Thomas Jocher

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Thomas Jocher

Thomas Matthias Jocher (* 2. Oktober 1952 in Benediktbeuern) ist ein deutscher Architekt, Stadtplaner und Wissenschaftler. Er ist Mitglied in der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung (DASL), dem Bund Deutscher Architekten (BDA) und dem Deutschen Werkbund (DWB). 1991 gründete er zusammen mit Dietrich Fink das Architekturbüro Fink+Jocher in München. 1997 erhielt er den Ruf an die Universität Stuttgart als Direktor des Instituts Wohnen und Entwerfen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Architekt Mathias Jocher (1925–2018) und Mathilde Jocher (1923–2016) waren Thomas Jochers Eltern. Seit 1980 ist er verheiratet mit Andrea Jocher, geb. Wirth; beide leben und wohnen in München. Thomas Jocher studierte Architektur an der Technischen Universität München. Im Jahr 1980 schloss er das Studium als Dipl.-Ing. ab; 1991 wurde er an der Fakultät für Architektur mit der Arbeit Angerdörfer in Bayern – Siedlungsstruktur und Topografie mittelalterlich gegründeter Dörfer im 19. Jhdt. zum Dr.-Ing. promoviert.

Nach dem Studium arbeitete Thomas Jocher von 1980 bis 1983 im Architekturbüro Gebhard+arc, München. Im Anschluss arbeitete er als akademischer Rat am Institut Städtebau und Regionalplanung an der TU München (1984–1990). 1991 gründet er zusammen mit Dietrich Fink das Architekturbüro Fink+Jocher in München. Von 2004 bis 2007 war er DFG-Fachkollegiat und später wissenschaftlicher Beirat des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung. 2015 wirkte er in der Baukostensenkungskommission des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit mit und war in zahlreichen nationalen und internationalen Architekturjurys tätig, häufig als Vorsitzender.

Seit 2000 hat Jocher in an knapp 100 Juries (Architektur- und Städtebauwettbewerbe) teilgenommen, überwiegend als Vorsitzender.

Forschung und Lehre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Professur an der Universität Stuttgart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1997 erhielt Jocher einen Ruf an die Fakultät Architektur und Stadtplanung der Universität Stuttgart an das neu gegründete Institut Wohnen und Entwerfen (IWE). Er war dort von 1997 bis 2018 Direktor des Instituts und von 2008 bis 2012 Prodekan an der Fakultät Architektur und Stadtplanung. Die Leitung am Institut umfasste die Professur für Architektur (Jocher), eine Professur für Architektur- und Wohnsoziologie (Harlander) und Planungswissenschaft (Reuter). Jocher hat „Gebäudelehre“ im Studiengang Architektur (B. Sc.) und Wohnungsbau (M. Sc.) gelehrt.

Forschungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Universität Stuttgart und der Hochschule München wurden zusammen mit anderen Hochschulen und vielen weiteren Projektbeteiligten folgende Forschungsthemen bearbeitet:

  • Raumpilot Grundlagen, zusammen mit Sigrid Loch, Gebäudelehre Handbuch, 2010.
  • Ready – altengerechte Forschung, 2014.
  • Heat – Stressbelastung älterer Personen unter sommerlicher Wärme, 2015.
  • LUX – Licht, natürliche Ressource in Stadt und Haus, 2016.

Lehre und Forschung an anderen Universitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2007 wurde er vom College of architecture and urban planning der international renommierten Tongji-Universität, Shanghai, als „International Advisory Board Member“ aufgenommen.

2009 forschte er im Rahmen eines „Forschungssemester“ am College of Environmental Design der University of California, Berkeley über altengerechtes Wohnen.

2019/20 führt er weiterhin Lehre an der Hochschule München (Entwurf und Vorlesungen in „Einführen in das Entwerfen“) und am Fachgebiet Entwerfen und Wohnungsbau (EUW) an der TU Darmstadt (Entwurf und Vorlesungen im Fach Wohnungsbau) durch.

Bauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haus Franke, entworfen von Thomas Jocher, Penzberg, 1990
Studentenwohnheim TUM Garching, entworfen von Fink+Jocher, 2002–2005, Foto: Michael Heinrich
Grundschule Helsinkistraße München-Riem, entworfen von Fink+Jocher, 2007–2009

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Deutscher Architekturpreis:
    • 1991: Auszeichnung für das Haus Franke, Penzberg
    • 2007: Preisträger mit dem Studentenwohnheim TUM Garching
    • 2009: Anerkennung für die Grundschule Helsinkistraße München-Riem
  • Deutscher Bauherrenpreis:
    • 1998: Preis, Kategorie „Neubau“ für Raiffeisenstraße Regensburg
    • 2000: Preis, Kategorie „Neubau“ für EXPO N41, Hannover
    • 2002: Besondere Anerkennung, Kategorie „Neubau“ für Quartier Widmannstraße, München-Riem
  • 2000: BDA-Preis Niedersachsen für EXPO N41, Hannover
  • 2002: Holzbaupreis Bayern: Lobende Erwähnung für Taucherkantine Percha
  • 2003: Deutscher Holzbaupreis: Dritter Preis für Villa B. Starnberger See, Bernried
  • 2006: Hugo-Häring-Preis für Zwischen den Zeilen, Ostfildern
  • 2018: Bremer Wohnbaupreis, Kategorie „Kategorie Wohnquartiere und Quartiersansätze“ für das Magellanquartier, Bremen

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Raumpilot Grundlagen. Zusammen mit Sigrid Loch, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-7828-1525-3.
  • ready. Hrsg.: BBSR. Bonn 2016, ISBN 978-3-87994-796-6.
  • Wohnen muss teurer werden. In: Süddeutsche Zeitung vom 16. August 2014 (online).
  • all ready? In: Deutsche Bauzeitschrift 9/2014.
  • Der größte Fehler wären Massenwohnhäuser. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 5. Februar 2016.
  • ready – prepared for senior-friendly housing. In: Mauerwerk 20/2016.
  • Baut mehr Olympiadörfer. In: Süddeutsche Zeitung vom 11. Januar 2016 (online).
  • Sozialwohnung – Fehlanzeige? Bayerischer Rundfunk, Fernsehen vom 20. April 2016, 45 Minuten.
  • Dachräume: Entwerfen, Konstruieren, Bewohnen. Zusammen mit Ulrike Wietzorrek. Edition Detail, München 2018, ISBN 978-3-95553-356-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]