Traisen (Niederösterreich)

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Traisen
Wappen Österreichkarte
Wappen von Traisen
Traisen (Niederösterreich) (Österreich)
Traisen (Niederösterreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Lilienfeld
Kfz-Kennzeichen: LF
Fläche: 6,8 km²
Koordinaten: 48° 3′ N, 15° 37′ OKoordinaten: 48° 2′ 38″ N, 15° 36′ 32″ O
Höhe: 356 m ü. A.
Einwohner: 3.538 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 520 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3160
Vorwahl: 02762
Gemeindekennziffer: 3 14 13
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Mariazeller Straße 78
3160 Traisen
Website: www.traisen.gv.at
Politik
Bürgermeister: Herbert Thumpser (SPÖ)
Gemeinderat: (2015)
(23 Mitglieder)
14
6
2
1
14 
Von 23 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Traisen im Bezirk Lilienfeld
Annaberg Eschenau Hainfeld Hohenberg Kaumberg Kleinzell Lilienfeld Mitterbach am Erlaufsee Ramsau Rohrbach an der Gölsen St. Aegyd am Neuwalde St. Veit an der Gölsen Traisen Türnitz NiederösterreichLage der Gemeinde Traisen (Niederösterreich) im Bezirk Lilienfeld (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Traisen ist eine Marktgemeinde mit 3538 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Bezirk Lilienfeld in Niederösterreich.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige Marktgemeinde verdankt ihren Namen dem durch sie hindurchfließenden Fluss Traisen.

Der Name geht auf das keltische Wort *tragisamā zurück, was so viel bedeutet wie „die sehr schnelle“.[1][2] Der Name ist auf einem römerzeitlichen Stein, der in St. Pölten gefunden wurde, überliefert. [3]

Der Fluss war direkt oder indirekt auch Namensgeber für weitere an ihn angrenzende Orte wie Traismauer und in früherer Zeit ebenfalls für St. Pölten, dessen Name sich mit Treisma ad monasterium Sti Ypoliti im Jahr 976 auf den Fluss beziehen lässt.[3]

Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2009 hatte Traisen 3704 Einwohner. Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 3649 Einwohner. 1991 hatte die Marktgemeinde 3643 Einwohner, 1981 3573 und im Jahr 1971 3541 Einwohner.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traisen liegt im Mostviertel Niederösterreichs an den Ufern des gleichnamigen Stromes Traisen im Traisental. Innerhalb des Gemeindegebietes mündet auch deren einziger großer Nebenfluss die Gölsen in die Traisen. Der Markt umfasst 6,8 Quadratkilometer, etwa ein Drittel dieser Fläche ist bewaldet.

Südlich von Traisen ist die nächste größere Stadt Lilienfeld, im Norden Wilhelmsburg. Im Osten von Traisen befinden sich die beiden großen Gölsentaler Orte St. Veit an der Gölsen sowie Hainfeld.

Das Dorf Traisen Siedlung ist eine Teilgemeinde des Marktes Traisen.

Traisen ist die einzige Katastralgemeinde, daneben gibt es keine weiteren mehr.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Altertum war das Gebiet Teil des keltischen Königreichs Noricum und schließlich Teil der gleichnamigen römischen Provinz.

1926 wurde Traisen zum Markt erhoben.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahlen
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
58,62
(-3,93)
26,10
(+0,40)
11,30
(+4,51)
3,98
(-0,98)
2010

2015


Der Gemeinderat hat 23 Sitze.

Bei der Gemeinderatswahl 2015 erreichte die SPÖ 14, die ÖVP 6, die FPÖ 2 Mandate, Die Grünen erreichten Mandat.

Bürgermeister
  • 1961–1968 Franz Lettner
  • 1968–1993 Erich Kalteis (SPÖ)
  • 1993–1995 Alfred Krickl
  • seit 1995 Herbert Thumpser (SPÖ)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein Wappen, erst 1979 verliehen,[4] ist ein linksgerichteter, silberner Drache auf mittelgrünem Untergrund.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Traisen
  • Werkskapelle Traisen: Die Werkskapelle wurde 1936 vom damaligen Werkssekretär Dr. Heresch und dem Lohnrechnungsprüfer Brenn gegründet. Nach guten Anfangserfolgen kam durch die Kriegsereignisse das Musikgeschehen völlig zum Erliegen. Im Jahre 1942 wurde die Kapelle durch Franz Brenn neu zusammengestellt. Ihm folgten die Kapellmeister Johann Brandstätter, Kurt Neugschwendtner, Ludwig Pfandl, Karl Erdinger, Ernst Böckl, Erwin Hofbauer und ab 1983 Armin Schaffhauser. Zur Zeit besteht das Orchester aus 50 Musikerinnen und Musikern im Alter zwischen zehn und fünfundsiebzig Jahren. Zu den herausragendsten Ereignissen in der Geschichte der Werkskapelle zählen die Ausstattung der Kapelle mit der Bergmannstracht 1971, die Abhaltung der Bezirksmusikfeste 1971, 1986 und 1996 sowie die Konzertreisen nach Prag, Singen, St.Ulrich/Südtirol und Stumm im Zillertal. Zu einer beliebten Einrichtung in der Gemeinde wurde das jährlich stattfindende Barbara-Konzert. Erfolge: 12 ausgezeichnete Erfolge bei den Konzertmusikbewertungen (5-mal Stufe B, 7-mal Stufe C) Ehrenpreise in Bronze, Silber, Gold und Sonderpreis des LH von NÖ. Goldene Dirigentennadel für Kapellmeister Schaffhauser. Seit 1983 wurden bei Marschmusikwertungen nur ausgezeichnete Erfolge (insgesamt 15) mit den Stabführern Erwin Hofbauer, Armin Schaffhauser und Peter Schubert erreicht.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Traisen

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 137, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 14. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 1561. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 43,51 Prozent. Die größten Arbeitgeber der Gemeinde sind: Georg Fischer (Weicheisengießerei), Voest Alpine (Stahlgießerei), Trost (Transport u. Kräne), Janisch (Installateur).

Die medizinische Versorgung in Traisen übernimmt eine Arbeiter-Samariter-Bund-Dienststelle, die Rettungseinsätze, Krankentransporte sowie Behindertentransporte und Ambulanzdienste durchführt.[5] Diese Rettungsstelle besitzt eine eigene Jugendgruppe (Arbeiter-Samariter-Jugend)[6] und feierte im Jahr 2016 das 60-jährige Bestehen im Rahmen einer Jubiläumsfeier.

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Lettner: Heimatbuch der Marktgemeinde Traisen. Marktgemeinde, Traisen 1974, OBV.
  • Karl Walter: Das obere Traisental 1775–2005. Wirtschaftsentwicklung, Wanderungsbewegung und Bevölkerungsentwicklung. Studien und Forschungen aus dem Niederösterreichischen Institut für Landeskunde, Band 52, ZDB-ID 581360-8. Selbstverlag des NÖ Instituts für Landeskunde, St. Pölten 2012, ISBN 978-3-901635-52-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Traisen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bernhard Maier: Kleines Lexikon der Namen und Wörter keltischen Ursprungs. C.H. Beck OHG, München 2003, ISBN 3-406-49470-6, Stichwort Dreisam, S. 49.
  2. Seite der Gemeinde Traisen
  3. a b Spratzern, einst und heute, Kapitel Traisenhochwasser und Regulierungsmaßnahmen
  4. Traisens Drache nun im Marktwappen. Schon mehr als 50 Jahre Marktgemeinde, aber erst jetzt das Marktwappen erhalten. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 18. Dezember 1979, S. 6, Mitte rechts.
  5. Website des Arbeiter-Samariter-Bund Traisen
  6. Website der Arbeiter-Samariter-Jugend Traisen