KiK

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KiK Textilien und Non-Food GmbH

Logo
Rechtsform GmbH
Gründung April 1994
Sitz Bönen, Kreis Unna, Deutschland
Leitung

Geschäftsführer:

  • Patrick Zahn (Vorsitzender der Geschäftsführung)[1]
  • Michael Badinger
  • Burkhard Schültken
  • Rainer Kanbach
  • Sebastian Bader [2]
Mitarbeiterzahl

ca. 26.000

Umsatz 2 Mrd. € (2017)[3]
Website www.kik.de

KiK Textilien und Non-Food GmbH ist ein deutscher Textil-Discounter mit Sitz in Bönen, der im Jahr 1994 von Stefan Heinig zusammen mit der Unternehmensgruppe Tengelmann gegründet wurde. Zum 1. Januar 2012 übergab Heinig den Vorsitz der Geschäftsführung an Heinz Speet, der bis Ende 2015 das Unternehmen leitete. Seit dem 1. Januar 2016 ist Patrick Zahn neuer Vorsitzender der Geschäftsführung.[1] Das Unternehmen ist mit 2.600 Filialen die größte Textil-Discount-Kette in Deutschland und verfügt insgesamt über 3.500 Filialen in Deutschland, Österreich, Slowenien, Tschechien, Ungarn, Slowakei, Kroatien, Polen, den Niederlanden und Italien.[4][5][6][7][8] Das Unternehmen beschäftigt 25.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2016 einen Umsatz von 1,95 Mrd. Euro.[3] Im deutschen Textilhandel rangiert KiK unter den zehn größten Anbietern.[6]

KiK ist ein Akronym und bedeutet „Kunde ist König“.[9]

KiK war 2012 der Hauptauftraggeber von Ali Enterprises. Bei dem Brand einer Fabrik des Textilzulieferers starben 255 Arbeiter(innen). Das Unglück zählt damit zu den verheerendsten seiner Art in der Textil-Lieferkette. KiK stand in der Folge massiv in der Kritik und war zu Entschädigungszahlungen in Millionenhöhe gezwungen (s. unten).[10] KiK ist erst aufgrund von öffentlichem Druck am 1. Juni 2015 dem im Oktober 2014 gegründeten Bündnis für Nachhaltige Textilien beigetreten.[11]

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

KiK-Zentrale in Bönen

1994 wurde die erste KiK-Filiale in Düsseldorf-Gerresheim gegründet.[12] Bis zum Jahr 1996 entstanden weitere 225 Geschäfte in Deutschland. Vier Jahre nach Gründung des Unternehmens expandierte KiK nach Österreich, wo KiK Ende 2005 über 230 Filialen verfügte. Der Versuch, ab dem Jahr 2000 den dänischen Markt zu erobern, schlug 2004 fehl. Im Jahr 2007 wurde die Expansion auf Slowenien und Tschechien und 2008 auf Ungarn und die Slowakische Republik ausgeweitet. Am 30. November 2010 eröffnete KiK in Berlin die dreitausendste Filiale.[13] 2011 wurde die erste Filiale in Kroatien eröffnet. In Polen, wo im März 2012 in Środa Wielkopolska die erste Filiale eröffnet wurde, gab es Ende 2016 140 Filialen.[14] Im Jahr 2013 wurde die erste KiK-Filiale in den Niederlanden eröffnet, bis Ende 2014 stieg die Zahl der niederländischen Filialen auf 14.[7] Insgesamt sollen dort 300 Filialen entstehen.[15] Im Oktober 2017 wurden die ersten Filialen in Italien eröffnet.[8] 2017 soll es europaweit rund 3.600 Filialen gegeben haben.[16] Das Unternehmen hat angegeben, ab dem Jahr 2019 auch in den USA mit Filialen präsent sein zu wollen.[17] Mittelfristig strebt das Unternehmen die Erhöhung der Filialanzahl auf 5000 an, davon 3000 in Deutschland.[18][15] Der KiK-Geschäftsführer Patrik Zahn verkündete das Ziel, "KiK in jeden europäischen Kleiderschrank" zu bringen.[19] Seit April 2013 gibt es unter www.kik.de einen Online-Shop.[20]

Im Geschäftsjahr 2016 erwirtschaftete das Unternehmen nach eigenen Angaben einen Umsatz in Höhe von 1,95 Milliarden Euro.[3]

2006 wurde im Auftrag von KiK ein Code of Conduct entwickelt, der Richtlinien für alle Zulieferer, Produktionsfirmen und Nähereien vorgibt.

Die Filialen im internationalen Vergleich (Stand: 31. Dezember 2014)[21]
Staat Filialen Umsatz in Mio. €
DeutschlandDeutschland Deutschland 2.531 1.298,3
KroatienKroatien Kroatien 61 29,5
NiederlandeNiederlande Niederlande 14 2,9
OsterreichÖsterreich Österreich 250 163,5
PolenPolen Polen 70 18,4
SlowakeiSlowakei Slowakei 73 36,2
SlowenienSlowenien Slowenien 47 27,8
TschechienTschechien Tschechien 187 79,9
UngarnUngarn Ungarn 61 25,0
ItalienItalien Italien 10

Tätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

KiK-Filiale mit neuem Farbdesign
Typische KiK-Filiale nach der Erneuerung des Farbdesigns

KiKs Erfolge lassen sich mit dem eigenen Geschäftsmodell begründen, dem Textildiscount. 70 % des Sortiments von KiK bestehen aus preisgünstigen Textilprodukten. Die restlichen 30 % sind Non-Food-Artikel. KiK sieht sich dabei selbst als textiler Grundausstatter und achtet auf schnelle und einfache Erreichbarkeit der Filialen.[22] KiK verkauft überwiegend Basicartikel, die das ganze Jahr über erhältlich sind und in großen Stückzahlen eingekauft werden. KiK verzichtet auf Zwischenhandel und importiert die Waren zu 98 % direkt über den Seeweg.[21] KiK besitzt keine eigenen Produktionsstätten, sondern lässt die Ware vor allem in Asien produzieren, insbesondere in China und Bangladesch. 2006 wurde von KiK ein Code of Conduct entwickelt, der die Handelsbeziehung mit rund 500 Direktlieferanten regelt. In diesem Verhaltenskodex sind die elementaren Arbeitsrichtlinien und Sozialstandards beschrieben, die bei der Herstellung zu beachten sind.[23]

Nach dem Fabrikeinsturz in Sabhar im April 2013 hat eine Allianz der Textilunternehmen in Zusammenarbeit mit Gewerkschaften, Nichtregierungsorganisationen und Behörden vor Ort den Accord on Fire and Building Safety in Bangladesch unterzeichnet. KiK ist im Mai 2013 als zweites deutsches Handelsunternehmen dem Brandschutzabkommen beigetreten. Das rechtlich verbindliche Abkommen soll in einem Zeitraum von fünf Jahren zu einer Verbesserung der Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen in der Textilindustrie von Bangladesch beitragen.[24] Im Juni 2017 hat KiK als einer der ersten Unterzeichner die Neuauflage des Abkommens unterzeichnet, das am 31. Mai 2018 in Kraft tritt und bis 2021 läuft.[25][26]

Seit 2013 hat KiK seine Filialen nach dem Konzept KiK 17 umgebaut, mit dem alle Filialen modernisiert und aufgewertet werden sollen. Der Umbau war Ende 2017 abgeschlossen. Am 7. Mai 2015 wurde in Berlin die 1.500. umgestaltete Filiale wiedereröffnet.[27]

KiK ist am 1. Juni 2015 dem im Oktober 2014 vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gegründeten Bündnis für Nachhaltige Textilien beigetreten.[28] Zur Umsetzung der Ziele des Textilbündnisses hat das Unternehmen freiwillig seinen Maßnahmenplan mit dem Hinweis veröffentlicht, damit die Ernsthaftigkeit seines Engagements im Bündnis zu demonstrieren und einen Beitrag zum Gelingen des Texilbündnisses leisten zu wollen.[29]

KiK verkauft seit dem 1. Oktober 2015 keine Plastiktüten mehr. Durch diese Maßnahme spart KiK jährlich 33 Millionen Plastiktüten ein.[30]

Mitarbeiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insgesamt arbeiten für KiK 25.000 Mitarbeiter, davon 19.279 in Deutschland. 93 Prozent aller Mitarbeiter arbeiten im Filialbereich. Die Frauenquote liegt bei 92 Prozent, die Führungspositionen sind zu 58 Prozent mit Frauen besetzt.[31]

KiK hat seit Bestehen des Unternehmens insgesamt 5.400 Männer und Frauen ausgebildet.[32] Insgesamt bietet der Textildiscounter 19 verschiedene Ausbildungsberufe an, darunter die Ausbildung zum Bürokaufmann, zum Einzelhandelskaufmann, zum geprüften Handelsassistenten, zum geprüften Handelsfachwirt, zum Personaldienstleistungskaufmann und zum Bauzeichner. Neben den klassischen Berufen bildet KiK auch im dualen System zum Bachelor of Arts – Wirtschaft und Management (Vertiefung Handel oder Logistik) oder Bachelor of Science (Bekleidungstechnik) aus. KiK stellt jährlich etwa 800 neue Auszubildende ein.[33][31]

Im Oktober 2011 startete KiK eine Imagekampagne, um sich als Arbeitgeber vom schlechten Ruf zu befreien. Für die Imagekampagne hat der Textil-Discounter eigene Mitarbeiter zu Testimonials gemacht. Mit Statements wie „Die Arbeit macht hier richtig Spaß“ oder „Lieber echte Karriere, als falsche Ideale“ warben KiK-Mitarbeiter in roten T-Shirts in Print- und Online-Anzeigen für ihr Unternehmen.[34]

Sponsoring und Werbung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

KiK sponserte die österreichischen Fußballschiedsrichter

Seit 2002 trat KiK als Hauptsponsor verschiedener Bundesligavereine auf. In den Spielzeiten 2002/03 und 2003/04 war KiK der Hauptsponsor des Fußballvereins Arminia Bielefeld und anschließend 2004/05 und 2005/06 der Hauptsponsor des Fußballbundesligisten Werder Bremen. In der Spielzeit 2007/08 war KiK Hauptsponsor der Bundesligisten Hansa Rostock und VfL Bochum, dessen Hauptsponsor sie auch in der Spielzeit 2008/09 waren.

Für die Dauer der Handball-Weltmeisterschaft 2009 in Kroatien war KiK außerdem Hauptsponsor der deutschen Handball-Nationalmannschaft der Männer. Von 2005 bis 2012 förderte KiK den Eishockeyclub EHC Dortmund.[35][36]

In Österreich war KiK als Hauptsponsor der österreichischen Fußballschiedsrichter und des Grazer Traditionsvereins GAK aufgetreten.

Unter dem Slogan „Besser als wie man denkt“ startete KiK am 30. August 2009 seine Werbekampagne mit dem neuen Unternehmens-Testimonial Verona Pooth in Deutschland und Österreich. Die Zusammenarbeit wurde 2014 beendet.[37]

Als Markenbotschafterin für die KiK-Marke Ergee wurde mit der früheren Eisschnellläuferin Anni Friesinger am 1. Juni 2015 ein zweijähriger Vertrag geschlossen.[38]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmenskritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2007 hatten Mitarbeiter von KiK Textilien und Non Food GmbH & Co. KG in Österreich eine Betriebsratswahl zustande gebracht. Der Spitzenkandidat und dessen Liste wurden aber von der mehrheitlich unternehmensnahen Wahlkommission nicht zugelassen, da diese behauptete, dass sie 3 von 15 Unterstützungserklärungen nicht lesen könne und diese somit ungültig seien. Der Spitzenkandidat, Andreas Fillei, wurde zwei Tage nach Ausschreibung der Wahl ohne Angabe von Gründen fristlos entlassen. Gleichzeitig erhielt er in allen KiK-Filialen Hausverbot. Das Arbeits- und Sozialgericht Wien hatte diese Entlassung als rechtswidrig erkannt und das Hausverbot musste zurückgenommen werden. Die wahlwerbende verbliebene Liste wurde vom KiK-Management Österreich und Deutschland aufgestellt. Nach der Wahl haben die Mitglieder dieser Liste die Wahl nicht angenommen. Somit hat KiK Österreich keinen Betriebsrat.

Der Textildiscounter hatte sich monatelang gegen Betriebsratswahlen zur Wehr gesetzt. Nach der Entlassung des Spitzenkandidaten demonstrierten etwa 300 Mitarbeiter und Gewerkschafter vor der KiK-Zentrale in Wien. Es wird vorgeworfen, dass Vor- und Abschlussarbeiten von mindestens einer Stunde am Tag trotz Niedrigstgehältern nicht ausgezahlt werden und Arbeitszeiten extrem kurzfristig verschoben wurden.[39]

Filialen in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Reportage „Tod in der Fabrik: der Preis für billige Kleidung“ deckten Reporter mit versteckter Kamera Missstände in den Filialen in Deutschland auf. Die Notausgänge waren abgeschlossen und den Mitarbeitern wurde es verboten sie aufzuschließen, wenn keine besondere Notsituation bestehe.[40]

Strafanzeige wegen Lohndumpings[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 9. Oktober 2007 erstattete die Gewerkschaft ver.di in Deutschland Anzeige gegen KiK. Sie wirft dem Textildiscounter Lohndumping vor. Die Staatsanwaltschaft Dortmund hat am 26. November 2007 das Verfahren gegen KiK wegen Lohndumpings eingestellt. Es konnten keine strafrechtlich relevanten Hinweise festgestellt werden.[41] In einem nicht rechtskräftigen Urteil (Aktenzeichen 4 Ca 274/08) stufte das Arbeitsgericht Dortmund die Bezahlung einer Teilzeitangestellten als sittenwidrig ein.[42] Im August 2010 kündigte das Unternehmen an, allen Mitarbeitern ab 1. Oktober 2010 einen Mindestlohn von 7,50 Euro zu zahlen. Diese Entscheidung sei vor dem Hintergrund eines langfristigen Strategiewechsels zu sehen.[43] Seit dem 1. Januar 2015 zahlt KiK flächendeckend den Mindestlohn.

Ausspähen von Mitarbeitern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mai 2009 ermittelte die Staatsanwaltschaft wegen Verstoßes gegen das Bundesdatenschutzgesetz, da das Unternehmen seit Januar 2008 seine Bestandsmitarbeiter viermal im Jahr bei der Auskunftei Creditreform überprüfen lässt. Insgesamt wurden dabei über 49.000 Auskunftsanfragen gestellt.[44][45] Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren ein, da sie keine systematische Aussiebung der Mitarbeiter nachweisen konnte, prüfte jedoch im Juli 2010, ob sich der Anfangsverdacht für ein neues Verfahren ergibt, nachdem der ehemalige Bezirksleiter Guido Hagelstede aussagte, dass das Unternehmen diese Auskünfte benutzte, um Mitarbeiter mit finanziellen Schwierigkeiten zu entlassen.[46]

Nach Recherchen des ARD-Magazins Panorama, deren Ergebnis in der Sendung vom 22. Juli 2010[47] veröffentlicht wurde, bestätigen sich die Vorwürfe. Im besagten Beitrag kommt unter anderem der ehemalige Bezirksleiter Guido Hagelstede zu Wort, der im Detail die Systematik des Ausspähens bestätigt und bezeugt, dass diese Praxis von der KiK-Personalleitung angewiesen wurde.

Kritik an den Arbeitsbedingungen in den Zuliefererländern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

KiK kauft direkt über selbständige Produzenten und über Importeure ein. KiK lässt in China, Bangladesch, Indien, Pakistan, Indonesien und in der Türkei produzieren.[48] Namen und Anzahl der Lieferanten pro Land werden nicht veröffentlicht.

KiK hat seinen Verhaltenskodex mehrfach überarbeitet, die letzte Fassung stammt aus dem November 2015.[49] Danach müssen die Angestellten eine Bezahlung erhalten, die dem gesetzlichen oder branchenüblichen Mindestlohnniveau entspricht. Schriftliche Arbeitsverträge, die Einhaltung der gesetzlichen Arbeitszeiten und eine transparente Entlohnung ist Bestandteil des Code of Conduct. Überstunden müssen mit gesetzlichen oder branchenüblichen Zuschlägen vergütet werden. Der Vorsitzende der Geschäftsführung von KiK, Patrick Zahn, hat eine Erhöhung der Mindestlöhne in Bangladesch um 10 Prozent gefordert. Dieser liegt in Bangladesch seit Dezember 2013 bei circa 68 Dollar pro Monat.[50] Es wird beklagt, dass es in den Zuliefererfabriken kein Recht auf Vereinigungsfreiheit gebe. Durch den Accord on Fire and Building Safety in Bangladesh wird das Recht auf Vereinigungsfreiheit gefördert. Es gibt keine schriftlichen Arbeitsverträge, die Arbeitszeiten werden zum Teil massiv überschritten und die Entlohnung ist nicht transparent.[51] Laut einer Reportage des NDR am 7. April 2010 hat sich trotz des Versprechens auf Besserung durch KiK nichts an den kritisierten Zuständen geändert.[52][53]

Im September 2012 kam es in Pakistan in einer Textilfabrik, die KiK belieferte, zu einem Brand, bei dem über 250 Menschen starben.

Im April 2013 kam es zum Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch, dabei starben über 1000 Menschen. In den Trümmern wurden auch Textilien von KiK gefunden.[54][55][56][57]

Nach dem Fabrikeinsturz hat eine Allianz der Textilunternehmen in Zusammenarbeit mit Gewerkschaften, Nichtregierungsorganisationen und Behörden vor Ort den Accord on Fire and Building Safety in Bangladesch unterzeichnet. Das Abkommen legt einen Schwerpunkt auf Programme zur stärkeren Einbindung der Mitarbeiter hinsichtlich der Verbesserung der Sicherheitsbedingungen in den Fabriken. In regelmäßigen Audits, die durch unabhängige Prüfinstitute durchgeführt werden, soll die Einhaltung der Rechte der Beschäftigten und der Sicherheit des Produktionsumfelds geprüft werden. KiK ist im Mai 2013 als zweites deutsches Handelsunternehmen dem Accord on Fire and Building Safety beigetreten. Das rechtlich verbindliche Abkommen soll in einem Zeitraum von fünf Jahren zu einer Verbesserung der Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen in der Textilindustrie von Bangladesch beitragen.[58] KiK hat der Fortsetzung des Abkommens zugestimmt.

Qualitätsmängel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den letzten Jahren wurde im europäischen Schnellwarnsystem RAPEX mehrfach vor gefährlichen Produkten aus dem Sortiment von KiK gewarnt. Erhöhte Bleigehalte, verbotene Azo-Farbstoffe und Formaldehyd in Kinderspielzeugen und -bekleidung sowie Biozid in Schuhen sind nur einige der dort gelisteten Beispiele. Als Mitglied im Textilbündnis hat sich KiK der Entscheidung vom September 2016 angeschlossen, 100 problematische Chemikalien in der Textilproduktion schrittweise durch unbedenkliche Substanzen zu ersetzen bzw. nur in sehr niedrigen Konzentrationen zu verwenden.[59]

Image bei Kunden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im April 2011 erstellte das IFH Köln erstmals eine empirische Studie namens „CSR-Tracker“. Es befragte insgesamt 3.145 Verbraucher zu ihren Meinungen bzw. Wahrnehmungen von sechs CSR-Dimensionen:

  • Aufrichtigkeit in der öffentlichen Information
  • Engagement für den Erhalt der Umwelt
  • Fairness im Wettbewerb
  • Mitarbeiter-Behandlung
  • Soziale & Ökologische Werte im Produktangebot
  • Verantwortung gegenüber Gesellschaft & Kultur

Dabei wurden auch Urteile für 46 Handelsunternehmen aus den Bereichen Lebensmitteleinzelhandel, DIY, Drogeriemärkte, Textilhandel sowie Möbel- und Versandhandel erhoben. Schlusslichter dieser 46 waren die Unternehmen KiK und Schlecker.[60]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mai 2015 wurde der Onlineshop von KiK von Computer Bild als Top Shop 2015 ausgezeichnet.[61]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Gassmann: Der Kik-Chef bricht sein Schweigen. Heinz Speet gilt als verschlossen. Jetzt spricht er über den Brand in einer pakistanischen Fabrik des Textilriesen, der zu einer Klage führte. In: Die Welt, 21. März 2015, S. 11. Online-Version

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: KiK – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Führungswechsel bei KiK, KiK Textilien und Non-Food GmbH, 7. Januar 2016, abgerufen am 7. Januar 2016
  2. [1], KiK Textilien und Non-Food GmbH, 7. Januar 2016, abgerufen am 24. August 2017
  3. a b c https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/handelskonzern-tengelmann-steigert-umsatz-dank-kik-und-obi/22887462.html
  4. KiK will Zahl der Filialen europaweit auf 5000 steigern
  5. KiK erschließt weiteren Absatzmarkt, Tengelmann Warenhandelsgesellschaft KG, 15. März 2012
  6. a b Unternehmensgruppe Tengelmann: Geschäftsfelder: KiK, abgerufen am 20. August 2015
  7. a b Goedendag vrouw Antje – KiK ist jetzt auch in den Niederlanden vertreten, KiK-Blog vom 26. Februar 2014, abgerufen am 20. August 2015
  8. a b Kik expandiert nach Italien. Kik, 18. Oktober 2017, abgerufen am 13. November 2017.
  9. Häufige Fragen zu KiK, KiK-Unternehmens-Website, abgerufen am 20. August 2015.
  10. https://www.just-style.com/news/kik-completes-ali-enterprises-compensation-payment_id129953.aspx
  11. Der Tagesspiegel: KiK und Aldi treten Textilbündnis bei, abgerufen am 20. August 2015
  12. Über uns, KiK-Unternehmens-Website, abgerufen am 20. August 2015
  13. Verona Pooth und KiK feiern die Eröffnung der 3.000sten Filiale (Memento des Originals vom 7. September 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kik-textilien.com, KiK, 26. November 2010, abgerufen am 4. September 2015
  14. Kik will mit 1,8 Milliarden Umsatz weiter expandieren. wa.de, 18. Oktober 2016, abgerufen am 13. November 2017.
  15. a b Kunden haben kein schlechtes Gewissen, Handelsblatt vom 17. Mai 2015, abgerufen am 20. August 2015
  16. [2]
  17. KiK zieht es nach Amerika. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. Januar 2017, abgerufen am 13. November 2017.
  18. KiK will Zahl der Filialen europaweit auf 5000 steigern, Die Presse vom 17. Mai 2010, abgerufen am 8. April 2017.
  19. KiK will noch viel mehr Schränke füllen. Die Welt, 25. Februar 2016, abgerufen am 13. November 2017.
  20. Rund um die Uhr bei KiK shoppen – Dank KiK.de, KiK-Blog vom 8. Mai 2014, abgerufen am 20. August 2015.
  21. a b Tengelmann Warenhandelsgesellschaft KG: Geschäftsbericht 2014 (PDF; 6,3 MB), abgerufen am 2. September 2015
  22. KiK, der textile Grundversorger
  23. KiK Nachhaltigkeitsbericht 2013 (Memento des Originals vom 28. August 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kik-textilien.com, abgerufen am 2. September 2015
  24. The Bangladesh Accord on Fire and Building Safety, abgerufen am 2. September 2015
  25. Textilindustrie einigt sich über Arbeitsbedingungen. Handelsblatt, 28. Juni 2017, abgerufen am 13. November 2017.
  26. KiK verlängert Accord für Bangladesch. KiK, 29. Juni 2017, abgerufen am 13. November 2017.
  27. KiK Projekt KiK 17, abgerufen am 2. September 2015
  28. KiK und Aldi treten Textilbündnis bei, Der Tagesspiegel, abgerufen am 2. September 2015
  29. Textilbündnis: KiK veröffentlicht Maßnahmenplan. KiK, 28. Juli 2017, abgerufen am 13. November 2017.
  30. KiK schafft die Plastiktüten ab, KiK-Pressemitteilung vom 3. Juli 2015, abgerufen am 2. September 2015
  31. a b KiK Textilien – Zahlen, Daten, Fakten (pdf-Datei, 484 kB), abgerufen am 3. September 2015
  32. Azubi-Start 2016: Herzlich Willkommen im Team!, KiK-Pressemitteilung vom 3. August 2016, abgerufen am 4. März 2018
  33. KiK sucht 750 Auszubildende, KiK-Pressemitteilung vom 8. Februar 2010, abgerufen am 3. September 2015
  34. Kik startet erste Imagekampagne. Textilwirtschaft, 29. September 2011, archiviert vom Original am 9. April 2017; abgerufen am 3. September 2015. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.textilwirtschaft.de
  35. Textilunternehmen KiK bleibt Hauptsponsor, Hockeyweb vom 25. August 2010, abgerufen am 3. September 2015
  36. EHC verliert Hauptsponsor, Westfälische Rundschau vom 5. Juli 2012, abgerufen am 8. April 2017
  37. Kik: Abschied von Verona (Memento des Originals vom 11. September 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.textilwirtschaft.de, TextilWirtschaft vom 23. Dezember 2014, abgerufen am 4. September 2015
  38. Pressemitteilung von kik-Textilien vom 17. Juni 2015, abgerufen am 3. September 2015
  39. KiK-Betriebsratswahl als „Farce“: Nur Assistent des Chefs wählbar. (Nicht mehr online verfügbar.) Die Presse, 13. März 2007, ehemals im Original; abgerufen am 8. April 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/www.diepresse.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  40. ARD-exclusiv: Die Kik-Story auf YouTube (Memento vom 3. Juni 2011 im Internet Archive), Quelle nicht mehr abrufbar am 4. September 2015
  41. Verfahren gegen KiK eingestellt. (Nicht mehr online verfügbar.) Hannover Zeitung, ehemals im Original; abgerufen am 8. April 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/www.hannover-zeitung.net (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  42. Urteil gegen KiK: Gericht stoppt Niedriglohn bei Textildiscounter, spiegel.de
  43. Mindestlohn beim Textildiscounter: Kik zahlt Mitarbeitern 7,50 Euro pro Stunde, Spiegel Online, 23. August 2010, abgerufen am 23. August 2010
  44. Verdacht auf Datenmissbrauch: Staatsanwälte ermitteln gegen Textildiscounter Kik. In: Spiegel Online. 20. Mai 2009, abgerufen am 22. Juli 2010.
  45. Nils Klawitter: Handel: Wie teuer ist billig? In: Spiegel Online. 26. September 2009, S. 2, abgerufen am 22. Juli 2010.
  46. Christian Teevs: Creditreform-Daten: Textildiscounter KiK spähte Personal-Finanzen aus. In: Spiegel Online. 22. Juli 2010, abgerufen am 22. Juli 2010.
  47. Discounter Kik: Jagd auf arme Mitarbeiter, Panorama, Sendung vom 22. Juli 2010.
  48. KiK will Sicherheitsabkommen in allen Produktionsländern, Der Handel vom 24. Mai 2013, abgerufen am 3. September 2015
  49. Code of Conduct. In: KiK. 2015, abgerufen am 9. Januar 2018.
  50. Billigmode für 50 Euro monatlich, Tageszeitung vom 2. Dezember 2013, abgerufen am 3. September 2015
  51. Kampagne für saubere Kleidung: „Firmenprofil KiK“@1@2Vorlage:Toter Link/www.saubere-kleidung.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  52. Die KiK-Story – die miesen Methoden des Textildiscounters (Memento vom 3. Juni 2011 im Internet Archive), Panorama – die Reporter vom 7. April 2010, Quelle nicht mehr abrufbar am 4. September 2015,
    weitere Infos, Video und Links zum Thema, (auch Christoph Lütgert im Panorama-Blog)
  53. Textildiscounter in der Kritik: Kik-Beschäftigte klagen über katastrophale Zustände, Spiegel Online am 7. April 2010
  54. KiK „überrascht, betroffen und erschüttert“. In: Die Welt vom 2. Mai 2013
  55. Kik-Textilien in Trümmern gefunden (Memento vom 2. Mai 2013 im Internet Archive). In: Tagesschau vom 3. Mai 2013
  56. Mehr als 600 Tote nach Hauseinsturz (Memento vom 8. Mai 2013 im Internet Archive). In: Tagesschau vom 5. Mai 2013, Quelle nicht mehr abrufbar am 4. September 2015
  57. Tote nach Feuer in Textilfabrik (Memento vom 7. Juni 2013 im Internet Archive). In: Tagesschau vom 9. Mai 2013, Quelle nicht mehr abrufbar am 4. September 2015
  58. The Bangladesh Accord on Fire and Building Safety, abgerufen am 2. September 2015
  59. Textilbündnis will 100 Problem-Chemikalien ersetzen. Abgerufen am 9. Januar 2018.
  60. Alnatura, Tegut und dm überzeugen Verbraucher mit Nachhaltigkeit – Schlecker und KiK abgestraft. (Nicht mehr online verfügbar.) Ehemals im Original; abgerufen am 8. April 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/www.ifhkoeln.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  61. Top Shops 2015 – Mode & Accessoires, Computer Bild, abgerufen am 4. September 2015

Koordinaten: 51° 36′ 39,5″ N, 7° 46′ 48,3″ O