Tanohata (Iwate)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Tanohata-mura
田野畑村
Tanohata (Iwate) (Japan)
Red pog.svg
Geographische Lage in Japan
Region: Tōhoku
Präfektur: Iwate
Koordinaten: 39° 56′ N, 141° 53′ OKoordinaten: 39° 55′ 49″ N, 141° 53′ 20″ O
Basisdaten
Fläche: 156,19 km²
Einwohner: 3317
(1. April 2018)
Bevölkerungsdichte: 21 Einwohner je km²
Gemeindeschlüssel: 03484-3
Symbole
Flagge/Wappen:
Flagge/Wappen von Tanohata
Baum: Blauglockenbaum
Blume: Rhododendron brachycarpum var. roseum
Vogel: Kupferfasan
Rathaus
Adresse: Tanohata Village Hall
143-1, Tanohata
Tanohata-mura, Shimohei-gun
Iwate 028-8407
Webadresse: www.vill.tanohata.iwate.jp
Lage Tanohatas in der Präfektur Iwate
Lage Tanohatas in der Präfektur

Tanohata (jap. 田野畑村, -mura) ist eine Dorfgemeinde im Landkreis Shimohei im Osten der Präfektur Iwate in Japan.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kitayama-Klippen

Fudai liegt am Pazifischen Ozean an der Sanriku-Küste, die hier geprägt ist von hohen Klippen. Die 200 m hohen Kitayama-Klippen (北山崎, Kitayama-zaki) auf 8 km Länge im Nordosten und die ebenso hohe Unosu-Abbruchkante (鵜ノ巣断崖, Unosu-dangai) im Südosten sind Teil des Sanriku-Fukkō-Nationalparks.[1][2] Es gibt nur vereinzelt Sandstrände, die Besiedlung konzentriert sich auf eine Vielzahl von Weilern in den ausgedehnten Terrassen im Hinterland, sowie den Bergtälern, Flusstälern und -mündungen.

Tanohata liegt südlich von Fudai und nördlich von Iwaizumi.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige Gemeinde Tanohata entstand bei Neuorganisation des Gemeindewesens am 1. April 1889 aus der Vereinigung des alten Tanohata mit den Dörfern Hamaiwazumi (浜岩泉村) im Süden davon und Numabukuro (沼袋村) im Westen tief in den Bergen, je im Landkreis Kitahei. Dieser Landkreis wurde am 29. März 1896 mit Nakahei und Higashihei zum Landkreis Shimohei zusammengeschlossen.

Am 11. März 2011 richtete der durch das Tōhoku-Erdbeben ausgelöste Tsunami schwere Verwüstungen bei den an der Küste gelegenen Ortsteilen an, trotz deren Schutz mit Flutwehren.[3] Der Tsunami erreichte bei Tanohata eine Höhe von rund 20 Metern, während für die Deiche eine Höhe von fast 15 Metern vorgesehen war, von denen allerdings nur etwa 6 Meter realisiert worden waren.[4] 225 Häuser wurden vollkommen und 45 weitere teilweise zerstört.[5] Die auf einer 10 m hohen Stahlbetonbrücke befindliche Bahnhofsstation Shimanokoshi und deren Gleise wurden fortgerissen.[6] Die Brand- und Katastrophenschutzbehörde (Fire and Disaster Management Agency, FDMA) meldete 17 Tote und 15 Vermisste.[7]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Shimanokoshi-Station.jpg
Shimanokoshi-Station (4. Mai 2010)
Shimanokoshi Station is vanished.JPG
Die Shimanokoshi-Station nach ihrer Zerstörung durch den Tsunami vom 11. März 2011 (Foto: 29. Juni 2011)
島越駅新駅舎.jpg
Neues Bahnhofsgebäude der Shimanokoshi-Station kurz vor seiner Fertigstellung (Juni 2014)


Küstenregion von Tanohata (aus 4 Luftaufnahmen von 1977 zusammengesetztes Luftbild in Farbe), erstellt vom MLIT

Wichtige Fernstraßen nach Tanohata sind die Nationalstraße 45 nach Sendai oder Aomori, wobei der Streckenabschnitt zwischen Fudai und Iwaizumi als Sanriku-Kita-Durchquerungsstraße (三陸北縦貫道路, Sanriku-Kita jūkan dōro) bezeichnet wird. Daneben gibt es noch die Präfekturstraßen 44 und 173 auf dem Gemeindegebiet.

An das Schienennetz ist Fudai über die Kita-Rias-Linie (Nord-Rias-Linie) der Eisenbahngesellschaft Sanriku Tetsudō angebunden. Diese führt zu den Hauptbahnhöfen von Miyako oder Kuji. Die Haltestellen in Tanohata sind Shimanokoshi (島越駅, -eki) und Tanohata (田野畑駅, -eki). Erstere wurde jedoch bei dem Tsunami vom 11. März 2011 weggespült.[6]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Tanohata befinden sich eine Grundschule, Mittelschule und präfekturale Oberschule.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Februar 1997 schloss Tanohata eine Städtefreundschaft mit dem japanischen Kawamoto, die auch übernommen wurde als letzteres 2006 nach Fukaya eingemeindet wurde.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 三陸復興国立公園 見どころガイド. Umweltministerium, abgerufen am 12. August 2016 (japanisch).
  2. 三陸復興国立公園 公園の特長. Umweltministerium, abgerufen am 12. August 2016 (japanisch).
  3. 東日本大震災 図説集. In: mainichi.jp. Mainichi Shimbun-sha, 20. Mai 2011, archiviert vom Original am 19. Juni 2011; abgerufen am 19. Juni 2011 (japanisch, Übersicht über gemeldete Tote, Vermisste und Evakuierte).
  4. Mikio Ishiwatari, Junko Sagara: Structural Measures Against Tsunamis. In: Federica Ranghieri, Mikio Ishiwatari (Hrsg.): Learning from Megadisasters - Lessons from the Great East Japan Earthquake. World Bank Publications, Washington, DC 2014, ISBN 978-1-4648-0153-2, Chapter 1, S. 25–32, doi:10.1596/978-1-4648-0153-2 (Werk online zugreifbar auf Google Books [abgerufen am 3. April 2018])., Lizenz: Creative Commons Attribution CC BY 3.0 IGO.
  5. 平成23年(2011年)東北地方太平洋沖地震(東日本大震災)について(第157報) (Memento vom 18. März 2018 auf WebCite) (PDF (Memento vom 18. März 2018 auf WebCite)), 総務省消防庁 (Fire and Disaster Management Agency), 7. März 2018.
  6. a b 三陸鉄道「国の支援なければ、もはや何も…」. In: Yomiuri Online. Yomiuri Shimbun-sha, 5. April 2011, archiviert vom Original am 1. Mai 2011; abgerufen am 1. Mai 2011 (japanisch).
  7. 平成23年(2011年)東北地方太平洋沖地震(東日本大震災)について(第153報) (Memento vom 10. März 2016 auf WebCite), 総務省消防庁 (Fire and Disaster Management Agency), 8. März 2016.