Ulf Bästlein

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Ulf Bästlein

Ulf Bästlein (* 1959 in Flensburg, Schleswig-Holstein) ist ein deutscher Sänger (Bassbariton)[1] und promovierter Philologe (Germanist und Altphilologe). Bästlein hat eine Professur für Gesang an der Kunstuniversität Graz (Österreich).[2]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ulf Bästlein studierte neben Gesang auch Latein, Griechisch, Deutsch, Italienisch, Philosophie und Kunstgeschichte. 1989 promovierte er als Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes zum Dr. phil. Seine Dissertation befasst sich mit dem Verhältnis von Ton und Wort („Notation mündlich vorgetragener Texte“)[3]. 1983 begann der Bariton sein Gesangsstudium bei Albrecht Meyerolbersleben an der Hochschule für Musik Freiburg[4]. Er besuchte Meisterkurse bei Elisabeth Schwarzkopf, Dietrich Fischer-Dieskau, Leonore Kirschstein, Hans Hotter und Aldo Baldin.

Lehre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1995 bis 2000 lehrte Ulf Bästlein als Gastprofessor an der Folkwang Universität der Künste in Essen. 1999 wurde der Bass-Bariton zum Professor auf Lebenszeit (h. c.) an die Musikhochschule Lübeck berufen, 2000 außerdem an die Universität für Musik und Darstellende Kunst Graz. In 2000 gründete er in Zusammenarbeit mit dem Pianisten Charles Spencer in Husum ein Liedfestival, das sich der Nachwuchsförderung (Meisterkurs und Wettbewerb) widmet und Konzerte veranstaltet[5]. Seit 2011 leitet der Sänger die Austrian Chinese Music University[6] und unterrichtet regelmäßig in Peking und Shanghai.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1990: Lieder nach Gedichten von Heinrich Heine (Schubert, Mendelssohn Bartholdy, Schumann, Heller u. a.), Klavier: Stefan Laux, audite 97.423
  • 1994: Rimbaud-Lieder (Krása), Ensemble Aventure, Ars Musici AM 1104-2
  • 1994: Fauré-Requiem und Missa sacra (Schumann), Dirigent: Winfried Toll, Camerata und Camerata Vocale Freiburg, Ars Musici AM 232177
  • 1995: Winterreise, Liederzyklus von Franz Schubert, Klavier: Stefan Laux, Ars Musici AM 1126-2
  • 1996: Sollst sanft in meinen Armen schlafen Lieder zu den Themen ‚Nacht’ und ‚Tod’ (Schubert), Klavier: Stefan Laux, Ars Musici: AM 1157-2
  • 1998: Trunken müssen wir alle sein: Weinlieder aus drei Jahrhunderten (Meyerbeer, Schubert, Schumann, Wolf, Lortzing, Liszt, Chopin, Schoeck, Eisler u. a.), Klavier: Stefan Laux, Ars Musici: AM 1237-2
  • 1998: Il Gedeone (Nicola Porpora), Dirigent: Martin Haselböck, Wiener Akademie, Musica Imperialis, Partie des Ioas, cpo 999 615-2
  • 1999: Goethe Lieder (Schubert) Klavier: Stefan Laux, Deutsche-Schubert-Lied-Edition 3, Naxos 8.554665
  • 1999: Neunte Symphonie (Beethoven), Dirigent: Jos van Immerseel, Anima Aeterna Symphonieorchester und Chor, Sony Classical, SK 61800 0618002003
  • 2000: Die schöne Magelone (Brahms), Klavier: Dietmar Löffler, Erzählung: Barbara Auer, cordaria, CACD 558
  • 2001: Joseph I., Ferdinand III., Leopold I.: Sacred Works, Dirigent: Martin Haselböck, Wiener Akademie, Musica Imperialis, Bass-Partien, cpo 999 681-2
  • 2002: Aci e Galatea (Johann Gottlieb Naumann), Dirigent: Frieder Bernius, Barockorchester Stuttgart, Kammerchor Stuttgart, Partie des Orgonte, Orfeo C 222 022 H
  • 2004: Lieder nach Gedichten von Theodor Storm (Reutter, Brahms, Berg, Schoeck, Schreker, Marx, Détlefsen u. a.), Klavier: Charles Spencer, Dabringhaus und Grimm, MDG 603 1234-2
  • 2004: Dichterliebe und Kerner-Lieder (Schumann), Klavier: Stefan Laux, Hänssler Classic, CD 98.452
  • 2006: Die Zauberflöte (Mozart), Dirigent: György Györiványi Ráth, Hungarian State Opera Orchestra, Partie des Sprechers, Vox Artis VA 006
  • 2006: Leiden und Tod unseres Herrn und Heilands Jesus Christus: Eine Passion: 2003, (Michael Radulescu): Dirigent: Michael Radulescu, Domkantorei und Domorchester Graz, Christusworte, Ersteinspielung[7]
  • 2006: Hausschatz deutscher Dichtung: Gedichte und Balladen mit Musik aus zwei Jahrhunderten, Sprecher: F. Arnold, C. Brückner, M. Carrière, U. Matthes, C. Rode, J. Sachau, A. Thalbach, D. Wolters, Lieder (F. Schubert und R. Schumann) gesungen von U. Bästlein, Th. Bauer, S. Bluth, H. Hagegård, W. Holzmair, L. Russel, T. Takács, AUDIOBUCH Verlag Freiburg i Br., Katalog.-Nr.: ISBN 978-3-89964-214-8 ISBN 3-89964-214-7, Best.-Nr. 64214
  • 2007: Markus-Passion (C. Ph. E. Bach), Dirigent: Joshard Daus, Mendelssohn Symphonia, EuropaChorAkademie, Christusworte, Ersteinspielung, Capriccio 60 132 WG: 31 4006408601326
  • 2008: Friedhelm Döhl Edition (Vol. XI): Kammermusik – Lyrik: u. a. mit Christiane Edinger (Violine), James Tocco (Klavier), Friedhelm Döhl (Klavier): Celan-Lieder, Ersteinspielung, Dreyer – Gaido, CD 21046
  • 2009: Die Innere Welt: Lieder von Anselm Hüttenbrenner (Ersteinspielung), Klavier: Charles Spencer, Gramola 98815
  • 2010: König Salomon (Ludwig Meinardus): Dirigent: Henning Münther, Buxtehude-Chor und Peter-Pauls-Kantorei, Sinfonietta Lübeck, euthentic media
  • 2014: Und nie vernahm ich noch ein schöneres Lied von Glück und Sieg, Klavier: Sascha El Mouissi: Lieder nach Gedichten von Friedrich Hebbel: Pfitzner, Braunfels, Schoeck, Cornelius, Draeseke, Schillings, Schumann, Brahms, Kirchner, Liszt, Courvoisier, Matthiesen, Berg, Wolf, Gramola 98999
  • 2016: Seid menschlich, froh und gut: Lieder nach Lyrik von Johann Heinrich Voß, Klavier: Sascha El Mouissi: C. Ph. E. Bach, Schulz, Reichardt, Zelter, Kunzen, Nägeli, Sterkel, Zumsteeg, Schubert, Mendelssohn, Hensel, Weber, Brahms, Gramola 99118
  • 2017: Wie tut mir so wohl der selige Frieden!: Lieder nach Lyrik von Karl Gottfried von Leitner: und rezitierte Gedichte, Klavier: Sascha El Mouissi: F. Schubert, A. Hüttenbrenner, S. Thalberg, F. Lachner, A. Stadler, R. Fuchs, Gramola 99068
  • 2017: Ich blick in mein Herz und ich blick’ in die Welt: Lieder nach Lyrik von Emanuel Geibel, Klavier: Sascha El Mouissi: Mendelssohn Bartholdy, Robert Schumann, Lachner, Jensen, Alexander Fesca, Randhartinger, Clara Schumann, Grünfeld, Wolf, Grieg, Brahms, Herrmann, Bruckner, Brüll, Lyra, Franz, Reger, Plüddemann, Gramola 99136

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ulf Bästlein: Gliederungsinitialen in frühmittelalterlichen Epenhandschriften, Studie zur Problematik ihres Auftretens, ihrer Entwicklung und Funktion in lateinischen und volkssprachlichen Texten der Karolinger- und Ottonenzeit. Peter Lang GmbH, Internationaler Verlag der Wissenschaften, 1992, ISBN 978-3-631-42400-1, S. 273.
  • Wieviel Wissenschaft bekommt der Kunst? - Symposium der ARGE „Wissenschaft und Kunst“ der Österreichischen Forschungsgemeinschaft, 4. – 5.11.2011, Akademie der Bildenden Künste Wien, Tagungsbeitrag: Erfahrungen mit dem künstlerischen Doktoratsstudium an der KUG, Online-Publikation[8]
  • Ulf Bästlein, Valentin Gloor: Singen. In: Künstlerische Forschung, Ein Handbuch: Materialien zur aktuellen Debatte um Künstlerische Forschung. Diaphanes Verlag, Zürich 2015.
  • Ulf Bästlein: Was soll das sein? – Verdammtes Schrein! (Betrachtungen zur Frage: Ist „Wagnergesang“ lehr- oder lernbar?). In: Finger weg von Wagner! - Richard Wagner und der Sängernachwuchs: Über die Physiologie der Wagnerstimme, das historische Instrumentarium Wagners, die Entwicklung des Wagnergesangs. Schott-Campus, Mainz 2018.
  • Ulf Bästlein: „Es ist nichts geringes, durch eine sehr einfache und kurze Melodie, den geradesten Weg nach dem Herzen zu finden“: Musikalische Lyrik als Aufklärung. In: Festschrift Peter Revers Zum 65. Geburtstag. Hollitzer Verlag, Wien 2019, S. 225 ff.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Festival der Liedkunst: Meisterkurse und Konzerte : Liedkunst auf höchstem Niveau – und das Publikum spielt am Ende sogar die Jury. In: shz.de. Abgerufen am 14. Oktober 2020.
  2. Personendetailseite Studien. In: www.kug.ac.at. Universität für Musik und darstellende Kunst Graz, abgerufen am 14. Oktober 2020.
  3. https://www.tt.com/artikel/9677534/dichten-ist-nicht-unklares-denken
  4. Karl-Josef Kutsch, Leo Riemens: Großes Sängerlexikon. 4. Auflage. Band 1. K.G. Saur Verlag GmbH, München 2003, ISBN 3-598-11598-9, S. 203.
  5. https://www.nordfriesland.de/Kultur-Bildung/Kulturarbeit-des-Kreises/Schloss-vor-Husum/Meisterkurs-Liedkunst-
  6. https://2561ddfb-aef8-4c93-a3b5-104132bcbd9f.filesusr.com/ugd/f39938_c7f813fb96a840998b6ea9abe7d7fcf1.pdf
  7. Diskographie – Die Grazer Dommusik. Abgerufen am 14. Oktober 2020.
  8. http://www.oefg.at/legacy/text/arge_wissenschaftkunst/wissenschaft_kunst/Beitrag_Baestlein.pdf