer wieder in der Kritik. Zwar suggerieren die Preise ab 1 Euro ein günstiges Preisniveau. Doch gelegentlich sind die Artikel bei anderen Händlern deutlich günstiger zu haben.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: TEDi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Wer wir sind. Tedi, abgerufen am 5. November 2017.
  2. Unter neuer Führung: TEDi forciert Wachstumskurs. Tedi, abgerufen am 19. Dezember 2017.
  3. Unternehmensregister.de
  4. Das Impressum der TEDi GmbH & Co. KG. Abgerufen am 5. November 2017.
  5. Tengelmann-Beteiligungen: TEDi. Tengelmann, abgerufen am 5. November 2017.
  6. Tengelmann: Handelsriese mischt im Billigstmarkt mit. Capital, 20. Juli 2005, archiviert vom Original; abgerufen am 8. April 2017.
  7. TEDi Historie. Tedi, abgerufen am 5. November 2017.
  8. a b Tedi bekommt ausländische Konkurrenz: Duell der Discounter. Handelsblatt, 21. Juni 2017, abgerufen am 5. November 2017.
  9. Immer mehr Billigläden erobern die Innenstädte. Augsburger Allgemeine, 10. August 2017, abgerufen am 5. November 2017.
  10. 1-Euro-Discounter TEDi eröffnet erste Filiale in Österreich. Tedi, 2. Mai 2011, abgerufen am 8. April 2017.
  11. Tedi eröffnet erste Filialen in Slowenien. Tedi, 29. Mai 2012, abgerufen am 8. April 2017.
  12. TEDI: Billighändler will 300 neue Filialen eröffnen. Handelsblatt, 10. August 2017, abgerufen am 5. November 2017.
  13. 10 Jahre, 1.400 Märkte und 10.000 Mitarbeiter. Tedi, abgerufen am 29. Juni 2015.
  14. Billig-Kette verschwindet: Wieso alle Black.de-Filialen zu Tedi-Läden werden Ruhrnachrichten, 9. Januar 2018, abgerufen am 9. Januar 2018
  15. TEDi kauft deutsche Xenos-Filialen. 27. Dezember 2017, abgerufen am 22. Januar 2018.
  16. TEDi übernimmt Xenos. Xenos, archiviert vom Original am 12. Februar 2018; abgerufen am 12. Februar 2018.
  17. TEDi.com. (tedi.com [abgerufen am 12. Februar 2018]).
  18. TEDi – Nachhaltige Produkte. Tedi, abgerufen am 5. November 2017.
  19. Erstmals 12-Tonnen-Elektroverteiler in NRW unterwegs. Verkehrsrundschau, 3. September 2013, abgerufen am 5. November 2017.
  20. Nachhaltigkeit tragfähig: TEDi verbannt Einweg-Plastiktüte. Tedi, abgerufen am 5. November 2017.
  21. Nachhaltigkeit bei TEDi. Tedi, abgerufen am 5. November 2017.
  22. Hertha vergoldet das Trikot. Bild, 28. Juni 2017, abgerufen am 5. November 2017.
  23. Hertha stellt neuen Sponsor vor. Der Tagesspiegel, 28. Juni 2017, abgerufen am 5. November 2017.
  24. TEDi – Sponsoring. Tedi, abgerufen am 5. November 2017.
  25. So schräg debütiert Tedi im TV. Horizont, 15. Oktober 2017, abgerufen am 5. November 2017.
  26. Henrike Greven: Sieben Euro pro Stunde bei TEDi. Lohnwucher bei Tedi. Ver.di Bezirk Mülheim-Oberhausen, 24. Oktober 2011, abgerufen am 5. November 2017.
  27. Wöchentlicher Übersichtsbericht von RAPEX-Benachrichtigungen 10/2009. (Nicht mehr online verfügbar.) RAPEX, ehemals im Original; abgerufen am 1. November 2012.@1@2Vorlage:Toter Link/ec.europa.eu (Seite nicht mehr abrufbar; Suche in Webarchiven)

Koordinaten: 51° 31′ 26,9″ N, 7° 33′ 33″ O