Waterworld

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Waterworld
Originaltitel Waterworld
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1995
Länge 130 Minuten; Extended Edition (Region 1, USA): 176 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Kevin Reynolds
Kevin Costner
Drehbuch Peter Rader
David Twohy
Produktion Kevin Costner
John Davis
Charles Gordon
Lawrence Gordon
Musik James Newton Howard
Kamera Scott Fuller
Dean Semler
Schnitt Peter Boyle
Besetzung

Waterworld ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Film des Endzeitgenres, der 1995 gedreht wurde. Er war mit einem Budget von 175 Millionen US-Dollar der bis dahin teuerste Film der Geschichte.

Handlung[Bearbeiten]

Die Handlung spielt in einer dystopischen Zukunft, in der durch eine nicht näher bezeichnete ökologische Katastrophe die Polkappen der Erde geschmolzen und die Kontinente fast vollständig im Wasser versunken sind. Die wenigen Überlebenden leben als Händler auf Booten oder auf schwimmenden Atollen. Zu den kostbarsten Gütern sind Süßwasser und Erde geworden, da sie nur sehr schwer gewonnen werden können. Die Smokers, eine Piratenbande, deren Unterschlupf ein alter Öltanker namens „Exxon Valdez“ ist, bedroht die ansonsten friedlich-lethargische Welt. Ihr Name rührt daher, dass sie außer über Öl auch über relativ große Zigarettenvorräte verfügen und ständig rauchen. Ihr Anführer ist Deacon. Es gibt eine Hoffnung, die alle gemeinsam haben: Der Mythos von „Dryland“ (Trockenland), einem nicht überfluteten Festland.

In dieser Welt durchfährt der Mariner das Meer mit einem Trimaran und treibt Handel, mit dem er seinen Lebensunterhalt bestreitet. Er ist jedoch kein gewöhnlicher Mensch, sondern ein Mutant: Er besitzt Kiemen und Schwimmhäute und kann somit unter Wasser atmen und schneller schwimmen. Während eines Atollbesuchs wird er von den Bewohnern als Mutant erkannt und gefangengenommen. Er soll aus rassistischen Motiven in einer Schlammgrube ertränkt werden, als die Smokers das Atoll angreifen. Während des Gefechts kann der Mariner zusammen mit Helen und dem kleinen Mädchen Enola auf seinem Trimaran fliehen. Auf dem Rücken Enolas befindet sich eine Tätowierung, die angeblich die Position von Dryland verrät, wenn man sie lesen kann. Da diese Tätowierung der Grund für den Angriff der Smokers auf das Atoll war, werden die drei auf den Weiten des Ozeans verfolgt.

Zunächst lehnt der Mariner Helen und Enola ab, wirft Enola auch einmal ins Wasser, wobei diese fast ertrinkt, oder will Helen einem anderen Händler als Tauschobjekt überlassen. Nach und nach freundet er sich jedoch auf der Reise insbesondere mit Enola immer weiter an. Schließlich gelingt es den Smokers, Enola gefangenzunehmen und den Trimaran des Mariners zu zerstören. Der halbverrückte Erfinder Gregor, ein Freund von Helen, findet jedoch den Trimaran, auf dem der Mariner und Helen im Meer treiben, und rettet beide mit einem selbstgebauten Luftschiff. Der Mariner bricht zu Enolas Befreiung auf. Auf dem Öltanker der Smokers gelingt es ihm, das Öl in den Tanks zu entzünden und in dem daraus entstehenden Chaos Enola zu befreien, wobei das Schiff explodiert und versinkt. Schließlich erreicht er zusammen mit Enola, Helen und Gregor in dessen Luftschiff Dryland. Der Mariner bleibt jedoch nicht dort, da er sich nur auf dem Meer wohlfühlt.

In der letzten Einstellung sieht man Enola und Helen, die unter etwas Erde ein Schild am Boden entdecken, welches dokumentiert, dass sie auf der Spitze des höchsten Berges der Welt, des Mount Everest, stehen.

Produktionsnotizen[Bearbeiten]

Der Film geriet in die Kritik, da das geplante Budget von 100 Millionen US-Dollar weit überschritten wurde. Es gab Transportprobleme bei den Dreharbeiten auf dem Wasser und schlechtes Wetter. Nach Ende der Dreharbeiten mussten viele Szenen neu gedreht oder digital umgearbeitet werden, zum Beispiel weil Costners Haarausfall zu deutlich zu sehen war. Auch andere Extrawünsche Costners sollen die Produktionskosten enorm verteuert haben.

Nach den Filmarbeiten kam es zum Zerwürfnis zwischen Kevin Costner und seinem langjährigen Freund, Regisseur Kevin Reynolds, der entlassen wurde. Costner übernahm die Regie dann selbst. Das Zerwürfnis hatte mit dem Filmschnitt von Reynolds zu tun, der eine Version von circa drei Stunden geschnitten hatte, mit deren Länge aber nur eine Abendvorstellung pro Tag in den Kinos möglich war. Aufgrund der immensen Kosten war das aber sowohl Universal als auch Costner zu gefährlich und so wurde Reynolds gefeuert, der sich weigerte eine kürzere Version zu schneiden. Die längere Version gibt es trotzdem zu sehen, sie lief schon mehrmals im amerikanischen Fernsehen und ist mittlerweile als DVD in den USA erschienen.

Joss Whedon, der Schöpfer der Serien Buffy und Firefly, war während der Dreharbeiten als Script Doctor angestellt, um die Ungereimtheiten und Löcher im Plot auszumerzen. Jahre nach dieser Arbeit darauf angesprochen, meinte er, dass es eine der schwierigsten Reparaturen an einem der schlechtesten Skripte war, die er je gelesen hatte.[1]

Waterworld drohte zunächst, ein großer Filmflop zu werden, weshalb Costner seither als Kassengift galt. Zwar hatte der Film einen höheren Betrag weltweit an den Kinokassen eingespielt, als er gekostet hat, dennoch waren die Einnahmen im weltweiten Vertrieb von 264 Millionen US-Dollar[2] zunächst zu gering, um nach Abzug des Einnahmeanteils der Kinos die Kosten zu decken. Erst im Videoverleih konnte der Film letztlich einen leichten Profit einbringen.[3]

Im Themenpark der Universal Studios in Hollywood sowie im Park in Ōsaka (Japan) kann eine Stuntshow nach den Motiven des Films besucht werden.

Trivia[Bearbeiten]

  • In einer Szene erkennt man den Namen des Schiffes der Smoker. Er lautet „Exxon Valdez“, im Film von den Smokern „Deez“ genannt.
  • Der Deacon bringt bei einer Ansprache dem „Heiligen St. Joe“ ein Opfer in Form einer Flasche Whisky dar. „St. Joe“ ist eine Anspielung auf Joseph Hazelwood, den alkoholkranken Kapitän der Exxon Valdez, als diese 1989 havarierte, dessen Bild auch im Film zu sehen ist.
  • Die Smoker nennen das Öl „Go-Juice“, zu deutsch also in etwa „Laufsaft“. Eine zum Raffinieren des „Go-Juice“ benötigte Raffinerie befindet sich auf der „Deez“.
  • Der ältere Gelehrte Gregor nennt den Mariner auch Ichthyo sapiens, da er ein perfekt an das Wasserleben angepasster Mensch zu sein scheint. Diese Bezeichnung ist jedoch falsch, denn Ichthyo sapiens bedeutet übersetzt Weiser Fisch, also eine Fischart, deren Fähigkeiten an die eines Menschen heranreichen. Die korrekte Bezeichnung für einen Wassermenschen wäre Homo aquaticus.[4] Jedoch läuft Evolution nicht in so kurzer Zeit und so zielgerichtet ab, wie es der Film zeigt.
  • Am 4. November 2008 erschien in den USA eine Doppel-DVD-Box von Waterworld. Sie enthält zum einen die sogenannte „Theatrical Version“, die im Kino zu sehen war, zum anderen die sog. Extended Version. Sie ist über 40 Minuten länger als die Kinoversion von Waterworld. Bei dieser „Extended Version“ handelt es sich um den ursprünglichen Schnitt des Regisseures Kevin Reynolds. Eine Veröffentlichung der Extended Version in Deutschland ist nicht geplant.
  • In der Realität würde das vollständige Schmelzen des irdischen Eises den Meeresspiegel um weniger als 80 Meter ansteigen lassen.[5] Das restliche Wasser muss also von woanders gekommen sein.
  • Planeten, die (fast) vollständig von Wasser bedeckt sind, werden als Ozeanplaneten bezeichnet.

Kritik[Bearbeiten]

„Ziemlich fantasielos in Charakteren und Story, erreicht der Film seine Höhepunkte bei der Beschreibung der bizarren Szenerie und den artistischen Stunts der Kampfszenen. Stilistisch ein gigantisches Recycling-Unternehmen.“

Lexikon des Internationalen Films[6]

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Academy Award[Bearbeiten]

  • Nominierung – Steve Maslow, Gregg Landaker und Keith A. Wester in der Kategorie Bester Sound

Saturn Award[Bearbeiten]

  • Nominierung – Bester Science-Fiction-Film
  • Nominierung – John Bloomfield für die Besten Kostüme

BAFTA-Film-Award[Bearbeiten]

  • Nominierung – Michael J. McAlister, Brad Kuehn, Robert Spurlock und Martin Bresin für die Besten Visuellen Effekte

Goldene Himbeere[Bearbeiten]

  • Dennis Hopper als Schlechtester Nebendarsteller
  • Nominierung – Kevin Costner als Schlechtester Hauptdarsteller
  • Nominierung – Kevin Reynolds als Schlechtester Regisseur

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Joss Whedon Interviewed. A.V. Club, 5. September 2001
  2. Waterworld – Box Office Data, Movie News, Cast Information. The Numbers (englisch)
  3. Bericht über den wirtschaftlichen Erfolg (englisch)
  4. siehe: Liste der Homo-Epitheta#Liste philosophisch-anthropologischer und sonstiger Epitheta zu homo
  5. Häufige Fragen zu Klima und Atmosphäre. Alfred-Wegener-Institut
  6. Waterworld im Lexikon des Internationalen Films