Universiade

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Die Universiade – auch Weltsportspiele der Studenten – ist eine internationale Multisportveranstaltung, die seit 1959 in zweijährlichem Rhythmus stattfindet und von der Fédération Internationale du Sport Universitaire (FISU) organisiert wird. Im Wechsel mit den sportartspezifischen Studierenden-Weltmeisterschaften in geraden Jahren werden die Universiaden in ungeraden Jahren durchgeführt. Das Wort Universiade ist eine Zusammensetzung (Kofferwort) aus Universität und Olympiade.

Die Universiade wird, ähnlich wie die Olympischen Spiele, im Winter und im Sommer ausgetragen. Mit rund 13.000 Teilnehmern aus 141 Nationen (Stand: 2017) ist die Sommer-Universiade die zweitgrößte Multisportveranstaltung der Welt nach den Olympischen Sommerspielen.

Sportarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vertretene Sportarten bei der Sommer-Universiade sind: Leichtathletik, Basketball, Fechten, Fußball, Gerätturnen, Rhythmische Sportgymnastik, Schwimmen, Wasserspringen, Wasserball, Tennis, Tischtennis, Judo, und Volleyball. Zur Sommer-Universiade 2017 wird die Liste der obligatorischen Sportarten um Taekwondo und 2019 um Bogenschießen erweitert. Zu diesen obligatorischen Sportarten kann der jeweilige Ausrichter optional drei weitere Sportarten aus dem FISU-Sportarten-Kanon aufnehmen.[1]

Zum festen Programm der Winter-Universiaden gehören folgende acht Sportarten: Ski Alpin, Ski Nordisch (Langlauf, Skispringen, Nordische Kombination), Eiskunstlauf, Eishockey, Shorttrack, Biathlon, Snowboard und Curling. Bei den Winter-Universiaden kann der Ausrichter zusätzlich bis zu drei optionale Sportarten wählen.

Austragungsorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Sommer-Universiade wurde von der FISU 1959 in Turin (Italien) und die erste Winter-Universiade 1960 in Chamonix (Frankreich) veranstaltet. Davor waren es lediglich „Weltwinter- bzw. Weltsommerspiele der Studierenden“. Die zuletzt ausgetragene Sommer-Universiade 2017 in Taipeh (Taiwan) war also die 29. Sommer-Universiade und die Winter-Universiade 2017 in Almaty (Kasachstan) die 28. Winter-Universiade.

In Duisburg, als bisher einzige deutsche Stadt, fand 1989 eine Sommer-Universiade statt. In Österreich fanden sowohl 1968 als 2005 in Innsbruck die Winter-Universiaden statt, wobei 2005 auch Seefeld als gemeinsamer Austragungsort mit Innsbruck auftrat.

Brasilia zog sich von der für 2019 geplanten Ausrichtung zurück, da die finanzielle Situation zu riskant sei.[2] Am 5. März 2016 vergab die FISU die Ausrichtung an Neapel und die Region Kampanien.[3]

Duisburg 1989
Duisburg 1989
Duisburg 1989
Duisburg 1989
Jahr Sommer-Universiade Winter-Universiade
1959 01 ItalienItalien Turin
1960 01 FrankreichFrankreich Chamonix
1961 02 Bulgarien 1948Bulgarien Sofia
1962 02 SchweizSchweiz Villars
1963 03 Brasilien 1960Brasilien Porto Alegre
1964 03 TschechoslowakeiTschechoslowakei Špindlerův Mlýn
1965 04 Ungarn 1957Ungarn Budapest
1966 04 ItalienItalien Sestriere
1967 05 JapanJapan Tokio
1968 05 OsterreichÖsterreich Innsbruck
1970 06 ItalienItalien Turin 06 FinnlandFinnland Rovaniemi
1972 07 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Lake Placid
1973 07 Sowjetunion 1955Sowjetunion Moskau
1975 08 ItalienItalien Rom 08 ItalienItalien Livigno
1977 09 Bulgarien 1971Bulgarien Sofia
1978 09 TschechoslowakeiTschechoslowakei Špindlerův Mlýn
1979 10 MexikoMexiko Mexiko-Stadt
1981 11 Rumänien 1965Rumänien Bukarest 10 SpanienSpanien Jaca
1983 12 KanadaKanada Edmonton 11 Bulgarien 1971Bulgarien Sofia
1985 13 JapanJapan Kōbe 12 ItalienItalien Belluno
1987 14 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Zagreb 13 TschechoslowakeiTschechoslowakei Štrbské Pleso
1989 15 DeutschlandDeutschland Duisburg 14 Bulgarien 1971Bulgarien Sofia
1991 16 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Sheffield 15 JapanJapan Sapporo
1993 17 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Buffalo 16 PolenPolen Zakopane
1995 18 JapanJapan Fukuoka 17 SpanienSpanien Jaca
1997 19 ItalienItalien Sizilien 18 Korea SudSüdkorea Muju
1999 20 SpanienSpanien Palma de Mallorca 19 SlowakeiSlowakei Poprad
2001 21 China VolksrepublikVolksrepublik China Peking 20 PolenPolen Zakopane
2003 22 Korea SudSüdkorea Daegu 21 ItalienItalien Tarvis
2005 23 TurkeiTürkei Izmir 22 OsterreichÖsterreich Innsbruck/Seefeld
2007 24 ThailandThailand Bangkok 23 ItalienItalien Turin
2009 25 SerbienSerbien Belgrad 24 China VolksrepublikVolksrepublik China Harbin
2011 26 China VolksrepublikVolksrepublik China Shenzhen 25 TurkeiTürkei Erzurum
2013 27 RusslandRussland Kasan 26 ItalienItalien Trentino
2015 28 Korea SudSüdkorea Gwangju 27 SpanienSpanien Granada, SlowakeiSlowakei Osrblie/Štrbské Pleso
2017 29 TaipeiChinesisch Taipeh Taipeh 28 KasachstanKasachstan Almaty
2019 30 ItalienItalien Neapel 29 RusslandRussland Krasnojarsk
2021 31 China VolksrepublikVolksrepublik China Chengdu 30 SchweizSchweiz Luzern

Anzahl der Athleten: Peking/China(2001): 4484, Daegu/Südkorea(2003): 4462, Izmir/Türkei(2005): 5338, Bangkok/Thailand(2007): 6006

Einzelne Länder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für Deutschland werden die Teilnehmer vom Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverband nominiert. Artikel zu Deutschland bei einzelnen Universiaden existieren für 2009, Winter 2013 und Sommer 2017.

Für Österreich wird das „Universiade-Team Austria“ vom im Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft ansässigen „Unisport Austria“ nominiert und zu den Universiaden gesandt. Zu Österreichs Erfolgen bei Universiaden bis 2013 siehe Universiade/Österreich, siehe auch Sommer 2017.

Für Liechtenstein ist der Liechtensteinische Hochschulsportverband (LHSV) seit 2011 Mitglied in der FISU und organisiert seither die Beschickung der liechtensteinischen Athletinnen und Athleten.[4] Siehe auch Sommer 2017.

Siehe auch: Kategorie:Länderkader bei der Winter-Universiade 2013 und Kategorie:Länderkader bei der Sommer-Universiade 2017

Ewiger Medaillenspiegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ewige Medaillenspiegel ist eine Auflistung von allen Medaillen, geordnet nach Teilnehmerländern, die in der Geschichte der Universiade vergeben worden sind. Die Athleten (oder Mannschaften), die sich an erster, zweiter oder dritter Stelle klassieren, erhalten Medaillen als Auszeichnung. Der Gewinner erhält eine Medaille, die als „Goldmedaille“ bezeichnet wird. Der Zweite erhält eine Medaille aus Silber, der Dritte eine Medaille aus Bronze.

Sommer-Universiade[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die fünf besten Nationen
Ewiger Medaillenspiegel der Sommer-Universiade (Stand: 17. Februar 2018)
Platz Kürzel Mannschaft Gold Silber Bronze Gesamt
1 RUS RusslandRussland Russland 823 673 637 2133
2 USA Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 490 425 387 1302
3 CHN China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China 425 295 244 962
4 JPN JapanJapan Japan 324 316 407 1047
5 KOR Korea SudSüdkorea Südkorea 207 195 208 610

Derzeitige Nationen angetreten als:

(Stand: 17. Februar 2018)
Kürzel Mannschaft Gold Silber Bronze Gesamt
RUS URS SowjetunionSowjetunion Sowjetunion (1959–1991) 409 329 253 991
RUS RusslandRussland Russische Föderation (seit 1996) 414 344 384 1142

Winter-Universiade[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die fünf besten Nationen
Ewiger Medaillenspiegel der Winter-Universiade (Stand: 17. Februar 2018)
Platz Kürzel Mannschaft Gold Silber Bronze Gesamt
1 RUS RusslandRussland Russland 261 234 209 704
2 KOR Korea SudSüdkorea Südkorea 104 74 65 243
3 JPN JapanJapan Japan 83 94 90 267
4 CZE TschechienTschechien Tschechien 76 82 55 213
5 CHN China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China 72 61 74 205

Derzeitige Nationen angetreten als:

(Stand: 17. Februar 2018)
Kürzel Mannschaft Gold Silber Bronze Gesamt
CZE TCH TschechoslowakeiTschechoslowakei Tschechoslowakei (1959–1991) 53 59 23 135
CZE TschechienTschechien Tschechien (seit 1993) 23 23 32 78
(Stand: 17. Februar 2018)
Kürzel Mannschaft Gold Silber Bronze Gesamt
RUS URS SowjetunionSowjetunion Sowjetunion (1959–1991) 95 85 62 242
RUS RusslandRussland Russische Föderation (seit 1996) 166 149 147 462

Vorläufer-Veranstaltungen vor 1959[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits ab 1910 gab es Vorläufer-Veranstaltungen zur Universiade, im deutschsprachigen Raum oft als Studenten-Weltspiele bezeichnet werden. Diese waren ab 1939 meist zweigeteilt aus politischen Gründen. Die veranstaltenden internationalen Dachverbände waren

Im Folgenden sind alle Vorläufer-Veranstaltungen vor 1959 aufgeführt, die von einem der drei genannten Dachverbände organisiert wurden oder auf der Webseite des adh genannt werden. (en) = Verlinkung zur Veranstaltung auf der englischen Wikipedia

Vorläufer-Veranstaltungen zur Universiade
Jahr Veranstaltung Org. Stadt Land
1910 Internationale Studenten-Weltspiele ?[6] Rom ItalienItalien Italien
1920 Akademische Olympiade ?[6] Berlin DeutschlandDeutschland Deutschland
1923 International Universities Championships (en) CIE Paris FrankreichFrankreich Frankreich
1924 Summer Student World Championships (en) CIE Warschau PolenPolen Polen
1925 Akademische Olympiade ?[6] Warschau PolenPolen Polen
1927 Akademische Winterspiele ?[6] Cortina d’Ampezzo ItalienItalien Italien
1927 Summer Student World Championships (en) CIE Rom ItalienItalien Italien
1928 Summer Student World Championships (en) CIE Paris FrankreichFrankreich Frankreich
1930 International University Games (en) CIE Darmstadt DeutschlandDeutschland Deutschland
1933 International University Games (en) CIE Turin ItalienItalien Italien
1935 International University Games (en) CIE Budapest UngarnUngarn Ungarn
1937 International University Games (en) CIE Paris FrankreichFrankreich Frankreich
1939 International University Games (en) CIE Monte Carlo MonacoMonaco Monaco
1939 Studenten-Weltspiele (en) NSDStB Wien Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich
1947 International University Games (en) CIE? Paris FrankreichFrankreich Frankreich
1947 1. World Festival of Youth and Students (en) UIE Prag TschechoslowakeiTschechoslowakei Tschechoslowakei
1949 2. World Festival of Youth and Students (en) UIE Budapest UngarnUngarn Ungarn
1949 Summer International University Sports Week (en) FISU Merano ItalienItalien Italien
1951 3. World Festival of Youth and Students (en) UIE Ost-Berlin Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Deutsche Demokratische Republik
1951 Summer International University Sports Week (en) FISU Luxemburg LuxemburgLuxemburg Luxemburg
1953 4. World Festival of Youth and Students (en) UIE Bukarest RumänienRumänien Rumänien
1953 Summer International University Sports Week (en) FISU Dortmund DeutschlandDeutschland Deutschland
1955 5. World Festival of Youth and Students (en) UIE Warschau PolenPolen Polen
1955 Summer International University Sports Week (en) FISU San Sebastián SpanienSpanien Spanien
1957 6. World Festival of Youth and Students (en) UIE Moskau SowjetunionSowjetunion Sowjetunion
1957 World University Games (en) CIE Paris FrankreichFrankreich Frankreich

Das World Festival of Youth and Students findet bis in die Gegenwart in unregelmäßigen Abständen von drei bis acht Jahren statt, zuletzt 2017 im russischen Sotschi. Es wird organisiert vom sozialistischen Weltbund der Demokratischen Jugend und versteht sich deshalb nicht als politisch neutral.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Universiade – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

2001

2011

2013

2015

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. FISU: Summer Universiade. Summer Universiade Sports Programme. fisu.net, abgerufen am 11. Juli 2013 (englisch).
  2. Daniel Etchells: Brasilia pull out of hosting 2019 Summer Universiade, auf: insidethegames.biz, vom 5. Januar 2015, abgerufen am 24. August 2016
  3. Official attribution of the Universiade 2019 to the city of Naples, auf: fisu.net, vom 29. Mai 2016, abgerufen am 24. August 2016
  4. Rekord-Delegation für die Universiade in Taipei, Sport, auf: vaterland.li, vom 14. Juli 2017, abgerufen am 22. August 2017
  5. Politische Spaltung des Verbandes auf www.adh.de
  6. a b c d Ursprünge der Universiade auf www.adh.de