Wehrtechnische Studiensammlung Koblenz

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Die Wehrtechnische Studiensammlung in der ehemaligen Langemarck-Kaserne

Koordinaten: 50° 22′ 7,7″ N, 7° 35′ 7,9″ O

Karte: Rheinland-Pfalz
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Wehrtechnische Studiensammlung
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Rheinland-Pfalz

Die Wehrtechnische Studiensammlung (WTS) (auch Wehrtechnisches Museum Koblenz genannt) der Bundeswehr in Koblenz ist eine der größten technischen Ausstellungen Deutschlands. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Wehrtechnik.

Die Studiensammlung wurde im Jahre 1962 gegründet und insbesondere durch den Militärhistoriker Arnold Wirtgen ausgebaut. Von 1995 bis 2021 lag die Leitung bei seinem Sohn Rolf Wirtgen.

Seit 1982 befindet sie sich in der ehemaligen Langemarck-Kaserne in Koblenz. Sie gehört zum Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw - vormals Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung). Zweck der Sammlung ist insbesondere die Ausbildung angehender Ingenieure im Rüstungsbereich sowie Unterstützung bei der militärischen Ausbildung der Bundeswehr, wozu auch z. B. Anschauungsmaterial zur Vorbereitung von Auslandseinsätzen bereitgestellt wird. Darüber hinaus sammelt die WTS Gerät, Ausrüstung und Literatur, die die Entwicklung der Wehrtechnik dokumentieren. In Auswahl gesammelt werden Versuchsträger und Prototypen, die die Entwicklungsarbeit des BAAINBw anschaulich machen.

Die WTS ist der Öffentlichkeit zugänglich. Sie ist nach Definition der Bundeswehr kein Museum, sondern bietet eine thematisch geordnete Spezialsammlung mit einer Fülle von Anschauungsmaterial zur Entwicklung von Bewaffnung, Gerät, Ausrüstung und Uniformen ab dem frühen 19. Jahrhundert mit dem Schwerpunkt der Bundeswehr.

Zukunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lange diskutierte man in Koblenz die Verlegung der WTS mit allen Funktionen auf ein Kasernengelände im Vorfeld der Festung Ehrenbreitstein. Dort fanden zur Bundesgartenschau 2011 landschaftliche Neugestaltungen statt. Das Projekt war um 2008 entscheidungsreif, wurde aber nicht realisiert. Danach wurde über einen Transfer in den Südteil der Deines-Bruchmüller-Kaserne in Lahnstein beraten. Dieser Ansatz, der auf eine Mitwirkung der Stadt Lahnstein in einem privatrechtlichen Betreibermodell abzielte, scheiterte. Eine Integration in das Militärhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden wurde nicht weiterverfolgt. Stattdessen hat diese museale Einrichtung der Bundeswehr zahlreiche Exponate übernommen. Der Bundesverteidigungsminister Jung besuchte am 1. Juli 2008 die WTS und gab den Verbleib der Sammlung in Koblenz bekannt.[1] Eine gegenwärtig favorisierte Option ist die Zusammenführung der WTS und ihrer Außenlager auf dem Gelände der Außenstelle Metternich (Wasserplatz) der Wehrtechnischen Dienststelle 41 in Koblenz-Metternich. Dieses Projekt kann jedoch erst nach Beendigung der Zwischennutzung mit Bürocontainern durch das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr umgesetzt werden.

Bekannte Ausstellungsstücke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nicht mehr verfügbare Exponate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dieter Henrich (Bearbeiter): Die Ausstellungen der Wehrtechnischen Studiensammlung des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung. Teil I: Die technische Entwicklung der Handfeuerwaffen. Band 1: Die Handfeuerwaffen von ihrem ersten Aufkommen bis zu den Repetierwaffen. Hrsg.: Verein der Freunde und Förderer der Wehrtechnischen Studiensammlung Koblenz e. V. Biblio Verlag, Osnabrück 1985, ISBN 3-7648-1467-5 (Fotos von Barbara Tiezel).
  • Vereinigung der Freunde des Wehrgeschichtlichen Museums Schloß Rastatt e. V., Verein der Freunde und Förderer der Wehrtechnischen Studiensammlung Koblenz e. V. (Hrsg.): Die Bewaffnung und Ausrüstung der Armee Friedrichs des Großen. Eine Dokumentation aus Anlaß seines 200. Todesjahres. Ausstellungskatalog 27. März–30. Juni 1986 in der Wehrtechnischen Studiensammlung Koblenz, 1. August–2. November 1986 im Wehrgeschichtlichen Museum in Rastatt. o. V., Koblenz/Rastatt 1986.
  • Heinrich Müller, Rolf Wirtgen im Auftrag des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung (Hrsg.): Geharnischte Zeiten. 2000 Jahre Körperschutz des Soldaten vom antiken Muskelpanzer zur kugelsicheren Weste. Eine Ausstellung der Wehrtechnischen Studiensammlung des BWB aus Anlaß des vierzigjährigen Bestehens der Bundeswehr. Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung, Koblenz 1995.
  • Frank Köhler (Bearbeiter): Exponate der Wehrtechnischen Studiensammlung. Präsentiert an den Tagen der offenen Tür bei der Wehrtechnischen Dienststelle (WTD 51) in Koblenz am 16. und 17. Juli 2005 und bei der 5. Koblenzer Museumsnacht am 3. September 2005. Hrsg.: Rolf Wirtgen im Auftrag des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung. 2., korr. Auflage. Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung, Koblenz 2009 (mit Beiträgen von Siegfried Müller u. a.).
  • Rolf Wirtgen (Redaktionsleitung), Frank Köhler, Lothar Simon, Hubert Zimmer (Redaktion): Wehrtechnische Studiensammlung Koblenz. Ein Überblick. 50 Jahre WTS – 30 Jahre in Koblenz. Hrsg.: Verein der Freunde und Förderer der Wehrtechnischen Studiensammlung Koblenz e. V. Hermes Medien, Hunzel 2012.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Wehrtechnische Studiensammlung Koblenz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jung: Wehrtechnische Studiensammlung bleibt in Koblenz. Wehrtechnische Studiensammlung bleibt in Koblenz. (Nicht mehr online verfügbar.) Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung, 1. Juli 2008, archiviert vom Original; abgerufen am 11. Dezember 2013.