Wolnzach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Wolnzach
Wolnzach
Deutschlandkarte, Position des Marktes Wolnzach hervorgehoben
Koordinaten: 48° 36′ N, 11° 37′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Pfaffenhofen an der Ilm
Höhe: 415 m ü. NHN
Fläche: 91,52 km2
Einwohner: 11.452 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 125 Einwohner je km2
Postleitzahl: 85283
Vorwahl: 08442
Kfz-Kennzeichen: PAF
Gemeindeschlüssel: 09 1 86 162
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 1
85283 Wolnzach
Webpräsenz: www.wolnzach.de
Bürgermeister: Jens Machold (CSU)
Lage des Marktes Wolnzach im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm
IngolstadtLandkreis Aichach-FriedbergLandkreis DachauLandkreis EichstättLandkreis FreisingLandkreis KelheimLandkreis Neuburg-SchrobenhausenBaar-EbenhausenErnsgadenGeisenfeldGerolsbachHettenshausenHohenwartIlmmünsterJetzendorfManchingMünchsmünsterPfaffenhofen an der IlmPörnbachReichertshausenReichertshofenRohrbach (Ilm)ScheyernSchweitenkirchenVohburg an der DonauWolnzachKarte
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Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Wolnzach ist ein Markt im oberbayerischen Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm im Hopfenland Hallertau. Wichtige Institutionen des Hopfenanbaus wie das Deutsche Hopfenmuseum sind in Wolnzach angesiedelt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolnzach liegt im fruchtbaren Tertiärhügelland der Hallertau, dem größten zusammenhängenden Hopfenanbaugebiet der Welt.

Es gibt 50 Gemeindeteile. Neben dem Hauptort Wolnzach sind dies die Pfarrdörfer Eschelbach an der Ilm, Gebrontshausen, Geroldshausen i.d.Hallertau, Gosseltshausen und Oberlauterbach, die Kirchdörfer Burgstall, Haushausen, Jebertshausen, Königsfeld, Larsbach, Lohwinden und Niederlauterbach, die Dörfer Hüll und Starzhausen sowie die Weiler Attenhausen, Auhöfe, Beigelswinden, Buch, Egg, Gschwend, Hagertshausen, Hirnsberg, Irlmühle, Kemnathen, Kumpfmühle, Lehen, Schwaig, Siegertszell, Stadelhof und Thongräben und die Einöden Abeltshausen, Bratzhof, Bratzmühle, Bruckbach, Edenthal, Giglhof, Grubwinn, Hanfkolm, Haunerhof, Kreithof, Kreut, Krönmühle, Nietenhausen, Schlagenhausermühle, Schreinmühle, Schrittenlohe, Stockberg, Weingarten und Wilhelm.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsansicht von Wolnzach
Ortsansicht von Westen
Marienplatz in Wolnzach
Michael Wening: Schloss und Markt Wolnzach, Anfang 18. Jahrhundert

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolnzach wurde erstmals 756 in der Gründungsurkunde von Kloster Wessobrunn als Wolamotesaha erwähnt. Das edelfreie Geschlecht der Hoholde erhob Wolnzach gegen Ende des 11. Jahrhunderts zum Mittelpunkt seiner weit in die Hallertau reichenden Herrschaft. Diese fiel 1252/55 zum größten Teil an die Wittelsbacher, der kleinere Teil mit Ort und Burg Wolnzach gelangte auf dem Erbweg an die Herrn von Preysing. Seit dem Jahr 1270 besitzt Wolnzach das Marktrecht, der heutige Marktplatz wurde 1408 errichtet. 1465 wurde Hans von Preysing zu Wolnzach die Reichsfreiheit verliehen.

Schon 1482 fiel die Herrschaft Wolnzach nach der Eroberung durch Truppen Herzog Georgs des Reichen aber an Bayern-Landshut. Die nun zur Hofmark herabgestufte ehemalige Herrschaft Wolnzach befand sich von 1584 bis 1725 im Besitz der Familie Elsenheimer. Wolnzach wurde Sitz eines herzoglich-bayerischen Pflegamtes. Wolnzach besaß aber auch ein Marktgericht mit wichtigen Eigenrechten, gab diese Rechte aber Mitte des 16. Jahrhunderts an das Landgericht Moosburg ab. Die Zerstörung des Wolnzacher Schlosses erfolgte während des Dreißigjährigen Krieges 1632 durch die Schweden. Leopold Heinrich von Elsenheim begann 1697 das Schloss zu Wolnzach ganz neu aufzubauen.

Von 1726 bis 1802 bestand das Kloster Wolnzach, ein Kapuzinerkloster, das 1802 im Zuge der Säkularisation aufgelöst wurde. 1805 wurden alle Gebäude des Klosters abgetragen und für den Bau einer Mühle verwendet.[2] Auch das Schloss zu Wolnzach wurde 1810 versteigert und anschließend abgebrochen.

Wolnzach wurde im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern 1818 wieder als selbständige politische Gemeinde eingesetzt.

19. bis 21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Verteilung der Gemeindegründe an Bauern nahm seit 1834 mit der Einführung des ersten Hopfensiegels in der Hallertau der Hopfenanbau einen nennenswerten Aufschwung. Im Jahre 1864 zählte der Markt 230 Häuser und 1300 Einwohner, die in den Lokalgewerben, hauptsächlich aber in der sehr stark betriebenen Hopfenkultur tätig waren. Seit dem 1960er Jahren siedelte sich auch nennenswerte Industrie an. Seit 2002 gibt es in Wolnzach das Deutsche Hopfenmuseum.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1971 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Gebrontshausen (mit Jebertshausen), Gosseltshausen, Haushausen, Königsfeld und Niederlauterbach sowie ein Teil der Gemeinde Burgstall eingegliedert.[3] Ein Teil der Gemeinde Berg kam am 1. Juli 1972 hinzu.[4] Am 1. Januar 1978 folgten Eschelbach an der Ilm, Geroldshausen, Larsbach und Oberlauterbach.[5]

In den eingemeindeten Orten leben heute zusammen ca. 4600 Menschen, während die Einwohnerzahl des Hauptortes Wolnzach nahezu 7000 beträgt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1840 1900 1925 1950 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010
Einwohner 3.880 6.093 6.712 9.071 7.352 7.541 7.752 8.681 9.543 10.466 10.518 10.660 10.739 10.850 10.829 10.819 10.841 10.863 10.912 10.884
Jahr 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Einwohner 10.904 11.037 11.081 11.295 11.450 11.452

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2008[6]
Wahlbeteiligung: 68,9 %
 %
50
40
30
20
10
0
42,7 %
22,9 %
14,6 %
10,4 %
4,7 %
4,6 %

Marktgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolnzacher Rathaus

Der Gemeinderat der Gemeinde Wolnzach umfasst 25 Sitze und setzt sich seit der letzten Kommunalwahl am 16. März 2014 wie folgt zusammen:[7]

  • CSU – 10 Sitze
  • FW – 4 Sitze
  • SPD – 4 Sitze
  • FDP-UW – 4 Sitze
  • BGW (Bürgergemeinschaft Wolnzach) – 1 Sitz
  • GRÜNE – 1 Sitz

Seit der Kommunalwahl im März 2008 ist Wolnzachs Erster Bürgermeister Jens Machold von der CSU.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Offizielle Beschreibung des Wappens des Marktes Wolnzach: „In grün auf silbernem Dreiberg ein aufspringendes goldenes Rehkitz.“ Es findet sich schon in den ältesten Siegeln, die in Abdrucken von 1370 und 1583 überliefert sind.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnerstadt von Wolnzach ist Poperinge in Belgien.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brauereien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1999 wurde in Wolnzach die Bürgerbräu als Gemeinschaftsbrauerei von zwölfhundert Wolnzacher Bürgern gegründet. Das dort gebraute Bier konnte bei einer Brauereibesichtigung verkostet werden. Die Firma wurde 2014 insolvent und wird seit Mitte 2015 von der Urban Chestnut Brewing Co als UCBC Hallertauer Brauerei fortgeführt. Im Ortsteil Larsbach befindet sich die Privatbrauerei Lampl-Bräu, dort werden Spezialbiere gebraut und es werden ebenfalls Führungen angeboten.[8]

Deutsches Hopfenmuseum

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Volksfest (Anfang bis Mitte August), hier findet auch die Wahl der Hallertauer Hopfenkönigin statt.
  • Zirkus Tonelli (alle zwei Jahre am Unsinnigen Donnerstag), in diesem Zirkus machen meistens Leute aus Wolnzach und Umgebung mit.
  • Motorrad-Grasbahnrennen jährlich an Mariä Himmelfahrt (15. August) auf der Zeilhofbahn in Nandlstadt das Internationale Grasbahnrennen des MSC Wolnzach/Nandlstadt
  • LAUF10!, ein seit 2008 jährlich im Juli stattfindender 10-km-Lauf mit vorangehendem sportwissenschaftlichem Training in Begleitung der Abendschau des BR mit anschließendem Fest

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grund- und Mittelschule Wolnzach
  • Das Hallertau-Gymnasium Wolnzach ist ein Naturwissenschaftlich-technologisches (NTG) und Sprachliches Gymnasium (SG)
  • Kindergärten: Kirchliche: St. Raphael, St. Andreas; Don Bosco Eschelbach; Gemeindliche: Kindergarten am Brunnen und Kindergarten Sonnenblume
  • Jugend- und Bildungsdorf Wolnzach

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Schwimm- und Erlebnisbad ist ein Freibad mit vier Becken und zahlreichen Freizeitmöglichkeiten. Eines der Becken ist ein Warmbad mit einer Wassertemperatur von mindestens 30 °C.

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kälterekord[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 12. Februar 1929 wurde in Wolnzach-Hüll der bisherige Kälterekord im Messnetz des Deutschen Wetterdienstes mit −37,8 Grad Celsius gemessen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten mit Verbindung zu Wolnzach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wolnzach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 4. Januar 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Johann Baptist Prechtl: Geschichte der vier Märkte Au, Wolnzach, Mainburg und Nandlstadt in der Hallertau. Freising 1864, S. 133.
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 550.
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 516.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 586.
  6. http://www.wahlen.bayern.de/biz/kowa_g2008.php?g=h&schluessel=186&suchbegriff=1
  7. Gemeinde Wolnzach Zusammensetzung des Marktgemeinderat
  8. http://www.wolnzach.de/index.php?id=815,72
  9. http://www.haus-des-hopfens.org/hvg.html
  10. Milchprüfring Bayern e. V.
  11. Radweg Hallertauer Hopfentour. Hopfenland Hallertau Tourismus e. V., abgerufen am 6. Oktober 2016.