Angelika Milster

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Angelika Milster (* 9. Dezember 1951 in Neustrelitz) ist eine deutsche Sängerin, Schauspielerin und Synchronsprecherin. Sie singt sowohl Schlager als auch Musical und klassische Werke. Berühmt wurde sie vor allem in der Rolle der Grizabella im Musical Cats.

Leben[Bearbeiten]

In Mecklenburg geboren, wuchs Angelika Milster in Hamburg auf. In Hamburg-Horn besuchte sie die Pachthofschule, wo sie auch im dortigen Chor Treppensänger mitwirkte und sogar eine Langspielplatte aufnahm. Ihr Vater, von Beruf Zimmermann, setzte sich für regelmäßige Gesangsstunden seiner Tochter ein. Daher konnte Milster nach der Schule von 1968 bis 1971 in Hamburg auch die Schauspielschule von Margot Höpfner besuchen. Sie studierte dort Gesang, Schauspiel, Tanz und Pantomime. Kurz nach ihrem Abschluss erhielt sie am Hamburger Thalia Theater eine Rolle in Godspell und konnte im Fernsehen in 6 Tips für Hausfrauen mitwirken. 1975 spielte sie in ihrem ersten Film, Meine Sorgen möcht' ich haben (Regie Wolf Gremm). Dafür erhielt sie den Ernst-Lubitsch-Preis. Dann trat sie am Düsseldorfer Kom(m)ödchen bei Kay und Lore Lorentz auf und 1982 spielte sie im Film Eisenhans unter der Regie von Tankred Dorst.

Ein Jahr später kam ihr endgültiger Durchbruch als Schauspielerin und Sängerin. Sie bekam 1983 die Rolle der Grizabella bei der deutschsprachigen Erstaufführung des Webber-Musicals Cats am Theater an der Wien.[1] Diese Rolle verkörperte sie bis 1987. Die Langspielplatte zur Erstaufführung erreichte Goldstatus und der Titel Erinnerung brachte ihr eine Goldene Europa ein. Milster war zum Star des deutschsprachigen Musicals avanciert. Daraufhin war sie in mehreren Fernsehsendungen zu sehen und zu hören und bekam 1985 sogar ihre erste eigene Fernsehsendung (Mein Musicalhaus). 1988 wurde Milster vom Komponisten Andrew Lloyd Webber für seine Europa-Tournee des Liederzyklus Song & Dance verpflichtet. Dann folgten Auftritte in Berlin, Paris und Washington, sowie mit der Kurt-Weill-Revue, am Berliner Theater des Westens. An diesem Theater spielte sie auch in den folgenden Jahren verschiedene Rollen (unter anderem Bombenstimmung 1992, Mein Name ist Marlene 1992, Blue Jeans 1994, Hello Dolly 1995, Gypsy 1996 und Let's Pop 1997). 1994 übernahm Milster auch ihre erste klassische Rolle, in Lysistrata, von Aristophanes.

Neben ihrer Bühnenkarriere machte sich Milster auch im Fernsehen einen Namen. Sie spielte eine Dauerrolle in der ZDF-Serie Der Landarzt. Weitere Fernsehrollen waren Der König von Dulsberg 1994, Club Las Piranjas 1995 an der Seite von Hape Kerkeling, Alles wegen Robert de Niro 1996, Salto Kommunale 1997, Zum Glück verrückt 1999 und die Fernsehserie Mama ist unmöglich seit 1999. Darüber hinaus war sie in zahlreichen kleineren Rollen zu sehen, darunter in Adelheid und ihre Mörder, Evelyn Hamanns Geschichten aus dem Leben und Das Traumschiff.

Auf dem Schlagermarkt nahm Milster seit 1994 mehrere Alben auf, wovon sich fünf in den Albumcharts platzieren konnten. Milster bekam mehrere Auftritte bei nahezu allen Musiksendungen des Fernsehens wie ZDF-Hitparade, Melodien für Millionen, Die Goldene Eins, ZDF-Sonntagskonzert, ZDF-Fernsehgarten.

Ab 1998 konzentrierte sich Milster auf ein weiteres Standbein ihrer Karriere. Sie gab anlässlich einer großen Deutschlandtournee mehrere Livekonzerte. 2000 trat sie zweimal in der Berliner Philharmonie auf und gab ihr breites Repertoire zum Besten. Aber auch auf kleineren Bühnen gastierte sie mit Brecht-Songs und Chansons.

2001 kam dann ein neues Musical. Bei der deutschen Premiere von Mozart! im Theater Neue Flora in Hamburg spielte sie die Baronin von Waldstätten (Gold von den Sternen).

Anfang 2002 eröffnete sich für sie ein weiterer musikalischer Weg. Sie sang mehrere Kirchenkonzerte, bei welchen sie klassische und geistliche Lieder darbot. Zu diesen Konzerten erschien das neue Album MILSTER, das sich zu einem Verkaufsschlager entwickelte und später in erweiterter Auflage neu veröffentlicht wurde. Wesentlichen Anteil daran hat das 70-köpfige The Berlin International Orchestra mit dem Konzertmeister Adam Taubitz unter der Leitung ihres Ehemannes André Bauer.

2003 konnte man Milster dann wieder im Fernsehen bewundern (Serie Körner & Köter). Schließlich setzte sie ihre Kirchenkonzerte fort. Inzwischen war Milster aber auch als Synchron-Sprecherin in dem Film Shrek 2 – der tollkühne Held kehrt zurück in der Rolle der guten Fee zu hören.

Von 2006 bis 2008 war Angelika Milster in der RTL-Comedy Angie an der Seite von Mirja Boes als deren Mutter zu sehen.

2008 trat sie am 17. Januar als Stargast bei Best of Musicals im Friedrichstadtpalast in Berlin unter anderem mit ich bin was ich bin, ..und der Haifisch der hat Zähne und ihrem Erfolgshit Erinnerung aus Cats auf.

Am 2. August 2008 ist Angelika Milster zusammen mit Milva und Montserrat Caballé auf dem Theaterplatz in Dresden zu Diva Maxima[2] aufgetreten.

Privates[Bearbeiten]

Angelika Milster hat aus erster Ehe mit dem Kunstmaler Bernd Jurgeit einen Sohn (* 1977). Sie ist seit 1987 in zweiter Ehe mit dem Schweizer Dirigenten, Komponisten und Musikproduzenten André Bauer verheiratet und wohnte bis Ende 2006 in Berlin. Heute lebt das Paar in der Schweiz.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Erfolgstitel[Bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Singles
Erinnerungen
  DE 25 16.01.1984 (20 Wo.)
Ich Liebe Dich
  DE 84 02.05.1994 (2 Wo.)
[3]
  • 1975: Oh Rudolf
  • 1982: Ohne Maske
  • 1983: Erinnerung (Memory) aus Cats
  • 1984: Er allein
  • 1987: Einfach so
  • 1987: Ein rätselhaftes Lied
  • 1988: Mein großer Tag
  • 1994: Ich liebe Dich
  • 1994: Und wenn die Sonne wieder scheint
  • 1995: Hast Du Liebe gesagt?
  • 1995: Immer wenn wir zwei uns lieben
  • 1995: Weil ich Dich liebe
  • 1996: Meine Moskauer Nächte
  • 1996: Du bist mein Leben
  • 1997: Heute will ich Liebe
  • 1997: Peter
  • 1997: Und dann stehe ich wieder im Regen
  • 1997: Wenn aus Liebe Sehnsucht wird
  • 1997: Zeit zu geh'n
  • 1997: Bei Dir
  • 1998: Adieu Papa
  • 1998: Nimm mich in die Arme, Johnny
  • 1999: Du bist wie der Wind
  • 1999: Bring ein bisschen Liebe in mein Leben
  • 2008: Ich sage Ja
  • 2008: Wer, wernn nicht wir
  • 2013: Zeit
  • 2013: Ich bin da
  • 2013: Du hast mir Glück gebracht

Diskografie[Bearbeiten]

  • 1984: Cats (Musical) Dt. Originalaufnahme aus dem Theater an der Wien
  • 1985: Meisterstücke (u. a. 2 Duette mit Steve Barton)
  • 1987: Song & Dance (Musical) Dt. Originalaufnahme aus München (live) Anmerkung: Album liegt nur als Doppel-LP vor, als CD nicht veröffentlicht
    (Den ersten Teil Song gibt es auf CD 353184-222 Global Records)
  • 1994: Star Gala/Ich bin wie ich bin
  • 1995: Ich liebe Dich # 36, 12 Wochen
  • 1997: Sehnsucht # 45, 7 Wochen
  • 1998: Die größten Hits der Filmgeschichte # 68, 3 Wochen
  • 1999: Du bist mein Leben # 99, 1 Woche
  • 1999: Umarmungen
  • 2000: Nur das Beste
  • 2001: Komm lass uns träumen
  • 2002: Angelika Milster Gold – Ihre größten Hits
  • 2002: MILSTER. – Erstauflage # 60, 5 Wochen
  • 2004: MILSTER. – Touredition – Doppel-CD
  • 2005: Von ganzem Herzen
  • 2006: Mit den Augen der Liebe
  • 2007: Goldstücke
  • 2008: Ich sage Ja
  • 2013: Du hast mir Glück gebracht

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fritz WaldenDas Musical „Cats“ im Theater an der Wien: Katzenmythos’ Stirb und Werde …. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 26. September 1983, S. 13.
  2. Website von Diva-Maxima.de
  3. Chartquellen: Deutschland