Tatort: Die Guten und die Bösen

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Episode der Reihe Tatort
OriginaltitelDie Guten und die Bösen
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Produktions-
unternehmen
Hessischer Rundfunk
EinordnungEpisode 1129 (Liste)
Erstausstrahlung19. April 2020 auf Das Erste
Stab
RegiePetra K. Wagner
DrehbuchDavid Ungureit
MusikHelmut Zerlett
KameraJan Velten
SchnittSilke Franken
Besetzung
Drehort: Neckermann-Zentrale in Fechenheim

Die Guten und die Bösen ist ein Fernsehfilm aus der Krimireihe Tatort. Der vom Hessischen Rundfunk produzierte Beitrag ist die 1129. Tatort-Episode und wurde am 19. April 2020 im Ersten erstgesendet. Das Frankfurter Ermittlerduo Janneke und Brix ermittelt in seinem elften Fall.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwer verkatert, nach einer im Amt durchzechten Nacht, untersuchen Janneke und Brix in einer einsamen Waldhütte den Mord an einem Mann, der offensichtlich schwer gefoltert wurde. Noch am Tatort gesteht Polizeihauptkommissar Ansgar Matzerath, den Mann umgebracht zu haben, da dieser vor sieben Jahren seine Frau fünf Tage lang gefangen gehalten und mehrfach vergewaltigt habe. Die Kollegen versuchen zwar immer wieder, Matzerath Brücken zu bauen zugunsten einer milderen Version des Geschehens. Doch dieser lehnt alle Angebote ab und strebt die volle Bestrafung für seine Tat an. Als Polizist hat er sich Recht und Ordnung verschrieben und fordert daher auch dies gegen ihn einzusetzen. Ebenso beharrt der Staatsanwalt auf korrekten und objektiven Vollzug des Dienstes der Ermittler.

Insofern handelt der „Tatort“ weniger von den Ermittlungen als von der Philosophie der Polizeiarbeit. Schauplatz ist ein Polizeipräsidium im Umbau, in dem still für sich die pensionierte Kommissarin Bronski alte Fälle aufarbeitet, auch den Vergewaltigungsfall Helen Matzerath. Überdies müssen die Polizisten an einem Coaching-Seminar teilnehmen, dessen Sinn sich ihnen nicht unmittelbar erschließt – und auch zur Lösung des Falles nichts beiträgt, abgesehen davon, dass auch der Polizist-und-Täter Matzerath seine Dienstmoral vor einer Videokamera präsentieren darf.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde vom 5. März 2019 bis zum 3. April 2019[1] fast komplett in der Neckermann-Zentrale in Frankfurt-Fechenheim gedreht.[2] Die Premiere fand am 5. September 2019 auf dem Festival des deutschen Films statt.[3] Die Erstausstrahlung erfolgte anlässlich des Todestages (21. April 2019) von Hannelore Elsner 365 Tage später. Am Anfang des Filmes findet sich die Widmung „für Hannelore Elsner“.[4]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„In diesem ‚Tatort‘, in dem sie [Hannelore Elsner] in ihrer vorletzten Rolle zu sehen ist, hinterlässt sie noch einmal einen starken Eindruck als unerbittliche Aktenwälzerin und unerschrockene Rechtsphilosophin. Oder genauer: als eine, die nach letzten Wahrheiten sucht, während der Rest des Reviers nur frische Wandfarbe will.“

„Die plakative moralische Herangehensweise würde einem schrecklich auf die Nerven gehen, wenn dieser Film nicht gleichzeitig lustig und total verrückt wäre. Wie zwei Geschmäcker, die man noch nie gleichzeitig im Mund hatte.“

Claudia Tieschky: Süddeutsche Zeitung[6]

„Nun könnte die Sache als langweiliger, schwermütiger Arthouse-Krimi enden, doch der Film behält Leichtigkeit, Humor und Skurrilität. Komisch und unkonventionell ist allein schon, dass sich der Tatverdächtige frei bewegt, mit den Kommissaren in die Kantine geht, Brix ein sauberes Hemd aus dem Auto holt. Glänzend vor allem die Dialoge, die trotz aller Ernsthaftigkeit niemals in ein steifes Pathos abrutschen oder wie ausgedacht klingen.“

Thomas Gehringer: Tittelbach.tv[7]

„Klar: An dieser Folge hat ein Drehbuchautor (David Ungureit) monatelang gesessen, über Wünsche von Redaktion und Produktion gestöhnt. Eine Regisseurin (Petra K. Wagner) hat eine ganze Crew über Wochen und Monate domptiert. Dazu großartige Schauspieler:innen wie Margarita Broich und Wolfram Koch, die als Ermittlungsduo diesen furchtbaren Quatsch sprechen müssen. Noch dazu, halten Sie sich fest, ist es einer der letzten Filme, in denen Hannelore Elsner […] mitgespielt hat vor ihrem Tod! Und die ARD bringt diese Folge ausgerechnet zu ihrem ersten Todestag! Mann ey!“

Anne Haeming: taz[8]

Einschaltquoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstausstrahlung von Die Guten und die Bösen am 19. April 2020 wurde in Deutschland von 9,57 Millionen Zuschauern gesehen und erreichte einen Marktanteil von 26,0 % für Das Erste.[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tatort: Die Guten und die Bösen bei crew united. Abgerufen am 19. Mai 2020.
  2. Thomas Gehringer: Tatort – Die Guten und die Bösen. tittelbach.tv, abgerufen am 22. April 2020.
  3. Tatort: Die Guten und die Bösen. Festival des deutschen Films, abgerufen am 16. Juli 2019.
  4. Die Guten und die Bösen | Video | ARD Mediathek. Abgerufen am 20. April 2020.
  5. Christian Buß: Bewegender Frankfurt-„Tatort“. Hannelore Elsner auf der Suche nach letzten Wahrheiten. Der Spiegel, 17. April 2020, abgerufen am 18. April 2020: „Bewertung: 8 von 10 Punkten“
  6. Claudia Tieschky: Es tropft überall. Süddeutsche Zeitung, 17. April 2020, abgerufen am 19. April 2020.
  7. Tatort – Die Guten und die Bösen. tittelbach.tv, abgerufen am 22. April 2020.
  8. „Tatort“ aus Frankfurt: Die Guten und die Blöden. Abgerufen am 22. April 2020.
  9. Fabian Riedner: Primetime-Check: Sonntag, 19. April 2020. Quotenmeter.de, 20. April 2020, abgerufen am 20. April 2020.