Verteidigungsbezirkskommando 11

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Verteidigungsbezirkskommando 11
— VBK 11 —
No coats of arms.svg

(führte kein Verbandsabzeichen)
Aktiv Mai 1963 – 1975
Oktober 1993 – 2007
Land DeutschlandDeutschland Deutschland
Streitkräfte Bundeswehr Kreuz.svg Bundeswehr
Typ Verteidigungsbezirkskommando
letzter Stabssitz Rendsburg
Zuletzt Sitz des Stabes: die Feldwebel-Schmid-Kaserne

Das Verteidigungsbezirkskommando 11 war ein Verteidigungsbezirkskommando der Bundeswehr mit Sitz des Stabs zuletzt in Rendsburg. Hauptaufgabe des Kommandos war die Territoriale Verteidigung in seinem Verteidigungsbezirk.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das „alte“ Verteidigungsbezirkskommando 11[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Verteidigungsbezirkskommando wurde zur Einnahme der Heeresstruktur II im Mai 1963 als Teil des Territorialheeres in Flensburg ausgeplant und dem Befehlshaber im Wehrbereich I unterstellt. Zur Aufstellung wurde der Territoriale Verteidigungsstab I A herangezogen. Angelehnt an den Zuschnitt der Regierungsbezirke der zivilen Verwaltungsgliederung anderer Flächenländer entsprach der Verteidigungsbezirk 11 in etwa dem Teil Schleswig-Holsteins, der nördlich des Nord-Ostsee-Kanals lag, bzw. sehr grob dem Landesteil Schleswig. 1973 verlegte der Stab nach Schleswig.[1][2][3]

Auflösung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die besondere Organisation der NATO-Kommandostruktur im Bereich LANDJUT bzw. im Territorialkommando Schleswig-Holstein/Wehrbereichskommando I und die besondere Verwaltungsglierdrung im Land Schleswig-Holstein, wo die Landesregierung anders als in den anderen großen Flächenländern auf die Einrichtung von Regierungsbezirken verzichtete, sollte sich auch in der Organisation des Territorialheeres in Schleswig-Holstein widerspiegeln. Das Verteidigungsbezirkskommando 11 wurde 1975 aufgelöst und Teile zur Aufstellung des Verfügungstruppenkommandos 600 aufgestellt. Das Territorialkommando Schleswig-Holstein/Wehrbereichskommando I führte neben dem Verfügungstruppenkommando 600 die Verteidigungskreiskommandos nun unmittelbar.[1]

Das „neue“ Verteidigungsbezirkskommando 11[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Wiedervereinigung und Lockerung der NATO-Kommandostruktur in Nordeuropa wurden in Schleswig-Holstein die Verteidigungsbezirkskommandos 11 und 12 im Oktober 1993 neu aufgestellt und dem Wehrbereichskommando I unterstellt. Der Stabssitz war zunächst Schleswig. Der Stab verlegte 2004 nach Rendsburg. Der „neue“ Verteidigungsbezirk umfasste in etwa das Gebiet des „alten“ Verteidigungsbezirkskommandos 11.[1][2][4]

Wechsel in die Streitkräftebasis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2001 wurde das Territorialheer aufgelöst. Die Wehrbereichskommandos und Verteidigungsbezirkskommandos wurden der neu aufgestellten Streitkräftebasis unterstellt. Die Wehrbereiche und Verteidigungsbezirke wurden grundlegend neu geordnet und ihre Anzahl reduziert. Das Verteidigungsbezirkskommando 11 bestand im Gegensatz zu den anderen Verteidigungsbezirkskommandos in Hamburg und Schleswig-Holstein im Wesentlichen unverändert fort. Die unterstellten Verteidigungskreiskommandos wurden aufgelöst und seine Aufgaben teils den neu aufgestellten Kreisverbindungskommandos übertragen.[2][5]

Auflösung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Verteidigungsbezirkskommando 11 wurde 2007 außer Dienst gestellt. Einige seiner Aufträge wurden dem neu aufgestellten Landeskommando Schleswig-Holstein sowie den unterstellten Bezirksverbindungskommandos übertragen.[2][5]

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Verteidigungsbezirkskommando umfasste wie die meisten Truppenteile des Territorialheeres nur wenige aktive Soldaten. Erst im Verteidigungsfall konnte das Verteidigungsbezirkskommando durch die Einberufung von Reservisten und die Mobilmachung eingelagerten und zivilen Materials auf eine Truppenstärke anwachsen, die etwa einer Regiment oder einer Brigade des Feldheeres entsprach.

Verbandsabzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Internes Verbandsabzeichen des Stabes/Stabskompanie des „neuen“ Verteidigungsbezirkskommandos 11

Das Verteidigungsbezirkskommando führte aufgrund seiner Ausplanung als überwiegend nicht aktiver Truppenteil kein eigenes Verbandsabzeichen. Die wenigen aktiven Soldaten trugen daher das Verbandsabzeichen des übergeordneten Wehrbereichskommandos.

Als „Abzeichen“ wurde daher unpräzise manchmal das interne Verbandsabzeichen des Stabes und der Stabskompaniepars pro toto“ für das gesamte Verteidigungsbezirkskommando genutzt. Das „alte“ Verteidigungsbezirkskommando 11 wurde noch vor der Einführung der internen Verbandsabzeichen im Jahr 1908[6] aufgelöst und führte daher auch kein internes Verbandsabzeichen. Das interne Verbandsabzeichen des Stabes/Stabskompanie des „neuen“ Verteidigungsbezirkskommandos 11 zeigte im Wesentlichen als Hinweis auf den Stationierungsraum als Figuren die Schleswigschen Löwen ähnlich wie im Wappen Schleswig-Holsteins.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c „Guenther“: Vbk 11 + 12. In: Cold-War-Forum – Militäranlagen & Relikte des Kalten Krieges. 27. Februar 2015, abgerufen am 9. November 2019.
  2. a b c d Verteidigungsbezirkskommandos. BArch, BH 30. In: invenio. Bundesarchiv, abgerufen am 14. Dezember 2018.
  3. Territorialkommando Schleswig-Holstein/Deutscher Bevollmächtigter Bereich AFNORTH. BArch, BH 27. In: invenio. Bundesarchiv, 2004, abgerufen am 14. Juli 2018.
  4. Wehrbereichskommando I/6. Panzergrenadierdivision. BArch, BH 40-1. In: invenio. Bundesarchiv, 2004, abgerufen am 14. Juli 2018.
  5. a b Wehrbereichskommando I – Küste – (Kiel). BArch, BW 68-1. In: invenio. Bundesarchiv, 2004, abgerufen am 14. Juli 2018 (umfasst Darstellung aller vier WBKs).
  6. Ralf Flatau: Reservistenkameradschaft Nienburger-Grenadiere. In: reservistenverband.de. Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V, abgerufen am 11. Dezember 2018: „1980 wurde durch das Bundesministerium für Verteidigung das Tragen von Verbandsabzeichen an der Uniform genehmigt“

Koordinaten: 54° 19′ 4,8″ N, 9° 38′ 24″ O