Bernried am Starnberger See

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bernried
Bernried am Starnberger See
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bernried hervorgehoben

Koordinaten: 47° 52′ N, 11° 18′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Weilheim-Schongau
Höhe: 600 m ü. NHN
Fläche: 13,8 km2
Einwohner: 2331 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 169 Einwohner je km2
Postleitzahl: 82347
Vorwahl: 08158
Kfz-Kennzeichen: WM, SOG
Gemeindeschlüssel: 09 1 90 115
Gemeindegliederung: 7 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dorfstraße 26
82347 Bernried
Website: www.bernried.de
Erster Bürgermeister: Georg Malterer (Überpart. Freie Wählergr.)
Lage der Gemeinde Bernried im Landkreis Weilheim-Schongau
AmmerseeLandkreis OstallgäuLandkreis Bad Tölz-WolfratshausenLandkreis Garmisch-PartenkirchenLandkreis StarnbergLandkreis Landsberg am LechWildsteigWielenbachWessobrunnWeilheim in OberbayernSteingadenSindelsdorfSeeshauptSchwabsoienSchwabbruckSchongauRottenbuchRaistingPremPolling (bei Weilheim)PenzbergPeitingPeißenbergPählObersöcheringOberhausen (bei Peißenberg)IngenriedIffeldorfHuglfingHohenpeißenbergHohenfurchHabachEglfingEberfingBurggenBöbingBernried am Starnberger SeeBernbeurenAntdorfAltenstadt (Oberbayern)Karte
Über dieses Bild

Bernried am Starnberger See ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Weilheim-Schongau.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bernried liegt in der Region Oberland in leichter Hanglage am Westufer des Starnberger Sees. In der Nähe liegt der Hausstätter Weiher.

Es gibt sieben Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Otto und Adelheid von Valley hatten im Jahre 1120 ein Chorherrenstift in Bernried errichtet. Seit 1330 war der Ort Teil einer geschlossenen Hofmark des um 1803 aufgelösten Klosters Bernried.

Im Jahr 1818 wurde Bernried im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern eine selbstständige politische Gemeinde, die zum Landgericht Weilheim gehörte.

20. und 21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kloster wurde in ein Schloss im Renaissance-Stil umgestaltet. Die Missions-Benediktinerinnen von Tutzing erwarben es 1949 und verwendeten es als Noviziat bzw. heute als Bildungshaus.

Die Gemeinde lockte Bernried einige Künstler an. 1998 kam es zum Bau des „Buchheim-Museums der Phantasie“ im Hirschgartengelände in Höhenried, das seit 1999 ein großer Anziehungspunkt für Besucher aus aller Welt ist.

Seit dem 1. Januar 2007 trägt die Gemeinde den Namenszusatz „am Starnberger See“.[3]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Mai 1978 Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Haunshofen eingegliedert.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1684 auf 2348 um 664 Einwohner bzw. um 39,4 %.

Jahr 1840 1871 1900 1925 1939 1950 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015
Einwohnerzahl[5] 349 468 540 599 514 1011 898 1188 1630 1806 1897 2015 2179 2232 2251

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist Georg Malterer (Überparteiliche Freie Wählergruppe). Dieser wurde im Jahr 2020 Nachfolger von Josef Steigenberger (Überparteiliche Freie Wählergruppe), der seit 2002 im Amt war.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Kommunalwahl am 15. März 2020 hat der Gemeinderat 14 Mitglieder. Die Wahlbeteiligung lag bei 71,0 %. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:

Gemeinderatswahl Bernried 2020
Wahhlbeteiligung: 71,0 %
 %
30
20
10
0
27,5
24,7
18,5
16,6
7,6
5,1
ÜFWa
BL/Grüneb
BLd
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
 18
 16
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
−7,6
+7,9
−9,0
+16,6
−7,3
−0,7
ÜFWa
BL/Grüneb
BLd
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
a Überparteiliche Freie Wählergruppe
b Bernrieder Liste für Mensch und Natur/Die Grünen
d Bürgerliste
Sitzverteilung im Gemeinderat Bernried 2020
      
Insgesamt 14 Sitze
  • SPD: 1
  • BL/Grüne: 3
  • ÜFW: 4
  • BL: 2
  • FDP: 1
  • CSU: 3

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1991 existiert eine Partnerschaft zwischen der Gemeinde Bernried und der französischen Gemeinde Samoreau, Département Seine-et-Marne (in der Nähe von Fontainebleau, ca. 50 km südlich von Paris). Die beiden Bürgermeister Excoffon und Eberl unterzeichneten am 27. Juli 1991 in Bernried die Partnerschaftsurkunde und weihten feierlich am Seeufer die Samoreau-Promenade ein. Zwischen den beiden Gemeinden findet ein regelmäßiger Austausch statt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Bechhofen
Blasonierung: „In Gold ein mit fünf silbernen Glocken belegter schwarzer Schrägbalken.“[6]

Wappenführung seit 1951.[7]

Wappenbegründung: Die Gemeinde übernahm das alte Wappen des ehemaligen Augustinerchorherrenstifts Bernried, das dem Ort und der Gemeinde den Namen gab und die Geschicke der Gegend als geistliches Zentrum und als Hofmarksherrschaft bis zur Säkularisation 1803 prägte. Das Kloster wurde um 1120 von Graf Otto von Valley gegründet. Die 1238 ausgestorbenen Grafen von Valley sollen dasselbe Wappen, einen mit glockenförmigem Feh (Pelzwerk) belegten Schrägbalken, geführt haben. Für das Augustinerchorherrenstift ist der Glockenfehbalken als Wappen erstmals 1568 belegt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kloster mit Sankt-Martins-Kirche
Hofmarkkirche

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1998 gab es im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 28, im produzierenden Gewerbe 70 und im Bereich Handel und Verkehr zwölf sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 478 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 692. Im verarbeitenden Gewerbe gab es einen Betrieb, im Bauhauptgewerbe fünf Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 zwölf landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 400 ha. Davon waren 51 ha Ackerfläche und 348 ha Dauergrünfläche. Im Süden von Bernried wurden ab 1990 Flächen für Gewerbebetriebe ausgewiesen. Neben traditionellen Handwerksbetrieben haben sich hier mehrere Hochtechnologiebetriebe angesiedelt. So befinden sich etwa sieben Prozent der Biotechnologie-Arbeitsplätze des Großraums München im Bernrieder Gewerbegebiet.

Größter Arbeitgeber der Gemeinde ist die Rehabilitationsklinik Höhenried gGmbH der Deutschen Rentenversicherung Bayern Süd mit den Indikationen Herz-/Kreislauferkrankungen, Orthopädie und Psychosomatik. Bauliche Keimzelle der Klinik ist das Schloss Höhenried.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bernried liegt an der Staatsstraße 2063 Starnberg–Tutzing–Seeshaupt und an der Kochelseebahn (München–)Tutzing–Kochel. Es wird vom RVO-Bus 9614 Tutzing–Penzberg angefahren. Weiterhin gibt es eine Anlegestelle der Bayerischen Seenschifffahrt.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 2011 gab es folgende Einrichtungen:

  • Kinderhaus: Krippe-Kindergarten-Hort 95 Plätze mit 84 Kindern
  • Waldkindergarten 19 Kindergartenplätze mit 19 Kindern
  • Volksschulen: eine mit vier Lehrern und 82 Schülern

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gustav Böss (rechts) und Karl Seitz (Bürgermeister Wien) 1929

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ursula Pechloff: Bernried am Starnberger See. Passau 1995: Kunstverlag Peda (Peda-Kunstführer 336). ISBN 3-930102-92-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bernried am Starnberger See – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Bernried in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 5. September 2019.
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2007
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 596.
  5. Kommunalstatistik von Bernried, abgerufen am 6. November 2010
  6. Eintrag zum Wappen von Bernried am Starnberger See in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  7. Ministerialentschließung vom 09. März 1951.
  8. Eintrag im Verzeichnis Monumentaler Eichen. Abgerufen am 10. Januar 2017.
  9. Die Märtyrer von Tokwon, Schwester M. Eva (Eugenie) Schütz (Memento vom 24. Dezember 2015 im Internet Archive) – (Missionsbenediktiner)