Tina mobil

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Fernsehserie
OriginaltitelTina mobil
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Jahr 2021
Produktions-
unternehmen
X Filme Creative Pool
Länge 45 Minuten Minuten
Episoden 6 in 1 Staffel
Genre Drama
Regie Richard Huber
Drehbuch Laila Stieler
Produktion Michael Polle
Musik Dürbeck & Dohmen
Erstausstrahlung 22. September 2021 auf Das Erste
Erstveröffentlichung 16. September 2021 in der ARD Mediathek
Besetzung

Tina mobil ist eine deutsche Miniserie aus dem Jahr 2021.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tina mobil wurde von der X Filme Creative Pool im Auftrag des Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) realisiert.[1] Als Produzent trat Michael Polle in Erscheinung.[1] Die Redaktion beim Sender oblag Kerstin Freels.[2] Die Idee zu Serie stammt von der Drehbuchautorin Laila Stieler,[3] die in der Gemeinde Thomsdorf in der Uckermark lebt und dort aufgrund fehlender Infrastruktur selbst auf einen Bäckereiwagen angewiesen ist.[3] Stieler, die seit geraumer Zeit ein Projekt über „überforderte Familien“ zu Papier bringen wollte, schrieb zunächst einige Entwürfe nieder, die „mehr in Richtung Sozialdrama“ gingen, ihr tonal jedoch missfielen, ehe sie auf die Idee kam, das Sujet mit der Rolle der fröhlichen Tina zu verbinden.[3] Weite Teile ihres späteren Drehbuchs entstanden mit dem Gedanken, dass Gabriela Maria Schmeide die Hauptrolle in Tina mobil übernehmen würde.[3] Schmeide hatte zuvor bereits in den Filmproduktionen Die Polizistin (2000), Patchwork (2008) und Die Friseuse (2010) unter der Beteiligung von Stieler mitgewirkt.[3]

Die Dreharbeiten fanden an rund 60 Drehtagen vom 15. September bis 3. Dezember 2020 unter anderem in Berlin-Weißensee, Beiersdorf-Freudenberg und Bernau statt.[1][2] Neben Schmeide traten unter anderem Runa Greiner, David Ali Rashed, Alexander Hörbe, Anne-Kathrin Gummich und Margarita Breitkreiz vor die Kamera.[1] Für die Regie konnte Richard Huber verpflichtet werden.[1] Dieser zeigte sich neben Casterin Simone Bär auch für die Besetzung der Nebendarsteller verantwortlich, zu denen unter anderem ehemalige DEFA-Größen wie Monika Lennartz, Ursula Werner, Axel Werner und Carmen-Maja Antoni gehörten.[4]

Besetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptdarsteller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Darsteller Rollenname
Gabriela Maria Schmeide Tina Sanftleben
Runa Greiner Carolin Sanftleben
Fine Sendel Julia Sanftleben
David Ali Rashed Felix Sanftleben
Alexander Hörbe Harry Sanftleben
Anne-Kathrin Gummich Belinda
Margarita Breitkreiz Safaa
Joachim Raaf Hans Körner
Steffi Kühnert Iris
Max Hopp Jurek Kowalski

Episodenliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Original­titel Erstaus­strahlung D Regie Drehbuch
1 Plan B 16. September 2021 Richard Huber Laila Stieler
2 Von wem is dit? 16. September 2021 Richard Huber Laila Stieler
3 Und Caro? 16. September 2021 Richard Huber Laila Stieler
4 Unser Lütter ist kriminell 16. September 2021 Richard Huber Laila Stieler
5 Milo – der Geliebte 16. September 2021 Richard Huber Laila Stieler
6 Ick lebe noch 16. September 2021 Richard Huber Laila Stieler

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spiegel-Redakteur Christian Buß befand, dass die Serie „als moderne proletarische Familiengeschichte angelegt“ sei, „der man weitgehend in ihrer unkaputtbaren positiven Grundhaltung folgt, weil der Alltag und die Menschen darin so genau, detailsatt und ambivalent beschrieben werden. Man fühlt sich vom Drehbuch niemals an der Nase herumgeführt [...] Zwischen all den starken Szenen und Sprüchen kommt die Dramaturgie zwar schon mal ins Schlingern, säuft aber niemals ganz ab. Das geht in Ordnung bei einer Serie, in der die Heldin ihr Mobil und ihr Leben am Laufen hält, obwohl der Tank zwischenzeitlich doch längst alle scheint.“[5]

Tilmann P. Gangloff beschrieb die Produktion in seiner Rezension für Tittelbach.tv als „eine Hommage an kleine Leute, die sich nicht unterkriegen lassen, obwohl ihr Dasein derart auf Kante genäht ist, dass schon Unpässlichkeiten genügen, um die Existenz zu gefährden.“ Die Serie orientiere sich am „lakonischen Humor und der großen Wahrhaftigkeit, mit der der Brite Ken Loach seine Geschichten“ erzähle, wobei Regisseur Richard Huber auf einen „betont unaufgeregten Regiestil“ setze. Vor allem jedoch sei Tina mobil „herausragend gut gespielt. Gabriela Maria Schmeide ist unbedingt preiswürdig, aber nicht minder eindrucksvoll ist Runa Greiner als Tinas Tochter, die eine wunderbare Metamorphose erlebt.“[6]

Jan Freitag schrieb in seiner TV-Kritik DWDL.de: „Seit Andreas Dresen sie 2002 in Halbe Treppe zum tragikomischen Shootingstar sozialer Randlagen machte, brilliert Gabriela Maria Schmeide in Dutzenden solcher Plattenbaufilme. Auch hier sorgt sie fast im Alleingang für eine Form fiktionaler Wahrhaftigkeit, die an der Existenz vorgeschriebener Texte zweifeln lässt [...] Das wirkt wie Rainald Grebes Hassliebeshymne aufs strukturschwache Bundesland im Schatten der Hauptstadt mitunter fast dokumentarisch. Zum Glück jedoch wird die Wirklichkeit verspargelter Land- und totsanierter Ortschaften mit genügend künstlerischer Kreativität angereichert, um das Publikum nach Feierabend nicht durch Sorgenfalten in jeder Szene einzuschüchtern.“[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Tina mobil bei crew united, abgerufen am 20. September 2021.
  2. a b Drehschluss für "Tina mobil" (AT) - die neue Miniserie vom rbb. In: Presseportal. 15. Dezember 2020, abgerufen am 20. September 2021.
  3. a b c d e Die Idee zur Serie. In: das Erste. Abgerufen am 20. September 2021.
  4. Die Dreharbeiten. In: das Erste. Abgerufen am 20. September 2021.
  5. Christian Buß: Die heilige Johanna des Niedriglohnsektors. In: Spiegel.de. 16. September 2021, abgerufen am 20. September 2021.
  6. Tilmann P. Gangloff: Gabriela Maria Schmeide, Greiner, Sendel, Stieler, Huber. Aus der Mitte des Lebens. In: Tittelbach.tv. Abgerufen am 20. September 2021.
  7. Jan Freitag: "Tina Mobil": Ohne Geigen, Pathos, Tränen und Klischees. In: DWDL.de. Abgerufen am 22. September 2021.