Vossenack

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50.6852777777786.3738888888889414Koordinaten: 50° 41′ 7″ N, 6° 22′ 26″ O

Vossenack
Gemeinde Hürtgenwald
Wappen von Vossenack
Höhe: 414 m
Fläche: 25,92 km²
Einwohner: 2316 (31. Dez. 2014)
Bevölkerungsdichte: 89 Einwohner je km²
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 52393
Vorwahl: 02429

Vossenack ist ein nordrhein-westfälischer Ort in der Gemeinde Hürtgenwald im Kreis Düren im Regierungsbezirk Köln.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Hürtgenwald liegt am Rande des Nationalparks Eifel und gehört zum deutsch-belgischen Naturpark Hohes Venn-Eifel und zur Rureifel. Der Ort liegt auf einem Höhenrücken oberhalb des Kalltales. Auf der Panoramastraße zwischen Schmidt und Vossenack, die durch das Kalltal führt, wurden früher Bergrennen mit Motorfahrzeugen gefahren.

Von Vossenack kann man bei gutem Wetter das Siebengebirge und den Kölner Dom sehen. Die Kölner Bucht liegt einem bei guten Wetter „zu Füßen“.

Klima[Bearbeiten]

Das Klima in Vossenack ist gemäßigt. Die Winter sind relativ mild und die Sommer sind meist nur mäßig-warm oder kühl, aufgrund der Nähe zum Atlantik und der Nordsee. Hitzephasen oder längere Kältephasen sind in Vossenack selten und bei Auftreten nur von kurzer Dauer. Der kälteste Monat ist der Januar mit einer Monatsmitteltemperatur von 1,4 Grad und der wärmste Monat der Juli mit einer Monatsmitteltemperatur von 17,9 Grad. Durch die Nähe zum Hohen Venn und der überwiegenden Westwetterlagen fällt in Vossenack rund 1000 mm Niederschlag im Jahr.

Monatsmitteltemperaturen in Vossenack (1998–2011)[1]

Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember Jahr
1,4 °C 2,2 °C 5,4 °C 9,2 °C 13,2 °C 16,3 °C 17,9 °C 17,2 °C 14,1 °C 9,9 °C 5,3°C 1,6 °C 9,5 °C

Monatsniederschläge in Vossenack (2000–2011)

Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember Jahr
84,1 mm 92,7 mm 95,6 mm 61,2 mm 87,8 mm 70,0 mm 105,6 mm 102,6 mm 73,3 mm 66,0 mm 78,8 mm 77,8 mm 995,5 mm

Geschichte[Bearbeiten]

Im Zweiten Weltkrieg starben 1944 etwa 12.000 Soldaten in der Schlacht im Hürtgenwald. Daran erinnern der Kriegsgräberstätte Vossenack, der Kriegsgräberstätte Hürtgen und das Museum „Hürtgenwald 1944 und im Frieden“ in Vossenack.

Kirche[Bearbeiten]

Hauptartikel: St. Josef (Vossenack)

Neugliederung[Bearbeiten]

Bis 1971 gehörte Vossenack als eigenständige Gemeinde zum aufgelösten Kreis Monschau und dieser zum ebenfalls aufgelösten Regierungsbezirk Aachen (siehe Aachen-Gesetz). Am 1. Januar 1972 erfolgte die Eingemeindung nach Hürtgenwald.[2]

Verkehr[Bearbeiten]

Der Ortskern liegt abseits der B 399, die von Düren aus nach Monschau bis an die belgische Grenze führt und den Fernverkehr in die Region bringt.

Buslinien (AVV-Linien 86 und 286) der RVE führen von Düren nach Vossenack und von Vossenack nach Simmerath.

Tourismus[Bearbeiten]

Der Hürtgenwald ist ein Erholungsgebiet und „Nationalparkgemeinde“. Der Ort wurde, gemeinsam mit Simonskall, zum 1. April 2002 als Erholungsort durch die Bezirksregierung anerkannt.

Etwa 70 km befestigte Wanderwege, ein Freibad und eine Grillhütte gibt es am Ort, sowie Hotels aller Kategorien.

In der näheren Umgebung gelten als touristische Ziele:

Kloster, Gymnasium, Internat[Bearbeiten]

Die Franziskaner (OFM), Mitglieder der Kölnischen Franziskanerprovinz von den Heiligen drei Königen, haben in den 1960er-Jahren ein Kloster neben dem Soldatenfriedhof im Wald erbaut. Nach der Vereinigung der vier deutschen Franziskanerprovinzen im Jahr 2010[3] betreibt nun die gesamtdeutsche Franziskanerprovinz zur Heiligen Elisabeth das koedukative Gymnasium und ein Jungen-Internat weiter, an dem auch P. Laurentius Ulrich Englisch OFM lehrte.

Im Kloster lebten anfangs 26 Brüder; 2014 sind es noch sieben Brüder übrig, von denen drei zum Kollegium des Gymnasiums gehören. Leiter der Schule ist Pater Peter Schorr (Stand 2014).[4]

Schulen[Bearbeiten]

Eine zweizügige Grundschule befindet sich in Vossenack. Die nächste Real- und Hauptschule gibt es in Kleinhau.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Manfred Rogner, (* 1946), Sachbuchautor über Reptilien und Amphibien, lebt in Vossenack
  • Gottfried Rüttgers (1923–2009) Autor über seine Kriegserlebnisse, aufgewachsen und beerdigt in Vossenack[5]
  • Laura Mertens (* 1993), Ringerin: mehrfache Deutsche Meisterin und Vierte bei den ersten olympischen Jugendspielen in Singapur[6]

Unser Dorf hat Zukunft[Bearbeiten]

  • Vossenack hat im Wettbewerb Unser Dorf hat Zukunft im Jahre 2006 eine Bronzemedaille auf Landesebene erhalten. Außerdem erhielt der Ort einen Sonderpreis für die vorbildliche Naturschutzarbeit mit dem Schwerpunkt Wald und Jugendarbeit.
  • Im gleichen Wettbewerb errang Vossenack 2011 auf Kreisebene eine Goldmedaille und vertritt des Kreis Düren 2012 auf Landesebene.[7]
  • Im Jahre 2012 errang Vossenack die Goldmedaille auf Landesebene und nimmt somit am Bundeswettbewerb 2013 teil. Die Auszeichnung erfolgte durch den Umweltminister NRW, Johannes Remmel, am 27. Oktober 2012 in Simmerath.[8]
  • Im Bundeswettbewerb 2013 wurde Vossenack mit der Bronzemedaille ausgezeichnet.[9]
  • Im Kreiswettbewerb 2014 wurde Vossenack mit der Goldmedaille ausgezeichnet.

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Die Stawag (Stadtwerke Aachen AG) baute für 15 Millionen Euro am Ortsrand von Vossenack eine Holzpelletanlage. Seit Frühjahr 2007 entstehen dort jährlich 40.000 t Pellets und Hackschnitzel. Das Werk wurde im Februar 2010 an die Firma DEMMEL Bioenergie GmbH aus Wolnzach in Bayern verkauft. Nach einem erneuten Verkauf und Umbau, existieren beide Unternehmen heute in Vossenack nicht mehr. Neuer Betreiber des Pelletswerk ist seit Anfang 2014 die Grüne Werte Energie GmbH aus Grünwald.[10]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.huertgenwaldwetter.de
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 307.
  3. Neue Deutsche Franziskanerprovinz von der heiligen Elisabeth – Franziskaner schließen bisherige Provinzen zusammen. Abgerufen am 2. Juli 2013.
  4. www.franziskus-gymnasium; franziskaner-vossenack.de, abgerufen am 23. September 2014.
  5. Gottfried Rüttgers. auf: helios-verlag.com
  6. Sportlerportrait: Laura Mertens. auf: ringermatte.de
  7. Sechsmal gab's Gold - doch am Ende sind alle Dörfer Sieger. auf: kreis-dueren.de
  8. «Unser Dorf hat Zukunft»: Vossenack erhält Goldmedaille. Abgerufen am 28. Oktober 2012.
  9. Bundessieger im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ stehen fest – Bundesministerin Ilse Aigner zeichnet 24 Dörfer aus 13 Bundesländern aus. Abgerufen am 2. Juli 2013 (PDF; 41 kB).
  10. Euwid Holz: Grüne Werte führt Megapellet weiter.; [1], abgerufen am 4. November 2014.

Weblinks[Bearbeiten]