Thilo Wolf

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Thilo Wolf (2016)

Thilo Wolf (* 8. September 1967) ist ein deutscher Jazzmusiker. Der Pianist, Komponist und Arrangeur leitet seine eigenen Formationen „Thilo Wolf Big Band“, „Thilo Wolf Jazz-Quartett“ und „Groove Selection“.

Mit seinen Formationen konzertierte Thilo Wolf in Deutschland, Österreich, der Schweiz und England, in Konzerthäusern wie der Philharmonie in München oder Dortmund, aber auch auf zahlreichen Jazzfestivals wie Burghausen, Oberkochen, Erding oder dem Augsburger Jazzsommer. Die Crossoverprojekte führten zu Konzerten bei Klassikfestivals wie „MDR-Kultursommer“, „Rheingau-Musikfestival“ oder „Internationales Beethovenfest“ in Bonn.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolf lernte neben Klavier weitere Instrumente wie Kontrabass und Schlagzeug und erhielt bereits als Jugendlicher zahlreiche Auszeichnungen. Seine musikalische Ausbildung erhielt er ausschließlich bei namhaften Privatlehrern wie z. B. Charly Antolini (Schlagzeug). Nach seiner Schulzeit am Heinrich-Schliemann-Gymnasium Fürth studierte er Betriebswirtschaft an der Universität Erlangen-Nürnberg und schloss mit einem Diplom mit Prädikat ab.

Bereits mit 16 Jahren schrieb er ein erstes Arrangement für Big Band. 1992, mit 25 Jahren, erfüllte sich sein Traum, eine eigene Bigband zu leiten dank des Bayerischen Rundfunks, der ihm die bis heute ausgestrahlte TV-Sendung „SWING IT!“ erstmals widmete.[1] 2012 feierte Thilo Wolf mit seiner Big Band und zahlreichen Gästen das 20-jährige Bestehen. Das Bayerische Fernsehen widmete Thilo Wolf zum Jubiläum ein halbstündiges Porträt und sendete den Live-Mitschnitt des Jubiläumskonzertes. Das Projekt Rock the Bib Band feierte Ende 2013 Premiere; das Release-Konzert des gleichnamigen Albums wurde mehrfach ausgestrahlt.

Wolfs Liebe gilt dem pulsierenden, swingenden Jazz, er öffnet sich aber auch stil-übergreifenden Projekten wie die gemeinsamen Konzerte mit seinem Quartett und dem (klassischen) Berliner Saxophon Ensemble, die Festival-Tournee Klassik & Jazz mit dem Windsbacher Knabenchor oder die mehrfache Zusammenarbeit mit den Nürnberger Symphoniker. Für das Projekt Jazz meets Symphony traf das Thilo Wolf Jazz Quartett 2015 auf die klassische Orchesterbesetzung. Auch das Projekt Music for Lovers kombiniert Jazzensemble mit klassischer Orchesterbesetzung; erweitert durch Vokalisten werden bekannte Love Songs der modernen Musikgeschichte präsentiert.

Neben seinen eigenen Projekten schreibt und produziert er zahlreiche CD- und Musikaufnahmen für Film (z.B. „Regina auf den Stufen“ mit Katja Riemann), für Fernsehen und Hörfunk (ARD-Shows wie „Lieder sind mein Leben“ oder „Herzlichen Glückwunsch“ mit Michael Schanze) und für Künstler wie Bill Ramsey, Patrick Lindner, Al Martino oder Angelika Milster, für Orchester wie die RIAS Big Band Berlin, hr-Bigband, die „New York Strings“, das Babelsberger Filmorchester oder das Münchner Rundfunkorchester. Seit 1993 wirkt er zudem als Geschäftsführer in der Eduard Wolf GmbH & Co, einem mittelständischen Unternehmen der Werbebranche.

Seit 2007 ist Thilo Wolf regelmäßig als musikalischer Leiter bei Produktionen des Theaters Fürth tätig („Petticoat & Schickedance“ und „The Last Five Years“). Als Komponist schrieb er bislang drei Musicals „Bahn frei“ (Fürther Stadttheater, 2010), „Tod im Turm“ (Theater Lüneburg, 2012) und "Der Tunnel" (Fürther Stadttheater, 2015). Das Musical "Der Tunnel" wurde 2016 gleich vier Mal für den Deutschen Musical Theater Preis nominiert (darunter Thilo Wolf für "Beste Komposition" und "Bestes Arrangement") und gewann Preise für das "Beste Bühnenbild" und die "Beste Darstellung in einer Nebenrolle". Als Produzent und Dirigent spielte Thilo Wolf mit seiner und den Nürnberger Symphonikern eine vielbeachtete Version der Musik zu "La Cage Aux Folles" für das Ohnsorg Theater Hamburg und die Comödie Fürth ein.

Seine CD-Produktionen und Konzerte führten zur Zusammenarbeit mit mehrfachen Grammy-Preisträgern wie Diane Schuur oder den „New York Voices“ sowie mit John Pizzarelli, Randy Brecker, James Morrison und vielen anderen. Er produzierte CDs in New York, München und Berlin und veröffentlichte insgesamt über 20 davon mit einer Gesamtauflage von mehr als einer Viertelmillion Exemplare.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolf wurde in seiner Heimatstadt mit dem Kulturförderpreis der Stadt Fürth (1986) und dem Förderpreis des Theatervereins Fürth (1982) ausgezeichnet. Weiterhin erhielt er den ersten Preis beim „Forum junger deutscher Komponisten für Orchestermusik“ (1984). Zudem war er Preisträger (1983) und Stipendiat (1988–1992) der „Nürnberger Nachrichten“. Weitere Preise sind der „Louis-Armstrong-Gedächtnis-Preis“ (2004) sowie der Kulturpreis der Stadt Fürth (2004). Im Juni 2012 wurde er von der Metropolregion Nürnberg zum Künstler des Monats Juni gewählt. Seit 2007 hat die Thilo Wolf Big Band zudem einen Platz in der „Big Band Hall of Fame“, U.S.A.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Davon geht die Welt nicht unter (Volker Heissmann feat. Thilo Wolf Big Band) 2014
  • Big Band Satt (Thilo Wolf Big Band, RIAS Big Band) 2012
  • Love Me Gershwin (Thilo Wolf Big Band feat. Jutta Czurda) 2012
  • Tod im Turm (Musik von Thilo Wolf) 2012
  • Music On The Airport (Thilo Wolf Big Band) 2009
  • Big Band Boogie (Bill Ramsey Meets Thilo Wolf Big Band) 2008
  • In a Personal Mood 2007
  • Petticoat & Schickedance (Thilo Wolf Orchestra) 2007
  • Caldonia (Bill Ramsey feat. Thilo Wolf Big Band) 2007
  • Big Band Shout (Thilo Wolf Big Band) 2006
  • That's My Band - Live at›Swing it!‹ - Vol.3 (Thilo Wolf Big Band) 2004
  • Classic Sax Across Jazz (Thilo Wolf Jazz Quartett & Berliner Saxophon Ensemble) 2004
  • The Best of Thilo Wolf (Thilo Wolf Big Band & Trio feat. Randy Brecker, Etta Cameron, Joan Faulkner, Allan Harris, Chuck Loeb, New York Strings) 2000
  • Swing it! Vol.2 (Thilo Wolf Live-Mitschnitt mit Etta Cameron und Allan Harris) 1999
  • Von Bach bis Ellington (Thilo Wolf Quintett und Windsbacher Knabenchor) 1999
  • A Swinging Hour in New York (Thilo Wolf Trio feat. Randy Brecker, Chuck Loeb, New York Strings) 1997
  • Gospel Faces (Thilo Wolf & Band Meet Joan Faulkner) 1996
  • Mr. Grooverix (Thilo Wolf Big Band) 1995
  • Swing it! (Thilo Wolf Live-Mitschnitt mit Max Greger, Tools Thielemans, Hugo Strasser, Wall Street Crash) 1993
  • Sternstunden in Swing (Thilo Wolf Big Band) 1993
  • I Got Rhythm (Thilo Wolf in verschiedenen Besetzungen: Trio, Quartett, Big Band) 1991

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Thilo Wolf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Sendereihe wurde 2002 zur „Besten Jazzsendung des Jahres“ von „Swinging Hamburg e.V.“ prämiert.