Wehrsportgruppe

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Als Wehrsportgruppe (WSG) bezeichneten sich mehrere rechtsextreme Vereinigungen, die das staatliche Gewaltmonopol insbesondere der Bundesrepublik Deutschland nicht anerkannten bzw. nicht als ausreichend betrachteten und durch militärische Übungen „Wehrertüchtigung“ betrieben.

Wehrsportgruppe Hoffmann sowie WSG Ausland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Wehrsportgruppe Hoffmann

Die Wehrsportgruppe Hoffmann, 1973 von Karl-Heinz Hoffmann gegründet, war eine der bekanntesten Wehrsportgruppen im deutschsprachigen Raum. Die WSG Hoffmann wurde im Februar 1980 als verfassungsfeindliche Organisation verboten. Zur Wehrsportgruppe Hoffmann gehörte auch die Wehrsportgruppe Ausland, die, wie Hoffmann im Spiegel-Interview 1989 sagte, „bis zum Sommer 1981 im Libanon bestand.“[1]

Wehrsportgruppe Trenck[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wehrsportgruppe Trenck war in den 1970er Jahren in Österreich aktiv, großen Einfluss hatte der Neonazi Gottfried Küssel. Bekannt in breiterer Öffentlichkeit wurde eine dieser Wehrsportgruppen durch ein Video, in dem Szenen mitgefilmt und später öffentlich ausgestrahlt wurden, die zeigten, wie Uniformierte darin unterrichtet wurden, wie ein Mensch mit bloßen Händen getötet werden kann. Im Januar 1992 wurde die Wehrsportgruppe in damals Freiherr-von-der-Trenck-Heim genannten Räumlichkeiten der Arbeitsgemeinschaft für demokratische Politik ausgehoben. Zu diesem Zeitpunkt bestand sie aus 20 bewaffneten Mitgliedern.[2]

Wehrsportgruppe Rohwer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wehrsportgruppe Rohwer verübte sieben Überfälle auf NATO-Streitkräfte und überfiel eine Bank und einen Geschäftsmann. Im Bückeburger Prozess wurden die Angeklagten Michael Kühnen, Manfred Börm, Lothar Schulte, Lutz Wegener, Uwe Rohwer und Klaus-Dieter Puls 1979 zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Wehrsportgruppe Stahle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang 1979 wurde in Stahle bei Holzminden die jahrelang aktive Wehrsportgruppe Stahle ausgehoben.[3]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Gott sei Dank keine Gesinnungsprüfung“. In: Der Spiegel. Nr. 31, 1989, S. 39–41, hier S. 39 (online).
  2. Wolfgang Purtscheller: Aufbruch der Völkischen. Das braune Netzwerk. Picus-Verlag, Wien 1993, ISBN 3-85452-239-8, S. 90
  3. Nikolaus Brender: Nordrhein-Westfalen: Der kleine Adolf und seine Jungs. Die Zeit, 16. Februar 1979, abgerufen am 14. Januar 2017.