Hannelore Elsner

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Hannelore Elsner, 2012

Hannelore Elsner (* 26. Juli 1942 als Hannelore Elstner[1] in Burghausen; † 21. April 2019 in München[2][3][4]) war eine deutsche Schauspielerin, Synchronsprecherin und Autorin. Sie war unter anderem unter der Regie von Edgar Reitz und István Szabó über Jahrzehnte eine der bekanntesten Charakterdarstellerinnen Deutschlands.[5][6][7] Sie spielte in ihrer 60-jährigen Karriere in über 220 Film- und Fernsehproduktionen mit und war auch eine profilierte Theaterschauspielerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hannelore Elsner und Luzia Braun auf der Frankfurter Buchmesse mit der Vorstellung ihrer Erinnerung Im Überschwang – Aus meinem Leben, 2011

Hannelore Elsner wurde 1942 in Burghausen geboren und wuchs im nahen Altötting auf. Ihr zwei Jahre älterer Bruder starb gegen Kriegsende während eines Tieffliegerangriffs, als sie noch keine drei Jahre alt war.[8] Ihr Vater, Ingenieur von Beruf, starb an Tuberkulose, als sie acht Jahre alt war. In ihrer Kindheit und Jugend besuchte sie unter anderem die Klosterschule in Neuötting, das Klosterinternat auf Schloss Neuhaus am Inn der Englischen Fräulein und das humanistische Gymnasium in Burghausen.[9][10]

Ihre Mutter ging mit ihr nach München; sie starb 1973. Als Elsner 16 Jahre alt war, lernte sie den türkischen Regisseur Halit Refig kennen, der ihr eine Schauspielausbildung ermöglichte.[11]

Elsner war von 1964 bis 1966 mit dem Schauspieler Gerd Vespermann verheiratet und von 1973 bis zu dessen Unfalltod im Jahr 1981 mit dem Regisseur Alf Brustellin liiert. Aus einer Beziehung mit dem Regisseur Dieter Wedel stammt ihr 1981 geborener Sohn, der als Fotograf arbeitet.[12] 1993 heiratete sie den Theaterdramaturgen und Verlagsleiter Uwe B. Carstensen. Diese Ehe wurde im Jahr 2000 geschieden. Einige Jahre lebte sie mit dem Germanistikprofessor Günter Blamberger zusammen. Daneben hatte sie eine vierjährige Beziehung mit dem Filmproduzenten Bernd Eichinger.[13]

Zu Elsners 70. Geburtstag am 26. Juli 2012 zeigte die ARD bereits eine Woche zuvor am 18. Juli 2012 ein 45-minütiges Porträt im Rahmen der Reihe Deutschland, deine Künstler.

Am 19. Mai 2011 veröffentlichte Elsner beim Kölner Verlag Kiepenheuer & Witsch ihre Erinnerungen unter dem Titel Im Überschwang – Aus meinem Leben mit dazugehörigem Hörbuch.[14]

Hannelore Elsner, die zuletzt in München und Frankfurt am Main lebte, erlag am 21. April 2019 im Alter von 76 Jahren in einem Münchner Krankenhaus einer fünfjährigen Brustkrebserkrankung, welche später Metastasen am Magen und anderen Organen bildete.[15]

Schauspielkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausbildung und frühe Theaterarbeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Abschluss Elsners in München absolvierten Schauspielausbildung begann sie ihre Karriere an Theatern in Köln, München und Berlin. 1962 sah man sie in einem der beliebtesten Volksstücke aus dem Kölner Millowitsch-Theater. Hier spielte sie neben Peter René Körner, Willy Millowitsch und Elsa Scholten in Tante Jutta aus Kalkutta. Erste Theaterengagements hatte sie ab 1964 an der Kleinen Komödie München, wo sie 1964 in dem Lustspiel Schöne Geschichten mit Papa und Mama von Alfonso Paso und 1966 in Vater einer Tochter von Curth Flatow an der Seite von Georg Thomalla spielte. An den Münchner Kammerspielen war sie als Ala in Dieter Giesings Inszenierung von Slawomir Mrozeks Tango (1966, mit Maria Nicklisch und Helmut Griem als Partnern) als erste Nackte an den Kammerspielen zu sehen.[16] Elsner gastierte auch an der Komödie Berlin in dem Stück Eine Hand voll Brennesseln von Marc-Gilbert Sauvajon.

Kino[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits mit 17 Jahren gab Hannelore Elsner ihr Filmdebüt als Partnerin an der Seite von Freddy Quinn in Freddy unter fremden Sternen (1959). Im Filmdrama Die endlose Nacht (1963) spielte sie die Rolle eines attraktiven, mittellosen Starlets. In den 1960er- und 70er-Jahren trat sie vermehrt in Unterhaltungsfilmen auf, beispielsweise an der Seite von Beppo Brem in Allotria in Zell am See (1963), neben Hansi Kraus in Die Lümmel von der ersten Bank (1967), mit Peter Alexander in Zum Teufel mit der Penne (1968) und in Pepe, der Paukerschreck (1969) sowie mit Georg Thomalla in Hurra, wir sind mal wieder Junggesellen! (1971).

In den 1970er Jahren übernahm Elsner anspruchsvollere Rollen und konnte sich in der Folgezeit als eine gefragte Charakterdarstellerin etablieren. 1970 sah man sie als Susan in Wolfgang Staudtes Krimikomödie Die Herren mit der weißen Weste an der Seite von Mario Adorf und Martin Held. 1973 war sie in dem DEFA-Film Aus dem Leben eines Taugenichts in der Rolle einer Gräfin zu sehen, wobei sie die erste bundesdeutsche Darstellerin nach dem Mauerbau in einem Film der ostdeutschen DEFA war. Im selben Jahr war sie in dem von Edgar Reitz in Szene gesetzten Spielfilm Die Reise nach Wien (1973) neben Elke Sommer als Marga Kroeber, deren Mann an der Front kämpft, in eine der Hauptrollen zu sehen. In Alf Brustellins Filmdrama Berlinger (1975) war Elsner in einer Doppelrolle der ersten und neuen Lebenspartnerin der Titelfigur Lukas Berlinger (Martin Benrath). 1977 war sie in der Theodor-Fontane-Verfilmung Grete Minde in der Rolle der Trud Minde, Ehefrau des Halbbruders der Titelrolle Grete Minde (Katerina Jacob), zu sehen. Eine weitere Hauptrolle unter Edgar Reitz hatte sie als Ehefrau Anna Dorothea Fink des „Schneiders von Ulm“ in dem Spielfilm Der Schneider von Ulm über den Erfinder und Flugpionier Albrecht Ludwig Berblinger (verkörpert durch Tilo Prückner). 1985 übernahm Hannelore Elsner die Titelrolle in dem Filmdrama Marie Ward – Zwischen Galgen und Glorie, welches das Leben der gläubigen Katholikin und Ordensschwester Maria Ward porträtiert. Hier war sie neben bekannten Schauspielern jener Zeit wie Irm Hermann, Mario Adorf, Bernhard Wicki, Hans Quest, Anton Diffring und Mathieu Carrière zu sehen.

Ihre größten Erfolge feierte Elsner nach einer fünfzehnjährigen Pause mit der Rückkehr auf die Kinoleinwand. Die Rolle der suizidgefährdeten Schriftstellerin Hanna Flanders in Oskar Roehlers Spielfilm Die Unberührbare brachte ihr im Jahr 2000 den Deutschen Filmpreis, den Deutschen Kritikerpreis und den Bayerischen Filmpreis ein. 2003 gewann sie erneut den Deutschen Filmpreis für ihre Rolle in Oliver Hirschbiegels Mein letzter Film, wo sie eine alternde Schauspielerin verkörperte. Der Berliner Filmemacher Rudolf Thome besetzte sie in seiner Trilogie Zeitreisen in der Hauptrolle. In Rot und Blau (2003) spielte sie die Architektin Barbara Bärenklau, in Frau fährt, Mann schläft (2004) war sie die Zahnärztin Dr. Sue Süssmilch und in Rauchzeichen (2006) spielte sie an der Seite von Adriana Altaras die Wirtin Annabella Silberstein. In der Filmkomödie Alles auf Zucker! (2004) spielte sie Marlene, die Frau des ehemaligen DDR-Sportreporters Jaeckie Zucker (Henry Hübchen).

In dem Filmdrama Kirschblüten – Hanami (2008) war sie in der Rolle der Trudi Angermeier zu sehen, die nach einer ärztlichen Untersuchung erfährt, dass ihr Ehemann schwer krank ist und schließlich bei einem gemeinsamen Ostseeurlaub stirbt. In der Filmbiographie Zeiten ändern dich (2010) des Musikers Bushido übernahm sie die Rolle seiner Mutter. Von 2010 bis 2013 verkörperte sie die Direktorin Theobald in den Filmen um Hanni & Nanni. In Das Blaue vom Himmel (2011) war sie neben Juliane Köhler und David Kross in der Hauptrolle der Demenzkranken Marga Baumanis zu sehen. In Marcus H. Rosenmüllers Spielfilm Wer’s glaubt, wird selig (2012) spielte sie eine herrische Schwiegermutter, die nach ihrem plötzlichen Tod heiliggesprochen werden soll. In der Tragikomödie Auf das Leben!, die im November 2014 in die deutschen Kinos kam, war sie unter der Regie von Uwe Janson in der Rolle einer einsamen, ehemaligen Revue-Sängerin zu sehen, die durch die Freundschaft zu einem jungen, schwerkranken Mann neuen Lebensmut fasst. In Lars Kraumes Familienfest (2015) spielte sie die erste Ehefrau des berühmten Pianisten Hannes Westhoff (Günther Maria Halmer), eine „trinksüchtige Grande Dame“.[17] In dem deutsch-österreichisch-französischen Spielfilm Hannas schlafende Hunde (Kinostart: Juni 2016), der auf dem autobiografischen Roman der österreichischen Autorin Elisabeth Escher basiert, spielte sie die Rolle der erblindeten Ruth Eberth, deren junge Enkelin Hanna ihre jüdische Identität nicht verleugnen will.

In deutsch-tschechischen Produktion Der große Rudolph, einer fiktiven Filmsatire über das Leben des 2005 verstorbenen Modedesigners Rudolph Moshammer, spielte sie Moshammers Mutter Else. In der Filmkomödie 100 Dinge (Kinostart: 6. Dezember 2018) war Elsner an der Seite von Wolfgang Stumph Renate Konaske, die Filmmutter der Hauptfigur Paul (Florian David Fitz).[18] Am 7. März 2019 startete mit Kirschblüten & Dämonen, der Fortsetzung des Filmdramas Kirschblüten – Hanami aus dem Jahre 2008, Elsners letzter vollendeter Kinofilm. Sie ist erneut in Rückblickszenen in der Rolle der toten Trudi Angermeier zu sehen.[19]

Fernseharbeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab den 1960er Jahren spielte Elsner in zahlreichen Fernsehserien, unter anderem in einigen Folgen der Krimiserie Das Kriminalmuseum. 1971 verkörperte sie die Rolle der Sascha in dem ZDF-Krimifernsehspiel Iwanow von Oswald Döpke, gedreht nach dem gleichnamigen Schauspiel von Anton Tschechow. Diese Darstellung brachte ihr 1972 die Goldene Kamera ein.[20]

1974 übernahm sie in der 13-teiligen ZDF-Serie Die schöne Marianne die Titelrolle der attraktiven Gastwirtstochter französischer Herkunft. In der erfolgreichen ZDF-Serie Die Schwarzwaldklinik war sie die Geliebte von Professor Brinkmann (Klausjürgen Wussow), Maria Rotenburg. Weitere Serienrollen übernahm sie 1988 in Lorentz und Söhne sowie 1989 in Mit Leib und Seele als Gemeindeschwester Sophie Lieberman.

Von 1994 bis 2006 verkörperte sie in der ARD-Fernsehkrimiserie Die Kommissarin die Kriminalhauptkommissarin Lea Sommer, die in insgesamt 66 Folgen in Frankfurt am Main bzw. Hamburg ermittelte. Für ihre dortige Darstellung wurde sie 1995 als „Beste Darstellerin in einer Serie“ mit dem „Telestar“ ausgezeichnet.

In dem Fernsehfilm Andrea und Marie (Erstausstrahlung: Januar 1998) übernahm sie neben Iris Berben als Kunstlehrerin Andrea eine der weiblichen Hauptrollen. Im ARD-Filmdrama Ende der Saison (Erstausstrahlung: November 2001) von Stefan Krohmer spielte sie die Krebskranke Waltraut, deren Tochter Klarissa (Anneke Kim Sarnau) sie pflegen und beim Sterben begleiten will. Unter der Regie Oskar Roehlers hatte sie in dem 2001 gedrehten und 2002 erschienenen Fernsehfilm Fahr zur Hölle, Schwester! ein Hauptrolle, in dem sie die Rolle der Rita spielte, die für den Unfall ihrer von Iris Berben dargestellten Schwester verantwortlich gemacht wird. In der Dostojewski-Romanverfilmung Die Spielerin (Erstausstrahlung: Juni 2005) verkörperte sie die Rolle der attraktiven, wohlhabenden Polina Sieveking. In dem Melodram Mein Herz in Afrika (Erstausstrahlung: November 2007) war sie an der Seite von Tanja Wedhorn in der zweiten weiblichen Hauptrolle als Agnes Patterson, einer Leiterin eines Safariparks in Südafrika, die ein Geheimnis mit sich trägt. In dem ARD-Zweiteiler Der letzte Patriarch (Erstausstrahlung: September 2010) war sie neben Mario Adorf als eigenwillige Künstlerin Ruth, die Jugendliebe des „letzten Patriarchen“. In dem Märchenfilm Dornröschen (Erstausstrahlung: Dezember 2009) spielte sie die böse 13. Fee Maruna, in Die Bremer Stadtmusikanten (Erstausstrahlung: Januar 2010) lieh sie der Katze ihre Stimme.

In dem ZDF-Fernsehkrimi Kommissarin Lucas – Am Ende muss Glück sein (Erstausstrahlung: April 2011) war sie in der Rolle der Kneipenwirtin Nadja Schumann, die sich nebenbei prostituiert zu sehen. In dem ARD-Melodram Liebe am Fjord – Zwei Sommer (Erstausstrahlung: Oktober 2013) übernahm sie die Hauptrolle der nach einer gescheiterten Ehe als Postbotin an Norwegens Westküste arbeitenden Johanna Claesen. In dem ARD-Fernsehfilm Besondere Schwere der Schuld (Erstausstrahlung: November 2014) war sie in der Rolle der Agnes Barner zu sehen, die ihrem Sohn verschweigt, dass er nicht ihr leibliches Kind ist. In der ZDF-Produktion Ein Sommer im Burgenland (Erstausstrahlung: Februar 2015) spielte sie eine aus einer Roma-Familie stammende Ungarin, für die ihre Reise ins Burgenland zu einer Reise in die eigene Vergangenheit wird. In Matti Geschonnecks Ein großer Aufbruch (Erstausstrahlung: November 2015) spielte sie die Ex-Frau Ella des krebskranken, sterbewilligen einstigen Entwicklungshelfer Holm Hardenberg (Matthias Habich).

Im Januar 2017 war Elsner in der Fernsehtragikomödie Die Diva, Thailand und wir! in der Hauptrolle zu sehen; sie spielte die 72-jährige Anneliese Behrens, die nach einer Krebsdiagnose von ihrer Familie betreut werden muss. Eine ähnlich gelagerte Rolle hatte sie in der Tragikomödie Ferien vom Leben (Erstausstrahlung: September 2017), wo sie die Künstlerin Lilo Rosenberg, die mit einer Gehirntumordiagnose konfrontiert wird, spielte. In dem Fernsehfilm Club der einsamen Herzen (geplante Erstausstrahlung: 8. Juni 2019), der im Sommer 2018 gedreht wurde, spielte sie neben Jutta Speidel und Uschi Glas eine von drei Jugendfreundinnen, die seit mehreren Jahren Funkstille hatten und sich wieder treffen und ein Tanzcafé eröffnen möchten. Bereits schwer erkrankt, stand sie zuletzt im März 2019 für den ARD-Spielfilm Lang lebe die Königin als Moderatorin, die auf eine Spenderniere wartet, vor der Kamera. Sie starb vor Ende der Dreharbeiten.

Hannelore Elsner wirkte ab 1983 in mehreren Filmen der Fernsehreihe Tatort mit. In der vom Südwestfunk produzierten Folge Peggy hat Angst (Erstausstrahlung: Mai 1983) übernahm sie im dritten Fall der Kriminalhauptkommissarin Hanne Wiegand (Karin Anselm) die Rolle des titelgebenden Fotomodells Peggy Karoly, die sich in den Mörder (Hans-Georg Panczak) ihrer Freundin Natascha (Ute Christensen) verliebt. In der Folge Schicki-Micki (Erstausstrahlung: Dezember 1985) war sie an der Seite von Felix von Manteuffel als Journalistin Vera Jansen zu sehen. In der NDR-Tatort-Folge Tod im Elefantenhaus (Erstausstrahlung: April 1987) spielte sie Dr. Christine Lohnert, die ein Verhältnis mit Rolf Bergmann (Raimund Harmstorf), dem später tot im Elefantengehege aufgefundenen Inspektor des Tierparks Hagenbeck, hat. In der ersten Tatort-Folge des Schweizer Fernsehens Howalds Fall (Erstausstrahlung: April 1990) sah man sie in der Rolle der Eva Wirz. Neben Günter Bothur stand sie im HR-Tatort Renis Tod (Erstausstrahlung: Januar 1993) als Gila Abt vor der Kamera. Elsners letzte abgeschlossene Fernseharbeit ist ebenfalls eine Tatort-Folge des Hessischen Rundfunks, die am 19. April 2020 – ein Jahr nach Elsners Tod – erstausgestrahlt werden soll.[21] Sie spielt in dem Fall des Frankfurter Ermittlerduos Janneke und Brix eine pensionierte Kommissarin, die einen vor vielen Jahren bearbeiteten Vergewaltigungsfall nie aufklären konnte.[22]

Sprechertätigkeiten und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hannelore Elsner beim Hessischen Filmpreis 2012

Elsner betätigte sich auch als Synchronsprecherin und lieh z. B. Liza Minnelli (u. a. in Cabaret und Pookie) und Fanny Ardant (8 Frauen) ihre Stimme. Daneben hielt sie mehrere Lesungen und wirkte an diversen Hörbüchern, wie 1996 Agatha Christies Die Mausefalle oder in dem von März 2001 bis November 2015 erschienenen Rilke Projekt des Komponisten- und Produzententeams Schönherz & Fleer, das Werke des Lyrikers Rainer Maria Rilke vertont, an der Seite von Nina Hagen, Xavier Naidoo, Mario Adorf, Ben Becker und der Opernsängerin Montserrat Caballé mit. 2006 wurde sie mit ihrer Aufnahme des Colette-Romans Chérie mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Am 2. Dezember 2017 las sie die alljährliche Adventsgeschichte in der von Florian Silbereisen moderierten Fernsehshow Das Adventsfest der 100.000 Lichter.

Hannelore Elsner wurde im Laufe ihrer künstlerischen Laufbahn mehrfach ausgezeichnet. 1972 erhielt sie die Goldene Kamera. 1991 erhielt sie die Silberne Nymphe beim Fernsehfestival Monte Carlo für die Titelrolle in Hartmut Griesmayrs tragischen, im georgischen Bürgerkrieg angesiedelten Liebesgeschichte Elsa. 1997 wurde Elsner der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland verliehen. 2000 wurde sie unter anderem mit dem Deutschen Filmpreis, dem Preis der deutschen Filmkritik sowie dem Bayrischen Filmpreis für ihre Rolle in Die Unberührbare ausgezeichnet. 2002 bekam sie zusammen mit Daniel Nocke, Stefan Krohmer und Anneke Kim Sarnau für ihre schauspielerische Leistung in Ende der Saison den Adolf-Grimme-Preis.

Am 19. Mai 2006 erhielt sie den Bayerischen Fernsehpreis für ihr Lebenswerk. Im Juli 2008 wurde sie in München mit dem Bayerischen Verdienstorden geehrt. Im Rahmen einer Galaveranstaltung im Münchner Prinzregententheater fand am 14. Januar 2011 die Verleihung des Bayerischen Filmpreises 2010 statt, der damalige bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer überreichte Elsner die begehrte Porzellanfigur „Pierrot“ als Ehrenpreis für ihr Lebenswerk. 2015 wurde sie in der Wiener Hofburg mit der Romy in der Kategorie Beliebteste Schauspielerin Kino/TV-Film ausgezeichnet.

Im Gedenken an Hannelore Elsner verleiht das Fünf Seen Filmfestival seit 2019 den Hannelore-Elsner-Preis für bedeutende Schauspielkunst. Erste Preisträgerin ist Barbara Auer.[23][24]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kino[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hannelore Elsner mit Leonhard R. Müller beim Askania Award, 2016

Hörbücher (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erinnerungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alice Schwarzer: Hannelore Elsner, Schauspielerin. In: Alice Schwarzer porträtiert Vorbilder und Idole. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2003, ISBN 978-3-462-03341-0, S. 96–107 (Erstveröffentlichung in EMMA 2/2000).
  • Albert Langen: Langen Müllers Schauspielerlexikon der Gegenwart. Deutschland, Österreich, Schweiz. Georg Müller Verlag, München/Wien 1986, S. 216, ISBN 3-7844-2058-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hannelore Elsner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hannelore Elsner ist tot - Schauspielerin verliert Krebs-Kampf. In: focus.de. 24. April 2019, abgerufen am 24. April 2019.
  2. Schauspielerin Hannelore Elsner ist tot. vom 23. April 2019. In: welt.de, abgerufen am 23. April 2019.
  3. Peter Körte: Die Berührbare (Nachruf auf Hannelore Elsner). In: Frankfurter Allgemeine (Feuilleton), 23. April 2019.
  4. Tobias Kniebe: Voller Lebensenergie und Eleganz. Nachruf auf Hannelore Elsner. In: Süddeutsche Zeitung, 23. April 2019.
  5. Schauspielerin: Hannelore Elsner ist tot. In: Spiegel Online. 23. April 2019 (spiegel.de [abgerufen am 23. April 2019]).
  6. WELT: Schauspielerin Hannelore Elsner gestorben. 23. April 2019 (welt.de [abgerufen am 23. April 2019]).
  7. Film- und Fernsehstar: Schauspielerin Hannelore Elsner gestorben. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 23. April 2019]).
  8. Im Gespräch: Hannelore Elsner – Ein Verlassensein im Herzen in: Süddeutsche Zeitung vom 22. Mai 2011; abgerufen am 9. Dezember 2016.
  9. Hannelore Elsner spricht: „Ich fühle mich heute sehr frei“ Gespräch mit Alice Schwarzer vom 1. März 2000 in: Emma; abgerufen am 23. April 2019.
  10. Hannelore Elsner verstorben bei beta.blickpunktfilm.de vom 23. April 2019.
  11. 1942–2019 : Hannelore Elsner ist tot orf.at, 23. April 2019, abgerufen 23. April 2019.
  12. merkur.de: Mit Pumps und Pistole 19. Mai 2009, abgerufen 23. April 2019.
  13. Bernd Eichinger – Die Frauen seines Lebens vom 26. Januar 2011. In: Süddeutsche Zeitung.
  14. Hannelore Elsner: Im Überschwang. Aus meinem Leben beim Verlag Kiepenheuer & Witsch.
  15. Elsner litt seit Jahren an Brustkrebs: "Hannelore wusste, wie es um sie stand" vom 2. Mai 2019. In: welt.de.
  16. Hannelore Elsner. Interview von Serge Debrebant in: Süddeutsche Zeitung (Heft 08/2008)
  17. Lars Kraumes „Familienfest“: Mama ist mal wieder sternhagelvoll. Filmkritik. In: SPIEGEL online vom 13. Oktober 2015. Abgerufen am 30. Dezember 2016.
  18. Prominente Familienbande vom 6. Dezember 2018. In: weltexpresso.de.
  19. Zusammenarbeit bei "Kirschblüten": Rührender Nachruf von Doris Dörrie auf Hannelore Elsner In: abendzeitung-muenchen.de vom 25. April 2019. Abgerufen am 1. Mai 2019.
  20. Klassiker des deutschen Fernsehspiels: Iwanow (1971) bei krimiserien.heimat.eu; abgerufen am 1. Mai 2019.
  21. Hannelore Elsner ist offenbar an Krebs gestorben vom 26. April 2019. In: Morgenpost.de.
  22. Letzter "Tatort" mit Hannelore Elsner läuft ein Jahr nach ihrem Tod vom 26. April 2019. In: Focus.de.
  23. Fünf Seen Filmfest verleiht Elsner-Preis. Artikel vom 3. Juni 2019, abgerufen am 14. Juni 2019.
  24. Hannelore-Elsner-Preis an Barbara Auer. Artikel vom 13. Juni 2019, abgerufen am 14. Juni 2019.