Hercules K 125 BW

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Hercules K 125 Military mit Teleskopgabel
Hercules K 125 BW mit Schwinge
Typen­schild des Bau­jahrs 1973

Die Hercules K 125 BW/Military ist ein Motorrad („Krad“) der Bundeswehr. Sie wurde von 1970 bis 1990 für die Bundeswehr vorwiegend für die Kradmelder hergestellt und ist heute nur noch für Schulungszwecke bei der Bundeswehr in Gebrauch. Nachfolger wurde die von 1991 bis 1996 hergestellte Hercules K180 mit 12 kW (17 PS). Alle Hercules-Modelle werden zurzeit durch die KTM 400 LS-E Military und KTM 640 LS-E Military ersetzt. Die KTM 400 LS-E Military wird ausschließlich von Feldjägern und dem Kommando Spezialkräfte (KSK), die KTM 640 LS-E Military exklusiv vom KSK verwendet.

Hercules K 125 BW[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Ausführung der Hercules wurde 1970 als Nachfolger der Maico M 250 B in 5.000 Exemplaren bei der Bundeswehr eingeführt. Sie hatte vorn eine halblange Schwinge, einen runden Scheinwerfer mit integriertem Tachometer und Zündschloss, Lenkerendenblinker (sog. Ochsenaugen), Klappgepäckträger, einen Lederkoffer auf der linken Seite und eine Bosch-Schwunglicht-Magnetzündanlage mit einer 6-V-Naßbatterie. Die Bauteile bestanden nahezu komplett aus Metall. In deutlich geringerer Stückzahl wurde die Hercules K 125 BW zwischen 1971 und 1983 auch beim Bundesgrenzschutz verwendet.

Hercules K 125 Military[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1984 wurde die modernisierte Version der Hercules K 125 BW bei der Bundeswehr eingeführt. Im Gegensatz zur Vorgängerversion war die „Military“ vorn mit einer Teleskopgabel und einem rechteckigen Scheinwerfer in einem Kunststoffgehäuse ausgestattet. Dazu kamen je zwei Blinker vorn und hinten, ein starrer Gepäckträger, ein Kunststoff-Instrumententräger am Lenker und ein Kunststoffkoffer auf der linken Seite. Die Antriebskette wurde nun in einem geschlossenen Kunststoffgehäuse geführt. Kotflügel und Rücklichtgehäuse bestanden bei dieser Version aus Kunststoff. Als Zündanlage war eine Motoplat-Zündung mit einem kleinen Akku eingebaut. Eine Batterie war nicht mehr erforderlich.

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hercules K 125 BW/Military zählt bei der Bundeswehr zu den mittleren Krafträdern. Sie hat einen luftgekühlten Einzylinder-Zweitakt-Motor von Fichtel & Sachs mit Flachkolben und 9,2 kW (12,5 PS) bei 7000/min. Der Verwirbelungsschalldämpfer ist hochgelegt. Der Kolbendurchmesser und der Kolbenhub betragen je 54 mm; daraus ergibt sich ein Hubraum von 123 cm³. Die Mehrscheibenkupplung läuft im Ölbad. Die kontaktlose Zündeinheit stammt bei der Version 2 vom Zulieferer Motoplat. Stand- und Fahrgeräusch betragen 71 dB (A) bzw. 82 dB (A).

Die verschraubte Bodenschutzplatte ist mit seitlichen Sturzbügeln ausgestattet. Als Standardbereifung für die K 125 BW/Military wird vorn ein Reifen der Heidenau BW Mischreifen (Enduroreifen K37) in der Größe 3,25 × 18 und hinten in der Größe 3,50 × 18 verwendet. Die Wattiefe beträgt 300 mm.[1]

Zubehör[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Ausrüstung zählen eine Luftpumpe, eine Werkzeugrolle und eine Winkerkelle. Der reguläre Koffer kann z. B. für den Fahrschuleinsatz durch ein SEM 52 S Funkgerät in einem Koffer ersetzt werden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Frank Rönicke: Deutsche Militärmotorräder. Motorbuch Verlag Stuttgart, 1. Auflage 2010. ISBN 978-3-613-03215-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Frank Rönicke, S. 90, 91.