Hainfeld (Niederösterreich)

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Vollberg ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zum deutschen Ordensgeistlichen siehe Josef Vollberg.
Hainfeld
Wappen von Hainfeld
Hainfeld (Niederösterreich) (Österreich)
Hainfeld (Niederösterreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Lilienfeld
Kfz-Kennzeichen: LF
Fläche: 44,7 km²
Koordinaten: 48° 2′ N, 15° 46′ O48.03333333333315.766666666667439Koordinaten: 48° 2′ 0″ N, 15° 46′ 0″ O
Höhe: 439 m ü. A.
Einwohner: 3.760 (1. Jän. 2015)
Bevölkerungsdichte: 84 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3170
Vorwahl: 02764
Gemeindekennziffer: 3 14 03
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 5
3170 Hainfeld
Website: www.hainfeld.at
Politik
Bürgermeister: Albert Pitterle (SPÖ)
Gemeinderat: (2015)
(23 Mitglieder)
15
6
2
15 
Von 23 Sitzen entfallen auf:
Lage der Stadt Hainfeld im Bezirk Lilienfeld
Annaberg Eschenau Hainfeld Hohenberg Kaumberg Kleinzell Lilienfeld Mitterbach am Erlaufsee Ramsau Rohrbach an der Gölsen St. Aegyd am Neuwalde St. Veit an der Gölsen Traisen Türnitz NiederösterreichLage der Gemeinde Hainfeld (Niederösterreich) im Bezirk Lilienfeld (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Hainfeld ist eine Stadtgemeinde mit 3760 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2015) im Bezirk Lilienfeld in Niederösterreich.

Geografie[Bearbeiten]

Hainfeld im Jahr 2015, im Hintergrund ist der Kirchenberg zu sehen

Hainfeld liegt im Gölsental im Bezirk Lilienfeld in Niederösterreich. Die Fläche der Stadtgemeinde umfasst 44,73 Quadratkilometer. 46,24 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Durch die Hainfelder Straße B 18 besteht eine Straßenverbindung einerseits nach Traisen und von dort weiter in den Bezirkshauptort Lilienfeld und die Landeshauptstadt Sankt Pölten sowie andererseits nach Leobersdorf und ins Wiener Becken. Außerdem liegt der Ort an der Leobersdorfer Bahn, welche dieselben Orte verbindet; derzeit besteht aber kein durchgehender Personenverkehr Richtung Leobersdorf.

Der höchste Berg im Gemeindegebiet wie auch im gesamten Gölsental ist der Kirchenberg mit 924m. An seiner Nordseite befindet sich der Drei-Hütten-Wanderweg, welcher aus den Schutzhütten: Liasenböndlhütte, Hainfelderhütte und Lindensteinhütte besteht.[1]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 13 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[2]):

  • Bernau (173)
  • Gegend Egg (108)
  • Gerichtsberg (83)
  • Gerstbach (50)
  • Gölsen (671)
  • Gstettl (157)
  • Hainfeld (1998)
  • Heugraben (11)
  • Kasberg (59)
  • Kaufmannberg (10)
  • Landstal (29)
  • Ob der Kirche (317)
  • Vollberg (55)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Gegend Eck, Gölsen, Hainfeld, Heugraben, Kasberg, Landsthal, Ob der Kirche, Saugraben und Vollberg.

Geschichte[Bearbeiten]

Hainfeld um 1775 auf einer Karte der Josephinischen Landesaufnahme
Hainfeld in der Franziszeischen Landesaufnahme, zwischen 1806-1869

Markt Hainfeld[Bearbeiten]

Im Altertum war das moderne Stadtgebiet wie auch der Rest des Gölsentals Teil der römischen Provinz Noricum.

Es existiert keine Gründungsurkunde von Hainfeld, jedoch wird der Ort schon um 1280 als forum, also als Markt bezeichnet, was auf eine gewisse Bedeutung und Wichtigkeit hinweist.

Um ca. 1120 wurde die Veste Hainfeld durch Markgraf Ottokar II. von Steier aufgehoben und an ihrer Stelle eine romanische Wehrkirche des hl. Andreas gegründet.

Im Zuge der Gegenreformation war 1616 nach einer Zeit, in der protestantische Pastoren die Kirche von Hainfeld innegehabt hatten, David Gregor Corner (der später 45. Abt von Stift Göttweig, Gregor I. Cornerus) wieder der erste katholische Pfarrer im Ort. Corner blieb jedoch nur ein halbes Jahr, bis er die Leitung der Pfarre an Dr. Georg Hildebrand Thiermayer weitergab.

Vom hohen Mittelalter bis zur Aufhebung der Grundherrschaft im Revolutionsjahr 1848 war Hainfeld immer ein Teil der Herrschaft Kreisbach sowie der Stiftsherrschaft Lilienfeld gewesen. Ein vom Grundherren eingesetzter Marktrichter stand stets an der Spitze der Kommunalverwaltung und der Justiz und war somit ein Vorläufer der späteren Bürgermeister. Von 1848 bis 1850 war Leopold Kowatsch der letzte vom Lilienfelder Abt (Hainfeld war Teil der Stiftsherrschaft Lilienfeld, weshalb der jeweilige Abt auch Grundherr des Ortes war) eingesetzte Marktrichter Hainfelds. Nach Abschaffung der Grundherrschaft wählten ihn die Bürger zum ersten Bürgermeister der Marktgemeinde. Kowatschs Amtszeit als Bürgermeister währte von 1850 bis 1860.

Vom 30. Dezember 1888 bis zum 1. Jänner 1889 fand hier Victor Adlers Hainfelder Parteitag statt, auf dem die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Österreichs gegründet wurde.

Stadterhebung, Zweiter Weltkrieg & Nachkriegszeit[Bearbeiten]

Am 22. April 1928 hatte in Hainfeld eine Festsitzung des Gemeinderates unter dem Vorsitz von Bürgermeister Ferdinand Benischke (1922-1934) stattgefunden, die mit einem einstimmigen Beschluss geendet hatte, ein Ansuchen um eine Erhebung Hainfelds zur Stadtgemeinde an die niederösterreichische Landesregierung zu schicken. In der Landtagsitzung vom 26. September 1928 wurde diesem Antrag zugestimmt und der Markt Hainfeld zur Stadt erhoben.

Die Stadterhebungsfeier selbst fand am 20. und am 21. Oktober 1928 in Hainfeld statt. Das Programm sah für den ersten Tag einen Begrüßungsabend und ein Wiedersehensfest vor, die Hauptfeier war jedoch erst tags darauf mit einem Festgottesdienst, Platzkonzert, Festsitzung, anschließender Zmollhuldigung und Enthüllung des Schubertbrunnens. Den Abschluss bildete ein Festbankett im Gasthaus Riedmüller. Der heimische Heimatkundler Hans Reiß hatte extra zu diesem Anlass die Festschrift "Unser Heimatort Hainfeld im Wandel der Zeiten" auf Bitte der Gemeindeverwaltung herausgebracht.

Um die Zeit der Stadterhebung war von 1911 bis 1921 Dr. Adalbert Fuchs (der später 59. Abt von Stift Göttweig, Adalbert II. Fuchs) als Pfarrer in Hainfeld tätig.

Während der Herrschaft der Nationalsozialisten nach dem Anschluss Österreichs 1938 an das Dritte Reich hatte auch Hainfeld unter deren Terrorherrschaft zu leiden. So z.B. wurde Altbürgermeister Karl Gschaider (1919-1922) ein Opfer des NS-Regimes. Das erste Bombardement erlebte der Ort im Oktober 1944 durch sowjetische Jagdflugzeuge. Ein zweites erfolgte am 8. April 1945. In Folge der Kampfhandlungen kam am 18. April 1945 die 1. SS Panzerdivision nach Hainfeld. Ab da stand die Stadt in permanentem Beschuss von Seiten der Sowjets. Bei ihrem Rückzug ging die SS gemäß Hitlers Nerobefehl mit Flammenwerfern gegen die Gebäude vor um so viel wie möglich von der Infrastruktur zu zerstören, nichts sollte dem sowjetischen Feind in die Hände fallen, was dieser noch gebrauchen konnte.

Damit war Hainfeld nach Ende des Zweiten Weltkriegs als bedeutender Industrieort für die Rüstung (unter anderem mit der Schmid Schraubenfabrik) die am zweitmeisten zerstörte Stadt Österreichs direkt hinter Wiener Neustadt.

Nach dem Krieg zählte Hainfeld zur sowjetischen Besatzungszone. Erster Bürgermeister der Nachkriegszeit wurde von 1945 bis 1962 Ferdinand Benischke, der bereits elf Jahre zuvor schon von 1922 bis 1934 Bürgermeister des Ortes gewesen war.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Politik[Bearbeiten]

Gemeinderatswahlen
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
65,36 %
(+5,11 %p)
26,36 %
(-5,91 %p)
8,28 %
(+0,81 %p)
2010

2015

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Der Gemeinderat hat 23 Sitze, Bürgermeister der Stadtgemeinde ist Albert Pitterle, Amtsleiter Ing. Oliver Speck.

Bei der Gemeinderatswahl 2015 erreichte die SPÖ 15 und die Liste ÖVP 6 und die FPÖ 2 Mandate.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit 1974 besteht eine offizielle Partnerschaft mit der Gemeinde Issenheim im französischen Elsass.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Nepomukstatue 2015

Museen[Bearbeiten]

Bierkrug im Museum
  • Bierkrugmuseum, Einziges österreichisches Museum für historische Bierkrüge. Die private Sammlung umfasst Bierkrüge aus der Zeit von 1500 bis 1950.
  • Hainfeldmuseum - das hiesige Stadtmuseum, Geschichte lebendig erzählt. Das am 24. Oktober 2014 eröffnete, von der Historikerin Margarete Kowall geplante und kuratierte Museum widmet sich in seinem ersten Raum der Geschichte der und dem Leben in der Stadt Hainfeld. Ein weiterer Raum ist dem sog. "Hainfelder Einigungsparteitag" der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreichs (SDAP), der Vorläuferin der Sozialdemokratischen Partei Österreichs(SPÖ) gewidmet. Ein dritter Raum dient Sonderausstellungen, beginnend zum Ersten Weltkrieg.

Bauwerke[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Hainfeld

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 183, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 100. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 1617. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 44,72 Prozent.

Einer der größten Arbeitgeber der Stadt ist mit etwa 200 Beschäftigten die Schmid Schrauben, die einzige Schraubenfabrik Österreichs. Ebenfalls langjährige Unternehmen sind in der Stadt das Transportunternehmen Hans Zöchling mit etwa 250 Beschäftigten, die Baufirma Josef Lux und Sohn mit rund 120 Mitarbeitern, die Privatbrauerei Hainfelder Bier sowie die Metagro Edelstahltechnik. Die Fa. Grundmann, ein Ableger des größten Schließwarenherstellers der Donaumonarchie in Herzogenburg, der damaligen Carl Heinrich Grundmann-Werke, stellt seit 1894 Schlösser und Beschläge sowie mechatronische Schließsysteme her.

Freizeiteinrichtungen[Bearbeiten]

  • Im Gemeindegebiet von Hainfeld besteht der Schilift Dallinger östlich des Ortes in Richtung Gerichtsberg (Katastralgemeinde Gegend Egg). Auch der höher gelegene Gaisberglift einige Kilometer südlich der Stadt ist rasch erreichbar; er gehört bereits zum Gebiet der Nachbargemeinde Ramsau.
  • Auf dem Vollberg nördlich der Stadt wurde ein Waldlehrpfad angelegt.
  • Der Hainfelder Kirchenberg im Südwesten ist ein beliebtes Ziel für Wanderungen mit mehreren markierten Anstiegen und drei Schutzhütten. Der Berg eignet sich im Winter auch für Schneeschuhwanderungen sowie für einfache Schitouren.
  • Das Stadtbad Hainfeld besteht bereits seit 1878 und wurde 1986/87 sowie 1996/97 gründlich saniert und erneuert. Es ist von Mai bis Ende August geöffnet.
  • Das Sportzentrum Voralpen wurde 1976 eröffnet und bietet Anlagen für Fußball, Leichtathletik, Stockschießen und Tennis sowie eine Sauna und einen Fun-Park.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Heinrich Zmoll, Bürgermeister 1879-1905 (seit 1888)
  • Moritz Leister, Pfarrer 1881-1907 (seit 1906)
  • Franz Winkler, Medizinalrat und Bahnarzt (seit 1909)
  • Eduard Eichler, Bürgermeister 1905–1919 (seit 1919)
  • Fritz Horny, Radioindustrieller (seit ?)
  • Ferdinand Benischke, Bürgermeister von 1922–1934 und 1945–1962 (seit 1957)
  • Anton Durst sen., verdienter Funktionär des Roten Kreuzes (seit 1967)
  • Josef Schadinger, Bürgermeister 1962–1967 (seit 1967)
  • Otto Kurz, Eigentümervertreter der Firma Erich Schmid KG (seit 1977)
  • Walter Lederhilger, Bürgermeister 1967–1981 (seit 1981)
  • Franz Wallner, Gemeinderat ab 1955, Stadtrat, Vizebürgermeister, Bezirksstellenleiter des Roten Kreuzes (seit 1990)
  • Paulus Müllner, Pfarrer 1992-2012 (seit 2012)

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Sonstige[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Josef Greimel: Hainfelder Heimatkunde, 1. Heft, 1924
  • Hans Reiß: Unser Heimatort Hainfeld im Wandel der Zeit, 1928
  • Karl Jägersberger: Werden und Wachsen der Stadt Hainfeld, 2004

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hainfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Details auf der Homepage der Stadtgemeinde
  2. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011