Universiade

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel befindet sich in ähnlicher Form auch als Abschnitt in Allgemeiner Deutscher Hochschulsportverband

Die Universiade – auch Weltsportspiele der Studenten – ist eine internationale Multisportveranstaltung, die seit 1959 in zweijährlichem Rhythmus stattfindet und von der Fédération Internationale du Sport Universitaire (FISU) organisiert wird. Alternierend mit den diversen Studierenden-Weltmeisterschaften in geraden Jahren, werden die Universiaden in ungeraden Jahren durchgeführt. Das Wort Universiade ist eine Zusammensetzung aus Teilen der Wörter Universität und Olympiade.

Die Universiade wird, ähnlich wie die Olympischen Spiele, im Winter und im Sommer ausgetragen. Im Winter gehen bei der Universiade rund 3500 studentische Athleten an den Start. An den Sommer-Universiaden nehmen knapp 8000 Sportler sowie Offizielle teil (Anzahl der Athleten: Peking/China: 4484, Daegu/Südkorea: 4462, Izmir/Türkei: 5338, Bangkok/Thailand: 6006). Die Sommer-Universiade ist somit, gemessen an der Zahl der Teilnehmenden, neben den Olympischen Sommerspielen die zweitgrößte Multisportveranstaltung der Welt.

Vertretene Sportarten bei der Sommer-Universiade sind: Leichtathletik, Basketball, Fechten, Fußball, Gerätturnen, Rhythmische Sportgymnastik, Schwimmen, Wasserspringen, Wasserball, Tennis, Tischtennis, Judo, und Volleyball. Zur Sommer-Universiade 2017 wird die Liste der obligatorischen Sportarten um Taekwondo und 2019 um Bogenschießen erweitert. Zu diesen obligatorischen Sportarten kann der jeweilige Ausrichter optional drei weitere Sportarten aus dem FISU-Sportarten-Kanon aufnehmen.[1]

Zum festen Programm der Winter-Universiaden gehören folgende acht Sportarten: Ski Alpin, Ski Nordisch (Langlauf, Skispringen, Nordische Kombination), Eiskunstlauf, Eishockey, Shorttrack, Biathlon, Snowboard und Curling. Bei den Winter-Universiaden kann der Ausrichter zusätzlich bis zu drei optionale Sportarten wählen.

Austragungsorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Darstellung eines Läufers auf einer ungarischen Sondermarke zur Austragung in Budapest 1965

Die erste Sommeruniversiade wurde von der FISU 1959 und die erste Winteruniversiade 1960 veranstaltet. Davor waren es lediglich "Weltwinter- bzw. Weltsommerspiele der Studierenden". Die Sommeruniversiade 2011 in Shenzhen / China war also die 26. Sommeruniversiade und die Winteruniversiade 2011 in Erzurum / Türkei die 25. Winteruniversiade.

In Duisburg, als bisher einzige deutsche Stadt, fand 1989 eine Sommer-Universiade statt. In Österreich fanden sowohl 1968 als 2005 in Innsbruck die Winter-Universiaden statt, wobei 2005 auch Seefeld als gemeinsamer Austragungsort mit Innsbruck auftrat.

Brasilia zog sich von der für 2019 geplanten Ausrichtung zurück, da die finanzielle Situation zu riskant sei.[2] Am 5. März 2016 vergab die FISU die Ausrichtung an Neapel und die Region Kampanien.[3]

Duisburg 1989
Duisburg 1989
Duisburg 1989
Duisburg 1989
Duisburg 1989
Nr. Jahr Sommer-Universiade Winter-Universiade
1 1959 ItalienItalien Turin
1 1960 FrankreichFrankreich Chamonix
2 1961 Bulgarien 1948Bulgarien Sofia
2 1962 SchweizSchweiz Villars
3 1963 Brasilien 1960Brasilien Porto Alegre
3 1964 TschechoslowakeiTschechoslowakei Špindlerův Mlýn
4 1965 Ungarn 1957Ungarn Budapest
4 1966 ItalienItalien Sestriere
5 1967 JapanJapan Tokio
5 1968 OsterreichÖsterreich Innsbruck
6 1970 ItalienItalien Turin FinnlandFinnland Rovaniemi
7 1972 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Lake Placid
7 1973 Sowjetunion 1955Sowjetunion Moskau
8 1975 ItalienItalien Rom ItalienItalien Livigno
9 1977 Bulgarien 1971Bulgarien Sofia
9 1978 TschechoslowakeiTschechoslowakei Špindlerův Mlýn
10 1979 MexikoMexiko Mexiko-Stadt
10 1981 SpanienSpanien Jaca
11 1981 Rumänien 1965Rumänien Bukarest
11 1983 Bulgarien 1971Bulgarien Sofia
12 1983 KanadaKanada Edmonton
12 1985 ItalienItalien Belluno
13 1985 JapanJapan Kōbe
13 1987 TschechoslowakeiTschechoslowakei Štrbské Pleso
14 1987 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Zagreb
14 1989 Bulgarien 1971Bulgarien Sofia
15 1989 DeutschlandDeutschland Duisburg
15 1991 JapanJapan Sapporo
16 1991 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Sheffield
16 1993 PolenPolen Zakopane
17 1993 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Buffalo
17 1995 SpanienSpanien Jaca
18 1995 JapanJapan Fukuoka
18 1997 Korea SudSüdkorea Muju
19 1997 ItalienItalien Sizilien
19 1999 SlowakeiSlowakei Poprad
20 1999 SpanienSpanien Palma de Mallorca
20 2001 PolenPolen Zakopane
21 2001 China VolksrepublikVolksrepublik China Peking
21 2003 ItalienItalien Tarvis
22 2003 Korea SudSüdkorea Daegu
22 2005 OsterreichÖsterreich Innsbruck/ Seefeld
23 2005 TurkeiTürkei Izmir
23 2007 ItalienItalien Turin
24 2007 ThailandThailand Bangkok
24 2009 China VolksrepublikVolksrepublik China Harbin
25 2009 SerbienSerbien Belgrad
25 2011 TurkeiTürkei Erzurum
26 2011 China VolksrepublikVolksrepublik China Shenzhen
26 2013 ItalienItalien Trentino
27 2013 RusslandRussland Kasan
27 2015 SpanienSpanien Granada, SlowakeiSlowakei Osrblie/Štrbské Pleso
28 2015 Korea SudSüdkorea Gwangju
28 2017 KasachstanKasachstan Almaty
29 2017 Flag of Chinese Taipei for Universiade.svg Taipeh
29 2019 RusslandRussland Krasnojarsk
30 2019 ItalienItalien Neapel
30 2021 SchweizSchweiz Luzern

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutschen Teilnehmer werden vom Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverband nominiert.

An der Winter-Universiade 2009 im Februar 2009 in Harbin nahmen 22 Aktive, unter ihnen 14 Bundeskaderathleten teil. Die deutschen Studierenden gingen in den Sportarten Eisschnelllauf, Eiskunstlauf, Eistanz, Nordische Kombination, Biathlon, Skisprung, Skicross und Snowboard an den Start. Begleitet wurde die adh-Delegation von einem 17-köpfigen Betreuerteam, das medizinisches Personal, Trainer, Servicekräfte, und Kampfrichter sowie die Delegationsleiter Nico Sperle (adh-Vorstandsvorsitzender) und Roland Joachim (adh-Vorstand Finanzen) umfasste. Darüber hinaus waren sechs deutsche Teammitglieder als Vertreter des Weltverbands FISU in Harbin im Einsatz. Mit einer Gold-, zwei Silber- und drei Bronzemedaillen kam das deutsche Team auf den 14. Platz der Nationenwertung. Den einzigen Sieg holte Steffen Tepel (Universität Konstanz) in der Nordischen Kombination. Silber ging u. a. an Andreas Tischendorf (Fachhochschule Ansbach) im Skicross und Bronze an Franziska Hildebrand (Fachhochschule Ansbach) im Biathlon.

Die 25. Sommer-Universiade fand vom 1. bis 12. Juli 2009 in Belgrad statt. An ihr nahmen 114 deutsche Sportler teil, die durch den Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverband (adh) nominiert wurden. Sie waren in elf von insgesamt 15 Sportarten vertreten. Dazu zählten: Basketball (Männer), Fechten, Fußball (Frauen), Judo, Leichtathletik, Schwimmen, Taekwondo, Tennis, Tischtennis, Volleyball (Männer) und Wasserspringen. 78 % der Athleten erreichen die Plätze eins bis zwölf. Mit drei Gold-, drei Silber- und elf Bronzemedaillen erzielten die Aktiven Platz elf im internationalen Ranking. Zur Universiade waren 8166 Teilnehmer aus 145 Nationen gereist.

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das "Universiade-Team Austria" wird vom im Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft ansässigen "Unisport Austria" nominiert und zu den Universiaden gesandt.

Erfolge Österreichs bei Universiaden:

Winteruniversiade 2005 Innsbruck / Seefeld: Bei Österreichs "Heim-Universiade" wurden von österreichischen Studentenspitzenathleten insgesamt 21 Medaillen (10 Gold-, 9 Silber- und 2 Bronzemedaillen) errungen, damit führten sie die Medaillenwertung an. Erfolgreichste Athleten waren mit jeweils drei Medaillen der Ski-Alpin-Rennläufer Dominik Schweiger (2 × Gold und 1 × Silber) und der Skispringer Manuel Fettner (2 × Gold und 1 × Bronze).

Sommeruniversiade 2005 Izmir: In Izmir konnte eine Goldmedaille im Degenfechten von Christoph Marik errungen werden. Markus Rogan erreichte in der Disziplin Freestyle über 200 Meter nur eine Bronzemedaille. In der Medaillenwertung schaffte es Österreich hier nur auf den 35. Platz.

Winteruniversiade 2007 Turin: Vier Goldmedaillen wurden von österreichischen studentischen Spitzensportler errungen, wobei zwei Goldmedaillen von Anna Rokita im Eisschnelllauf über 3000 und 5000 Meter mit hervorragenden sportlichen Leistungen gewonnen wurden. Sie stellte über die 5000 Meter einen neuen österreichischen Rekord mit einer Zeit von 7:14,72 min auf. Eine weitere Goldmedaille errang das österreichische Team Skispringen mit Florian Liegl, Bastian Kaltenböck und Manuel Fettner. Die vierte Goldmedaille schließlich gewann Daniela Iraschko bei Skispringen der Damen. In der Gesamtmedaillenwertung liegt Österreich auf dem 7. Platz.

Sommeruniversiade 2007 Bangkok: 3 × Gold, 2 × Silber, 3 × Bronze - für Österreich ein (für Sommersportarten) Spitzenresultat. Markus Rogan erschwamm eine Goldmedaille im 200-m-Rücken- und eine Silberne im 100-m-Rückenwettbewerb. Gold gewann auch Fabienne Nadarajah im 50-m-Schmetterling, sowie der Leichtathlet Gerhard Mayer im Herren Diskuswurf. Die Schützin Regina Time holte eine Silbermedaille. Jördis Steinegger schwamm sich auf den 3. Platz 400 m Freestyle, Mirna Jukic holte im 200-m-Brustbewerb auch eine Bronzemedaille. Die Judokerin Hilde Drexler schaffte es ebenfalls eine Bronzene für Österreich zu holen. Von den österreichischen Schwimmern wurden bei dieser Universiade insgesamt 10 neue österreichische Schwimmrekorde aufgestellt! In der Gesamtmedaillenwertung schaffte es Österreich auf den guten 18. Platz.

Winteruniversiade 2009 Harbin: Mit vier Gold-, drei Silber- und zwei Bronzemedaillen nahm das österreichische Team den sechsten Platz in der Nationenwertung ein.

Sommeruniversiade 2009 Belgrad: Clemens Zeller konnte eine Silbermedaille (Leichtathletik, 400-m-Lauf) erringen.

Winteruniversiade 2011 Erzurum: Bernhard Graf konnte im Ski Alpin-Bewerb 2 Gold- (Super Kombination, Riesentorlauf) und eine Bronzemedaillen (Parallel-Riesentorlauf) erringen und erreichte in der FIS-Kombinationswertung Platz 7 (nachdem er nicht beim Slalom angetreten war). Sebastian Kislinger holte eine Silbermedaille beim Snowboard-Parallel-Riesentorlauf. Mit diesen 4 Medaillen kam Österreich auf Platz 13 der Gesamtmedaillenwertung.

Sommeruniversiade 2011 Shenzhen: Die Schützin Lisa Ungerank errang Silber im Bewerb 10 m Luftgewehr. Jördis Steinegger holte Bronze im Schwimmen über 400 m Lagen.

Sommeruniversiade 2013 Kazan: Das Ruderduo Bernhard Sieber und Paul Sieber holten im LM 2 × Gold. Kathrin Unterwurzacher holte Bronze im Judo der Damen bis 63 kg. Bronze sicherten sich auch die Leichtathleten Elisabeth Eberl im Speerwurf und Andreas Vojta über 800 Meter.

Winteruniversiade 2013 Trentino: 3 × Gold, 2 × Silber und 1 × Bronze für Österreich. Goldmedaillengewinner: Hanno Douschan im Snowboard Cross, Julia Dujmovits im Snowboard PGS, Sebastian Kislinger im Snowboard PGS. Silber holten: Sabine Schöffmann im Snowboard PGS und Michelle Morik im Riesenslalom. Bronze schaffte das Skisprung Team auf der Normalschanze: Daniel Huber, Clemens Aigner und David Unterberger.

Medaillenspiegel 1959 - 2013

Gold Silber Bronze Total
Winteruniversiaden 38 44 45 127
Sommeruniversiaden 11 10 22 43
Gesamt 49 54 67 170

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Universiade – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

2001

2011

2013

2015

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. FISU: Summer Universiade. Summer Universiade Sports Programme. fisu.net, abgerufen am 11. Juli 2013 (HTML, englisch).
  2. Daniel Etchells: Brasilia pull out of hosting 2019 Summer Universiade, auf: insidethegames.biz, vom 5. Januar 2015, abgerufen 24. August 2016
  3. Official attribution of the Universiade 2019 to the city of Naples, auf: fisu.net, vom 29. Mai 2016, abgerufen 24. August 2016