Furth an der Triesting

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Furth an der Triesting
Wappen von Furth an der Triesting
Furth an der Triesting (Österreich)
Furth an der Triesting
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Baden
Kfz-Kennzeichen: BN
Hauptort: Furth
Fläche: 64,16 km²
Koordinaten: 47° 58′ N, 15° 58′ O47.972815.9733422Koordinaten: 47° 58′ 22″ N, 15° 58′ 24″ O
Höhe: 422 m ü. A.
Einwohner: 828 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 13 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2564
Vorwahl: 0 26 74
Gemeindekennziffer: 3 06 09
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
2564 Furth an der Triesting 2
Website: www.furth-triesting.at
Politik
Bürgermeister: Franz Seewald (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(15 Mitglieder)
7
7
1
Von 15 Sitzen entfallen auf:
Lage der Gemeinde Furth an der Triesting im Bezirk Baden
Alland Altenmarkt an der Triesting Bad Vöslau Baden Berndorf Blumau-Neurißhof Ebreichsdorf Enzesfeld-Lindabrunn Furth an der Triesting Günselsdorf Heiligenkreuz Hernstein Hirtenberg Klausen-Leopoldsdorf Kottingbrunn Leobersdorf Mitterndorf an der Fischa Oberwaltersdorf Pfaffstätten Pottendorf Pottenstein Reisenberg Schönau an der Triesting Seibersdorf Sooß Tattendorf Teesdorf Traiskirchen Trumau Weissenbach an der Triesting NiederösterreichLage der Gemeinde Furth an der Triesting im Bezirk Baden (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Furth an der Triesting ist eine Gemeinde mit 828 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) in Niederösterreich im Bezirk Baden im Triestingtal.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in einem südlichen Seitental des Triestingtals und hat 795 Einwohner auf einer Fläche von 64,25 km². Die Seehöhe des Ortes beträgt 422 m ü. A.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 11 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Aggsbach (7)
  • Dürntal (27)
  • Ebeltal (41)
  • Eberbach (23)
  • Furth (231)
  • Guglhof (6)
  • Hof (19)
  • Maierhof (318)
  • Niemtal (85)
  • Rehgras (2)
  • Steinwandgraben (66)

Die Gemeinde besteht aus der Katastralgemeinde Furth.

Die Gewässer in Furth sind der Furtherbach, der in Weissenbach in die Triesting mündet, und der Klausbach, der im Ortsteil Schromenau in den Furtherbach mündet. Bei der Rotte Hof im äußersten Nordosten des Gemeindegebiets grenzt Furth auch direkt an die Triesting.

In Furth befinden sich die Hauptquellen des 1929 ins Leben gerufenen Wasserleitungsverbandes der Triestingtal- und Südbahngemeinden.[2]

Politik[Bearbeiten]

Der Bürgermeister von Furth an der Triesting ist Franz Seewald.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Der größte Teil der Fläche ist Wald. Die Forstwirtschaft und die Jagd sind dementsprechend wichtig. Furth ist ein Mostdorf mit Mostheurigen und dem Natursaft-Erzeugungsbetrieb Land-Drink Krenn KG.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Volkszählung Einwohner
2011 823
2001 795
1991 745
1981 753
1971 809
1961 820
1951 885
1939 967

Quelle: Bevölkerungsentwicklung der Statistik Austria

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Eingang zur Steinwandklamm

Steinwandklamm[Bearbeiten]

Hauptartikel: Steinwandklamm

1884 wurde die Klamm (Lage47.93055555555615.945600) für Besucher zugänglich gemacht[3] und am 8. Juni selben Jahres, unter Teilnahme von mehr als 600 aus Wien angereisten Teilnehmern[4], eröffnet.[5]

Der Österreichische Touristenklub (Ö.T.K.) Triestingtal legte 1927 einen Klettersteig an. Der Satz „Wir wandern auf Kaisers Spuren“ entstand durch den Umstand, dass Kaiser Franz Joseph der wohl berühmteste Wanderer in der Klamm war. Sie wurde im Ersten und Zweiten Weltkrieg ziemlich zerstört. Heute führen gesicherte Steige und Brücken bis zum Türkenloch; dort sollen sich während der zweiten Türkenbelagerung die Bewohner des Triestingtales versteckt haben, aber nach der Entdeckung durch die Türken durch aufsteigenden Rauch alle getötet worden sein.

Pfarrkirche[Bearbeiten]

Die Pfarrkirche Maria Magdalena befindet sich mitten im Ort und ist teilweise von der ehemaligen Friedhofsmauer umgeben. 1683 wurde sie von den Türken zerstört und von den Minoriten in Pottenstein wieder aufgebaut. 1782 wurde Furth zu einer eigenständigen Pfarre erhoben.

Das Gebäude ist ein niedriger barocker Zentralbau mit einem rechteckigen Langhaus und querovalen Kuppelraum. Der massive Ostturm mit steilem Walmdach stammt aus dem 15. beziehungsweise 16. Jahrhundert. Das Deckengemälde in der Kuppel mit dem Thema „Jesus und die Ehebrecherin“ ist mit Franz Xaver Dobler 1795 signiert.

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Furth an der Triesting

Berge[Bearbeiten]

Das Kieneck ist 1106 m hoch. Der Gipfel liegt auf Further Gebiet fast genau an der Gemeindegrenze zwischen Furth, Muggendorf und Ramsau. Das Hocheck ist 1037 m hoch und mehrere Wanderwege führen zu einer Aussichtswarte, der Meyringer-Warte[6], und zum Hocheck-Schutzhaus.[7] Das Hocheck ist der von Wien aus nächstgelegene Berg über 1.000 Meter. Anfang des 20. Jahrhunderts plante man von Furth aus eine Zahnradbahn, deren Ausführung aber an finanziellen Problemen scheiterte. Heute führt eine Mautstraße auf das Hocheck. Ein weiterer von Furth aus ersteigbarer Berg ist der Gaisstein.

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Franz Hacker

Literatur[Bearbeiten]

  • Ernst Nepomucky, Hans Sachs, Sebastian Schertlin: Erinnerungen an die Türkenschlacht im Triestingtale im Jahre 1532 von Hans Sachs. Verlag des Gymnasialvereines, Berndorf 1932, ONB.
  • Walter Rieck: Kulturgeographie des Triestingtales. Dissertation. Universität Wien, Wien 1960, ONB.
  • Leo Wirtner: Furth an der Triesting. Gemeindeamt, Furth an der Triesting 1978, UBW.
  • Gabriele Handl, Christian Handl: Unser Triestingtal. Band 2: Altenmarkt, Berndorf, Enzesfeld-Lindabrunn, Furth, Hernstein, Hirtenberg, Kaumberg, Leobersdorf, Pottenstein, Weißenbach. Kral, Berndorf 2002, ISBN 3-9501643-2-4.
  • Gerhard Schirmer, Walter Wenzel: Klammen und Schluchten in Niederösterreich. Sektion „Alpine Gesellschaft Kienthaler“ des Österreichischen Touristenklubs, Neunkirchen 2005, ONB.

Historische Landkarten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Furth an der Triesting – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Quellschutzforstbetrieb Harras. Bestes Wasser aus eigenem Wald. In: wlv-voeslau.at, abgerufen am 3. Jänner 2014.
  3. Nachrichten aus dem Bezirke. (…) Steinwand-Klamm. In: Badener Bezirks-Blatt, Nr. 25/1884 (IV. Jahrgang), 25. März 1884, S. 1, unten rechts. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/bbb.
  4. Kleine Chronik. (…) Die Eröffnung der Steinwandklamm. In: Neue Freie Presse, Abendblatt, Nr. 7107/1884, 10. Juni 1884, S. 1, Mitte unten. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/nfp.
  5. Nachrichten aus dem Bezirke. (…) Eröffnung der Steinwand-Klamm. In: Badener Bezirks-Blatt, Nr. 46/1884 (IV. Jahrgang), 7. Juni 1884, S. 5, unten rechts. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/bbb;
    Wien, 9. Juni. (…) Eröffnung der Steinwand-Klamm. In: Local-Anzeiger der „Presse“, Beilage zu Nr. 159/1884 (XXXVII. Jahrgang), 10. Juni 1884, S. 9 (unpaginiert) Mitte. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/apr.
  6. Meyringer-Warte. In: oetk.at, 25. Juni 2006, abgerufen am 3. Jänner 2014.
  7. Zur Geschichte des Hauses siehe:
    –tz.: Aus der Umgebung. (…) Brand. Hocheckfest. In: Badener Bezirks-Blatt, Nr. 28/1881 (I. Jahrgang), 9. Juli 1881, S. 7, Mitte links. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/bbb.
    J. H.: Am Hocheck. In: Badener Zeitung, Nr. 32/1911 (XXXII. Jahrgang), 22. April 1911, S. 3, unten links. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/bzt.
    Lokal-Nachrichten. (…) Am Hocheck. In: Badener Zeitung, Nr. 54/1911 (XXXII. Jahrgang), 8. Juli 1911, S. 5, Mitte links. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/bzt.
    Korrespondenzen. (…) Hocheckzubau. In: Badener Zeitung, Nr. 69/1911 (XXXII. Jahrgang), 30. August 1911, S. 6, unten links. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/bzt.
    Lokal-Nachrichten. (…) Die Eröffnung des Zubaues zum Hocheckhause. In: Badener Zeitung, Nr. 72/1911 (XXXII. Jahrgang), 9. September 1911, S. 5, Mitte rechts. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/bzt.