Trade Republic

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  Trade Republic Bank GmbH
Logo
Staat Deutschland Deutschland
Sitz Berlin
Rechtsform GmbH
Gründung 2015
Website traderepublic.com
GeschäftsdatenVorlage:Infobox Kreditinstitut/Wartung/Daten veraltetVorlage:Infobox Kreditinstitut/Wartung/Jahr fehlt
Mitarbeiter 400[1]
Leitung
Unternehmensleitung
  • Christian Hecker (Gründer)
  • Thomas Pischke (Gründer)
  • Marco Cancellieri (Gründer)
  • Andreas Torner (Geschäftsführer)
  • Gernot Mittendorfer (Geschäftsführer)[2]

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Die Trade Republic Bank GmbH ist ein deutscher Online-Broker, der dem Bereich der Neobroker zuzuordnen ist, mit Sitz in Berlin im Ortsteil Mitte.

Das Unternehmen bietet seinen Kunden als Kreditinstitut die Möglichkeit, über eine Mobile App und seit Oktober 2021 auch über eine browserfähige Webanwendung börsennotierte Wertpapiere und Kryptowährungen zu handeln. Abgewickelt werden die Transaktionen über LS Exchange oder direkt mit den Zertifikateanbietern HSBC Trinkaus, Citibank und Société Générale. Trade Republic erhält eine Rückvergütung dieser Partner für abgewickelte Transaktionen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trade Republic wurde 2015 in München unter dem Namen Neon Trading im Startup-Inkubator der Comdirect Bank gegründet.[3][4] Gründer des Unternehmens sind der Philosoph Christian Hecker, der Physiker Thomas Pischke und der Informatiker Marco Cancellieri.[3][5] Im Jahr 2017 investierte die Düsseldorfer Sino AG in das Start-up-Unternehmen und übernahm die Mehrheit der Firmenanteile. Der Vorstandsvorsitzende von Sino, Ingo Hillen, wurde Geschäftsführer von Trade Republic.[6] Im Dezember 2018 erhielt das Kreditinstitut die Lizenz als Wertpapierhandelsbank.[7] In den Jahren 2019 und 2020 investierten die Risikokapitalgeber Creandum, Project A Ventures, Accel Partners und Founders Fund über 60 Millionen Euro in Trade Republic; Sino veräußerte Anteile und war fortan nicht mehr Mehrheitseigentümer. Im April 2020 löste Andreas Willius, ehemaliger Vorstand der Börse Stuttgart, Hillen als Geschäftsführer ab.[8]

Der Wertpapierhandel per App wurde in Deutschland ab Februar 2019 für einen geschlossenen Nutzerkreis und ab Mai 2019 ohne Nutzerbeschränkung angeboten.[5] Seit November 2020 bietet Trade Republic seine Dienstleistungen auch in Österreich und seit 2021 in Frankreich an.[9][10]

Im Mai 2021 wurde eine weitere Finanzierungsrunde in Höhe von 900 Millionen US-Dollar mit einer Bewertung von 5 Milliarden US-Dollar bekannt.[11]

Januar 2022 wurde öffentlich, dass Trade Republic die beiden Bankmanager Gernot Mittendorfer und Andreas Torner verpflichtete. Sie lösten die Geschäftsführer Andreas Willius und Karsten Müller ab.[12]

Bis August 2022 hatte die Trade Republic Bank GmbH ihren operativen Sitz in Berlin im Ortsteil Prenzlauer Berg und ihren juristischen Sitz in Düsseldorf.

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliger operativer Sitz von Trade Republic in Berlin-Prenzlauer Berg, 2022

Trade Republic wird den Neobrokern zugeordnet. Diese zeichneten sich durch niedrige Gebühren, einfache Bedienung per Smartphone und schnelle Handelsmöglichkeiten aus.[7][13][14][15] Der Redaktion von boerse.ARD.de zufolge bietet „[d]er Neueinsteiger in Sachen Brokerage“ seit Anfang 2019 etwas, „was es auf dem Markt zuvor nicht gab: Provisionsfreien Aktien- und ETF-Handel“.[16] Im Juni 2022 wurde bekannt gegeben, dass Trade Republic 250 Millionen Euro von der Kanadischen Pensionsfond Ontario Teachers und weiteren Bestandsinvestoren erhalte, damit wird das Unternehmen aktuell auf 5 Milliarden Euro bewertet.[17]

Mitarbeiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang Juni 2021 hatte Trade Republic in Berlin und Düsseldorf rund 400 Mitarbeiter und eine Million Kunden.[1]

Kunden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im April 2020 hatte Trade Republic 150.000 Nutzer. Ende 2020 soll das Unternehmen 600.000 Kunden mit einem verwalteten Vermögen von vier Milliarden Euro gehabt haben.

Im Februar 2022 veröffentlichte das Wirtschaftsforschungsinstitut DIW Econ eine Studie über die Nutzer. Trade Republic hatte die Untersuchung in Auftrag gegeben und Geschäftsdaten zur Verfügung gestellt. Die Auswertung ergab, dass rund 70 Prozent der Kunden jünger als 35 Jahre waren. 47 Prozent der Befragten zählten zu den Börsenneulingen. Laut der DIW Econ-Studie investierten mehr als 70 Prozent der Anleger, um einen langfristigen Beitrag zur Altersvorsorge zu leisten. Die wichtigsten Produkte waren Aktien (fast 60 Prozent) und ETF (26 Prozent). Nur zwei Prozent bevorzugten risikoreichere Derivate. Die jährliche Rendite betrug bis zu 11,1 Prozent.[18]

Dienstleistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliger juristischer Sitz von Trade Republic in Düsseldorf, 2022

Trade Republic bietet den Handel von Aktien, börsengehandelten Fonds (ETFs), Derivaten und Kryptowährungen an.[19] Pro Transaktion wird eine Fremdkostenpauschale von einem Euro berechnet. Ein Teil der angebotenen Aktien und ETFs können ohne Kostenaufschlag ab zehn Euro pro Ausführung über Sparpläne gekauft werden.[7][20][21] Depotkosten und eine Mindesteinlage fallen nicht an.[22]

Der Handel von Aktien und börsengehandelten Fonds erfolgt über LS Exchange, dem von Lang & Schwarz betriebenen elektronischen Handelssystem der Börse Hamburg. Diese Kurse sind an die Computerbörse Xetra gebunden.[23] Transaktionen von Derivaten werden außerbörslich von HSBC Trinkaus & Burkhardt, Citibank und Société Générale durchgeführt.[24][25] Es lassen sich aktuell 52 verschiedene Kryptowährungen handeln, wobei das Angebot stetig erweitert wird. Anders als bei anderen Handelsplattformen für Kryptowährungen, kann man sich diese nicht auf ein eigenes Wallet übertragen lassen; stattdessen werden diese bei der Verwahrstelle Bitgo Deutschland gelagert.[26] Die Ein- und Auszahlungen, sowie das Verwahren der Kundengelder, werden von der Solarisbank[23][13], der Deutschen Bank und der Citibank übernommen. Die Wertpapiere werden bei der HSBC gelagert.[27] Trade Republic verdient Geld durch die Rückvergütung dieser Partner für jede abgewickelte Transaktion (Payment for Order Flow).[28]

Seit Oktober 2022 bietet Trade Republic den Handel mit Bruchteilen von Wertpapieren an. Kunden können ab einem Euro einzelne Anteile an Aktien und ETF käuflich erwerben.[29]

Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen des Anstiegs der GameStop-Aktie 2021 verhängte Trade Republic am Nachmittag des 28. Januar 2021 einen Kaufstopp für ausgewählte Aktien, darunter die Aktie von GameStop.[30] Der Broker begründete die Entscheidung mit der „extremen Situation am Markt“ und mit dem Anlegerschutz.[31] Die App war zuvor bereits nicht erreichbar gewesen. Der Handelsplatz LS Exchange sei „in wesentlichen Teilen ausgefallen“, so Trade Republic.[30] LS Exchange entgegnete, dass sich die technischen Störungen nur auf den Limithandel beschränkt hätten.[32][30] Die Handelsbeschränkungen stießen in sozialen Netzwerken auf scharfe Kritik.[31] Dem Unternehmen wurde unter anderem vorgeworfen, Marktmanipulation zu betreiben, um damit Geschäftspartner zu schonen. Der Bundestagsabgeordnete Fabio De Masi (Die Linke) sah „gewichtige Anhaltspunkte für eine solche Marktmanipulation auf Kosten der Kunden“ und forderte eine Untersuchung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht.[33][30] Für Florian Toncar (FDP) war der Kaufstopp bei Trade Republic eine Ungleichbehandlung der Marktteilnehmer, gegen die die Aufsicht einschreiten müsse.[30] Bei der BaFin seien „rund 4000 Beschwerden und Hinweise zu Trade Republic eingegangen“. Sie werde „die technischen Ursachen, Verantwortlichkeiten und darauffolgenden Maßnahmen von Trade Republic und ihrer Kooperationspartner Lang & Schwarz sowie Tradegate weiter aufklären“.[32] Das Unternehmen entschuldigte sich eine Woche nach den Vorfällen bei den Anlegern.[34] Im März 2021 teilte die BaFin nach Untersuchung der Nutzerbeschwerden mit, dass sich für Trade Republic „keine Verdachtsmomente auf Marktmanipulation“ ergeben haben.[35]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Florian Rinke: Wertvollstes Start-up Deutschlands. So viel Rheinland steckt in der Berliner Börsen-App Trade Republic.. In: Rheinische Post. 3. Juni 2021, abgerufen am 3. Juni 2021.
  2. Impressum. In: Trade Republic. Abgerufen am 24. August 2022.
  3. a b Christoph Kluge: Dieses Berliner Start-up will Sparer an die Börse locken. tagesspiegel.de, 29. Juli 2020, abgerufen am 11. Februar 2021.
  4. Caspar Tobias Schlenk: Verpasste Chance – Comdirect hätte in Trade Republic investieren können. financefwd.com, 19. November 2020, abgerufen am 13. Februar 2021.
  5. a b Trade Republic: Investoren setzen Millionen auf den mobilen Broker. wiwo.de, 19. Juli 2019, abgerufen am 11. Februar 2021.
  6. Nach 40-Millionen-Runde: Wer ist der börsennotierte Investor hinter Trade Republic?: Nach 40-Millionen-Runde: Wer ist der börsennotierte Investor hinter Trade Republic? financefwd.com, 20. April 2020, abgerufen am 11. Februar 2021.
  7. a b c Susanne Schier, Andreas Kröner, Carsten Herz: Robinhood, Trade Republic, Scalable: Das hat es mit dem Boom der Neobroker auf sich. handelsblatt.com, 3. Februar 2021, abgerufen am 11. Februar 2021.
  8. sino AG | High End Brokerage: Trade Republic schließt eine €62 Millionen Series B Runde angeführt von Accel und Founders Fund ab. dgap.de, 17. April 2020, abgerufen am 11. Februar 2021.
  9. Beate Lammer: Deutscher Broker startet in Österreich. DiePresse.com, 4. November 2020, abgerufen am 12. Februar 2021.
  10. Fiona Mathewson: Trade Republic startet in Frankreich. businessinsider.de, 7. Januar 2021, abgerufen am 6. März 2021.
  11. Trade Republic sammelt 900 Millionen ein (Bewertung: 5 Milliarden) - Pitch bekommt 85 Millionen (Bewertung: 600 Millionen). In: deutsche-startups.de. 20. Mai 2021, abgerufen am 23. Mai 2021 (deutsch).
  12. Christian Kirchner, Heinz-Roger Dohms: Trade Republic holt Veteranen von Deutsche Bank und Erste Group. In: Finanz-Szene. 18. Januar 2022, abgerufen am 22. Januar 2022.
  13. a b Carsten Herz, Andreas Kröner und Susanne Schier: Trade Republic, Robinhood und Co. Was Anleger über die Smartphone-Broker wissen sollten. tagesspiegel.de, 2. Februar 2021, abgerufen am 12. Februar 2021.
  14. Neo-Broker machen den Zugang zur Börse leicht. Deutschlandfunk Nova, 3. Februar 2021, abgerufen am 13. Februar 2021.
  15. Tristan Schwarz: Neue Broker machen es möglich. Schneller Aktienhandel für Kleinanleger. Deutschlandfunk, 3. Februar 2021, abgerufen am 13. Februar 2021.
  16. Billigbroker schaffen Ordergebühren ab (Memento vom 26. November 2020 im Internet Archive). boerse.ard.de, 3. Dezember 2019, abgerufen am 13. Februar 2021.
  17. Neobroker: Trade Republic sammelt weitere 250 Millionen Euro ein. Abgerufen am 3. Juni 2022.
  18. Antonia Mannweiler: Studie zu Trade Republic. Wer ist die Generation Neobroker? In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 10. Februar 2022, abgerufen am 13. Februar 2022.
  19. Christoph Rottwilm: Trade Republic, Just Trade, Gratisbroker: Investoren können Kosten sparen - manager magazin. In: manager-magazin.de. 18. November 2019, abgerufen am 19. Dezember 2019.
  20. Trade Republic: Aktien-Sparpläne ab sofort kostenfrei. extraetf.com, 2. September 2020, abgerufen am 12. Februar 2021.
  21. Timo Baudzus: Trade Republic ab sofort mit 1500 kostenfreien ETFs für ETF-Sparpläne. extraetf.com, 17. Februar 2021, abgerufen am 22. Februar 2021.
  22. Jana Hemmersmeier: Die jungen Zocker kommen – Boom der App-Broker. Spiegel Online, 16. Oktober 2020, abgerufen am 13. Februar 2021.
  23. a b Niklas Hoyer: So gut ist die Broker-App Trade Republic. wiwo.de, 30. Mai 2019, abgerufen am 12. Februar 2021.
  24. Thomas Hönscheid: Mein Erfahrungsbericht über das Depot von Trade Republic. depot-vergleichen.de, abgerufen am 13. Februar 2021.
  25. Trade Republic Bank GmbH: Trade Republic erweitert Handelsportfolio für erfahrene Anleger mit Derivaten von Citi, Societe Generale und UBS und stellt schnellere Einzahlungsmöglichkeiten zur Verfügung. dgap.de, 22. Juni 2021, abgerufen am 17. Juli 2021.
  26. Kryptowährungen bei Trade Republic im Vergleich. 21. Dezember 2021, abgerufen am 7. April 2022.
  27. Trade Republic im Test. finanzfluss.de, abgerufen am 12. Februar 2021.
  28. Georg Meck: Aktienkäufe zum Nulltarif. faz.net, 20. April 2020, abgerufen am 17. März 2021.
  29. Philipp Frohn: Aktien ab einem Euro: Trade Republic startet Handel mit Aktienbruchteilen. In: Wirtschaftswoche. 5. Oktober 2022, abgerufen am 7. Oktober 2022.
  30. a b c d e Leon Müller: Der No-Broker: Trade Republic und das GameStop-Desaster. deraktionaer.de, 6. Februar 2021, abgerufen am 12. Februar 2021.
  31. a b »Wir wollen unsere Kunden schützen«. Neo-Broker beschränken Handel mit GameStop-Aktien. Spiegel Online, 28. Januar 2021, abgerufen am 12. Februar 2021.
  32. a b Yasmin Osman: Bafin nimmt 4000 Beschwerden gegen Trade Republic unter die Lupe. Handelsblatt.com, 10. Februar 2021, abgerufen am 12. Februar 2021.
  33. Michael Herr: Schnelles Geld an der Börse mit Neobrokern? So sicher ist der Trend. Südwestrundfunk, 12. Februar 2021, abgerufen am 12. Februar 2021.
  34. Nils Wischmeyer: Trade Republic entschuldigt sich bei Anlegern. Süddeutsche.de, 3. Februar 2021, abgerufen am 12. Februar 2021.
  35. Daniel Hüfner: Finanzaufsicht entlastet Trade Republic: „Keine Hinweise auf Manipulation“. businessinsider.de, 13. März 2021, abgerufen am 17. März 2021.