Shlomo Lewin

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Rabbi Shlomo Levin (Herbst 1978)

Shlomo Lewin (auch: Shlomo Levin; geboren am 13. Mai 1911 in Jerusalem; gestorben am 19. Dezember 1980 in Erlangen[1]) war ein deutscher Verleger und Rabbiner.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lewin war der Sohn eines Rabbiners und vor dem Zweiten Weltkrieg als Lehrer im damaligen Saargebiet in Homburg sowie in Waldmohr tätig. Zu Beginn des Krieges schloss er sich zunächst der britischen Armee an und war dann bis 1948 Mitglied der Hagana.

Zurückgekehrt nach Deutschland trat er mit dem Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde München, Hans Lamm, 1960 als Gesellschafter in den von diesem drei Jahre zuvor in Frankfurt gegründeten Judaica-Verlag Ner Tamid ein und wurde später Vorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg. Schon zwei Jahre später verließ Lamm im Streit den Verlag, den Lewin dann bis zu seinem Tod allein führte. Ab 1964 lebte er in Erlangen und lernte Frida Poeschke, die Witwe des ehemaligen Erlanger Oberbürgermeisters Michael Poeschke, kennen, die seine Lebensgefährtin wurde. Beide waren im christlich-jüdischen Dialog engagiert. Die Zahl der Juden in Erlangen stieg bis in die 1970er-Jahre soweit an, dass Lewin die Gründung einer Erlanger Gemeinde plante.

Am 19. Dezember 1980 wurde Lewin mit seiner Lebensgefährtin in ihrem Haus an der Ebrardstraße in Erlangen ermordet, vermutlich durch ein Mitglied der rechtsextremen Wehrsportgruppe Hoffmann. Es kam jedoch nie zu einer Verurteilung, da der Täter, Uwe Behrendt, Selbstmord beging.[2][3] Nach diesem Verbrechen blieb die Gründung der Israelitischen Kultusgemeinde aus.

Straßenschild an der Lewin-Poeschke-Anlage in Erlangen

Am 15. Dezember 2010 wurde eine Grünanlage in der Nähe des Tatorts in Lewin-Poeschke-Anlage umbenannt, um an den Doppelmord zu erinnern.[4]

Die Inschrift auf Lewins Grabstein in Haifa lautet: „Hier ruht unser teurer Rabbi Shlomo Salman Lewin, Sohn des Rabbi David Eliahu, ermordet von Händen von Bösewichten. Gott wird sein Blut rächen“.[4]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steven M. Zahlaus: Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Franken. In: Christoph Friederich, Bertold Freiherr von Haller, Andreas Jakob (Hrsg.): Erlanger Stadtlexikon. W. Tümmels Verlag, Nürnberg 2002, ISBN 3-921590-89-2 (Gesamtausgabe online).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lewin, Shlomo. In: Christoph Friederich, Bertold Freiherr von Haller, Andreas Jakob (Hrsg.): Erlanger Stadtlexikon. W. Tümmels Verlag, Nürnberg 2002, ISBN 3-921590-89-2 (Gesamtausgabe online).
  2. Wolfgang Most: Vereinigung der Einzeltäter: Wehrsportgruppe Hoffmann. In: haGalil onLine. 3. Januar 2006, abgerufen am 1. Januar 2011.
  3. Harald Wiederschein: Tödliche Tradition: So brutal morden deutsche Neonazis seit Jahrzehnten – Tödliche Nazi-Tradition; Focus-Online, 4. Juli 2013.
  4. a b Egbert M. Reinhold: Lewin–Poeschke-Anlage erinnert an Mordopfer. In: Erlanger Nachrichten. 15. Dezember 2010, abgerufen am 1. Januar 2011.