Teckbahn

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Wendlingen (Neckar)–Oberlenningen
Streckennummer (DB): 4610
4612 (alte Trasse in Kirchheim)
Kursbuchstrecke (DB): 790.81 / 790.1
Streckenlänge: 17,422 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse: D4
Stromsystem: bis Kirchheim (Teck): 15 kV 16,7 Hz ~
Höchstgeschwindigkeit: 100 km/h
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von Plochingen
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0,000 Wendlingen (Neckar)
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nach Tübingen
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EnBW-Umspannwerk Wendlingen
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3,858 Kirchheim (Teck)-Ötlingen (seit 1975)
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4,300 Kirchheim (Teck)-Ötlingen (bis 1975)
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Verbindungsstrecke für den Güterverkehr (1975–19xx)
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Transformatoren Union AG
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Eisengießerei Grüninger & Prem
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6,465 Kirchheim (Teck) (seit 1975)
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6,000 Kirchheim (Teck) (1899–1975)
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6,110 Kirchheim u. Teck (1864–1899)
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Lauter
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7,264 Kirchheim (Teck) Süd
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Flanschenfabrik Max Weise
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nach Weilheim (Teck)
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Mosolf
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8,300 Ausweichanschlussstelle Schrott Bosch
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9,959 Dettingen (Teck)
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13,287 Owen (Teck)
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14,832 Brucken
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15,943 Unterlenningen
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Papierfabrik Scheufelen
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17,422 Oberlenningen
Endbahnhof Oberlenningen

Die Teckbahn ist eine normalspurige Nebenbahn in Baden-Württemberg. Sie zweigt in Wendlingen am Neckar von der Bahnstrecke Plochingen–Tübingen ab und führt über Kirchheim unter Teck nach Oberlenningen. Im Kursbuch der Deutschen Bahn hat sie die Nummer 790.81 (ab Kirchheim) beziehungsweise 790.1 (S-Bahn bis Kirchheim).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 6,11[1] Kilometer lange Abschnitt von Wendlingen (damals Unterboihingen) über Ötlingen nach Kirchheim u. Teck wurde am 21. September 1864 als erste Privatbahn in Württemberg in Betrieb genommen. Konzessionierter Betreiber war die Kirchheimer Eisenbahn-Gesellschaft. Mit Wirkung zum 1. Januar 1899 übernahmen die Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen die Bahn, welche am 1. Oktober desselben Jahres die Verlängerung bis Oberlenningen in Betrieb nahmen. Hierzu musste das Kirchheimer Empfangsgebäude, welches sich ursprünglich – als klassischer Kopfbahnhof – in Stirnlage hinter den Prellböcken befand, um 90 Grad gedreht und etwas nach Westen versetzt werden.

Am 15. September 1908 eröffneten die Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen zusätzlich eine Zweigstrecke von Kirchheim nach Weilheim.[2]

Bereits in der Zwischenkriegszeit existierten Pläne, die Bahnstrecke zwischen dem Ötlinger Ortseingang und der Station Kirchheim (Teck) Süd um einige hundert Meter nach Süden zu verlegen, um zusätzliche Siedlungs- und Gewerbefläche zu erhalten sowie den ungünstig in Kurvenlage gelegenen alten Kirchheimer Bahnhof auflassen zu können. Hierzu wurde bereits 1939 ein neues Empfangsgebäude in Ötlingen fertiggestellt, aber nicht eröffnet.[3] Letztlich verhinderte der im gleichen Jahr ausgebrochene Zweite Weltkrieg die weitere Umsetzung dieser Pläne.

Erst zum Fahrplanwechsel am 26. September 1975 konnte die Strecke wie geplant weiträumig verschwenkt werden, gleichzeitig erhielten Kirchheim und Ötlingen jeweils ihre neuen Bahnhöfe. Somit ging auch das Ötlinger Empfangsgebäude von 1939 nach 36 Jahren ohne Nutzung in Betrieb. Auf dem Gelände des alten Kirchheimer Bahnhofs entstand das 1978 eröffnete Einkaufszentrum Teck-Center, die aufgegebene Trasse wurde unter anderem durch die verlegte Stuttgarter Straße überbaut. Jedoch konnte nicht die gesamte alte Strecke aufgelassen werden, weil in diesem Bereich noch das Anschlussgleis der Eisengießerei Grüninger & Prem bedient werden musste. Da aber in Ötlingen auf der alten Trasse die Auffahrtsrampe der neuen Brücke im Zuge der Lindorfer Straße errichtet werden sollte, musste dort zusätzlich noch eine kurze Verbindungsstrecke für den Güterverkehr errichtet werden. Diese ist mittlerweile wieder stillgelegt und abgebaut.[4]

Bis Dezember 2009 fuhren auf der eingleisigen, nicht elektrifizierten Strecke Regionalbahnen der DB Regio AG; sie verkehrten von Wendlingen bis Kirchheim zweimal stündlich und von dort bis nach Oberlenningen einmal stündlich. Morgens und abends wurden die Züge teilweise nach Plochingen durchgebunden. Dabei wurden im Wechsel Dieseltriebwagen der Baureihe 650 und lokbespannte Züge (bestehend aus einer Diesellok der Baureihe 218 und drei n-Wagen) eingesetzt. Die Fahrzeuge wurden von der DB ZugBus Regionalverkehr Alb-Bodensee bereitgestellt.

Die Forderungen zum Anschluss der Teckbahn an das Stuttgarter S-Bahnnetz und damit zur Verlängerung der S-Bahnlinie S1 von Plochingen über Wendlingen am Neckar bis Kirchheim unter Teck bestanden bereits seit langem. Nach mehrjährigen Planungen konnte schließlich der Verband Region Stuttgart als Aufgabenträger für den Schienenpersonennahverkehr mit der Deutschen Bahn AG Anfang 2008 einen Bau- und Finanzierungsvertrag abschließen. Danach wurde die Strecke zwischen Wendlingen und Kirchheim von Juli 2008 bis zur Eröffnung zum Fahrplanwechsel im Dezember 2009 elektrifiziert und modernisiert, wobei zwei Streckensperrungen jeweils in den Sommerferien notwendig waren. In Wendlingen wurde eine zweigleisige Ausfädelung aus der Bahnstrecke Plochingen–Tübingen geschaffen, da sich dort die S-Bahnen in der Regel kreuzen, und damit sie an Richtungsbahnsteigen halten können. Zur Abstellung der Züge wurde in Kirchheim eine neue Abstellanlage geschaffen.[5]

Gegenwart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 13. Dezember 2009 wurde die Verlängerung der S1 von Plochingen bis Kirchheim unter Teck in Betrieb genommen. Seither werden Wernau, Wendlingen, Ötlingen und Kirchheim halbstündlich von Elektrotriebwagen der Baureihe 430 bedient. Bis Kirchheim ist die Strecke elektrifiziert und für eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h ausgebaut. Kirchheim ist somit Umsteigebahnhof in Richtung Oberlenningen. Zwischen Kirchheim und Oberlenningen besteht ein Stundentakt mit Dieseltriebwagen der Baureihe 650 der DB ZugBus Regionalverkehr Alb-Bodensee. Auf diesem Streckenabschnitt ist die Höchstgeschwindigkeit auf 60 km/h begrenzt.

Aufgabenträger für den Regional- und S-Bahnverkehr auf der Teckbahn ist der Verband Region Stuttgart (VRS). Der Abschnitt von Kirchheim nach Oberlenningen ist neben der Schusterbahn die zweite Regionalverbindung in VRS-Verantwortung. Zuvor war hingegen die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) für die Bestellungen auf der Gesamtstrecke verantwortlich.

Zwischen Wendlingen und Kirchheim wird die Strecke durch Lichtsignale gesichert und von zwei Stellwerken in Wendlingen und Kirchheim gesteuert. Der Abschnitt Kirchheim–Oberlenningen wird durch den Zugleitbetrieb gesichert.

Auch der Güterverkehr spielt auf der Teckbahn eine wichtige Rolle. Die Züge fahren mehrmals täglich zur Papierfabrik Scheufelen in Oberlenningen und mehrmals wöchentlich zu einem Schrotthändler nach Dettingen unter Teck. Der Güterbahnhof im Bahnhof Oberlenningen ist – für eine Nebenbahn – relativ groß. Dort ist eine eigene Diesel-Rangierlok der Baureihe V 60 stationiert, um neue Züge zusammenzustellen und die Wagen zu rangieren.

Der Güterverkehr wird heute ausschließlich mit Dieselloks der Baureihe 294 abgewickelt. Die zuvor verwendete Baureihe 218 wird seit dem 11. Dezember 2009 nicht mehr planmäßig auf der Teckbahn eingesetzt.

Planungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Strecke von Kirchheim bis Oberlenningen soll ebenfalls modernisiert werden, um in Kirchheim bessere Anschlüsse an die S-Bahn herstellen zu können. Hierzu gehören die Anhebung der Höchstgeschwindigkeit und die technische Sicherung von Bahnübergängen. Konkrete Planungen gibt es jedoch zurzeit nicht.[6][7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter-Michael Mihailescu, Matthias Michalke: Vergessene Bahnen in Baden-Württemberg. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1985, ISBN 3-8062-0413-6, S. 197–200.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. eisenbahn.wikia.com
  2. Eröffnungsdaten nach: Horst-Werner Dumjahn: Handbuch der deutschen Eisenbahnstrecken: Eröffnungsdaten 1835–1935, Streckenlängen, Konzessionen, Eigentumsverhältnisse. Dumjahn, Mainz 1984, ISBN 3-921426-29-4.
  3. 150 Jahre Eisenbahn in Ötlingen, Artikel in Der Teckbote, erschienen am 19. September 2014
  4. kbs761.synology.me
  5. S-Bahn bis Kirchheim unter Teck. Verband Region Stuttgart, abgerufen am 1. Januar 2010.
  6. S-Bahn-Homepage des Verbands Region Stuttgart (Aufgabenträger), s. Projekte, Teckbahn
  7. Teckbahnausbau im Zusammenhang mit Bus-Schiene-Konzept