Uwe Nolte

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Uwe Nolte (* 11. Mai 1969 in Merseburg) ist ein deutscher Musiker, Lyriker, Grafiker und Verleger.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Uwe Nolte ist gelernter Tierpfleger. 1987 wurde er Bezirksmeister im militärischen Mehrkampf. Seinen dreijährigen Wehrdienst absolvierte er als Fährtenhundeführer bei den Grenztruppen der DDR. In seiner Jugend gehörte Nolte zur Punk- und Metalszene von Halle. Seine Idole waren Friedrich Hölderlin, Jakob Böhme und Friedrich Nietzsche. Er war verheiratet mit der russischen Künstlerin Kristina Zieber.

Uwe Nolte pflegt Freund- und Bekanntschaft mit dem Dichter und Verleger Uwe Lammla, dem Musiker Michael Moynihan, dem Schriftsteller Baal Müller, dem Sänger Ian Read von der englischen Folk-Band Fire + Ice sowie mit Andreas Ritter von der deutschen Folk-Band Forseti. Enger Freund und Mentor Noltes ist Rolf Schilling, Dichter und Philosoph aus Nordhausen. Schilling schrieb den Prolog zu Noltes erstem Gedichtband: „Das Wort ›Barde‹, heute oftmals leichtfertig oder abschätzig gebraucht, bezeichnet ursprünglich den Dichter als Sänger. Für Uwe Nolte wäre es zutreffend und ein Ehrentitel. Er hat den Ton, der ergreift und zu Herzen geht, und auch, was wir Artisten lieben: Linie, Haltung, Stil.“

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Uwe Nolte wurde hauptsächlich durch sein zwischen Neofolk und Neoklassik angesiedeltes Musikprojekt Orplid bekannt, das er der „Wahrung sowie Neubelebung der deutschen Dichtung“ widmete. Die Thematik der Lieder greift vom germanischen Heidentum, der griechischen Mythologie in die christliche Symbolik des frühen Mittelalters und Naturromantik. Neben von Uwe Nolte selber verfassten Versen werden auch die Texte anderer deutscher Dichter wie Friedrich Schiller, Annette von Droste-Hülshoff, Joseph von Eichendorff, Gottfried Benn, Oda Schaefer, Frank Wedekind und dem zeitgenössischen Dichter Rolf Schilling vertont.

Weitere Bands waren und sind Rückgrat, Sonnentau sowie seine Live-Band Barditus, mit der er vor allem in Osteuropa auftritt. Noltes musikalisches Spektrum reicht vom Black Metal, Industrial bis zum Natur-Folk. In Halle trat er hinzukommend als Interpret von Liedern Bertolt Brechts auf.

Grafik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein graphisches Werk, das er auf einigen Ausstellungen präsentierte, ist von der Malerei des europäischen Symbolismus, u. a. von Franz von Stuck, Jean Delville und Gustave Moreau geprägt. Verwendet wurden Noltes Grafiken ebenfalls zur Covergestaltung diverser Bücher und Musikveröffentlichungen, u. a. von den Bands Fire + Ice, Forseti und Leger des Heils.

Lyrik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Noltes Lyrik ist formstreng und an traditionellen Vorbildern der Deutschen Romantik ausgerichtet, insbesondere an Joseph von Eichendorff und Lenau. 2012 erschien sein erster Gedichtband Du warst Orplid, mein Land! mit eigenen Illustrationen. 2014 erschien im Verlag Arnshaugk der Gedichtband Wilder Kaiser und 2015 eine erweiterte und grafisch erneuerte Nachauflage von Du warst Orplid, mein Land!. 2016 publizierte derselbe Verlag den Gedichtband Falke Heime und 2017 Schirjajewo.

Kontroverse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nolte wurde an unterschiedlichen Stellen, insbesondere aufgrund früher Aktivitäten mit den Musikprojekten Rückgrat und Orplid, in den Kontext des Rechtsextremismus bzw. der Neuen Rechten gestellt.[1] Pauschale Aussagen, Nolte sei überzeugter Rechtsextremist, lehnen seine Kritiker meist ab.[1][2] Vielmehr stand Nolte aufgrund ökonomischer und kreativer Kooperationen und eines reaktionären Interpretationsspielraums in der Kritik, ein rechtsextremes Publikum anzusprechen.[2][3] Zu den Vorwürfen, die insbesondere Noltes Projekt Orplid vorgehalten werden, zählt „ein verklärter Antimodernismus[3] sowie „der Verkauf von CDs seiner Band vor Jahren durch rechte Firmen, Konzerte mit Gruppen, die wegen ihrer Nähe zu rechten Kreisen kritisiert werden und die Beteiligung an einer CD zu Ehren von Leni Riefenstahl“.[2] Nolte wehrte die Kritik hingegen ab, indem er angab, „Politik interessiere ihn nicht und es sei ihm auch gleichgültig, welches Publikum sich für seine Kunst begeistere“. Die ihm vorgeworfenen Kritikpunkte seien hingegen „immer dasselbe alte Zeug“.[2] Mitte Februar 2019 trug Nolte im „Flamberg“, dem „patriotischen Zentrum“ der rechtsextremen Identitären Bewegung in Halle, „unzeitgemäße und rebellische Kunst“ vor.[4]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch Artikel „Orplid“

NolteX-Releases
  • 1994: Rückgrat, „Am Tage des Herrn“ (MC)
  • 1996: Rückgrat, „Freude und Leid“ (MC)
  • 2003: Sonnentau, „Das Laub fällt von den Bäumen“ (Vinyl/Prophecy Prod.)
  • 2004: Rückgrat „Freude und Leid“ (CD)
  • 2004: Barditus, „Die letzten Goten“ (MCD)
  • 2004: Barditus, „Schwarzer Heiland“ (MCD)
  • 2005: Eichendorff, „Liedersammlung“ (CD u. a. mit Forseti, Sonne Hagal, Waldteufel)
  • 2006: Diverse, „Forseti lebt“ (CD u. a. mit Death in June, Waldteufel)
  • 2008: Rolf Schilling, „Gesang überm Quell“ (CD)
Kompilationen
  • Rückgrat, „Der Freie Wille“ (Riefenstahl-Sampler)

Vertonungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Forseti, „Am Abend“ (CD „Jenzig“)
  • Forseti, „Letzter Traum“, (CD „Windzeit“)
  • Forseti, „Herbstabend“, (CD „Windzeit“)
  • Forseti, „Müder Wanderer“, (CD „Erde“)
  • Forseti, „Das Abendland“, (CD „Erde“)
  • Von Thronstahl, „Noch blüht im Geist verborgen“, (CD „Imperium internum“)
  • Stein, „Blume auf dem Felsenschorf“, (CD „Am Feld“)
  • Christian Glowatzki, „Lied zur Nacht“, (CD „Die Zeit legt ab ihr altes Kleid“)
  • Stern des Bundes, „Lichtmess“, (CD „NolteX-Werkschau“)
  • Sonnenkind, „Flechte Blumen dir ins Haar“, (CD „NolteX-Werkschau“)

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1996, Halle (D), Galerie am Eselsbrunnen
  • 2004, Heldrungen (D), Wasserburg
  • 2005, Portland (USA), Galerie „Heathen Art“
  • 2005, Halle (D), Galerie „Kontaktart“
  • 2010, Samara (RU), Galerie „Babylon“
  • 2011, Suhl (D), Kultur- und Kongreßzentrum
  • 2013, Merseburg (D), Kunststiftung „Ben zi Bena“
  • 2015, Rübeland (D), Kreuzmühle

Bibliografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedichtbände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anthologien mit Beiträgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Presseberichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Inszenierter Abfall durch farbiges Licht fixiert. Fotografisches von Uwe Nolte in der Galerie Alter Markt. In: Mitteldeutsche Zeitung. 24. Januar 1996.
  • Jan Waetzold: Hallescher Musiker legt eigenen Gedichtband vor. In: BILD-Zeitung vom 10. Januar 2013.
  • Jan Waetzold: Dichter Uwe Nolte meldet sich zurück. In: BILD-Zeitung vom 3. Januar 2015.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Andreas Diesel, Dieter Gerten: Looking For Europe. 2. Auflage. Index, 2007, ISBN 978-3-936878-02-8, S. 431.
  2. a b c d Steffen Könau: Sitte-Galerie Absage für Nolte wird zur Debatte über Kunstfreiheit. Mitteldeutsche Zeitung Online, abgerufen am 8. Dezember 2016.
  3. a b Der Sound der neuen Rechten. Rolling Stone, abgerufen am 8. Dezember 2016.
  4. Andrea Röpke, Andreas Speit: Völkische Landnahme. Alte Sippen, junge Siedler, rechte Ökos. Links Verlag, Berlin 2019, S. 132