Mittlerer Klee

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Mittlerer Klee

Mittlerer Klee (Trifolium medium)

Systematik
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Gattung: Klee (Trifolium)
Sektion: Trifolium sect. Trifolium
Art: Mittlerer Klee
Wissenschaftlicher Name
Trifolium medium
L.

Der Mittlere Klee[1] (Trifolium medium), auch Zickzack-Klee[2] genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Klee (Trifolium) in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae).[3]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nebenblätter und typisches Zickzack-Muster der Sprossachse
Blütenstand bei dem die vorderen Blüten entfernt wurden, damit die Blütenstandsrhachis und die zygomorphen Blüten im Detail erkennbar sind
Zygomorphe Blüten im Detail, erkennbar sind Blütenkelch und -krone
Bestäubung durch eine Dunkle Erdhummel (Bombus terrestris)
Illustration aus Svensk Botanik, 1812

Trifolium medium ist sehr variabel in Mittel- und Südeuropa und deshalb wurden mehrere Subtaxa beschrieben, die allerdings nicht von allen Autoren akzeptiert sind.

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Mittlere Klee ist eine sommergrüne, ausdauernde, krautige Pflanze,[2] die Wuchshöhen von meist 30 bis 45 (10 bs 65) Zentimetern erreicht.[1][4] Der aufsteigende Stängel ist meist hin- und hergebogen, aber mit geraden Internodien („Zickzack-Klee“) und oft verzweigt.[1] Der oft rötlich überlaufene oder gestrichelte[5] Stängel ist fast kahl bis zerstreut angedrückt behaart,[1] selten sind im oberen Bereich ausgebreitete Trichome vorhanden.[4] Der Mittlere Klee besitzt eine lange Pfahlwurzel, Rhizom und weitkriechende Ausläufer.[4][5][6]

Die wechselständig am Stängel angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Der Blattstiel ist meist länger als die Nebenblätter.[4] Die Blattspreite ist dreiteilig handförmig gefingert. Die Blättchen sind bei einer Länge von 1,5 bis 5 Zentimetern[5] oder 2 bis 6 Zentimetern[4] sowie einer Breite von 0,9 bis 2 (0,5 bis 3,5) Zentimetern länglich-elliptisch bis eiförmig, verkehrt-eiförmig oder elliptisch oder eilanzettlich.[1][4][5] Die weitgehend ganzrandigen[4] Blättchen besitzen oft eine hellere oder rotbraune Querbinde.[5] Die beiden krautigen, lanzettlichen, verschmälerten und am oberen Bereich bewimperten Nebenblätter sind meist auf weniger als der Hälfte ihrer Länge mit dem Blattstiel verwachsen, der freie Teil in eine lange Spitze ausgezogen.[1][4]

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blütezeit liegt vorwiegend in den Monaten Juni bis Juli,[2] oder seltener August, oder reicht in der Schweiz von Mai bis Juli[1].[6] Der Blütenstand ist anfangs fast sitzend, später ist ein ±kurzer Blütenstandsschaft erkennbar.[1][4][5] In der Regel besitzt ein Pflanzenexemplar nur einen einzelnen, bei einer Länge von etwa 3 Zentimetern sowie einem Durchmesser von meist 2 bis 3 Zentimetern kugel- bis eiförmigen, köpfchenförmigen Blütenstand,[1] der am Grunde normalerweise keine Hochblätter hat.[4][5]

Die zwittrige[2] Blüte ist zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind verwachsen. Der selten im oberen Bereich mit ausgebreiteten Trichomen behaarte, verkahlende und meist auch außen kahle, grünlich-weiße Kelch ist meist zehnnervig[1] (selten zwanzignervig) und durch einen zweilippigen, behaarten Ringwulst fast geschlossen.[4][5] Die fünf fadenförmigen Kelchzähne sind mehr oder weniger dicht bewimpert und ungleich lang.[5] Die meist 15 bis 18 (12 bis 20) Millimeter lange Krone ist hell-purpurrot, sehr selten auch weiß und besitzt die typische Form einer Schmetterlingsblüte.[4][5] Kronblätter und Staubblätter sind zu einer 8 bis 9 Millimeter langen Röhre verwachsen.[5]

Die Hülsenfrucht ist rundlich-eiförmig und springt in Fruchtklappen längs auf.[4][5] Die Samen sind hellbraun und dreikantig.[5]

Chromosomensatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Chromosomenzahl beträgt x = 7; und die Chromosomenzahlen betragen 2n = etwa 70, 78 bis 80, 82, 84, 98 oder 126.[1][4][6][7][8]

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Mittleren Klee handelt es sich um einen mesomorphen Hemikryptophyten.[2][6] Es kann auch vegetative Vermehrung erfolgen.[6]

Männliche und weibliche Blütenorgane sind gleichzeitig fertil. Der Mittlere Klee ist xenogam: es erfolgte obligate Fremdbefruchtung Es liegt gametophytische Selbst-Inkompatibilität, dabei keimen alle Pollen auf der Narbe, aber das Pollenschlauchwachstum stoppt aber im Griffel, wenn das im haploiden Pollen exprimierte Allel einem der Allele im Griffel gleicht, Selbstbefruchtung und Samenansatz wird durch diesen genetisch festgelegte Mechanismus verhindert.[2][6]

Blütenökologisch handelt es sich um Schmetterlingsblumen vom Fabaceentyp mit Klappeinrichtung. Die Bestäubung erfolgt meist durch Insekten. Als Belohnung für die Bestäuber ist Nektar vorhanden. Bestäuber sind Hymenopteren.[2][6]

Die Diaspore ist die Hülsenfrucht mit einem Anhängsel.[6] Es erfolgt Ausbreitung der Diasporen auf der Oberfläche von Tieren (Epichorie) oder durch den Wind (Anemochorie).[2]

Verwechslungsmöglichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwechslungsmöglichkeiten bestehen insbesondere mit dem Wiesen-Klee (Trifolium pratense).

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trifolium medium kommt in weiten Teilen Europas vor und östlich reicht sein Verbreitungsgebiet von Vorderasien über Kaukasien bis zum westlichen Sibirien. Es gibt Fundortangaben für Deutschland, Österreich, Liechtenstein, die Schweiz, Italien, Monaco, Korsika, Frankreich, Andorra, Gibraltar, Spanien, Portugal, Polen, die ehemalige Tschechoslowakei, das ehemalige Jugoslawien, Albanien, Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Ungarn, die Niederlande, Belgien, Luxemburg, Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland, Estland, Litauen, Lettland, das Vereinigte Königreich, Irland, den europäischen Teil Russlands, Belarus, Moldawien, die Ukraine, die Krim, die Türkei, den nördlichen Iran, Ciskaukasien, Armenien, Aserbaidschan, Georgien westlichen Sibirien und vielleicht Ägypten.[3][9]

Der Mittlere Klee ist sowohl in Deutschland, Österreich als auch der Schweiz allgemein verbreitet und meist häufig zu finden; nur in Nordwestdeutschland fehlt er streckenweise.

Trifolium medium wächst in Mitteleuropa in Halbtrockenrasen und Trockenbuschgesellschaften. Er gedeiht am besten warmen, nährstoffreichen, kalkhaltigen und lehmigen Böden. Er ist eine Charakterart des Verbands Trifolion-medii-, kommt aber auch in Pflanzengesellschaften der Ordnung Prunetalia oder des Verbands Potentillo-Quercion petraeae vor.[7] Der Mittlere Klee gedeiht in der Schweiz in lichte Wälders, Gebüschen und an Wegränder in der kollin-montanen bis -subalpinen Höhenstufe. In den Allgäuer Alpen steigt er am Südwestgrat des Heiterbergs in Vorarlberg bis in eine Höhenlage von 2100 Metern auf.[10]

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2+ (frisch), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).[1]

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung von Trifolium medium erfolgte 1759 durch Carl von Linné in Amoenitates Academicae, 4. Auflage, S. 105.[3][11][9][12][13] Das Artepitheton medium bedeutet „der Mittlere“. Homonyme sind Trifolium medium Griseb. und Trifolium medium L. nom. nud. veröffentlicht in Flora Suecica, Editio Secunda Aucta et Emendata, 558.[13] Ein Synonym für Trifolium medium L. ist Trifolium flexuosum Jacq.[9][12][13]

Die Art Trifolium medium gehört zur Untersektion Intermedia der Sektion Trifolium innerhalb der Gattung Trifolium.

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trifolium medium wird in einigen Teilen der Welt angebaut, beispielsweise in den chinesischen Provinzen Hebei sowie Shaanxi.[11]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Hrsg.: Bundesamt für Naturschutz (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2000, ISBN 3-8001-3364-4.
  • Wolfgang Adler, Karl Oswald, Raimund Fischer: Exkursionsflora von Österreich. Hrsg.: Manfred A. Fischer. Eugen Ulmer, Stuttgart/Wien 1994, ISBN 3-8001-3461-6.
  • Christian Heitz: Schul- und Exkursionsflora für die Schweiz. Mit Berücksichtigung der Grenzgebiete. Bestimmungsbuch für die wildwachsenden Gefässpflanzen. Begründet von August Binz. 18. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Schwabe & Co., Basel 1986, ISBN 3-7965-0832-4.
  • Konrad von Weihe (Hrsg.): Illustrierte Flora. Deutschland und angrenzende Gebiete. Gefäßkryptogamen und Blütenpflanzen. Begründet von August Garcke. 23. Auflage. Paul Parey, Berlin/Hamburg 1972, ISBN 3-489-68034-0.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k l Trifolium medium L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am 4. August 2022.
  2. a b c d e f g h Trifolium medium L., Zickzack-Klee. FloraWeb.de
  3. a b c Trifolium medium im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 5. August 2022.
  4. a b c d e f g h i j k l m n Vernon Hilton Heywood, P. W. Ball: Leguminosae. 57 Trifolium. In: Thomas Gaskell Tutin, Vernon Hilton Heywood, N. A. Burges, D. M. Moore, D. H. Valentine, S. M. Walters, D. A. Webb (Hrsg.): Flora Europaea, Volume 2: Rosaceae to Umbelliferae. Cambridge University Press, 1968, ISBN 0-521-06662-X. eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  5. a b c d e f g h i j k l m Gustav Hegi, Helmut Gams: Familie Leguminosae. S. 1342–1344. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, Band IV, Teil 3, Verlag Carl Hanser, München 1964.
  6. a b c d e f g h Mittlerer Klee. In: BiolFlor, der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland.
  7. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 596.
  8. Trifolium medium bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. Louis.
  9. a b c ILDIS World Database of Legumes 2010. In: Datenblatt Trifolium medium bei Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.
  10. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 134.
  11. a b Zhi Wei, Michael A. Vincent: Trifolieae. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 10: Fabaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2010, ISBN 978-1-930723-91-7. Trifolium medium Linnaeus. S. 551 - textgleich online wie gedrucktes Werk.
  12. a b Trifolium medium Datenblatt bei World Database of LegumesInternational Legume Database Information Service = ILDIS, Version 10.38 vom 20. Juli 2010.
  13. a b c Trifolium medium bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis, abgerufen am 5. August 2022

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Mittlerer Klee (Trifolium medium) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Weiterführende Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Joanna Kolodziejczyk-Czepas: Trifolium species – the latest findings on chemical profile, ethnomedicinal use and pharmacological properties. In: Journal of Pharmacy and Pharmacology Volume 68, Issue 7, 2016, S. 845–861. doi:10.1111/jphp.12568
  • Bronislava Butkutė, Nijolė Lemežienė, Audrius Padarauskas, Eglė Norkevičienė, Lukas Taujenis: Chemical Composition of Zigzag Clover (Trifolium medium L.). In: Breeding Grasses and Protein Crops in the Era of Genomics, 2018, ISBN 978-3-319-89577-2, S. 83–87. doi:10.1007/978-3-319-89578-9_15