Triestingtal

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Blick in das Triestingtal vom Hafnerberg

Das Triestingtal ist ein vom gleichnamigen Fluss Triesting durchflossenes Tal in Niederösterreich. Es liegt in den Bezirken Lilienfeld und Baden. In der Einteilung der alten vier Viertel Niederösterreichs liegt ein westlicher Teil des Tals noch im Mostviertel, der größere Rest im Osten im Industrieviertel.

Geografie[Bearbeiten]

Der ca. 600m hohe Gerichtsberg bildet den Beginn des Triestingtals im Westen. Von dort verläuft es ca. 29km ostwärts und endet bei Hirtenberg, wo das Wiener Becken und die Thermenlinie beginnen. Die Triesting selbst beginnt etwa bei Kaumberg, durchfließt das ganze Triestingtal bis Hirtenberg, wo sie die Voralpen bzw. den Wiener Wald verlässt und durch das Wiener Becken bis nach Achau fließt und dort in die Schwechat mündet.

Das Tal bildet die Südgrenze des Wienerwaldes. Westlich des Triestingtals schließt das Gölsental an den Gerichtsberg an. Ein erwähnenswerter Berg ist z.B. der Araberg (800m).

Wichtige Gemeinden sind unter anderem Kaumberg, Altenmarkt, Weißenbach, Pottenstein und Berndorf.

Geschichte[Bearbeiten]

Schon im Mittelalter wurde die Wasserkraft der Region in erster Linie von Mühlen und Schmieden genutzt.

Durch den Bau der Leobersdorfer Bahn um 1877 und im Fin de siècle bekam das Tal einen starken Industrialisierungsschub, der mit den Namen Krupp in Berndorf, Wilhelm Prym, Adolph Freiherr von Pittel und Starlinger in Weißenbach, Simon Graf Wimpffen in Neuhaus und mit der von Serafin Keller gegründeten Hirtenberger Patronenfabrik (aus der später auch die Kromag resultierte) in Hirtenberg verbunden bleibt. Mit der Eisenbahn kamen aber auch Sommerfrischegäste, die die landschaftlichen Schönheiten des Triestingtales zu entdecken wussten: Tourismus und Industrie prägten ab dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts das Triestingtal und Künstler wie der Librettist Camillo Walzel, die Architekten Ludwig Baumann und Joseph Urban und die Maler Franz Lefler und Heinrich Lefler verbrachten ihre Zeit gerne im Triestingtal.

Viele Betriebe kamen und gingen − sie prägten auch die Geschichte der Gemeinden Kaumberg, Altenmarkt, Furth, Weissenbach an der Triesting, Pottenstein, Enzesfeld-Lindabrunn, Leobersdorf und Schönau − doch nur wenige schafften den Sprung in die Dienstleistungsgesellschaft.

Freizeit und Tourismus[Bearbeiten]

Die Araburg bei Kaumberg

Sehr bedeutend für die Region ist die bei Kaumberg auf dem Araberg gelegene Burgruine Araburg. Sie ist mit 800m Seehöhe die höchstgelegene Burgruine Niederösterreichs und ein beliebtes Ziel von Einheimischen und Freizeittouristen.

Weiters gibt es zahlreiche Museen für interessierte Besucher. Weiters erwähnenswert ist das Stadttheater Berndorf, wo bei dessen alljährlichen Festspielen, dem Berndorfer Theatersommer, als Intendant der berühmte und beliebte Kabarettist Michael Niavarani von 2011 bis Sommer 2014 wirkte.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Industrie[Bearbeiten]

In Furth im Triestingtal befindet sich die Land Drink Krenn KG, der größte Ciderhersteller in Österreich.

Verkehr[Bearbeiten]

Durch das gesamte Triestingtal führt die B18. Sie beginnt in Traisen, verläuft durch das Gölsen- und Triestingtal, kreuzt bei Leobersdorf die A2 und endet in Günselsdorf, wo sie in die B17 mündet.

Die ÖBB betreiben im Triestingtal heute noch einen Teilabschnitt der alten Leobersdorfer Bahn zwischen Weissenbach an der Triesting und Leobersdorf (bekannt als Triestingtalbahn), jedoch mit der Stilllegung des Leobersdorfer Bahn-Streckenabschnitts HainfeldWeißenbach-Neuhaus im Jahr 2004, ist der Großteil des Triestingtals heute ohne jede Bahnverbindung, einzig und allein angewiesen auf den Straßenverkehr.

Weiters gibt es entlang der Triesting einen Radweg durch das ganze Tal sowie viele Mountainbike-Strecken.

Weblinks[Bearbeiten]